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Die Effindung betrifft eine Vorrichtung zum Zickzackfalten eines Bogens,
mit Faitwalzen, die zwei parallele Faltungsspalte bilden und jeweils
abwechselnd in entgegengesetzte Drehrichtungen antreibbar sind, wobei die
Faltungsspalte in gewissem Abstand zueinander in einer Faltbahn angeordnet
sind, und einer Zufuhreinrichtung zum Zuführen eines zu faltenden Bogens in
die Faltbahn zwischen den Faltungsspalten und einer Ablenkeinrichtung zum
abwechselnden Ablenken eines zugeführten Bogenteils in die Faltungsspalte,
wobei die Fördergeschwindigkeit der Faltwalzen größer oder gleich der
Fördergeschwindigkeit der Zufuhreinrichtung ist.
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Eine Faltvorrichtung dieser Art ist aus dem europäischen Patent
EP-B 0 156 326 bekannt. In der dort beschriebenen Faltvorrichtung ist die
Fördergeschwindigkeit der Faltwalzen während des Faltvorgangs stets größer
als die Fördergeschwindigkeit der Zufuhreinrichtung. Nur wenn die
vorauslaufende Kante eines zu faltenden Bogens zum ersten Mal in einem
Faltungsspalt eintrifft, wird die Fördergeschwindigkeit der Faltwalzen für eine kurze
Zeit auf die Fördergeschwindigkeit der Zufuhreinrichtung verringert.
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Die schneller fördernden Faltwalzen dienen dazu, einen Bogen straff zu
spannen, der in den Biegungen gefaltet werden muß, die der Bogen zwischen der
Zufuhreinrichtung und den Faltungsspalten durchlaufen muß, um
sicherzustellen, daß der Bogen exakt an vorgegebenen Stellen gefaltet wird.
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Ein Nachteil dieser bekannten Faltvorrichtung besteht darin, daß leicht ein
Schlupf zwischen den übereinanderliegenden Teilen des durch einen
Faltungsspalt transportierten Bogens auftreten kann, weil der
Reibungskoeffizient zwischen Bogenoberilächen im allgemeinen kleiner ist als der zwischen
einer spaltenbildenden Oberfläche und einer Bogenoberiläche. Eine Folge
eines solchen Schlupfes ist, daß durch eine Falte verbundene Bogenteile sich
relativ zueinander verschieben und beim nachfolgenden Rücklauf im
verschobenen Zustand durch den Faltungsspalt laufen, unter Bildung einer
unerwünschten zweiten Falte zusätzlich zu einer vorher gebildeten Falte.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Faltvorrichtung ohne diesen Nachteil zu
schaffen. Zu diesem Zweck ist bei einer Faltvorrichtung der im Oberbegriff
angegebenen Art erfindungsgemäß eine Steuereinrichtung vorgesehen, die
kurz nachdem ein Bogen in einem Faltungsspalt gefaltet worden ist, die
Faltwalzen von einer ersten Fördergeschwindigkeit, die größer ist als die
Fördergeschwindigkeit der Zufuhreinrichtung, auf eine zweite
Fördergeschwindigkeit umschaltet, die gleich der Fördergeschwindigkeit der Zufuhreinrichtung
ist, und die zweite Fördergeschwindigkeit bis zum n:chsten Wechsel der
Antriebsrichtung der Faltwalzen beibehält.
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Folglich werden wegen der Abwesenheit von Zugkräften an dem Bogen nach
dem Falten keine fehlerhaften Falten im Sinne von Doppelfalten an einer
Faltlinie gebildet, während, nachdem eine Falte gebildet worden ist, der Bogen
straff gespannt wird, um ein Verknittem des Bogens zu vermeiden, und da
der Bogen in der Biegung beim Biegen des Bogens vor der Bildung einer
nachfolgenden Falte auf der Biegelinie straff ist, wird verhindert, daß sich der
Bogen auf der Biegelinie in der falschen Weise biegt.
