DEV0000384MA - Verfahren zur rationellen Aufarbeitung von Abfallaugen bei der alkalischen Behandlung von Zellstoff, insbesondere in der Viscose-Kunstseidenindustrie - Google Patents

Verfahren zur rationellen Aufarbeitung von Abfallaugen bei der alkalischen Behandlung von Zellstoff, insbesondere in der Viscose-Kunstseidenindustrie

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DEV0000384MA
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Germany
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cellulose
waste
viscose rayon
efficient processing
hemicellulose
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English (en)
Inventor
Hermann Dr. Rathert
Original Assignee
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal
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Description

In der Viscose-Kunstseidenindustrie wird bekanntlich bei der Bildung von Alkalicellulose durch Behandlung des Zellstoffes mit starker Natronlauge die sogenannte Hemicellulose aus dem Zellstoff herausgelöst und geht als unerwünschte Verunreinigung in die insbesondere beim Abpressen des Gutes anfallende, noch ziemlich hochprozentige Natronlauge. Um diese Natronlauge zu reinigen und wieder verwendungsfähig zu machen, unterwirft man sie einem Dialysierprozess, wobei etwa 90% als Reinlauge wiedergewonnen werden können. Die Hemicellulose, die im allgemeinen etwa 10% des behandelten Zellstoffes ausmacht, wurde mit dem Rest der bei der Dialyse nicht zurückerhaltenen Lauge in die Fabrikationsabwässer geleitet, wodurch sehr große Übelstände unvermeidlich sind, die sich jedoch bislang nicht beseitigen ließen.
Es wurde nun ein einfacher Weg gefunden, diese Schwierigkeiten zu beheben, indem eine rationelle Aufarbeitung der Abfalllaugen in der Weise vorgenommen wird, dass die durch Hemicellulose stark verunreinigte Abfalllauge in an sich bekannter Weise dialysiert wird, worauf man die dabei anfallende Schlammlauge erneut einer Dialyse unterwirft und die so gewonnene, stark verdünnte reine Lauge für den ersten Dialysiervorgang von weiteren Abfallmengen verwendet, während der verbleibende Schlamm direkt oder die aus ihm durch Verdünnen und/oder Filtration, Dekantieren u.dgl. abgeschiedene Hemicellulose in an sich bekannter Weise auf Zucker, Alkohol oder Hefe aufgearbeitet wird. Die bei der ersten Dialyse anfallende Schlammlauge enthält noch ungefähr 2% Natriumhydroxyd, aus der durch erneute Dialyse eine etwa 0,6%ige reine Natronlauge zurückgewonnen werden kann, die dann bei weiteren Chargen anstelle von Wasser für die erste Dialyse zu verwenden ist. Infolge der durchgeführten Entziehung von Natriumhxdroxyd aus der Schlammlauge wird die Hemicellulose praktisch zur Ausfällung gebracht, gegebenenfalls lassen sich die letzten Reste von Hemicellulose außerdem durch entsprechendes Verdünnen des Schlammes abscheiden. Durch Filtration, Dekantieren u.dgl. wird die Hemicellulose von den flüssigen Anteilen getrennt und kann in an sich bekannter Weise auf Zucker, Alkohol oder Hefe aufbereitet werden. Bei dem jetzt gefundenen Verfahren wird nicht allein eine praktisch restlose Zurückgewinnung des in den Ablaugen enthaltenen Natriumhydroxyd gewährleistet, sondern es werden damit eine Reihe von wesentlichen technischen Vorteilen verknüpft und erhebliche Übelstände beseitigt. Von Vorteil ist, dass man die zuletzt anfallende niedrigprozentige reine Natronlauge für die erste Dialyse nutzbringend verwenden kann und ferner, dass sich die als lästig empfundene Verunreinigung, die Hemicellulose, ohne besondere Schwierigkeiten gut abscheiden und gewinnen lässt, um sie für die Weiterverarbeitung auf wertvolle Produkte bereitzustellen. Von sehr großer Bedeutung für die Viscose-Kunstseidenindustrie ist zudem die Tatsache, dass man auf dem angegebenen Wege die Hemicellulose restlos aus den Abwässern beseitigt, wodurch mit einem Schlage ein Problem gelöst wird, dass der in Frage kommenden Industrie bisher die größten Schwierigkeiten neben sehr viel Arbeit und außerordentlichen geldlichen Aufwendungen verursacht hat.

Claims (1)

  1. Verfahren zur rationellen Aufarbeitung von Abfalllaugen bei der alkalischen Behandlung von Zellstoff, insbesondere in der Viscose-Kunstseidenindustrie, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Hemicellulose stark verunreinigte Abfalllauge in an sich bekannter Weise dialysiert wird, worauf man die dabei anfallende Schlammlauge erneut einer Dialyse unterwirft und die so gewonnene stark verdünnte reine Lauge für den ersten Dialysevorgang von weiteren Abfalllaugemengen verwendet, während der verbleibende Schlamm oder die aus ihm durch Verdünnung und/oder Filtration, Dekantieren u.dgl. abgeschiedene Hemicellulose in an sich bekannter Weise auf Zucker, Alkohol oder Hefe aufgearbeitet wird.

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