DE678153C - Verfahren zur Darstellung von an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazolen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazolen

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DE678153C
DE678153C DEH154627D DEH0154627D DE678153C DE 678153 C DE678153 C DE 678153C DE H154627 D DEH154627 D DE H154627D DE H0154627 D DEH0154627 D DE H0154627D DE 678153 C DE678153 C DE 678153C
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  • Thiazole And Isothizaole Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung von an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazolen An der 2-Stellung nicht substituierte Thiazole kann man durch Diazotieren von 2-Aminothiazolen und Verkochen der erhaltenen Diazoverbindungen mit Alkohol oder durch Reduktion von 2-Chlorthiazolen gewinnen. Die 2-Chlorthiazole werden aus Amino- oder Oxythiazolen erhalten. Diese Verfahren sind umständlich und die Ausbeuten nicht befriedigend. Ausgehend von Thioformamid gewinnt man zwar unmittelbar an der 2-Stellung nicht substituierte Thiazole. Die Umsetzung dieser Verbindung mit halogenierten Aldehyden oder Ketonen verläuft aber meistens wenig glatt, ganz abgesehen davon, daß die Herstellung, selbst von sehr unreinem Thioformamid, umständlich und kostspielig ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die aus a-Halogenketonen und dithiocarbam,insaurem Ammonium bequem und in vorzüglicher Ausbeute erhältlichen z-Mercaptotliiazole (G.azz. chim. Ital. 61 119311, S.719) überraschend einfach und in einer Reaktionsstufe mit guter Ausbeute in die entsprechenden an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazole überführen kann, wenn man sie in saurer Lösung mit Wasserstoffsuperoxyd oxydiert. Hierbei entstehen die unstabilen Sulfinsäuren, die schon bei verhältnismäßig niederer Temperatur Schwefeloxyd abspalten, das aber zweckmäßig sofort durch Zugabe von mehr Wasserstoffsuperoxyd zu Schwefelsäure oxydiert wird. Die Schwefelsäure läßt sich dann durch Fällen mit Bariumchlorid leicht aus dem Reaktionsgemisch entfernen, und man erhält so eine salzsaure Lösung des Thiazols, aus der das Salz oder gegebenenfalls die Base in üblicher Weise abgeschieden werden kann.
  • Es ist bekannt, daß man aus Mercaptanen bestimmter heterocyclischer Reihen durch Wasserstoffsuperoxyd die Mereaptogruppe abspalten kann (H o u b e n , Die Methoden der organischen Chemie, Bd. 2 [r925], S. 197 und r98). Die Abspaltung der Mercaptogruppe ist indessen selbst in der Imidazolreihe, wie sich aus den Darlegungen in der gleichen Veröffentlichung ergibt, von den vorhandenen Substituenten stark abhängig. So führt beim a-ß-Diphenyl-glyoxalinhydrosulfid das übliche Vorgehen nicht zum Ziele. Wenn schon in diesem heterocyclischen Ringsystem derartige Unterschiede in der Anwendbarkeit einer Methode vorhanden sind, um wieviel größer wird dann die Unsicherheit bei anderen heterocyclischen Systemen.
  • Bis jetzt ist denn auch tatsächlich im Schrifttum kein Beispiel für eine analoge Umsetzung in der Thiazolreihe zu finden, obwohl die 2-Mercaptothiazole besonders leicht zugänglich und auch zahlreiche Vertreter derselben bekanntgeworden sind. Die Abspaltung der Mercaptogruppe durch Wasserstoffsuperoxyd im vorliegenden Falle war daher nicht vorauszusehen.
  • Nach dem Verfahren der britischen Patentschrift 456 751 werden 2-Mercaptothiazole zunächst in 2-Oxythiazole übergeführt, dann wird die Oxygruppe vermittels Phosphorhälogeniden durch Halogen ersetzt und schließlich an Stelle des Halogenatoms mit Reduktionsmitteln (Zinkstaub) Wasserstoff eingeführt. Es handelt sich also um ein recht umständliches Verfahren.
  • Demgegenüber vermeidet das vorliegende Verfahren die überführung der Mercaptogruppe in die Oxygruppe, den Ersatz der Oxygruppe durch Halogen und die Einführung von Wasserstoff an Stelle von Halogen. Es leistet also in einem einzigen Arbeitsgang dasselbe, wozu nach dem Verfahren der britischen Patentschrift 456 751 drei Stufen erforderlich sind. Die französische Patentschrift 803 495 erwähnt die eben besprochene Umsetzung, gibt indessen keine Anleitung für die Durchführung derselben.
  • Die Gewinnung von rohem Thioformamid ist zwar verhältnismäßig einfach, doch ist die Ausbeute schlecht. Das erhaltene rohe Thioformamid wiegt etwa die Hälfte des angewandten Formamids und ist ungefähr 6oo/oig, d. h. die Ausbeute beträgt etwa 22 °/o der Theorie. Dazu kommt, daß Thioformamid für die Verwendung in der Technik ungeeignet ist, da es nur in kleinen Partien gewonnen werden kann, sich leicht zersetzt, d. h. nicht aufbewahrt werden kann und in seinem Schwefelgehalt stark wechselt. (Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, Bd.42 [igogl, S. igii und i912).