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Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der Erfindung stellt die
Steuereinrichtung die Faltwalzen am Beginn des Faltzyklus auf eine dritte
Fördergeschwindigkeit ein, die größer ist als die erste Fördergeschwindigkeit,
schaltet diese eingestellte Fördergeschwindigkeit, kurz nachdem die
vorauslaufende Kante zum ersten Mal durch einen Faltungsspalt geführt worden ist, auf
eine vierte Fördergeschwindigkeit um, die kleiner ist als die dritte aber größer
als die zweite Fördergeschwindigkeit, und behält diese vierte
Fördergeschwindigkeit bis zum nächsten Wechsel der Antriebsrichtung der Faltwalzen
bei.
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Folglich liegt der zu faltende Bogen vor der Herstellung der ersten Falte straff
in der Biegung an, ohne daß starke Zugkräfte über lange Zeitspannen auf den
Bogen ausgeübt werden und möglicherweise den Faltprozeß stören.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform einer Faltvorrichtung gemäß der
Erfindung werden die Faltungsspalte durch Walzen gebildet, die direkt an einen
Antrieb gekoppelt sind. Durch direkten Antrieb der spaltbildenden
Faltwalzen üben beide Faltwalzen bei der ersten Fördergeschwindigkeit der
Faltwalzen dieselbe Transportkraft auf den gefalteten Bogen zwischen ihnen aus, um
so auch die Gefahr eines Schlupfes an den übereinanderliegenden
Bogenteilen bei der ersten Fördergeschwindigkeit zu minimieren.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden in der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf eine Anzahl von Zeichnungen erläutert,
in denen zeigen:
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Figur 1 einen Schnitt durch eine Faltvorrichtung gemaß der
Erfindung, die in einer Ausgangsstellung für die Durchführung
eines Faltzyklus gezeigt ist,
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Figur 2 die Faltvorrichtung nach Figur 1 in einer Position, in der
eine erste Falte hergestellt wird,
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Figur 3 die Faltvorrichtung nach Figur 1 in einer Position, in der
eine zweite Falte hergestellt wird,
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Figur 4 eine graphische Darstellung der Fördergeschwindigkeit der
Faltwalzen während eines Faltzyklus,
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Figur 5 eine Einzelheit des Antriebs für die Faitwalzen,
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Figur 6 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen der
Länge eines Bogens und der zu korrigierenden
Positionsabweichung der ersten Falte und
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Figur 7 eine graphische Darstellung der Beziehung zwischen einer
eingestellten Faltlänge und der zu korrigierenden
Positionsabweichung der ersten Falte.
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Figuren 1 bis 3 zeigen eine Faltvorrichtung zum Zickzack-Querfalten eines
bereits in Längsrichtung zickzackförmig gefalteten Bogens, welche Vorrichtung
die Grundgedanken der Vorrichtung verkörpert. Ein in der Längsrichtung
gefalteter Bogen wird über einen durch Führungsplatten 1 und 2 gebildeten
Zufuhrweg 3 zwei Zufuhrwalzenpaaren 4 und 5 zugeführt, die mit konstanter
Geschwindigkeit rotieren. Für einen schlupfreien Transport sind die unteren
Zufuhrwalzen 4 und 5 mit einer Wolframcarbidbeschichtung und die damit
zusammenwirkenden oberen Zufuhrwalzen mit einer Gummibeschichtung
versehen. Die Zufuhrwalzen drücken den zugeführten, bereits in
Längsrichtung zickzackförmig gefalteten Bogen an den Faltlinien flach, so daß beim
weiteren Transport durch Biegungen in der Faltvorrichtung sichergestellt ist,
daß eine minimale Differenz zwischen den Kurvenradien besteht, die von den
übereinanderliegenden Bogenteilen durchlaufen werden.
