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Förderband in Schlauchform mit an den Bandlängskanten befestigten
Reißverschluß-Gliederbändern
Das leistungsfähigste und bewährteste Fördermittel ist
nach dem heutigen Stand der Technik das Förderband. In verschiedenen Industrien
machen sich jedoch als Mängel bemerkbar : a) dessen Unvermögen, größere Steigungen
zu überwinden. b) seine Bindung an den Geradeauslauf und c) dessen enge, durch Zahl
und Stärke der Gewebeeinlagen gezogenen Grenzen hinsichtlich der Bandlänge (Achsenabstand
der Umlenktrommeln). Beim Förderband fällt dem Gurt neben der Aufgabe des Zusammenhaltens
und Tragens des Fördergutes die der lDbertragullg der Antriel) s-und Zugkräfte zu.
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Es sind Gurtförderer bekannt, die zur Erzielung einer größeren Bandlänge
in die Gewebeeinlagen eingebettete Zugseile enthalten ; diese Bänder haben jedoch
nur eine verhältnismäßig geringe Lebensdauer und beheben nicht die unter a) und
b) angeführten Mängel. Andere stetige Fördermittel, z. B. Stahlgliederbänder, vermögen
zwar die dem Förderband gezogenen Grenzen zu überschreiten, erkaufen diese Eigenschaft
jedoch durch geringere Leistungsfähigkiet, hohes Gewicht und hohe Anlagekosten,
großen Verschleiß und störendes Geräusch. Für bestimmte Anwendungsgebiete, z. B.
den
Transport von Abraum und Kohle im Braunkohlentagebau, insbesondere bei Frost, sind
diese Fördermittel jedoch ungeeignet. Es sind auch Förderbänder für leichtes, staubförmiges
oder feinkörniges Massengut mit einem an den Längskanten angeordneten Reißverschluß
bekanntgeworden. Ferner sind Förderer mit einem flachen Gurt mit Gewebeeinlagen
und Seitenteilen vorgeschlagen, die mittels eines Reißverschlusses zu einem Schlauch
zusammengeschlossen werden. Derartige Förderer sind in der Förderlãnge eng begrenzt-da
die Zugkräfte durch den Gurt selbst übertragen werden-und als kurvenläufiger Schlauchgurt
hohen Zerspannungen und Stauchungen ausgesetzt, selbst bei sehr kleinen Förderquerschnitten.
Das gleiche gilt für ähnliche, röhrenförmige Förderer, bei denen durch Gleitverschlußleisten
an den Bandkanten das Förderband bzw. zwei halbröhrenförmige Bänder zu einem Förderrohr
zusammengeschlossen werden, wobei ebenfalls die Zugkräfte durch das Förderrohr selbst
und in Führungsleisten einvulkanisierte Gewebekerne übertragen werden.
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Wo schweres, geräumiges Massengut zu fördern ist, wie z. B. im Bergbau,
fehlt ein geeignetes, kurvenläufiges Steilfördermittel für Massentransport auf große
Entfernungen. Diesem Mangel soll die Erfindung abhelfen.
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Für den Transport von schwerem Massengut wird ein Fördermittel in
Schlauchform mit an den Bandlängskanten befestigten Reißverschluß-Gliederbändern
verwendet, bei dem erfindungsgemäß der Verschluß in geschlossenem Zustand ein oder
mehrere Seile umschließt.
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Da die Förderlast undl im wesentlichen die Zug-und Antriebskräfte
von dem Seil bzw. den Seilen übernommen werden, kann der Gurt selbst verhaltnismäßig
leicht gehalten und eine beträchtliche Vergrößerung der Förderlänge (Achsenabstand)
erreicht werden. Auch kann das Seilförderband beliebiges Massengut in jedem beliebigen
Winkel fördern, ohne daß es im ganzen oder in seinen Einzelteilen schädlichen Differenzkräften
ausgesetzt ist, weil das Zug-und Tragseil mit dem Verschluß in der neutralen Ebene
liegt.
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Es werden für verschiedene Anwendungsfälle verschiedene Ausbildungen
dieses Seilförderbandes vorgeschlagen, und zwar jeweils auf der Grundlage der Verbindung
des Förderbandes mit Rundseil oder mit Bandseilen : i. für frei schwebenden Transport
zwischen feststehenden oder fahrbaren Türmen das Seilschwebeband, 2. für Einsätze,
bei denen ein Durchhang des Seilschwebebandes nicht zulässig ist, das geführte Seilförderband.
