DE79768C - - Google Patents

Info

Publication number
DE79768C
DE79768C DENDAT79768D DE79768DA DE79768C DE 79768 C DE79768 C DE 79768C DE NDAT79768 D DENDAT79768 D DE NDAT79768D DE 79768D A DE79768D A DE 79768DA DE 79768 C DE79768 C DE 79768C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
boric acid
sulfuric acid
acid
product
blue
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT79768D
Other languages
English (en)
Publication of DE79768C publication Critical patent/DE79768C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B1/00—Dyes with anthracene nucleus not condensed with any other ring
    • C09B1/02—Hydroxy-anthraquinones; Ethers or esters thereof
    • C09B1/06—Preparation from starting materials already containing the anthracene nucleus
    • C09B1/08—Dyes containing only OH-groups

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Einwirkung von concentrirter Schwefelsäure auf Mono- und Dinitroanthrachinon ist schon Gegenstand mannigfacher Untersuchungen gewesen und schon vor langer Zeit ist die dabei stattfindende Bildung von Farbstoffen beobachtet und beschrieben worden (s. z. B. Liebermann & Graebe, Ber. Ill, S. 905, Böttger & Petersen, Ann. Bd. 160, S. "155, und Bd. 166, S. 147, Patentschrift Nr. 6526 Przibram & Co.., Liebermann & Hagen, Ber. XV, S. 1801, Claus & Engelsing, Ber. XV, S. 1521, und XVI, S. 902, Liebermann, Ber. XVI, S. 54, Lifschütz, Ber. XVII, S. 89 ι u. a. m.).
Zur praktischen Ausführung 'im Grofsen ist diese Reaction nie gelangt, da das so erhaltene Farbstoffgemenge ein technisch ganz werthloses Product darstellt,.welches sehr trübe und mifsfarbige Färbungen liefert. Brauchbare Farbstoffe können daraus nur in geringer Menge und nur durch umständliche, verlustbringende Reinigungsmethoden isolirt werden, so dafs eine derartige Reindarstellung der Producte aus ökonomischen Gründen nicht zur technischen Ausführung gelangen konnte.
Es wurde nun die technisch wichtige und theoretisch sehr interessante Thatsache gefunden, dafs man beim Erhitzen von Nitroanthrachinonen, speciell des Di-o-nitroanthrachinons von Römer, mit concentrirter Schwefelsäure direct zu sehr werthvollen Rohproducten dann gelangt, wenn die Reaction bei Gegenwart von Borsäure ausgeführt wird.
Während beim Erhitzen mit concentrirter Schwefelsäure allein, wie schon erwähnt, ein Product erhalten wird, welches Beizen (speciell Chrombeizen) in schwachen, trüben und stumpfen, und zwar blaugrauen Tönen anfärbt, erhält man bei Gegenwart von Borsäure ein Product, welches sehr kräftig in ähnlichen Nuancen, wie Alizarincyanin R des Handels, und kaum minder klar färbt.
Auch chemisch ist das Endergebnifs in beiden Fällen wesentlich verschieden. Während beim Erhitzen von Dinitroanthrachinon mit concentrirter Schwefelsäure allein nach Lifschütz (Ber. XVII, S. 891) nur stickstoffhaltige Producte entstehen, besteht das unter sonst gleichen Bedingungen, aber bei Gegenwart von Borsäure erhaltene Product zum grofsen Theile aus Hexaoxyanthrachinon (Patentschrift Nr. 64418) nebst geringeren Mengen von stickstoff haltiger Substanz.
Was die Wirkungsweise der Borsäure anbelangt, so dürfte dieselbe darauf zurückzuführen sein, dafs die Borsäure die im Laufe der Reaction entstandenen Hydroxylgruppen sofort esterifkirt.
Da nun diese Borsäureester bei Gegenwart von concentrirter Schwefelsäure auch bei den höchsten Temperaturen beständig sind, so werden die sonst leichter angreifbaren freien Polyoxyanthrachinone und ihre Amidoderivate in dieser esterificirten Form vor zerstörenden Eingriffen der anwesenden Agentien, in diesem Falle der conceritrirten Schwefelsäure und des Sauerstoffs der noch intacten Nitrogruppen
geschützt. Dadurch erklärt sich die Reinheit und grofse Farbkraft der erhaltenen Producte. Diese schützende Wirkung der Borsäure macht sich übrigens noch in vielen ähnlichen Fällen geltend.
Nebenbei bewirkt die Borsäure aber auch, da die Endproducte wesentlich von denen verschieden sind, die ohne Zuhülfenahme von Borsäure erhalten werden, einen chemisch wesentlich anderen Verlauf der Reaction, eine Thatsache, für die bis jetzt eine Erklärung fehlt, die jedoch bereits ein Analogon in der verschieden verlaufenden Nitrirung des Borsäureesters einerseits und des Arsensäureesters des Alizarins andererseits hat.
Das Verfahren besteht im allgemeinen darin, dafs man Di-o-nitroanthrachinon, seine Isomeren oder das rohe, durch energische Nitrirung von Anthrachinon oder Anthracen erhaltene Gemisch von Nitroanthrachinonen oder auch die Sulfosäuren dieser Derivate mit concentrirter oder rauchender Schwefelsäure bei Gegenwart von Borsäure erhitzt.
Beispiel:
io kg Di-o-nitroanthrachinon, io kg krystallisirte Borsäure und 200 bis 300 kg Schwefelsäure von 66° B. (92 bis 93 pCt. H2 S O4) werden in einem emaillirten Kessel unter Umrühren erhitzt. Bei circa 220 bis 2300 beginnt eine ziemlich heftige Reaction, wobei die Temperatur auf 250 bis 2600 steigt. Nach Beendigung der Reaction läfst man abkühlen, giefst die Schmelze in 3000 1 kaltes Wasser, kocht auf und filtrirt heifs vom abgeschiedenen Farbstoff ab und wäscht mit Wasser neutral.
Man kann zweckmäfsig die Reaction auch bei niedrigerer Temperatur, z. B. 190 bis 200 °, zu Ende führen. In diesem Falle ist vorsichtiges Erhitzen nothwendig und die Reactionsdauer ist etwas länger.
Das so erhaltene Product besteht zum gröfsten Theile aus dem Hexaoxyanthrachinon der Patentschrift Nr. 64418 nebst stickstoffhaltiger Substanz, welche die gröfste Aehnlichkeit mit dem Einwirkungsproduct von Ammoniak auf Hexaoxyanthrachinon hat (siehe Patentschrift Nr. 72204).
Wendet man im obigen Beispiele statt Schwefelsäure von 66 ° B. stärkere Säure, z. B. Schwefelsäuremonohydrat oder schwach rauchende Schwefelsäure an, so entstehen in dem Mafse, als die Säure stärker wird, weniger Hexaoxyanthrachinon und mehr stickstoffhaltiger Farbstoff. Dem entsprechend färben die so erhaltenen Rohproducte Beizen etwas grünstichiger an. Bei Anwendung von noch stärkerer, z. B. rauchender Schwefelsäure von 30 pCt. Anhydridgehalt, entstehen Sulfosäuren der betreffenden Farbstoffe.
Verwendet man umgekehrt statt Schwefelsäure von 66° B. schwächere Säure, so tritt im erhaltenen Product die Menge stickstoffhaltiger Substanz ganz zurück.
Bei Anwendung von Schwefelsäure von 60 ° B. z. B. enthält das Product nur noch Spuren von stickstoffhaltiger Substanz, dagegen hauptsächlich Hexaoxyanthrachinon, daneben auch variable Mengen des isomeren Alizarinhexacyanins der Patentschrift Nr. 66153.
Führt man diese Reactionen bei Abwesenheit von Borsäure aus, so entstehen total verschiedene Producte. So läfst sich z. B. in dem aus Dinitroanthrachinon und Schwefelsäure von 66° B. erhaltenen Rohproduct spectroskopisch kein Hexaoxyanthrachinon nachweisen, obgleich schon wenige Procente (3 bis 5) Hexaoxyanthrachinon genügen, um der Schwefelsäurelösung ein sehr deutliches Hexaoxyanthrachinon-Spectrum zu verleihen.
Nur bei Anwendung von schwächerer Säure, z.B. von 600B., gelingt es, im Rohproduct spectroskopisch Hexaoxyanthrachinon, jedoch nur in sehr geringen Spuren, nachzuweisen.
Gerade bei Benutzung einer Schwefelsäure von ca. 600B. tritt der andere chemische Verlauf der Reaction bei Gegenwart von Borsäure in eclatanter Weise hervor, indem bei der Anwendung von Borsäure fast nur Hexaoxyanthrachinon, und zwar in grofser Reinheit entsteht.
Folgende Tabelle enthält eine vergleichende Zusammenstellung der Eigenschaften einiger unter genau gleichen Bedingungen, aber mit und ohne Borsäure erhaltenen Farbstoffe.
Product aus
Di-o-nitroanthra
chinon
mit Schwefelsäure
monohydrat
mit
Borsäure
mit Schwefelsäure
von 66° B.
mit
Borsäure
mit Schwefelsäure
von 60 ° B.
mit
Borsäure
Lösung in Natronlauge ohne
Borsäure
violettblau ohne
Borsäure
blauviolett ohne
Borsäure
blauviolett
Lösung in reiner con
centrirter Schwefelsäure
schmutzig
grünlich
blau
roth schmutzig
blauviolett
blauroth schmutzig
violett
violett
schmutzig
braun mit
rothem Stich
schmutzig
braun
schwärzlich
Product aus
Di-o-nitroanthra-
chinon
mit Schwefelsäure
monohydrat
mit
Borsäure
mit Schwefelsäure
von 66° B.
mit
Borsäure
mit Schwefelsäure
von 60 ° B.
mit
Borsäure
Spectrum dieser Lösung ohne
Borsäure
schwaches
Hexaoxy-
anthra-
chinon-
Spectrum,
daneben ein
dunkles
Absorptions
band
ohne
Borsäure
ziemlich
starkes Hexa-
oxyanthra-
chinon-
Spectrum,
daneben ein
dunkles
Band
ohne
Borsäure
Sehr
starkes
Hexaoxy-
anthra-
chinon-
Spectrum,
schwaches
Hexacyanin-
Spectrum
Färbung auf chromirter
Wolle
keine
Linien
grünlich
blau, stark
keine
Linien
blau, stark ganz
schwaches
Hexaoxy-
anthra-
chinon-
Spectrum
violettblau,
stark.
schiefergrau,
schwach
blaugraü,
schwach
röthlichgrau,
schwach
Statt des reinen Di - ο - nitroanthrachinons können dem vorliegenden Verfahren auch seine Isomeren, sowie das rohe, durch energische Nitrirung von Anthrachinon oder Anthracen erhaltene Gemisch von Nitroanthrachinonen oder die Sulfosäuren derselben unterworfen werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von beizenfärbenden Farbstoffen, darin bestehend, dafs man bei Gegenwart von Borsäure concentrirte oder rauchende Schwefelsäure einwirken läfst auf Di-o-nitroanthrachinon, seine Isomeren oder das rohe, durch energische Nitrirung von Anthrachinon oder Anthracen erhaltene Gemisch von Nitroanthrachinonen oder deren Sulfosäuren.
DENDAT79768D Active DE79768C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE79768C true DE79768C (de)