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Die Zufuhrwalzen leiten den Bogen zwischen den Führungsplatten 1 und 2
weiter an eine trichterförmige Faltidappe 7, die zwei Führungsplatten 8 und
9 aufweist, deren Seiten an Achsstummeln 10 befestigt sind, die in
Rahmenplatten (nicht gezeigt) der Faltvorrichtung um eine in der Ebene des
Zufuhrweges 3 liegende Drehachse drehbar sind. Auf diese Weise können die
Führungsplatten 8 und 9 der Faltklappe 7 zwei Endlagen einnehmen, die in Figur
1 bzw. Figur 2 gezeigt sind. In der einen Endlage, die in Figur 1 gezeigt ist,
sind die Führungsplatten auf den Spalt 12 zwischen den Faltwalzen 13 und
14 gerichtet, während sie in der anderen Endlage, die in Figur 2 gezeigt ist,
auf den Spalt 15 zwischen Faltwalzen 16 und 17 gerichtet sind. Die
Faltungsspalte 12 und 15 liegen in einer Faltbahn 18, die sich in einer Richtung
rechtwinklig zu den Zufuhrweg 3 erstreckt. Eine Schutzplatte 19 ist
zwischen den Faltwalzen 14 und 17 angeordnet und begrenzt die Faltbahn 18 auf
der dem Zufuhrweg 3 entgegengesetzten Seite zwischen den
Faltwalzenpaaren 13, 14 und 16, 17. Am Beginn eines Faitzyklus befindet sich die
Faltklappe 7 in einer Position, in der die Führungsplatten 8 und 9 auf die Faltwalzen
13 und 14 gerichtet sind, wie in Figur 1 gezeigt ist. In dieser Situation wird
die vorauslaufende Kante des Bogens in den Spalt 12 gefördert, die
Faltwalzen 13, 14 erfassen diese Kante und fördern sie in die durch Führungsplatten
21 und 22 gebildete Faltbahn 18. Um eine Falte in dem Bögen herzustellen,
kehrt eine Steuereinrichtung 24 in die Drehrichtung der Faltwalzen 13, 14
und 16, 17 nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne um, in der die
Zufuhrwalzen 4, 5 den Bogen zuführen, und die Achsstummel 10 der Faltklappe
werden so gedreht, daß die Führungsplatten 8 und 9 ihre andere Endlage
einnehmen und auf den Faltungsspalt 15 zwischen den Faltwalzen 16 und 17
gerichtet sind. In dieser Situation, die in Figur 2 gezeigt ist, bildet sich in
dem Bogen aufgrund der kontinuierlichen Zufuhr von Bogenmaterial durch
die Zufuhrwalzen 4 und 5 und des Zurücktransports des vorauslaufenden
Teils des Bogens durch die Faitwalzen 13, 14 in dem von den Faltwalzen 13,
14 und 16, 17 eingeschlossenen Raum eine Schleife, die schnell an Größe
zunimmt. Wenn diese Schleife eine bestimmte Größe erreicht, erreicht sie den
Spalt 15 zwischen den Faltwalzen 16, 17 und wird von den letzteren erfaßt,
und infolge des unter diesen Bedingungen von den Faltwalzen ausgeübten
Druckes wird der Bogen gefaltet und zwischen Führungsplatten 23 gefördert,
bis die Steuereinrichtung 24 nach Ablauf einer vorgegebenen Zeitspanne, in
der die Faltwalzen 13, 14 und 16, 17 in der durch Pfeile in Figur 2
angegebenen Richtung rotieren, die Drehrichtung der Faitwalzen wieder umkehrt, und
die Führungsplatten 8 und 9 der Faitklappe 7 werden in ihre andere Endlage
bewegt. In dieser Situation, die in Figur 3 gezeigt ist, wird in dem
Bogenmaterial wieder eine Falte gebildet und erreicht den Raum zwischen den
Faltwalzen 13, 14, und der Bogen wird somit nochmals gefaltet. Der
zickzackförmig gefaltete Bogen wird dann durch die Faltwalzen aus der Faltvorrichtung
heraustransportiert.
