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Einrichtung zur selbsttätigen Regulierung von Uhren, insbesondere
der Hauptuhr von elektrischen -Uhrenanlagen Gute mechanische Uhren, z. B. die in
den elektrischen Uhrenanlagen als Hauptuhr verwendeten Pendeluhren, gehen im Laufe
eines Tages kaum mehr als 5 oder höchstens 1o Sekunden vor oder nach. Aber auch
so geringe Fehler in der Ganggenauigkeit sind besonders bei Hauptuhren nicht tragbar,
wenn sie sich über mehrere Tage oder gar Wochen addieren. Um nun die täglich oder
zumindest doch wöchentlich erforderliche Regulierung der Hauptuhren nicht von Hand
vornehmen zu müssen, sind viele Wege zur zentralen Gleichstellung der Hauptuhren
eines Uhrennetzes bekanntgeworden. Dabei sind die im Gangwerk der Uhren vorzusehenden
mechanischen Gleichstellvorrichtungen im allgemeinen über besondere Fernsteuerleitungen
durch zu einer bestimmten Tageszeit von einer zentralen Überwachungsstelle gegebene
Gleichstellimpulse steuerbar. So erhalten z. B. die Hauptuhren im Uhrennetz der
Bundesbahn zu bestimmten Tageszeiten Gleichstellimpulse, die von einer Zentralstelle
aus über Fernleitungen gegeben werden.
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Es ist auch bereits bekannt, tonfrequente Gleichstellimpulse über
anderenZwecken dienende Leitungen, insbesondere das Licht- und. Kraftnetz, zu übertragen,
was jedoch erheblichen Aufwand an Steuergeräten
in der Zentrale
verlangt.. Ferner ist es bereits bekannt, drahtlos rhythmische Signale zu übertragen,
die in einem besonderen Empfangsgerät oder in einem ergänzten, selbsttätig zu bestimmten
Zeiten eingeschalteten Rundfunkgerät empfangen und zur Gleichstellung der Uhren
benutzt werden. Solche Einrichtungen sind jedoch allen bekannten Störanfälligkeiten
der drahtlosen Signalübertragung ausgesetzt und bieten daher nicht die für Hauptuhren
von Uhrenanlagen unbedingt zu fordernde Sicherheit des Signalempfangs.
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Es ist schließlich auch bekannt, die Gleichstellimpulse von einer
Zentraluhr aus über Fernsprechleitungen zu geben, indem durch eine von der Uhr in
regelmäßigen Zeitabständen betätigte Anschalteinrichtung kurzzeitig die Sprechanlage
des Teilnehmers abgeschaltet und statt dessen die Regelvorrichtung der Uhr eingeschaltet
wird.
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Bei diesen Anlagen wird zu bestimmten Zeiten eine Zentraluhr an das
Fernsprechnetz angeschaltet und über diese Uhr Zeitzeichen auf das Fernsprechnetz
gegeben. Die durch die Anschalteinrichtungen zu diesen Zeitpunkten an das Fernsprechnetz
angeschalteten Uhren werden durch das Zeitzeichen in bekannter Weise richtiggestellt.
Ein Nachteil dieser Anordnung ist, daß man immer an die Verbindung mit einer nur
zu diesem Zweck dienenden Zentraluhr gebunden'ist und nur zu denjenigen Zeiten eine
Richtigstellung der Uhren vornehmen kann, in denen die Zentraluhr an das Fernsprechnetz
geschaltet wird.
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Bei der der Erfindung zugrunde liegenden Einrichtung wird ebenfalls
das Fernsprechnetz zur Regulierung der Uhren herangezogen, doch besteht die Regulierungseinrichtung
im Gegensatz zu den bekannten Anordnungen aus von der Uhr periodisch einschaltbaren
Vorrichtungen, die eine Verbindung zur bekannten telefonischen Zeitansagevorrichtung
des öffentlichen Netzes herzustellen vermögen, mit einem Steuerglied, vorzugsweise
einem an sich bekannten Frequenzrelais, das auf den Summerton der telefonischen
Zeitansage ansprechfähig ist.
