DE85121C - - Google Patents

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DE85121C
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Description

KAISERLICHES
PATENTAM
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57: Photographs.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. März 1895 ab.
Die bisher bekannten Silbersalz-Papiere, wie die sogenannten »Albumin-Papiere, Celloidin-Papiere«, die verschieden benannten Gelatineoder Aristo - Papiere, sowie die sogenannten »Arrowroot«- und »Alge'i'n« - Papiere, deren Erzeugung allgemein bekannt ist, geben beim Copiren eines Negativs nur einen gewissen —· nach der Papiersorte verschiedenen —: Grad von Brillanz, welcher bei den sogenannten Aristo-Papieren ziemlich am höchsten ist, aber dünne und flaue Negative gaben mit all diesen Papieren immer nur flaue und kraftlose Abdrücke.
Nach vorliegender Erfindung wird durch Einverleibung gewisser Stoffe in die Präparation erreicht, dafs selbst von den flauesten Negativen, die bisher als überhaupt nicht copirfä'hig erschienen, auf Silbersalz-Papieren noch kräftige Abdrücke mit schönen Weifsen sich erzielen lassen.
Diese Wirkung wird durch Zusatz irgend eines Ferricyansalzes oder eines Mons- oder Di- oder Poly-Chromatsalzes oder Chromsäure zu den bekannten Präparationen eines der Silbersalz-Papiere erreicht, wobei sich entweder bei der Sensibilisirung des Papieres oder bei der Bereitung der Emulsion ein Silberchromat oder ein Silberdichromat bildet.
Als Endresultat des Copirens, Tonens und Fixirens eines Sensitometerstreifens von einem derart bereiteten Papiere ergiebt sich mittelst Professor Vogel's Photometer eine sehr kurze Scala, was sich in der Praxis derart äufsert, dafs auch sehr dünne, kraftlose, flaue Matrizen auf diesen Papiersorten brillante Abdrücke geben.
Obschon die vorstehende allgemeine Kennzeichnung des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens für den Sachverständigen hinreichend erscheint, da jeder Zusatz der oben genannten Stoffe die Brillanz hervorbringt, . und es nur Sache der Erfahrung ist, wie viel davon zuzusetzen ist, um verschiedene Brillanzstufen zu erreichen bezw. für ein bestimmtes (flaues) Negativ die richtige Sorte des nach diesem Patente zubereiteten Papieres zu verwenden, soll das Verfahren im Folgenden doch an der Hand von Beispielen näher beschrieben werden.
Man stellt sich zunächst die bekannte Lösung von ι · 3 g Lithiumchlorid und 1 g Citronensäure in 50 ecm Alkohol durch Erwärmen her und giebt diese Lösung in 400 ecm eines 4 °/00 Celloidincollodiums, hierauf löst man 12 g Silbernitrat in 5 ecm heifsem Wasser, setzt 150 ecm absoluten Alkohol hinzu, erhitzt bis zum Kochen und giefst diese Silbernitratlösung allmälig in die chloridhaltige Collodiummischung. Es entsteht die -bekannte Chlorsilber-Collodium-Emulsion.
Nun aber nimmt man neuartiger Weise Ammoniumchromat oder Bichromat, löst davon ca. ig in 10 ecm Wasser auf und versetzt mit so viel Alkohol, als die Lösung verträgt, ohne trübe zu werden. In ähnlicher Weise kann man auch die übrigen Chromsalze oder Ferricyankaliumlösungen ansetzen.
Von diesen letzteren Lösungen setzt man nun nach vorliegender Erfindung tropfenweise unter heftigem Schütteln so lange zur Emulsion zu, bis diese — durch Versuche ausgemittelt —· jene Brillanz im Copiren zeigt, welche dem vorhandenen dünnen Negative entspricht. .
Durch Einhalten dieses Vorganges ist man in der Lage, eine ganze Serie Silber-Papiere von verschiedener Copirfähigkeit herzustellen.
In gleicher Weise werden auch hart copi-
rende Aristo-Papiere erzeugt; einfacher noch gestaltet sich die Verwendung der genannten Salze bei den verschiedenen gesalzenen Papieren, wie Albumin-, Arrowroot-, Harz-Papieren etc., bei welchen der Präparation einige Tropfen der wässerigen Lösungen obiger Salze zugesetzt werden, wobei die Wechselwirkung mit dem Silbernitrate erst bei der Sensibilisirung am Silberbade stattfindet.
