DE654791C - Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten

Info

Publication number
DE654791C
DE654791C DEI48676D DEI0048676D DE654791C DE 654791 C DE654791 C DE 654791C DE I48676 D DEI48676 D DE I48676D DE I0048676 D DEI0048676 D DE I0048676D DE 654791 C DE654791 C DE 654791C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
compounds
substances
pressure hydrogenation
polynuclear
hydrogenation products
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEI48676D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Mathias Pier
Dr Karl Schoenemann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by IG Farbenindustrie AG filed Critical IG Farbenindustrie AG
Priority to DEI48676D priority Critical patent/DE654791C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE654791C publication Critical patent/DE654791C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/56Ring systems containing three or more rings
    • C07D209/80[b, c]- or [b, d]-condensed
    • C07D209/82Carbazoles; Hydrogenated carbazoles
    • C07D209/86Carbazoles; Hydrogenated carbazoles with only hydrogen atoms, hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals, directly attached to carbon atoms of the ring system

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung einheitlicher hochmolekularer cvclischer Kohlenstoffverbindungen mit mindestens vier Ringen im Molekül, und zwar sowohl der isocvclischen als auch lieterocyclischen Gruppe, wie Pyren, Chrysen, Brasan, Phenylnaphthylcarbazol u. dgl.
  • Die technische Gewinnung reiner mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen, wie Naphthalin, Anthracen, Pyren u. dgl., die als Ausgangsstoffe für die organisch-chemische Synthese geeignet sind, war bisher, abgesehen von der synthetischen Darstellung, beschränkt auf die Isolierung aus dein Steinkohlenhochteniperaturteer, dem einzigen Rohmaterial, in dem sie in genügender Menge vorhanden und aus dein sie leicht gewinnbar sind. Die bisherigen Verfahren beruhen darauf, das in dem Steinkohlenteer vorliegende Gemisch dieser Stoffe durch Destillation, Kristallisation, selektive Lösung oder chemische Methoden, wie z. B. Behandlung mit Schwefelsäure oder Kalischmelze, zu zerlegen. Soweit es sich uni. Verbindungen mit bis zu drei Kernen handelt, ist diese Isolierung reiner Stoffe verhältnismäßig einfach und wird seit langen Jahren in großtechnischem Maßstabe wirtschaftlich durchgeführt.
  • Die Gewinnung der höhermolekularen Verbindungen mit vier und mehr Ringen ist aber mit erheblichen technischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten verknüpft. Die technischen Schwierigkeiten liegen einmal in den hohen Siedepunkten dieser Stoffe begründet, die so hoch sind, daß die Pech- und Asphaltstoffe, aus denen sie Herausdestilliert werden müssen, sich bereits unter Koksbildung zersetzen, wodurch die Ausbeute an den die vierkernigen Verbindungen enthaltenden Destillaten vermindert und die Gewinnung mehr als vier Kerne enthaltender Verbindungen praktisch unmöglich wird. Ferner werden mit zunehmender Molekülgröße die Unterschiede in der Löslichkeit und im chemischen Verhalten zwischen den einzelnen Verbindungen geringer, so daß auch die weitere Zerlegung der Destillate gegenüber der Gewinnung der bis zu drei Kerne enthaltenden Verbindungen sehr wesentlich erschwert wird. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen darin, daß die Gewinnung der vier-und mehrkernigen Verbindungen an die durch mannigfache Voraussetzungen örtlich, inengeninäßig und preismäßig beschränkte Rohstoffbasis des Steinkohlenhochtemperaturteeres gebunden ist und daß zur Gewinnung einer kleinen Ausbeute von wenigen Zehntel eines Prozentes große Mengen der wertvollen Teersubstanz in wertlosen oder nur in kleinen Mengen absetzbaren Pechkoks unigeivandelt werden.