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Nachstehend wird das Seilförderband an Hand von Anwendungsbeispielen
aus dem Braunkohlentagebau beschrieben. Die Anwendung der Erfindung beschränkt sich
jedoch nicht auf diesen Betriebszweig ; sie kann ohne weiteres auf jede industrielle
Massenförderung, bei der gleichartige Probleme vorliegen, z. B. die Steinkohlen-und
Bergeförderung unter Tage, Massenferntransport u. a., übertragen werden. Der Braunkohlentagebau
stellt z. B. die Aufgabe, die durch Gewinnungsgeräte gelösten Abraummassen über
den offenen Tagebau hinweg zur Verstürzung auf der Kippe im ausgekohlten Teil des
Tagebaues zu transportieren. Hierbei ist gegebenenfalls erwünscht, Höhenunterschiede
von 200 m und darüber hin, aus zu überwinden. Ahnliche Probleme bestehen bei der
Herausförderung der Kohle aus dem Tagebau.
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Zur Lösung dieser Aufgaben bedient sich die Erfindung vorzugsweise
des Seilschwebebandes gemäß den Fig. i und i a.
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Zwischen zwei Türmen z, 2, von denen z. B. der eine, i, auf einem
Planum im Kohlenflöz, der andere, 2, auf der Kippe bzw. einer Zwischenberme der
Kippe fahrbar angeordnet ist, läuft über eine Koepe-od. ä. Antriebs-3 und Umlenkscheide
4 ein endloses Flachlitzen-oder Dreikantlitzenseil oder besser ein geschlossenes
Seil 5. Die Antriebs-und Umlenkscheiben sind zum Ausgleich von Längen-und Höhenunterschieden
in den jeweilig dem natürlichen Seild. urchhang entsprechenden Ebenen längs verschiebbar,
so daß das Seil ohne nennenswerte Knickung auf die Seilscheiben auflauft. Vorteilhaft
wird eine entsprechend ausgebildete Außenkante der Türme als Fahrbahn 6 für die
Seilscheiben benutzt. Das Seil dient zwischen den Antriebs-und Umlenkscheiben einem
Schlauchgurt 7 als Zug-und Tragorgan. Das Seil ist mittels eines Verschlußgliederbandes
8 lösbar mit dem Schlauchgurt verbunden. Bis zum Anschließen an das Zugseil wird
der zum Beladen offene bzw. der nach dem Beladen geschlossene Schlauchgurt getrennt
vom Seil über Tragrollenstationen, Rollenbahnen 16 oder ein Stahlgliederband oder
vorteilhaft auch über besonders angepaßte Tragrollen 9 geführt und gestützt. Das
Beladen des Schlauchgurtes erfolgt im allgemeinen an der Umlenkstation in dem kohlenseitigen
Umlenkturm i. Nach dem Beladen werden die Kanten des Förderbandes mit Hilfe der
Schließglieder, die das Verschlußgliederband bilden, zu einem Schlauchgurt 7 zusammengeschlossen.
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Der Zusamenschluß zum Schlauchgurt kann auf verschiedene Art erfolgen
: Gemäß den Fig. 2 und 2 a werden die Kanten des Gurtes mit Gliedern ru aus Stahl
oder orteilhaft aus Kunststoff oder Gummi besetzt, deren Köpfe als Halbringe ausgebildet
sind. Der Innendurchmesser der Halbringe entspricht dem Seildurchmesser. Die Gliederbänder
beider Kanten sind spiegelbildlich gleich ausgebildet. Sic sind in solchen Abständen
an den Gurtkanten befestigt oder so geformt, daß zwischen den einzelnen Gliedern
Platz für ebenso breite, halbringförmige Glieder z r eines Abdeck-Gliederbandes
ist, das von oben in die Kanten-Gliederbänder eingreift. Die Glieder io, 11 umschließen
also das Trag-und Zugseil 5 von unten und oben her und den Schlauchgurt 7 mit dem
Seil 5. Die Köpfe der Halbringe tragen zu diesem Zweck Schließkappen 12, ähnlich
denen eines Reißverschlusses. Die Gliederbänder werden über Profilrollen 13 (Fig.
2 a, 3 und
über dem Seil 5 zusammengeschlossen. Beim abergang über
diese Rollen spreizen sich die Ringhälften zum wechselseitigen Eingriff und legen
sich wieder zum Verschluß mittels der Schließkappen über dem Seil aneinander (Fig.
4).
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Auf diese Weise bildet sich über dem Seil eine über dessen ganze
Länge durchlaufende Hülse, die den daranhängenden Schlauchgurt 7 trägt. Bei hohen
Belastungsfällen können Maßnahmen zur Vergrößerung der Reibung zwischen Seil und
Hülse getroffen werden, z. B. durch Einlegung eines mitumlaufenden Gummibandes zwischen
Hülse und Seil. Bei sehr hohen Belastungsfällen kann dem Trag-und Zugseil 5 durch
Profilierung der Decklitzen eine querrillenförmige Oberfläche 14 gegeben werden,
der die Formgebung der Hülseninnenflächen angepaßt ist.