  • Demgegenüber ist Ammoniumdithiocarbamat (aus Ammoniak und Schwefelkohlenstoff) bei weitem einfacher erhältlich. Die Verbindung stellt einen gut kristallisierbaren,wohl definierten Körper dar, der vor dem Thioformamid den weiteren Vorzug hat, sich auch mit den in Frage kommenden Chlorketonen unter milden Bedingungen glatt umzusetzen, während das Thioformamid mit den betreffenden Chlorketonen nur träge reagiert. Beispiel i 58 Gewichtsteile 2-Mercapto-4,5-dimethylthiazol (dargestellt aus 2-Brombutanon-(3) und Ammoniumdithiocarbamat) werden mit 24o Gewichtsteilen Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,18 verrührt und in das Gemisch langsam 136 Gewichtsteile Wasserstoffsuperoxyd (3o Gewichtsprozent) einfließen gelassen. Durch gute Kühlung und durch Regelung des Wasserstoffsuperoxydzulaufs erhält man die Temperatur des Umsetzungsgemisches auf 65 bis 70°. Ist alles Oxydationsmittel zugesetzt, erwärmt man auf 80° und fällt die entstandene Schwefelsäure durch Zugabe einer Lösung von ioo Gewichtsteilen Bariumchlorid (Ba C12 # 2 H2 O) in 3oo Gewichtsteilen Wässer als Bariumsulfat aus. Nach dem Abfiltrieren des Niederschlages und Eindampfen des Filtrats im Vakuum gewinnt man als Rückstand 4, 5-Dimethylthiazolhydrochlorid, das noch etwas Bariumchlorid beigemengt enthält. Durch Lösen in hochprozentigem Alkohol kann man davon abtrennen. Die' Ausbeute ist nahezu quantitativ. Das freie 4, 5-Dimethylthiazol siedet unter gewöhnlichem Druck bei i56°. ' Beispiel 2 1935 Gewichtsteile 2-Mercapto-4-methyl-5-(ß-chloräthyl)-thiazol (dargestellt aus i,3-Dichlorpentanon-(4) und Ammoniumdithiocarbamat; Schmelzpunkt 128°) werden in 6oo Gewichtsteilen Salzsäure 35 °/o gelöst und bei 6o° unter Kühlung durch allmählichen Zusatz von 34o Gewichtsteilen Wasserstoffsuperoxyd (3o Gewichtsprozent) oxydiert. Dann fällt man die Schwefelsäure durch Zugabe von Bariumchloridlösung unter Vermeidung eines Überschusses aus -und filtriert vom Bariumsulfat ab. Zur Abtrennung des in Lösung befindlichen 4-Methyl-5-(ß-chloräthyl)-thiazols kann man die mit Entfärbungskohle behandelte Lösung im Vakuum zur Trockne bringen. Durch Lösen des Rückstandes in absolutem Alkohol und Fällen mit wasserfreiem Äther gewinnt man das 4-Methyl-5-(ß-chloräthyl)-thiazolhydrochlorid rein. Die Ausbeute beträgt 172 Gewichtsteile, das sind annähernd 87 °/o der berechneten Menge.
  • Zur Reinigung des Thiazols kann man sich auch des schwerlöslichen Pikrates vom Schmelzpunkt 14o° bedienen. " Beispiel 3 173 Gewichtsteile 2-Mercapto-4-methyl-5-(ß-acetoxy-äthyl)-thiazol (aus Acetyl-i-oxy-3-chlorpentanon-(4) und Ammoniumdithiocarbamat vom Schmelzpunkt 93°) werden in Soo Gewichtsteilen Salzsäure (spez. Gewicht = 1,18) gelöst und unter Rühren und intensiver Kühlung allmählich mit 272 Gewichtsteilen Wasserstoffsuperoxyd von 3o Gewichtsprozent versetzt. Man hält die Temperatur der Lösung auf 6o bis 70°. Nach beendigtem Zulauf des Oxydationsmittels erwärmt man auf 8o° und versetzt mit einer heißen Lösung von 195 Gewichtsteilen kristallisiertem Bariumchlorid in 6oo Gewichtsteilen Wasser.
  • Nach dem Abfiltrieren des Bariumsulfats engt man das Filtrat im Vakuum ein und verfährt zur Abtrennung und Reinigung der Verbindung wie in Beispiel I beschrieben. Außer dein Ersatz des Schwefels in 2-Stellung durch Wasserstoff wird bei der Umsetzung unter den vorstehend beschriebenen Bedingungen der Essigsäurerest durch Hydrolyse entfernt, so daß als Endprodukt q-Methyl-5-oxyäthylthiazol erhalten wird. An destillierter Base werden über 75 °/o der theoretisch berechneten Menge gewonnen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazolen, dadurch gekennzeichnet, daß man auf 2-Mercaptothiazole Wasserstoffsuperoxyd in saurer Lösung einwirken läßt.
DEH154627D 1937-03-12 1938-02-03 Verfahren zur Darstellung von an der 2-Stellung nicht substituierten Thiazolen Expired DE678153C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1153021B (de) * 1961-07-21 1963-08-22 Jenapharm Veb Verfahren zur Herstellung von 4-Methyl-5-ª‰-oxyaethylthiazol

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1153021B (de) * 1961-07-21 1963-08-22 Jenapharm Veb Verfahren zur Herstellung von 4-Methyl-5-ª‰-oxyaethylthiazol

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