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Nach dieser Beschreibung der allgemeinen Wirkungsweise der in Figuren 1
bis 3 gezeigten Faltvorrichtung soll die Bildung der Schleife in dem Bogen
und der weitere Bewegungszyklus während des Faltvorgangs unter
Bezugnahme auf Figur 4 näher erläutert werden, die die erfindungsgemäße
Fördergeschwindigkeits-Kurve der Faltwalzen 13, 14 und 16, 17 während des
Faltprozesses in Beziehung zu dem Weg zeigt, über den die mit konstanter
Geschwindigkeit rotierenden Zufuhrwalzen 4 und 5 einen zu faltenden Bogen
transportieren. Ein zu faltender Bogen wird von den Zufuhrwalzen 4 und 5
mit einer konstanten Geschwindigkeit von 20 m/min zugeführt.
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Am Beginn eines Faltzyklus werden die Faltwalzen auf eine Geschwindigkeit
von 24 m/min gebracht. Die Geschwindigkeitsänderung der Faltwalzen, mit
einer konstanten Beschleunigung/Verzögerung, ist so gewählt, daß der
Förderweg der Walzen für eine Geschwindigkeitsänderung von null auf 20
m/min 0,0125 m beträgt.
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Der zu faltende Bogen wird zunächst von den Zufuhrwalzen 4 und 5 zu dem
Spalt 12 zwischen den Faltwalzen 13, 14 transportiert, wobei der Bogen
durch die Zufuhrwalzen 4 und 5 in die größtmögliche Biegung gedrückt wird,
die in Figur 1 mit a bezeichnet ist, in welcher Biegung die Außenseite des
Bogens gegen die Führungsplatte 8 angedrückt wird.
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Nachdem der Bogen von den Faltwalzen 13, 14 erfaßt worden ist, die mit
einer Geschwindigkeit von 24 m/min (=120% der Fördergeschwindigkeit der
Zufuhrwalzen) rotieren, wird der vordere Teil des Bogens von den Faltwalzen
13, 14 mit einer Geschwindigkeit von 24 m/min transportiert, während der
hintere Teil von den Zufuhrwalzen 4, 5 mit einer Geschwindigkeit von 20
m/min transportiert wird. Unter diesen Bedingungen wird der Bogen in der
Biegung schnell straff gegen die Führungsplatte 9 und die Faitwalze 13
gespannt, wie in Figur 1 mit b bezeichnet ist.
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Nach dem Straffungsvorgang, bei dem der Bogen in einem solchen Ausmaß
durch den Faltungsspalt 12 transportiert wird, daß er noch um weitere
140 mm transportiert werden muß, bevor die Fördergeschwindigkeit
umgekehrt wird, um eine erste Falte zu bilden, wird die Fördergeschwindigkeit
der Faltwalzen auf 22 m/min reduziert, bei welcher Geschwindigkeit der
Bogen im straffen Zustand und ohne irgendwelchen nennenswerten Schlupf
transportiert wird, bis zu der Zeit, zu der die Steuereinrichtung 24, um die
erste Falte zu bilden, die Drehrichtung der Faltwalzen umkehrt und die
Faltklappe 7 ihre Bewegung in die andere Endlage beginnt. Am Beginn dieser
Bewegung drücken die Führungsplatte 9 und die Faltwalze 13 gegen den Bogen.