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Um vor dem Anschließen des hülsenförmigen Gliederbandes 8 an das
Seil 5 die halbringförmigen Glieder ru an den Gurträndern einfacher führen und später
zusammenfügen zu können, werden diese Halbringe auf ihrem Weg über die Umlenktrommeln
usw. (Fig. I und i a) mit einem dem Gegenverschluß entsprechenden Blindverschluß
15 (Fig. 2) verschlossen, der eine Versteifung üver den vollen Kreisquerschnitt
enthält. Auf diese Weise wird an den Gurtkanten eine geschlossene, biegsame Hülse
gebildet, die über Profiltragrollen 9 (Fig. i) geführt, den Schlauchgurt 7 trägt
und außerdem die Glieder 10, 18, zg und Schließkappen 12 vor Verschmutzung schützt.
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In umgekehrter Reihenfolge und Weise erfolgt das Lösen des Schlauchgurtes
vor dem Auflaufen des Seils 5 auf die Antriebsscheibe 3. Auch hier wird der Schlauch
in geschlossenem Zustand über Tragrollen 9, Rollenbahnen 16 od. dgl. bis zu den
Öffnungsrollen 13 a mit anschließendem Entladen gefiihrt. Das Entladen kann über
stehende oder liegende Trommeln erfolgen. Nach der Umlenkung und gegebenenfalls
nach dem Wenden (Trommel elz3b) des Schlauchgurtes wird dieser wieder verschlossen
und in gleicher Weise, wie vorbeschrieben, an das rücklaufende Seil 5 angeschlossen.
Das Deckband wird dabei über Rollen zum rücklaufenden Seil gefürt und dort in gleicher
Weise mit dem leer rücklaufenden Gurt 7 wieder über dem Seil 5 zu einem Hülsenband
verschlossen.
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Bei größeren Anlagen können mehrere parallel über Doppelköpescheiben
laufende Trag-und Zugseile 17 Fig. 3 verwendet werden. Die Glieder 18, I9 der Gliederbänder
jeder Kantenseite des Schlauchgurtes 7 werden dann für sich an ein Seil r7 angeschlossen.
Beide Seile können zwischen den Anschlußstellen zu einerEinheit durchVerbindung
mittels der Glieder 20 des Abdeckgliederbandes zusammengeschlossen werden. Die Deckringe
können dabei entweder als feste Doppelhalbringe 20 ausgebildet oder durch ein Stahl-oder
Gewebeband miteinander verbunden sein. Außerdem können die Schlauchgurtglieder 18,
19 Schließkappen 21 erhalten, die bis zum Anschließen an die Seile 17 den Schlauchverschluß
hlerstellen. Die Ausffihrungsform mit Doppelseil hat weiterhin den Vorteil, daß
der Verschluß des Schlauchgurtes 7 mit einer elastischen Sicherung gegen Überladung
durch sperrige Stücke versehen werden kann. Der Schlauchgurt7 wird zu diesem Zweck
vor dem Anschließen an das Seilpaar 17 auf eine längere Strecke über elastische
Andrückpron. lrollen 9 (Fig. 3 a) geführt, die beim Einklemmen sperriger Stücke
nachgeben und den Gurt offenhalten, was ein Stillsetzen der Anlage auslöst.
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Der Schlauchgurt und die Gliederbänder werden vorteilhaft ebenfalls
aus Kunststoff, z. B. einem Polyvinylchlorid, hergestellt. Das hat den Vorteil,
daß-abgesehen von der vorzüglichen Eignung solcher Kunststoffe als elastisches Tragorgandie
Schließkappen aus Kunststoff aufgeschweißt und die Gurtbreite unabhängig von der
Breite von Vulkanisierpressen beliebig gewählt werden kann und daß Reparaturen ebenfalls
leicht durch Schweißen vorgenommen werden können.
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Sofern ein Gummigurtband zur Anwendung kommt, wird es entsprechend
seiner abweichenden Beanspruchung anders gefertigt als ein normales Gummiförderband.
Bei einem normalen Gummiförderband pflegen die Kettenfäden des Gewebes die doppelte
Zerreißfestigkeit zu haben wie die Schußfäden. Umgekehrt wird man beim Schlauchgurtband,
das keine Zugkräfte zu übertragen hat, den Schußfäden eine höhere Festigkeit geben
als den Kettenfäden. Vorteilhaft wird man hierbei ein Diagonalgewebe anwenden, dessen
Fäden gleiche Festigkeit haben.