Family

ID=352379

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT79768D Active DE79768C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE79768C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1061932B (de) Verfahren zur Herstellung von als Farbstoffe verwendbaren Monooxy-beta-acylaminoanthrhinonen
DE580012C (de) Verfahren zur Darstellung von Farbstoffen fuer Celluloseester oder -aether
DE579326C (de) Verfahren zur Herstellung von stickstoffhaltigen Kuepenfarbstoffen
DE528271C (de) Verfahren zur Trennung der durch Kondensation von Aminohalogenbenzoylbenzoesaeuren erhaltenen Aminohalogenanthrachinone
DE1039161B (de) Verfahren zur Herstellung von Pigmentfarbstoffen der Anthrachinonreihe
DE427969C (de) Verfahren zur Darstellung von stickstoffhaltigen Anthrachinonderivaten
DE950801C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen der Perylenreihe
DE288824C (de)
DE167410C (de)
DE105567C (de)
DE507561C (de) Verfahren zur Darstellung von wertvollen Kuepenfarbstoffen der Anthrachinonacridonreihe
DE210828C (de)
DE135407C (de)
DE605937C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen
DE551237C (de) Verfahren zur Herstellung violetter, wasserechter Kuepenfarbstoffe
DE606602C (de) Verfahren zur Herstellung von Kuepenfarbstoffen der Anthrachinonreihe
DE570969C (de) Verfahren zur Darstellung von Kuepenfarbstoffen
DE570968C (de) Verfahren zur Herstellung eines gelben Kuepenfarbstoffes
DE176018C (de)
DE240079C (de)
DE440891C (de) Verfahren zur Darstellung von Anthrachinonderivaten
DE572977C (de) Verfahren zur Darstellung von Kondensationsprodukten
DE495658C (de) Verfahren zur Darstellung von Chlorperylenchinonen
DE492344C (de) Verfahren zur Herstellung eines gelborangen Kuepenfarbstoffes
DE740052C (de) Verfahren zur Herstellung von halogenhaltigen Kuepenfarbstoffen der ª‡-Arylamino-ª‡'-aroylaminoanthrachinoncarbazolreihe