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Gemäß zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung enthält die Iinrichtung
einen vom Gehwerk der Uhr in bestimmten Zeitabständen, beispielsweise zu bestimmter
Nachtzeit, betätigbaren Kontakt sowie von diesem Kontakt beeinflußbare Umschaltrelais
zur Umschaltung der Fernsprechleitung von der Sprechanlage des Teilnehmers auf einen
Relaissatz mit einem Schrittschaltwerk, der so angeordnet ist, daß er ein Frequenzrelais
an die Zeitansageeinrichtung des Fernsprechnetzes anschaltet. Die Dauer dieser Anschaltung
beträgt zweckmäßig genau i Minute, wobei dann bekanntlich innerhalb dieser Minute
für eine gewisse Dauer, beispielsweise 3 oder q. Sekunden, über die Fernsprechleitung
ein Tonfrequenzstrom mit der Frequenz des Summertones fließt. Dieser bringt das
angeschaltete Frequenzrelais zum Ansprechen, das dann seinerseits eine elektromagnetische
Gleichstelleinrichtung für das Gangwerk der Uhr, beispielsweise für die Sekundenzeigerwelle,
steuert. Einzelheiten der - Erfindung sind in der nachstehenden Beschreibung eines
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. In Fig. i sind schematisch
der in der Uhr vorzusehende Anschaltkontakt und in Fig. 2 die wesentlichen für die
Gleichstellung des Gangwerkes erforderlichen Einzelteile beispielsweise angegeben;
Fig. 3, 3 a und 3 b zeigen ein Ausführungsbeispiel für die Schaltung.
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In der zu regulierenden Uhr wird gemäß Fig. i eine besondere Nockenscheibe
N vorgesehen, die unmittelbar auf der Welle des Stundenzeigers angeordnet sein kann,
besser jedoch über ein Vorgelege mit Übersetzung i :2 so angetrieben wird, da13.
die Nockenscheibe sich in 24 Stunden einmal dreht. Auf der Nockenscheibe schleifen
zwei Federn Q, welche mittels zweier an Kontaktfedern angeordneter Taststifte den
Kontakt K normalerweise geöffnet halten. Lediglich in der Zeit, in der die rechte
Betätigungsfeder den Nockenzahn bereits überstrichen hat, die linke jedoch noch
nicht, ist der Kontakt K geschlossen. Die Enden der Betätigungsfeder Q sind so eng
gestellt, daß diese Zeit beispielsweise genau i Minute beträgt. Für die Dauer der
Schließung des Kontaktes K ist das Umschaltrelais U eingeschaltet, welches gemäß
Fig. 3 die vom Fernsprechamt kommenden Sprechadern h von der Fernsprechstation oder
gegebenenfalls auch der Fernsprechnebenstellenanlage des Teilnehmers abschaltet
und an die Regulieranlage anschaltet. Zunächst spricht das A-Relais an, welches
beim Ausführungsbeispiel mittels Kontakt a den Drehmagneten D eines in der Fernsprechtechnik
üblichen Drehwählers einschaltet. Dieser Wähler besitzt gemäß Fig. 3b drei jeweils
um 12o° zueinander versetzte Kontaktarme a1, a2 und a", welche über drei Kontaktbänke
k1, h2 und k3 streichen. Es sei angenommen, daß die Zeitansagevorrichtung des Fernsprechamtes
durch die Nummer o2 gewählt werden kann. Die Zehnerstelle »o« wird durch die zunächst
vom Kontaktarm a.1 überstrichenen zehn Kontakte k1 des: ersten Drehwählersatzes
gewählt; kurz darauf überstreicht der Kontaktarm a:, die beiden Kontakte k2, wodurch
die der E.inernummer »2« entsprechenden, beiden Stromstöße über die Amtsleitung
1l gegeben werden, und zwar wird bei jedem Stromstoß das Impulsrelais J eingeschaltet,
welches seinerseits mitteils Kontakt i2 das B-Relais einschaltet, welches das A-Relais
(Fig. 3) kurzschließt und ferner mittels Kontakt il die amtsseitig gespeiste Fernsprechleitung
jedes.mal unterbricht.