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Zur Schonung des Gurtes gegen scharfe Knicke an den Enden der Verschlußglieder
10, 18, I9 können gummierte Ubergangsglieder 22 (Fig. 3) an diese angeschlossen
werden. Das Entladen kann außer über den haldenseitigen Antriebsturm, an dem das
Öffnen des Schlauchgurtes vor der Umlenkstelle wiederum durch Führung der Gliederbänder
über Rollen 13 vorgenommen wird, auch an jeder beliebigen Stelle zwischen den Türmen
erfolgen. Zu diesem Zwecke kann man zwischen den Türmen r, 2 an Schwingen 23 verstellbare
Tragka, bel 24 spannen, die eine verfahrbare Zwischenabwurfstation 25 tragen. Der
Schlauçhgurt mit Zugseil wird über diese Zwischenabwurfstation geführt, in der das
Lösen des Gurtes 7 vom Seil 5, das Öffnen, Entleeren, Wiederverschließen und das
Wiederanschließen an das Seil 5 erfolgen.
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Bei sehr steiler Förderung und ungleichmäßiger Füllung des Schlauchgurtes
kann ein Gleiten des s Fördergutes innerhalb des Gurtes durch Einlegen einer Stauscheibenkette
30 (Fig. 5) od. dgl. vermieden werden, die ihrerseits synchron mit dem Schlauchgurt
gesondert angetrieben werden kann.
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Um den Schlauchgurt vor Störungen beim Beladen durch sperrige Stücke
zu schützen, wird der Ladestelle gegebenenfalls eine Vorrichtung zum Aussortieren
solcher Hindernisse, wie z. B. ein Rost, ein Drehtisch mit Rechen, ein Sieb od.
dgl., sowie ein kurzer Aufgabeschlauchgurt vorgeschaltet, der Störungen vom Hauptband
fernhält. Ferner kann ein kleiner Vorratsbunker vorgeschaltet werden,
dessen
Entleerung eine etwaige ungleichmäsige Aufgabe vom Bagger her reguliert.
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Um stellenweise eine Führung des Schlauchgurtes zu ermöglichen, z.
B. vor dem Anschließen an das Seil, insbesondere aber in den Fällen, wo ein geführter
Lauf des Seilförderbandes notwendig ist, kann man vorteilhaft die Führung des Seilförderbandes
über Pronitragrollen o vornehmen. Die Profilrollen führen das von dem Schließglieder-Hülsenband
umschlossene Trag-und Zugseil. Sie können, wenn eine über das ganze geführte Seilförderband
wechsende Beladung erforderlich ist, vorteilhaft ausschwenkbar an der Tragkonstruktion
befestigt werden. Das geführte Seilförderband ist besonders vorteilhaft auch als
kurvenläufiges Streckenfördermittel unter Tage zu verwenden.
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Hierbei werden die Führungselemente-Tragrollen oder Führungsschienen-an
den Kappen des Streckenausbaues befestigt. Ein besonderer Vorzug ist hierbei der
Umstand, daß der Streckenquerschnitt weitgehend frei bleibt.
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Das Seilschwebeband ist vorzüglich zum Transport von Massengut über
große Entfernungen geeignet. Es kann, an Tragmasten mit Traversen in großen Abständen
aufgehängt, über alle Geländehindernisse - Straßen, Bahnen, Ortschaftenhinweggeführt
werden. An den Traversen wird das Seilschwebeband, wie vorstehend beschrieben, geführt.
Auf diese Weise ist es z. B. möglich, im Bergbau auf billigste Art Verlade-, Verwendungs-und
Verarbeitungsstätten mit weit entfernten Gewinnungsstätten zu verbinden. Man kann
dabei gegebenenfalls auch vorteilhaft das rückläufige Trum zum Transport, z. B.
von Versatzmaterial, verwenden. Weitere Vorzüge diese Transportmittels sind der
Schutz des Fördergutes gegen Witterungseinflüsse, die Vermeidung von Umladungen
und Verlusten während des Transports, die Lautlosigkeit, geringer Verschleiß, geringe
Bedienungskosten und die Schnelligkeit der Förderung. Das Transportmittel ermöglicht
es somit, z. B. Rohkohle von der Gewinnungsstelle bis zur Verwendungsstelle im Naßdienst
einer Brikettfabrik über beliebig weite Entfernungen hinweg ohne Umladen zu transportieren,
wobei das Zugorgan mehrfach gewechselt werden kann ; ein anderes Beispiel ist der
Transport von Briketts von der Ladestelle ohne Umladung bis zu einer Kahnverladung.
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Das Seilförderband kann derart ausgebildet werden, daß die Schließglieder
26 (Fig. 5) zangenförmig um das Seil herumgreifen und somit das Seil einklemmen.
Die Kanten 27 des Transportgutes 7 werden zu diesem Zwecke unmittelbar über die
Gewebeeinlagen oder unter Zwischenschaltung eines besonderen, zerreißfesten, in
den Fördergurt einvulkanisierten Gewebebandes oder bei Verwendung eines Kunststoffgurtes
durch Verschweißen mit Verschlußgliedern besetzt, deren Schließkappen 28 so ausgebildet
sind, daß sie in geschlossenem Zustand die Drehgelenkachse für die Zangenbewegung
bilden, wobei die zangenförmigen Köpfe 26 der Schließglieder das Zugseil 5 umklammern.