Dies verhindert, daß sich der Bogen aufgrund der von den Zufuhrwalzen 4, 5
und den Faltwalzen 13, 14 auf den Bogen ausgeübten Biegekräfte in Richtung
der Führungsplatte 9 biegt. Die Faltklappe 7 liegt mit ihrer Führungsplatte 9
auch bei der Schleifenbildung leicht an und bestimmt so die Geradheit der
Falte, die danach allmählich in der Schleife gebildet wird. Die wachsende
Schleife in dem Bogen erreicht den Faltungsspalt 15, nachdem die
Zufuhrwalzen 4, 5 70 mm Bogenmaterial zugeführt haben, bei einem gegebenen
Abstand von 90 mm zwischen den Faltungsspalten 12 und 15. Bei der Zufuhr
der ersten 25 mm werden die Faltwalzen 13, 14 über eine Distanz von 12,5
mm unter Bildung einer Schleife von 12,5 mm verzögert, und bei der Zufuhr
der nächsten 25 mm werden die Faltwalzen 13, 14 über eine Distanz von
12,5 mm bei Vergrößerung der Schleife auf 50 mm beschleunigt, während
sich die Faltwalzen bei der Zufuhr der letzten 20 mm mit einer konstanten
Geschwindigkeit bewegen, wobei die Schleife auf 90 mm vergrößert wird. In
der in Figur 2 mit c bezeichneten Position wird der Bogen von den Faltwalzen
16, 17 erfaßt, die nun mit 22 m/min (=110% der Fördergeschwindigkeit
der Zufuhrwalzen) rotieren. Infolge dieser im Vergleich zur
Zufuhrgeschwindigkeit höheren Fördergeschwindigkeit wird der in dem Faltungsspalt 15
gefaltete Bogen straff gegen die Führungsplatte 8 gezogen, während die Falte
durch den Faltungsspalt 15 läuft, so daß kurz danach die erste Falte des
Bogens die mit d bezeichnete Position erreicht, in der der Bogen mit der
kleinstmöglichen Biegung an der Führungsplatte 8 anliegt. Nach dem
Straffziehen,
das nach Ablauf einer Zeitspanne abgeschlossen ist, in der die
Faltwalzen 16, 17 die Falte 60 mm durch den Faltungsspalt 15 tranportiert
haben, wird die Fördergeschwindigkeit der Faitwalzen auf dieselbe
Fördergeschwindigkeit wie die der Zufuhrwalzen 4, 5 gebracht und für den Rest der
Periode, während der sich der gefaltete Bogen in der in Figur 2 gezeigten
Förderrichtung bewegt, auf diesem Wert gehalten. Hierdurch wird
verhindert, daß die von der Faltwalze 17 auf den gefalteten Bogen ausgeübte
Transportkraft eine Zugkraft auf den gefalteten Bogen ausübt, die den von den
Faltwalzen 13, 14 freigegebenen losen Teil des Bogens relativ zu dem anderen
Teil des Bogens verschieben könnte, der noch durch die Zufuhrwalzen 4, 5
gehalten wird, auf den die Faltwalze 16 eine Transportkraft ausübt.
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Da der Bogen durch die Faltwalzen 16, 17 direkt nach dem Falten
straffgezogen wird, verhindert dies ein etwaiges Ausbiegen des Bogens, das
flachgedrückte Knitter im Faltungsspalt verursachen würde.
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Zur Herstellung einer zweiten Falte in dem Faltungsspalt 12 wird dasselbe
Geschwindigkeitsprofil wie bei der Herstellung der ersten Falte durchlaufen,
wie in Figur 3 gezeigt ist, in der der Bogen aus der Position e in die Position f
gelangt. Wenn die zweite Falte hergestellt wird, wird somit dieselbe Qualität
wie bei der Herstellung der ersten Falte erreicht.
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Figur 4 ist eine Grafik, die die Fördergeschwindigkeit der Faltwalzen zeigt,
wobei die Bezugszeichen 25 und 26 die Faltungsstellen angeben. Die
Fördergeschwindigkeit der Faltwalzen wird nach einer Zufuhr von 60 mm
Bogenlänge nach dem Falten auf die Zufuhrgeschwindigkeit reduziert. Die
Eintrittsgeschwindigkeit des vorauslaufenden Teils eines zu faltenden Bogens in die
Faltwalzen 13, 14 ist etwa 10% größer als die Eintrittsgeschwindigkeit einer
Falte in die Faltwalzen 16, 17, wie in Figur 4 gezeigt ist, d. h. 24 m/min
gegenüber 22 m/min Dies gleicht die größere Schleife aus, die der lose
vorauslaufende Teil des Bogens vor den Faltwalzen 13, 14 bildet, im Vergleich zu
einer Schleife, die in dem Bogen vor der Herstellung einer Falte gebildet wird.
Die Durchgangsgeschwindigkeit des vorauslaufenden Teils des Bogens durch
die Faltwalzen 13, 14 kann auch auf einem höheren Wert als die
Zufuhrgeschwindigkeit verbleiben, um diesen Teil straff zu halten, da der Bogen noch
nicht in Querrichtung gefaltet worden ist und somit kein Schlupf zwischen
quergefalteten Teilen auftreten kann.