Bezüglich der Grenzen, innerhalb welcher das Chromat oder Dichromat den Celloidin- oder Gelatin-Emulsionen zugesetzt werden soll, ist zu erwähnen: Man löst z. B. io g eines Chromat-, Di- oder Polychromatsalzes in . looo ecm Wasser auf und setzt auf ι 1 gewöhnlicher Emulsion, die nach irgend einem der vielen bekannten Recepte hergestellt wurde, zehn Tropfen bis 12 ecm der Lösung des Chromatsalzes zu, wobei sich in der Emulsion sofort das Silberchromat b'ezw. Dichromat bildet. Mit dem Zusätze von 1 ecm zu 100 cm der Emulsion erhält man eine sehr deutliche Wirkung und ist eine solche Emulsion für etwas zu dünne, contrastarme Negative gut geeignet. Als Maximum dieses Zusatzes können ca. 12 ecm der angeführten Chromatlösung pro Liter Emulsion genannt werden, indem damit das Aeufserste erreicht werden dürfte, was überhaupt im Bereiche der Copirmöglichkeit liegt.
Dieser Arbeitsmodus kann leicht variirt werden; das Endresultat, auf welchem eben die Wirkung beruht, ist immer nur die Herstellung bezw. Einführung des Silberchromats oder Dichromats in die copirende Schicht.
Für die Anwendung freier Chromsäure statt der Chromate oder Bichromate behufs Herstellung von brillant copirenden Papieren, speciell der Celloidin-Papiere, kann folgendes Beispiel dienen:
Man stelle sich nach irgend einem der vielen bekannten Recepte eine normale Celloidin-Emulsion her, welche freies Silbernitrat enthält. Hierauf löst man z. B. 10 g Chromsäure in 200 ecm Wasser und setzt auf 1000 ecm der Emulsion drei Tropfen der Chromsäurelösung hinzu. Durch Vermehrung des Chromsäurezusatzes, also Vermehrung des Silberchromats in der Emulsion, wird deren Fähigkeit, brillante Abdrücke zu geben, erhöht und erhält man z. B. mit 3 ecm des Zusatzes eine sehr beträchtliche Wirkung, während ein Zusatz von 6 ecm schon Aufsergewöhnliches leistet und ein gröfserer Zusatz als 10 ecm der Chromsäurewirkung praktisch nicht mehr gut verwendbar scheint.
Ganz in derselben Weise kann man bei Gelatine-Emulsionen für Copirzwecke arbeiten, indem man eine fertige Gelatine-Emulsion (sogen.
Aristo-Emulsion) mit Chromsäurelösung, wie oben angegeben, versetzt und damit Papier oder Platten begiefst.
Z. B.:
500 g Wasser,
100 g Gelatine,
20 g Citronensäure,
100 g Wasser,
2 g Seignettesalz,
10 g Chlorammonium,.
100 g Wasser,
30 g Silbernitrat,
500 g Wasser (dest.).
Man erwärmt A bis zur Lösung, setzt nach einander B und C zu, schliefslich tropfenweise D und endlich drei Tropfen bis 10 ecm der oben angeführten Chromsäurelösung.
Die Anwendung von Ferricyansalzen als Zusatz zu Aristo- oder Collodium-Emulsionen oder anderen Silber-Copir-Papieren gestattet ebenfalls bisher unerreichte, hoch brillant copirende Auscopir-Papiere und ist der Vorgang der Herstellung ein dem vorher beschriebenen mit Chromaten analoger; z. B. es werden 2 g eines Ferricyanalkali in 10 ecm Wasser gelöst. Von dieser Vorrathslösung versetzt man 3 ecm mit 10 ecm Alkohol und 6 ecm Wasser. 2 ecm dieser Lösung, auf 100 ecm gewöhnlicher Emulsion ganz allmälig unter Schütteln zugesetzt, giebt schon eine merkliche Wirkung, welche durch Vermehrung des Zusatzes auf etwa ι ο ecm eine obere, für die Praxis zu berücksichtigende Grenze giebt.
Bei den sogenannten Salz-Arrowroot- oder Albumin-Papieren werden die Chromsalzlösungen oder Ferricyanalkali tropfenweise bis zur hellgelben Färbung der Präparation der Papiere beigemischt, und zwar setzt man die Chromat- oder Ferricyanalkalilösung 1 : 20 an.
Man schlägt z. B., wie bekannt, das Weifse von Eiern zu Schnee, läfst es 24 Stunden stehen, fügt pro 100 ecm Albumin je 10 ecm einer Chlorammoniumlösung 1 : 10 zu und z. B. fünf Tropfen einer Ammoniumchromatlösung oder Ferricyankaliumlösung 1: 20. Nach dem Auftrocknen dieser Präparation werden die Papiere wie gewöhnlich gesilbert und sofort verwendet.
Als obere Grenze des Zusatzes dürften 2 ecm für die Praxis zu gelten haben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Brillant copirende photographische Silbersalz-Papiere, hergestellt unter Zusatz von abschwächend oder verzögernd wirkenden Stoffen, wie Ferricyansalze, Chromate, Chromsäure, zu den bekannten Präparationen der Silber-Copir-Papiere.
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