Die Schließglieder können aus Stahl, vorteilhaft aber auch aus Kunststoff oder Gummi
angefertigt werden. Zur Schonung des Gurtes gegen scharfe Knicke an den Verschlußgliederenden
können auch hier gummierte Übergangsglieder 22 an diese angeschlossen werden. In
geöffnetem Zustand werden die Reißverschlußglieder vorteilhaft in Hülsen gleitend
geführt, um die Schließklappen vor Verschmutzung zw schützen, der im übrigen auch
durch eine dichtende Formgebung der Innenseite der Schließglieder sowie durch pneumatische
oder mechanische Reinigungsvorrichtungen in Verbindung mit den feststehenden oder
ortsveränderlichen Offnungs-und Schließschiebern begegnet werden kann. Nach dem
Zusammenschließen der Glieder werden Seil und Schlauchgurt zusammengeführt und letzterer
in der Weise an das Seil angeschlossen, daß sich die Zangen unter der Last des Schlauchgurtes,
gegebenenfalls auch unterstützt durch Führungs und Andrückrollen, um das Seil zusammenschließen
und unter der Wirkung der Last fest verschlossen bleiben. Bei steiler Förderung
übt die Last des Schlauchgurtes auf die zangenförmigen Schließglieder 26 einen Zug
in öffnendem Sinne aus. Um ein unbeabsichtigtes Offnen der Schließglieder zu vermeiden,
werden die Schließkappen 28 so ausgebildet, daß eine zwangläußge Verriegelung in
geschlossener Zangenstellung eintritt (z. B. Bajonettverschluß). Die Lösung des
Schlauchgurtes vom Seil vor der Antriebsscheibe 3 auf dem Haldenturm kann durch
Keile oder Rollen unterstützt werden, die die Zangenköpfe auseinanderdrücken. Im
übrigen erfolgt das Entladen sinngemäß in gleicher Weise wie beim frei schwebenden
Förderband. Auch bei geführtem Stand kann man vorteilhaft den Schließzangengliedern
26 solche Führungs- und Tragaufgaben zuordnen. Zu diesem Zweck wird man zweckmäßig
die Schließzangenköpfe so ausbilden, daß sic eine durchlaufende Kante 31 (Fig. 6
a) erhalten, die über Tragrollen 32 läuft, oder die Zangenköpfe tragen in Abständen
kugelgelagerte Laufrollen 33, die in festen Führungen 34 laufen (Fig. 6). In vom
Seil gelösten und geöffneten Zustand können Blindverschluß-Gliederbänder, die zwischen
den Offnungsstellen umlaufen und die im übrigen die Aufgabe des Schutzes der Schließkappen
gegen Verschmutzung haben, Führungs-und Tragaufgaben übernehmen. Die Blindverschlußglieder
können z. B. mit einem Kopf versehen werden, der-als durchlaufendes Band-von Profilrollen
geführt wird. Eine solche Vorrichtung kann auch zum Offnen und Schließen des Glieder
Verschlusses dienen.
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Um ein Offnen des Schlauchgurtes 7 an beliebiger Stelle zu ermöglichen,
müssen die Tragrollen 32 bzw. die festen Führungen 34 ausschwenkbar angeordnet werden.
Es sind auch andere Arten der Führung des Schlauchgurtes möglich, z. B. vermittels
ProSIrollen oder durch scherenförmige Zangen, die selbst in Laufbahnen über die
Zangenglieder hinweg oder in die Lücke geführt zwischen den Zangengliedern eingreifen.
Das geführte Seilförderband ermöglicht durch entsprechende Aus-
bildung
der Führungselemente auch die Kurvengängigkeit. Überschreitet die frei durchhängende
Lange des Schlauchgurtes die zulässige Tragkraft der Seile, so kann dem neben der
Teilung des Seilschwebebandes und dadurch, begegnet werden, daß das Seilschwebeband
mittels Laufkatzen 35 (Fig. 7) an festen Tragkabeln 29. aufgehängt wird. Die Verbindung
zwischen Laufkatzen und dem Seilförderband kann durch scerenförmige Zangenverschlüsse
36 erfolgen, die das Zugseil 5 auf Lücke zwischen den Zangengliedern 26 oder o d
e r tuber die zangenförmigen r m i g e n Glieder des Reißverschlusses 37 hinweggreifend
umfassen (Fig. 8).
