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Fersenschluß-Bügelmaschine Maschinen zum Bügeln des Fersenschlusses
sind bekannt. Bei der einen Art dieser Maschinen wird nur der hintere Teil, bei
der anderen Art werden nur die beiden Seiten des Fersenschlusses gebügelt.
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Es sind auch Maschinen bekanntgeworden, bei denen beide Arbeitsgänge
meiner Maschine vereinigt werden. Bei diesen Maschinen zeigte sich jedoch der Nachteil,
daß nicht immer das Bügeln des Fersenschlusses, also des hinteren Teiles und der
beiden Seiten, zugleich, allen Ansprüchen genügte. Die Mannigfaltigkeit des zu bügelnden
Schuhwerks und <der hierzu erforderlichen Bügelformen bedingt eine .jeweilige
ganz besonders sorgfältige Einstellung der Maschine gerade auf diese Form, wenn
das fehlerfreie Bügeln des Fersenschlusses gewährleistet sein soll. Trotz der sorgfältigen
Einstellung kam ein fehlerhaftes Bügeln bei diesen Maschinen vor. Das hatte seine
Ursache zum Teil darin, daB die Anpreßbacken für das gleichzeitige seitliche Bügeln
in bezug auf die verschiedenartigsten Bügelformen nicht mit der nötigen Genauigkeit
eingestellt werden konnten bzw. wurden. Waren diese AnpreB-backen aber wirklich
genau eingestellt, so konnte es vorkommen, daß der hintere Teil des Fersenschlusses
dann nicht mehr den zum Bügeln notwendigen Druck bekam und dann hier Fehlstellen
auftraten.
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Die Aufgabe der Erfindung ist es, diese Mängel zu beseitigen und die
Gesamteinstellung der Maschine zu vereinfachen. Dadurch wird der Ausfall der Arbeit
bedeutend verbessert und die Arbeitszeit wesentlich herabgesetzt.
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Zur Lösung diese rAufgabe schlägt die Erfindung vor, folgende Elemente
zusammenwirken zu lassen: r. eine in ihrer Höhenlage und in ihrer waagerechten Verschiebbärkeit
einstellbare elektrisch beheizte Bügelform, 2. allseitig bewegbar gelagerte und
in ihrer Entfernung zur Bügelform einstellbare Anpreßbacken,
3.
einer in ihrer Länge verstellbaren Ledergummiban.dage.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Es zeigt in schematischer Darstellung Abb. 1 die Seitenansicht einer Fersenschluß-Bügelmaschine,
Abb. 2 die Vorderansicht dieser Maschine, Abb. 3 eine Teilansicht, die allseitig
gelenkige Lagerung der Anpreßbacken darstellend.
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Die Bügelform 1 (Abt. 2) sitzt mit ihrem dornartigen Zapfen 25 in
der Muffe 18 des rechtwinklig ausgebildeten, zumTeil geschlitztenTrägerstüekes4
und kann durch Verschieben in der Muffe 18 nach oben oder unten in der gewünschten
Höhe zu den Anpreßbacken 15 (Abt. 1, 2) eingestellt und in dieser Höhenlage durch
die Feststellschraube 16 fixiert werden. Der waagerechte Teil des Trägerstückes
4 ist z. B. geschlitzt ausgebildet, um das Trägerstück 4 auf dem Schiebebolzen 5
zwecks Einstellung des jeweilig erforderlichen Anpreßdruckes der Bügelform 1 an
den Fersenteil leicht verschieben und durch Schraube 19 wieder auf dem Bolzen 5
festklemmen zu können.
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Der Handhebel 2 ist am Kopf 26 des Maschinenarmes 24 im Punkt 2o angelenkt
und steht mit dem Schiebebolzen 5 im Eingriff. Bewegt man den Hebel 2 in Pfeilrichtung,
so wird der Schiebebolzen 5 in den Kopf 26 hineingezogen. bis das Trägerstück .4
an ihm anliegt. Dieser Anschlag des Trägerstückes 4 am Kopf 26 begrenzt zugleich
den von der Bügelform 1 durch Handgriff 2 ausgeübten Anpreßdruck der Bügelform 1
auf den gegen die Ledergummibandage 3 anliegenden Fersenteil des Schuhes beim Bügeln
des hinterer' Fersenteiles.
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Das gleichzeitige Bügeln der beiden Seiten des Fersenschlusses erfolgt
durch die an sich bekannten Anpreßbacken 15. Die Anpreßbacken 15 tragen die schleifenförmig
um sie herumgelegte Ledergummibandage 3 (vgl. Abb. 1), wobei sich die Schleife,
bei auf die Bügelform aufgestecktem Schuh, um den hinteren Fersenteil herumlegt.
Die vorderen Bandagenenden sind um die Anpreßbacken 15 schleif enförmig'herumgeführt
und dort befestigt, wie Abb. 1 zeigt. Um die Bandagenlänge einstellen zu können,
ist auf den beiden Anpreßbacken 15 eine Spannvorrichtung vorgesehen, die aus den
Spannbolzen 27 und den mit diesen in-Verbindung stehenden Spannschrauben 22 besteht.
Werden die Schrauben 22 angezogen, so drücken sie gegen die Spannbolzen 27 und verkürzen
so die wirksame Bandagenlänge.