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Im Antrieb der Faitwalzen ist eine Führungsrolle arn Ende Jeder Faltwalze
befestigt, wie in Figur 5 gezeigt ist. Ein endloser Treibriemen 31 bzw. 32 ist
mäanderförmig um die Führungsrollen 27 bzw. 28 der Faitwalzen 13 und 14
und um die Führungsrollen 29 bzw. 30 der Faitwalzen 16 und 17
herumgeführt. Die Treibriemen laufen auch über eine Antriebsrolle 33 bzw. 34 und
eine Führungsrolle 35 bzw. 36, wie in Figur 5 gezeigt ist.
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Wenn die Antriebsrolle 33 in der angegebenen Richtung angetrieben wird,
rotieren die Faitwalzen 13 und 14 in entgegengesetzten Drehrichtungen, so
daß ein schlupffreier Transport zum Faltungsspalt 12 erreicht wird. Dasselbe
gilt für die Antriebsrolle 34 und die Faltwalzen 16, 17 für den schlupffreien
Transport im Faltungsspalt 15. Die Treibriemen 31 und 32 sind Jeweils zu
einem gewissen Grad elastisch, damit die Faltwalzen sich am Faltungsspalt
voneinander wegbewegen können, um den Durchtritt eines gefalteten Bogens zu
ermöglichen, während der Antrieb der einen Faltungsspalt bildenden
Faltwalzen aufrechterhalten wird. Dies verhindert, daß eine Faltwalze gebremst
wird, wenn ein gefalteter Bogen durch den Faltungsspalt geführt wird (wie es
bei einer nicht angetriebenen Faltwalze auftreten könnte, die gegen eine
angetriebene Faltwalze angedrückt wird), wobei eine solche Bremsung die
übereinanderliegenden Bogenteile auffialten und zu einem Schlupf zwischen
ihnen führen könnte. Wenn der zu faltende Bogen dick und damit in der
Transportrichtung steif ist, hat die gebildete Schleife einen großen Radius, wenn
sie auf die Faltwalzen trifft, und drückt diese auseinander, bevor eine Falte in
dem Faltungsspalt gebildet werden kann. Der Antrieb beider Faltwalzen stellt
in diesem Fall sicher, daß die Schleife nichtsdestoweniger in den
Faltungsspalt eingezogen werden kann. Eine nicht angetriebe Faltwalze würde in
diesem Fall gebremst und damit die Schleife auf der nicht angetriebenen Seite
zurückhalten.
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Damit ein schlupifreier Transport im Faltungsspalt 12 und Im Faltungsspalt
15 gewährleistet ist, muß der Druck im Faltungsspalt hoch genug sein. Um
weiter zu verhindern, daß der Bogen reißt, wenn eine
Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den Faltwalzen 13, 14 bzw. 16, 17 und den Zufuhrwalzen 4, 5
vorhanden ist und ein Bogen dazwischen straff gezogen wird, ist der
Spaltdruck zwischen den Zufuhrwalzen soviel Meiner als der Faltungsspalt-Druck,
daß der Bogen in bezug auf die mit konstanter Geschwindigkeit
angetriebenen Zufuhrwalzen 4, 5 durchrutschen kann. Bei Schlupf im Zufuhrspalt
während
des Transports der vorauslaufenden Kante des Bogens vom Zufuhrspalt
zum Faltungsspalt und der Bildung einer Querfalte nach Ablauf einer
vorgegebenen festen Periode&sub1; in der die mit konstanter Geschwindigkeit
angetriebenen Zufuhrwalzen 4, 5 den Bogen zuführen, entsteht die erste Querfalte an
einer anderen Stelle. Je größer der Schlupf ist, desto später trifft die
vorauslaufende Kante des Bogens am Faltungsspalt ein, wodurch die erste Querfalte
näher an der vorauslaufenden Kante des Bogens gebildet wird, so daß sich
eine kürzere Faltungslänge ergibt. Ein bereits zickzackförmig in Längsrichtung
gefalteter und in den Zufuhrweg 3 zugeführter Bogen, der, in Zufuhrrichtung
gesehen, lang ist und dann üblicherweise auch ein dickeres zickzackförmig
gefaltetes Paket bildet, erfährt im Zufuhrweg 3 größeren Widerstand als ein
kürzerer Bogen und weist somit größeren Schlupf auf. Die Beziehung
zwischen der Länge L des Bogens und der dadurch verursachten Abweichung d
ist linear, wie in Figur 6 durch die Linie 38 angegeben wird.