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An Stelle von Rundseilen können Bandseile Verwendung finden. Solche
Ausführungsformen werden sowohl als Seilschwebeband wie auch als geführtes Seilförderband
nachstehend beschrieben c h r i e be : Ein Bandseilpaar 38 (Fig. 9) wird, hochant
laufend, tuber Umlenk-4 und Antriebsscheiben 3 in Türmen 1m, 2 geführt, Auch hierbei
werden orteilhaft die Kanten des Gurtes lösbar mit den Zugseilen 38 verbunden, um
diese an den Antriebs-und Umlenkstationen vor Knickbeanspruchungen zu bewahren w
a h r e n und dem unterschiedlichen Verschleiß der Einzelteile Rechnung zu tragen.
Als Verbindungsorgan zwischen Zugseil und Gurtkante dient vorteilhaft ein Reißverschluß.
Entsprechend, der Eigenart der Bauweise der Bandseile kann man die Verbindung d
u u g besonders zweckmäßig in folgender Weise ausbilden : An Stelle der bei der
Bandseilfabrikation normalerweise verwandten Nählitzen werden flache, ellipsenförmige
Glieder aus Stahl oder Kunststoff 30 3 9 zum Verschluß der Längsseile verwandt,
die beiderseits der Seilkanten Verschlußkappen 40 4 o tragen, die zugleich Führungsaufgaben
auf den Antriebs- und Umlenktrommeln übernehmen und ein Gleiten der Seile auf den
Antriebsscheiben verhindern. Auf der Innenseite gehen diese Verschlußstücke in Schließglieder
41 des Reißverschlusses über. Überschreitet der Abstand dieser Glieder den erforderlichen
Abstand der laufenden Glieder eines Reißverschlusses, so werden tuber ein Gewebeband
42 weitere Schließglieder e ß g 1 i e d e r zwischengeschaltet. Die Offnungs-und
Schließschieber werden in diesem Falle so ausgebildet, u s g e b i l d e t daß der
Reißverschluß nicht tuber die hohe, sondern tuber die flache Kante zum Oiinen auseinandergebogen
wird. Auf diese Weise wird der Gurt laosbar mit den Zugseilen verbunden. An den
Aubekanten der Zugseile gehen die durch das Bandseil geführten Glieder vorteilhaft
in Führungs-und Tragorgane über, a g o r g a n e i be r indem die Verlängerung der
Glieder entweder ein durchlaufendes, T-förmiges Gliederband 43 bildet, das tuber
Tragrollen 44 läuft, oder indem die Verlängerung dieser Glieder kugelgelagerte Doppeltragrollen
45 trägt, r ä g t die in festen Führungsschienen 46 laufen. Auch hierbei bedarf
es keiner weiteren Tragrollenstationen finir den eigentlichen, muldenförmig durchhängenden
Gurt, solange er an das Seil angeschlossen ist ; durch Öffnungsschieber von diesem
gelöst, muß er tuber Tragrollen oder Rollenbahnen 16 (Fig. i) geführt werden. Dieses
Seilförderband ist ebenfalls als Schwebeband oder als geführtes Seilförderband für
Bandeinheiten mit großem Achsenabstand, für den Kurvenlauf und infolge seines muldenförmigen
Querschnitts auch zur Überwindung mittlerer Steigungen geeignet. Die Fähigkeit zur
Uberwindung größerer Steigungen kann auch hierbei unterstützt werden durch Einlegen
einer Mitnehmervorrichtung, z. B. einer Stauscheibenkette, wenn das rückläufige
Trum nicht über Kopf geführt wird.
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Zum ausgesprochenen Steilförderer wird das Seilförderband, wenn das
Gurtband auch hierbei als Schlauchgurt ausgebildet ist, der das Fördergut wahrend
des Transports allseitig umhüllt und festhält. Dies kann auf verschiedene Weise
erreicht werden.
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Der offene Muldengurt des Seilförderbandes wird in der Weise durch
ein Abdeckband 47 (Fig.