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Von allergrößtem Werte für das einwandfreie gleichzeitige Bügeln des
hinteren Fersenteiles und der beiden Seiten des Fersenschlusses ist es, daß die
Anpreßbacken 15 sich schnell, leicht und sicher der jeweils zur Anwendung gelangenden
Bügelform anpassen und dem gewünschten Druck entsprechend einstellen lassen. Das
wird unter Verwendung an sich bekannter mit Sperrihebeln 9 versehener Kniegelenke
1o dadurch erreicht, daß die beiden AnpreBbacken 15 eine weitgehende gelenkige und
doch feste Lagerung erfahren, wie dies weiter unten beschrieben ist. Das Kniegelenk
besteht aus den Hebeln 12, die im Lager 28 der Maschine in den Punkten 29 drehbar
gelagert sind. In den Anlenkungspunkten 1o sind die Kniegelenksperrhebel 9 angelenkt.
Gleichzeitig greift an den Punkten ro die Zugfeder 33 an. Die beiden Sperr- und
Kniegelenkhebel 9 sind durch die Gelenkachse 35 verbunden. An dieser Gelenkachse
35 greift auch die Zugstange 8 an, die in der Führung 34 sich führt. Im Punkt 39
der Zugstange 8 ist der Handhebel 7 angelenkt. Sein hinteres Ende ist in der Achse
32 des Gabelstückes 30 drehbar gelagert. Das Gabelstück 30 ist im Punkt 3i
am Maschinengestell angelenkt. Außerdem greift an der Zugstange 8 die Kette 6 an,
die mit einem Fußhebel, der hier nicht gezeichnet wurde, in gelenkiger Verbindung
steht. Um die Anpreßbacken 15 weitgehend gelenkig und doch feststellbar zu lagern,
ist im Ausführungsbeispiel der Abb. 3 folgende Bauart gewählt worden.
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In die freien Enden der Kniegelenkhebel 12 sind die Winkelstücke 13
drehbar und durch Sehrauben 21 feststellbar eingesetzt. Am anderen Ende dieser Winkelstücke
13 erfolgt in diesen die drehbare Lagerung der Backenträger 23. Die Einstellung
dieser Backenträger 23 wird durch die Feststellschrauben 36 gesichert. Die Anpreßbacken
15 sind mit den Befestigungslappen 37 versehen, mit denen die Backen 15 am Backenträger
23 in der Achse 14 kipp- und feststellbar gelagert sind. Die Lappen 38 der Backenträger
23 tragen die durch Gegenmutter gesicherten Schrauben 17, die nicht nur die Neigungseinstellung
der Anpreßbacken 15 gegen den beim Bügeln auftretenden Anpreßdruck sichern, sondern
auch gleichzeitig zur Feineinstellung der Neigung der Anpreßbacken i_5 gegen die
Bügelform 1 benutzt werden können.
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Die Entfernungseinstellung der Anpreßbacken 15 zur Bügelform 1, die
in bezug auf die Lederstärke erfolgt, wird durch die am unteren Ende der Kniegelenkhebel
12 angeordneten Schrauben 11 vorgenommen.
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Nach Lösen der Schrauben 21 kann man die Anpreßbacken 15 in waagerechter
Ebene schwenken. Nach Lösen der Schrauben 36 kann die Schwenkung der Anpreßbacken
15 in senkrechter Ebene erfolgen. Die Neigung der Anpreßbacken 15 zur Bügelform
1 kann nach Lösen der Schrauben 14 und 17 beliebig vorgenommen werden. Die Entfernung
der Anpreßbacken zur Bügelform 1 wird für alle praktisch vorkommenden Fälle durch
die Schrauben 11 am Kniegelenk geregelt. Die Einstellung der Bandagenlänge durch
Schrauben 22 in Verbindung mit der einstellbaren Höhenlage und waagerechten Verschiebbarkeit
der Bügelform 1 durch Trägerstück 4, gewährleistet die einwandfreie Regelung der
Druckverhältnisse beim Bügeln des Fersenschlusses.
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Nach dem Einstellen aller oben beschriebenen Teile auf den zu bügelnden
auf die beheizte Bügelform aufgeschobenen Schuh wird zunächst der Handhebel 2 in
Pfeilrichtung bis zum Anschlag des Trägerstückes 4 an den Maschinenkopf 26 nach
vorn gezogen. Hierdurch beginnt bereits das Bügeln
des hinteren
Fersenteiles. Sofort darauf wird der an der Kette 6 angelenkte Fußhebel getreten.
Die Hebel 9 strecken sich und pressen über das Kniegelenk die Anpreßbacken 15 an
die Bügelform i an, wodurch gleichzeitig das Bügeln der beiden Seiten des Fersenschlusses
erfolgt. Durch das Strecken der Hebel 9 ist das Kniegelenk gesperrt.
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Nach erfolgtem Bügeln wird der Handgriff 7 angehoben, die Backen 15
lösen sich von der Bügelform ab. Der Handgriff 2 wird wieder zurückgelegt und der
gebügelte Schuh von der Form abgenommen. Schnell, leicht und sicher läßt sich die
Fersenschluß-Bügelmaschine allen vorkommenden Verhältnissen mit einfachen Mitteln
anpassen. Eine Verbesserung des Ausfalls der Arbeit und eine wesentliche Herabsetzung
der Arbeitszeit wird gewährleistet.