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Ein einfacher Korrekturmechanismus für diese Abweichung besteht darin,
daß der Zeitpunkt der Faltung, welcher Zeitpunkt aus der Antriebsdauer der
Zufuhrwalzen abgeleitet wird, für einen definierten langen Bogen in der Miie
eines Längenbereiches 39 (zum Beispiel einen Bogen mit einer Länge von
841 mm) so festgelegt wird, daß die Abweichung 0 wird, und daß der
Zeitpunkt der Faltung für die anschließenden Längenbereiche 40 und 41
unterhalb des Bereiches 39 so angepaßt wird, daß die Abweichung in der Mitte der
Zonen 40 und 41 0 wird, wie in Figur 6 mit gestrichelten Liniensegmenten
42 und 43 gezeigt ist.
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Durch Unterscheidung von Längenbereichen 39-41 mit einer wesentlich
größeren Anzahl von Liniensegmenten erhält man mehr Liniensegmente als die
beiden Liniesegmente 42 und 43, so daß diese Liniensegmente alle nahezu
mit der X-Achse zusammenfallen.
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Neben der oben beschriebenen Beziehung zwischen der Länge L eines Bogens
und der Abweichung d eines eingestellten Abstands zwischen der Bogenkante
und der Falte (der Faltlänge V) ist, ebenfalls durch Schlupf hervorgerufen, die
realisierte Faltlänge auch von dem Bereich abhängig, in dem die eingestellte
Faltlänge liegt.
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Wenn die Faltlänge auf einen größeren Wert eingestellt ist, ist die anfängliche
che Periode mit der größten Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den
Faltwalzen (24 m/min) und Zufuhrwalzen (20 m/min) länger, wodurch mehr
Schlupf auftritt, so daß die Faitwalzen einen Bogen durch die Spalte zwischen
den sich langsamer bewegenden Zufuhrwalzen ziehen, so daß die erste Falte
zu spät gebildet wird. Auf diese Weise ergibt sich eine größere Faltlänge V als
eingestellt wurde. Auch die Beziehung zwischen der eingestellten Faltlänge
und der dadurch verursachten Abweichung d ist linear, wie in Figur 7 durch
die Linie 44 angegeben wird. Ein Korrekturmechanismus besteht darin, den
Zeitpunkt der Faltung, welcher Zeitpunkt aus der Antriebsdauer der
Zufuhrwalzen abgeleitet ist, für einen Bogen mit bestimmter Länge (zum Beispiel
841 mm) und einer bestimmten Faltlänge (zum Beispiel 297 mm) so
festzulegen, daß die Abweichung d 0 wird, und für andere Faltlängen den Zeitpunkt
der Faltung so festzulegen, daß für andere eingestellte Faltlängen der
Zeitpunkt der Faltung nach vom oder hinten verlegt ist, so daß die Abweichung
bei Jeder eingestellten Faltlänge 0 wird und die Linie 44 dann gleichsam
gedreht wird und mit der X-Achse in Figur 7 zusammenfällt. Die Effindung ist
auch bei einer Faltvorrichtung der in EP-B 0 156 326 beschriebenen Art
anwendbar, bei der die Ablenkeinrichtung nicht als eine Faltklappe (7) am
Übergang zwischen dem Zufuhiweg (3) und der Faltbahn (18) ausgebildet ist,
sondern stattdessen als ein in entgegengesetzte Richtungen antreibbares
Endlosband, das die Faltwalzen (14 und 17) und die Prallplatte 19 ersetzt.