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10), dessen Kanten mit Schließgliedern eines Reißverschlusses 48
besetzt sind, verschlossen, das mittels eines Dreiwegeschiebers und entprechender
Formgebung der Schließglieder die Schließglieder am Tragband 7, Abdeckband 47 und
Zugseil 38 abwechselnd fortlaufend zum Eingriff kommen. Ein n solcher dreiteiliger
Reißverschluß kann durch entsprechende Formgebung (Kröpfung ; Fig. r r) der Schließglieder,
des öffnenden Dreiwegeschiebers und eines anschließenden einfachen Schließschiebers-bzw.umgekehrteinfachenOffnungsschiebers
und nachgeschalteten, schließenden Dreiwegeschiebers-so ausgebildet sein, daß sich
wahlweise alle drei Schli, eßglieder 48, 49, 50 fortlaufend im Eingriff befinden
oder unter Herausnahme eines Gliederbandes nur die beiden restlichen Gliederbänder
im Eingriff stehen. Der dreiteilige Reißverschluß des Seilförderbandes kann demnach
so ausgebildet sein, daß zum Beladen des Bandes das Abdeckband. 47 mittels des Dreiwegeschiebers
ausgeschert und angehoben wird, während die Schließglieder 49 des Traggurtes 7 und
50 des Zugseils 38 durch einen einfachen Schließschieber sofort wieder miteinander
verbunden werden. Hierbei müssen die Schließglieder 49 (Fig. n) des Traggurtes 7
zwei Schließkappen für einfache und doppelte Gliederbreite erhalten. Der Formgebung
dieser Doppelschließkappen müssen auch die Schließkappen der übrigen beiden Gliederbänder
angepaßt sein. Durch die Formgebung des Schiebers werden, beim dreiteiligen Reißverschluß
die einfach breiten, beim einfachen Reißverschluß die inneren, doppelt breiten Schließkappen
zum Eingriff gebracht. In gleicher Weise können an den. Antriebs-und Umlenkstationen
besonders vorteilhaft die Zugseile 38 ausgeschert und für sich über Antriebs-3 und
Umlenktrommeln 4 geführt werden, während der geschlossene Schlauchgurt 7 für sich
über Rollenbahnen 16 zu Abwurftrommeln geführt wird, wo er zum Abwurf geöffnet,
über getrennte Trommeln umgelenkt, gewendet und, danach wieder mit den Zugseilen
im Rücklauftrum zusammengeschert wird.
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An Stelle des dreiteiligen Reißverschlusses, der alle Verbindungen
lösbar macht, kann auch eine Schließvorrichtung (Fig. 11 a) verwendet werden, bei
der der Traggurt 7 nicht lösbar an einer Schließvor-
richtung 51
befestigt ist, die ihrerseits zwei Arme 52 mit einfachen Reißverschlüssen und entsprechenden
Schiebern trägt.
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Als Antriebsorgan für die Zugseile dienen vorteilhaft besonders in
den Fällen, wo auch das rückläufige Trum als Fördermittel dienen soll, Antriebstrommeln
mit stehender Welle, vor denen die Zugseile mit den mit ihnen verbundenen Gliederbändern
durch Führungen so zusammengeführt werden, daß die Zugseile übereinander um die
Trommeln geleitet werden. Durch profilierte Ausbildung des Trommelmantels unterstützen
dabei die Reißverschlußglieder die Haftkräfte auf den Trommeln und verhüten, erforderlichenfalls
unterstützt durch Andrückrollen, den Schlupf der Seile.
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Der Schlauchgurt kann auch als selbständiger, mit einem durchlaufenden
Reißverschluß versehenef Gurt 53 (Fig. 12) ausgebildet sein, der in dem Traggurt
54 des Seiltransportbandes einliegt. An den Be-und Entladestellen sowie an den Umlenk-und
Antriebstrommeln wird der Schlauchgurt mittels feststehender Schieber geöffnet und
verschlossen. Der Schlauchgurt kann mit dem Traggurt zusammen über die Antriebs-und
Umlenktrommeln geführt werden, vorteilhaft kann der Schlauchgurt aber auch vor den
Antriebsstationen des Traggurtes aus diesem herausgehoben und eigenen Umlenkrollen
zugeführt werden. Hierbei können bei der Wiedervereinigung der beiden Gurte im rückläufigen.
Tragtrum zum Zwecke der besseren Führung beider Gurte und zur Vermeidung von Schlupfbewegungen
zwischen Trag-und Schlauchgurt beide Gurte zu einem Doppelgurt zusammengeschlossen
werden. Zu diesem Zwecke wird der an den. Umlenktrommeln geöffnete Reißverschluß
des Schlauchgurtes nicht wieder in sich selbst verschlossen ; vielmehr werden die
offenen Schließglieder 55 (Fig. 13 und 13 a) gewendet, zu den Reißverschlußgliedern
56, 57 zwischen Traggurt 54 und Zugseil 38 geführt und derart mit diesen verbunden,
daß abwechselnd je ein Schließglied 56 des Traggurtes 54 und 55 des Schlauchgurtes
53 eingreift. Der wahlweise Eingriff jedes fortlaufenden Reißverschlußgliedes in
die entsprechenden Verschlußkappen der Gegenglieder oder der Eingriff jedes zweiten
Gliedes kann dadurch erreicht werden, daß die Schließgliedler zwei hintereinanderliegende
Verschlußkappen bei Durchkröpfung der Glieder zwischen den Kappen erhalten, von
denen im Falle des fortlaufenden Gliederschlusses die äußeren Verschlußkappen, im
Falle des abwechselnden Schlusses beide Verschlußkappen ineinander schließen. Die
mit dem Zugseil 38 verbundenen Schließglieder 57 werden. abwechselnd auf zwei Gewebebänder
aufgezogen und die Schieber der Aufgabe entsprechend ausgebildet.