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Nach derart selbsttätig erfolgter Wahl der Zeitansageeinrichtung läuft
der Drehwähler noch weiter, bis sein Kontaktarm a3 auf der zugehörigen Kontaktbank
k3 den Einzelkontakt betätigt. Dadurch spricht das Relais S an, dessen Kontakt s2
den Drehwähler abschaltet und dessen Kontakt s1 das Frequenzrelais F an die Fernsprechleitung
1l legt. Dieses Relais spricht an, sobald von der Zeitansagevorrichtung des Fernsprechamtes
der Summerton ausgesandt wird, was bekanntlich am
Schluß jeder Minute
etwa 3 Sekunden lang erfolgt. In dieser Zeit ist also der Kontakt f1 durch das Frequenzrelais
geschlossen, so daß die beiden El.ektromab,-neten M1 und M2 (Fig. 2) erregt sind.
Ersterer setzt die Uhr still, indem durch Zurückziehen des Ankers r vom Steigrad
R die Weiterschaltung des Gangwerkes durch das Pendel P verhindert wird. Der zweite
Magnet drückt gegen die Kraft der Feder x dien Stößel y gegen die herzförmige Kurvenscheibe
z, welche auf der Welle des Sekundenzeiigers zo angebracht ist. Dessen Stellung
wird dadurch, falls notwendig, berichtigt, so daß er nach Beendigung des Summortons,
also bei Beginn der neuen Minute, genau auf Null steht. In diesem Zeitpunkt fällt
das Frequenzrelais wieder ab, so daß der Sekundenzeiger wieder freigegeben und das
Gangwerk der Uhr an den Pendeltrieb, angeschaltet wird. Damit ist die Korrektur
der Uhr an sich beendet. Kurz darauf wird auch die zweite Betätlgungs£eder Q in
die Zahnlücke der Nockenschcib!e N einrasten und dadurch den Ausl.ösekontakt K wieder
öffnen. Das Relais U fällt ab und schaltet den Fernsprechteilnehmer wieder an die
Amtsleitung. Gleichzeitig wird der Kontakt so (Fig. 3 a), der - während der vorangegangenen
Regulierzeit geöffnet worden war, wieder geschlossen. Auch der Wellenkontakt w des
Drehwählers Ist, solange der Drehwähler außerhalb seiner Grund'stellung steht, geschlossen.
Demzufolge wird in dem Augenblick, wo das A-Relais abfällt, der Drehwähler erneut
eingeschaltet, und zwar so lange, bis er bei Erreichen der Grundstellung durch Öffnen
des Wellenkontaktes w endgültig abgeschaltet wird.
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An - Stelle der in Fig. 2 beispielsweise angegebenen Korrektureinrichtung
können auch beliebige andere bekannte Einrichtungen verwendet werden. Ebenso ist
es möglich, die Korrektur statt einmal täglich auch mehrmals, beispielsweise alle
6 Stunden, oder auch nur wöchentlich einmal oder zweimal, vorzunehmen. Dazu ist
lediglich erforderlich, daß die Nockenscheibc N gegen eine entsprechend andere ausgewechselt
oder über ein entsprechend geändertes Übersetzungsgetriebe mit dem Gangwerk der
Uhr verbunden wird.
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Dis Regulierung der an die Zeitansagevorrichtung angeschlossenen Uhren
sollte möglichst zur Nachtzeit erfolgen, da dann die Zeitansagevorrichtuug von den
Fernsprechteilnehmern weniger häufig angewählt wird. Selbstverständlich wird man
auch für die Anschaltung der einzelnen durch die Zeitansagevorrichtung zu: regulierenden
Uhren verschiedene Zeitpunkte wählen.