DEP0049625DA - Verfahren zur Reinigung von Rübensäften - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Rübensäften

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DEP0049625DA
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beet juices
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English (en)
Inventor
Albert Schmitz
Max Dr. DE Stauber
Original Assignee
Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz GmbH, Meckenheim
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Description

Das vorliegende Verfahren bezieht sich nur auf naturreine Rübensäfte d.h. auf Säfte, die keiner chemischen Behandlung unterworfen gewesen sind. Insbesondere fallen darunter die Säfte, die in Rübenkrautfabriken durch Dämpfen bei 100 - 130° und Auspressen der gargekochten Rüben gewonnen und durch Eindampfen auf Rübenkraut verarbeitet werden. Die Verwendung dieses Rübensirups als Brotaufstrichmittel und als Zusatz zu Backwaren und pharmazeutischen Präparaten lässt eine Verbesserung von Farbe und Geschmack wünschenswert erscheinen. Die Verwendung von Aktivkohle für diesen Zweck ist an sich bekannt und wird z.B. in Zuckerfabriken zwecks Herstellung von Raffinade in grossem Umfang benutzt. Jedoch ist der Effekt bei Übertragung dieses Verfahrens auf die oben erwähnten naturreinen Säfte nicht nur minimal, sondern das Verfahren ist auch praktisch kaum durchführbar, weil die Abtrennung der verwandten Kohle wegen der äusserst schweren Filtrierbarkeit der Natursäfte einen grossen Kostenaufwand bedingt.
Untersuchungen haben ergeben, dass die verhältnismässig geringe Leistung der Aktivkohle auf die naturreinen Säfte durch das Vorhandensein von kolloiden, schleimartigen Stoffen zurückzuführen ist, die sich aus der Zellsubstanz der Rüben beim Dämpfen gelöst haben. Diese Kolloide verstopfen die ultramikroskopisch kleinen
Kapillaren der Kohle und verhindern dadurch die Einwirkung der aktiven Oberfläche der Kohle auf die zu adsorbierenden Substanzen des Saftes. Der Erfolg bleibt deshalb gering. Es wurde gefunden, dass sich diese, die Adsorptionswirkung behindernden Schleimstoffe zum grossen Teil entfernen lassen, wenn die Säfte der Zentrifugalwirkung hochtouriger siebloser Zentrifugen, sogenannter Separatoren mit mindestens 3.000 Touren pro Minute unterworfen werden. Auf derartig vorbehandelte Säfte wirkt die Aktivkohle mit ungleich grösserer Leistung ein, sodass erst hierdurch das Reinigungsverfahren rentabel durchführbar wird.
Diese Vorbehandlung des naturreinen Rübensaftes im Separator hat aber ausserdem noch die Wirkung, dass die oben erwähnte Schwerfiltrierbarkeit auf ein Maß reduziert wird, welches der praktischen Durchführbarkeit in den üblichen Filtereinrichtungen wie Filterpressen, Beutelfiltern, porösen keramischen Filtern o.dgl. keine Schwierigkeiten mehr bietet. Dieses Ergebnis der Vorbehandlung im Separator ist auf die gleiche Ursache zurückzuführen wie die Leistungssteigerung bei der Kohleeinwirkung, nämlich auf die Entfernung der kolloiden Schleimstoffe, welche sonst die Filterfläche mit einem undurchlässigen Belag bedecken.
Es ist bekannt und in der Praxis wird auch danach verfahren, dass die Wirkung der Aktivkohle mit der Temperatur des behandelten Mediums steigt. Die Untersuchungen an naturreinem Rübensäften haben jedoch das überraschende Ergebnis gehabt, dass eine Steigerung der Temperatur über etwa 95°C eine Peptisation der Kohle zur Folge haben kann, dass also Kohle kolloid in Lösung geht und deshalb eine Abtrennung der Kohle durch Filtration praktisch fast unmöglich gemacht wird. Es erweist sich deshalb wohl als zweckmässig, die Kohlebehandlung bei erhöhter Temperatur vorzunehmen, jedoch über 95° dabei nicht hinauszugehen.
Der Einfluss der Wasserstoffionenkonzentration, allgemein als pH-Wert bezeichnet, auf die Wirkung der Aktivkohle ist bekannt, jedoch lässt sich ein allgemein gültiger pH-Wert optimaler Eigenschaft nicht angeben. Dieser ist vielmehr auch weitgehend von der speziellen Zusammensetzung des Mediums, in dem die Adsorption vor sich geht, abhängig. Als günstigster Wert ergab sich für naturreine Rübensäfte ein pH von 4,5 - 6,5, ein kleineres pH wirkt peptisationsfördern auf die Kohle, ein höheres pH setzt die Entfärbungsleistung herab.
Die naturreinen Rübensäfte, die von der Presse ablaufen, haben im Durchschnitt einen Trockensubstanzgehalt von 18 - 20%. Zweckmässig werden die Säfte in diesem Zustand der beschriebenen Behandlung mit Aktivkohle unterworfen, sie können aber auch in irgendeinem Grade der Eindickung, bis etwa 60% Trockenmasse der gleichen Behandlung unterzogen werden.

Claims (3)

1.) Verfahren zur Reinigung von Rübensäften durch Behandlung mit Aktivkohle, dadurch gekennzeichnet, dass die Rübensäfte in hochtourigen Zentrifugen vor der Kohlebehandlung entschleimt werden.
2.) Verfahren nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass die Kohlebehandlung bei Temperaturen nicht über 95°C vorgenommen wird.
3.) Verfahren nach Anspruch 1) und 2), dadurch gekennzeichnet, dass die Kohlebehandlung bei einem pH von 4,5 - 6,5 vorgenommen wird.

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