DE722407C - Verfahren zur Gewinnung der in Glycerinpech enthaltenen Di- und Polyglycerine - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung der in Glycerinpech enthaltenen Di- und PolyglycerineInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
- Verfahren zur Gewinnung der in Glycerinpech enthaltenen Di- und Polyglycerine Es ist bekannt, daß man bei der Destillation des nach dem üblichen technischen Verfahren gewonnenen Rohglycerins als Rückstand eine zähe, - klebrige, schwarzbraune Masse erhält, das Glycerinpiech. Dieser Rückstand, der nur noch sehr wenig Glycerin enthält, besteht im wesentlichen aus bei dem DestiUationsvorgang g-ebildetenPolyglyoerinen. Daneben enthält er Aschebestandteile,_ wie Salze, Seifen, ferner Harze, Eiweißprodukte, teerige Substanzen u. dgl. m. Dieses Glycerinpech ist bisher ,als wertloser Abfallstoff betrachtet und in der Regel ohne Aufarbeitung weggeworfen worden (vgl. Deite-Kellnexl, »Das Glycerin«, i923, S.288 unten und 289 oben sowie Seifensieder-Zeitung 1938, S. 886).
- Es wurde nun gefunden, daß man die in solchen Glycerinpechen tenthaltenen wertvollen Anteile an Di- und Polyglycerinen dadurch gewinnen kann, daß man die Di-- und Polyglycerine durch Umsetzen des Glycerinpechs mit zur vollständigen Veresterung der Di-und Polyglycerine unzureichenden Mengen an aliphatischen Carbons,äuren von einer Kettenlänge von q. bis 9 Kohl:enstoffatomen bei :erhöhter Temperatur teilweise verestert, die wasserunlöslichen Ester von den wasserlösliehen Bestandteilen abtrennt und durch Spaltung der Ester in an sich bekannter Weise die Di- und Polyglycerine in Freiheit setzt.
- Besonders gut lassen sich zum Verestern die aliphatischen Carbonsäuren von ¢ bis 9 Kohlenstoffatomen verwenden, die als sog. Vorlauffettsäuren bei der Aufarbeitung der Oxydationsprodukte von höhermolekularen Paraffinen anfallen.
- Die Menge der zu der teilweisen Veresterung anzuwendenden Fettsäuren ist sehr gering; @es genügt, wenn man auf sein Teil des Glycerinpeclls i bis 1,5 Teile des Säuregemisches anwendet.
- Die Veresterung erfolgt nach für die teilweise Veresterung von Polyglyeerinen mit Fettsäuren der genannten Art bekannten Verfahren. Im allgemeinen verfährt man so, daß man das Glycerinpech mit der gewünschten Menge Säure vermischt und so lange erhitzt; bis eine ,äquivalente Wassermenge abdestilliert ist. -Durch Auswaschen des Umsetzungsgemisches mit Wasser läßt sich leicht :eine Trennung der wasserunlöslichen Ester von den übrigen wasserlöslichen Anteilen herbeiführen. Das Waschen des Veresterungsgemisches :erfolgt in üblichen Gefäßen, die zweckmäßig mit einer Rührvorrichtung versehen sind. Danach läßt man absitzen und trennt das Estergemisch ab.
- Zur Gewinnung des Polyglycerins spaltet man das Estergemisch nach den in der Seifenindustrie üblichen allgemein bekannten Methoden. Besonders vorteilhaft hat sich dabei die Spaltung des Esters mit Wasser unter Druck ohne Anwendung von Alkalien oder Katalysatoren bewährt; es wird dabei nur das Polyglycerin von dem Wasser aufgenommen; alle Harze und sonstigen Verunreinigungen bleiben in der Fettsäure gelöst. Nach der Spaltung bilden sich zwei Schichten; nach dem Eindampfen der wässerigen Schicht, gegebenenfalls im Vakuum, erhält man ein aschearmes, hellfarbiges Polyglycerin. Die Fettsäuren können leicht durch Destillation von den in ihnen gelösten teerigen Harzern und sonstigen Verunreinigungen getrennt werden, sie gehen dann in die Umsetzung zurück. Beispiele i. iookg Glycerinpech (Zusammensetzung 63% Polyglycerin, 6,40/0 'Wasser, 9,70`o Asche, Rest Verunreinigung) werden unter Erhitzen und Abdestillieren des Wassers mit 12011-9 Capronsäure verestert. Man läßt das erhaltene Estergemisch heiß in 15 o kg Wasser unter Rühren :einlaufen; der Ester trennt sich leicht ab. Vom suspendierten Schmutz wird der Ester durch Filtrieren oder Zentrifugieren befreit. Man verhält 165 kg eines Estergemisches (Verseifungszahl 16o).
- Der Ester wird mit Wasser unter Druck bei einer Temperatur von etwa 240' gesPalten. Die wasserunlösliche Säure ist tiefdunkel gefärbt; sie enthält alle harzigen und # teerigen Bestandteile. Sie muß zur Wiederverwertung durch Destillation gereinigt werden. Man erhält nach dem Konzentrieren der wässerigen Lösung durch Eindampfen das Polyglyceringemisch in reiner Form von über 9o% der in dem Pech vorhandenen Menge.
- 2. In gleicher Weise -wie im Beispiel i werden i oo kg Glycerinpech mit i oo kg eines Gemisches von aliphatischen Carbonsäuren mit q. bis 6 Ko'hlenstoffatomen verestert. Die Säuren sind als Vorlaufsäuren aus dem Oxydationsprodukt von höheren Paraffinen gewonnen. Sie besitzen die Säurezahl 495 und den Kp" 68-bis 125'. Der erhaltene Ester (Verseifungszahl 195) wird in gleicher Weise, wie im Beispiel i beschrieben, gespalten.
- Bei dem vorliegenden Verfahren ist es gleichgültig, ob das Glycerinpech :einen größeren oder kleineren Salzgehalt besitzt und mehr :oder minder mit Harzen u. dgl. verunreinigt ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung der in Glycerinpech enthaltenen Di- und Polyglycerine, dadurch gekennzeichnet, daß man das Glycerinpech mit zur vollständigen Veresterung der Di- und Polyglycerine unzureichenden Mengen an ¢ bis 9 Kohlenstoffatome enthaltenden aliphatischen Carbonsäuren bei :erhöhter Temperatur umsetzt, die wasserunlöslichen Ester durch Auswaschen des Umsetzungsgemisches mit Wasser von den wasserlöslichen Bestandteilen abtrennt und durch Spaltung der Ester in an sich bekannter Weise die Di- und Polyglycerine in Freiheit setzt.
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| DE722407C true DE722407C (de) | 1942-07-09 |
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