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Sofern die Betriebsverhältnisse größere Abstands-und Höhenänderungen
erforderlich machen, als der Seildurchhang und die Verschiebbarkeit der Antriebs-und
Umlenkstationen hergeben, kann man dem dadurch Rechnung tragen, daß Seil und Schlauchgurt
für sich auf einem der Türme um etwa go° umgelenkt und zu längs verfahrbaren Antriebs-bzw.
Umlenkstationen geführt werden, die durch Abstandsänderungen eine größere Verschiebbarkeit
ermöglichen.
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Die Fahrtürme r, 2 können im Interesse eines Gewichtsausgleichs mit
Aufnahme-und Übergabegeraten bzw. mit Hoch-und Tiefabsetzern oder mit anschließenden
weiteren Seilschwebebändern gekuppelt sein.
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Das Seilförderband läßt sich vorteilhaft nicht nur für die Untertagestreckenförderung
anwenden, sondern auch für die Schachtförderung. Hierbei kann es mit besonderem
Vorteil die diskontinuierliche Schachtförderung im Anschluß an die stetige Zubringerförderung
mittels des Seilförderbandes durch eine stetige Schachtförderung ersetzen. Es ermöglicht
dies eine wesentliche Verkleinerung des Schachtquerschnittes, Wegfall der großen
Füllörter, der anschließenden Streckenbahnhöfe sowie des Wipperbodens bei der üblichen
Wagenförderung. Ais Schachtfördermittel kann der Schlauchgurt sowohl mit Rundseilen
als auch mit Bandseilen verbunden werden. Das Schachtförderband mit Rundseil wird
am zweckmäßigsten in der Weise durchgebildet, daß der Schlauchgurt zwischen zwei
seitlichen Rundseilen 58 (Fig. 14) geführt wird. Zu diesem Zweck wird der Schlauchgurt
zweiteilig ausgebildet. Jede Kante der Schlauchgurthälften 63, 64 is mit Verschlußgliedern
59, 60 (entsprechend Fig. 2a oder 3) besetzt, von denen je ein zusammengehöriges
Paar mit einem Abdeckband 65 eine Führungs-und Verschlußhülse bildet. Hi, erbei
ist es erforderlich, daß das verschlossene Rundseil und' die Innenflächen der Verschlußglieder
entsprechend Fig. 4 mit Querrillen profiliert sind. Die Seile mit dem Abdeckband
65 werden im Schacht in Führungen geführt.
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Bei der Saigerförderung sind Stauscheibenketten 61 oder ähnliche
das Zurückfließen des Fördergutes verhindernde. Mittel unerläßlich. Die Wirksamkeit
der Stauscheibenketten kann dadurch erhöht werden, daß die Verschlußglieder in Abständen
nach innen vorspringende Rippen 62 erhalten, auf denen die Stauscheiben 61 ruhen.
Hierdurch werden die Ketten entlastet, die nunmehr im wesentlichen zur Abstandsregulierung
dienen.
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Bine vorteilhafte Lösung für die Verbindung mit Bandseilen ist in
Fig. 15 dargestellt, die sich eines dreiteiligen Reißverschlusses bedient, bei dem
die Schließglieder 67, 68 an den Kanten eines zweiteiligen Schlauchgurtbandes befestigt
sind, während die Schließglieder 69 mit den Verschlußstücken des Bandseiles verbunden
sind. Es kann auch sinngemäß die in Fig. r z a beschriebene Vorrichtung verwandt
werden. Das Bandsei, lpaar läuft hierbei in Führungen 66 im Schacht um.
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Das Beladen des Schlauchgurtes erfolgt in folgender Weise : Der offen
über zwei Trommeln 70, 71 (Fig. 16) ankommende Gurt wird über der unteren Trommel
71 beladen. Danach werden die Kanten der beiden Schlauchhälften durch Profilrollen
72 bzw. Reißverschlußschieber verschlossen.
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Der über Tragrollen, Rollenbahnen 73 od. dgl. geführte Schlauchgurt
wird danach im Schacht in
gleicher Weise, wie gemäß Fig. 4 bzw.
i i beschrieben, an die Bandseile angeschlossen und über Tage von den Bandseilen
gelost und aus dem Schacht herausgeführt. Nach dem in sinngemäß gleicher Weise wie
in Abb. 16 dargestellten Entladen werden die Schlauchgurthälften gewendet, wieder
verschlossen und nach Rückführung zum Schacht im Leertrum an die Leerseile angeschlossen
; gegebenenfalls kann auch ein Beladen des Leertrums mit Versatzgut erfolgen. Nach
dem Lösen des Schlauchgurtes von den Bandseilen am Füllort wird der leere Schlauch
geöffnet, gewendet und den Aufgabetrommeln 70, 71 zugeführt.