  • Auch in anderen durch rein thermische Behandlung bituminöser Stoffe gewonnenen Produkten als Steinkohlenteer sind die genannten mehrkernigen Verbindungen nur in sehr geringer Menge vorhanden, so daß ihre Isolierung, soweit sie überhaupt möglich ist, sehr umständlich und teuer ist.
  • Das vorliegende Verfahren ermöglicht es nun, hochmolekulare Kohlenstoffverbindungen der genannten Art in einfacher und billiger Weise und in großen Mengen herzustellen. Das Verfahren geht aus von anderen bituminösen Stoffen als Steinkohlenhochtemperaturteer. Es bietet gegenüber der bekannten Gewinnung aus dein Steinkohlenteer wesentliche Vorteile.
  • Als geeignete Ausgangsstoffe für das vorliegende Verfahren seien die Druckhydrierungsprodukte von beispielsweise Steinkohle, Braunkohle, Torf, Holz, Lignin, Ölschiefer, Mineralölen, Naturasphalten, Steinkohlen-und Braunkohlenteeren, deren Fraktionen und Extrakten sowie ihren Destillations-, Krack-und Raffinationsrückständen genannt.
  • Die bekannte Druckhydrierung dieser bituminösen Rohstoffe wurde bisher zwecks Gewinnung von Ölen, insbesondere Treibstoffen, Schmierölen, Imprägnierölen u. dgl., durchgeführt. Das Endziel war, eine möglichst weitgehende Verflüssigung und Ölbildung zu erreichen. Man hat zwar gelegentlich beobachtet, daß solche Druckhydrier ungsprodukte auch cyclische Verbindungen enthalten können, doch hat man nur niedermolekulare Verbindungen mit bis zu drei Ringen feststellen können, wie z. B. Anthracen und Carbazol.
  • Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß die hochsiedenden Druckhydrierungsprodukte der genannten bituminösen Rohstoffe Kohlenstoffverbindungen mit vier und mehr Ringen in sehr erheblichen Mengen enthalten und daß diese auf sehr leichte und einfache Weise daraus gewonnen ,werden können. Diese Beobachtung steht im Gegensatz zu den bisherigen Befunden bei Steinkohlenteer und anderen rein thermischen Umwandlungsprodukten bituminöser Rohstoffe.
  • Für den Steinkohlenhochtemperaturteer ist die im Vergleich zu ähnlichen Rohstoffen, wie Urteer, Braunkohlenteer, Erdöl u. dgl., einfache chemische Zusammensetzung charakteristisch. Das ist der Grund dafür, daß sich allein auf der Basis des Steinkohlenteers eine Industrie zur Gewinnung reiner cyclischer Verbindungen entwickelt hat. Beim Stein-@I:r'4ilenteer lassen sich aus dein Leicht- und 11littelöl einheitliche reine Stoffe, wie Benzol, Toluol, Xylol, Carbolsäure, durch Fraktionieren abscheiden. Bei den hochsiedenden Steinkohlenteerölen scheiden sich kristallisierte Stoffe schon aus Fraktionen mit weiten Siedegrenzen ab. Mit steigendem Siedepunkt nimmt der Gehalt an einheitlichen Verbindungen ab, und die Isolierung wird schwieriger; beispielsweise kristallisieren aus dein Steinkohlenteerinittelöl rund 30 °%o fester Stoffe, und zwar nur Naplitlialin aus, beim Schweröl betragen die festen Ausscheidungen nur 2o % und beim Anthracenöl nur noch 5 % und sind nur durch mehrfaches Uinkristallisieren und auch dann mir zum Teil in reine Stoffe zu zerlegen. Die Gewinnung der vierkernigen Verbindungen ist, wie oben beschrieben, noch schwieriger.
  • Die Druckhydrierungspradukte bituminöser Stoffe weisen eine viel komplexere Zusammensetzung auf als der Steinkohlenteer und ähneln darin den Erdölen. Noch nicht einmal Benzol und Toltiol lassen sich durch Fraktionierung von ihren Begleitstoffen trennen; Naphthalin, Anthracen und Carbazol sind nur in ganz geringen Mengen gefunden worden. Die hochsiedenden Öle sollten wegen ihrer den Erdölen gleichen Viscosität für Schmier- und Treibzwecke verwendet werden und mußten daher vollkommen frei von festen Stoffen sein. LTni so überraschender war es daher, daß die vier- und mehrkernigen Verbindungen im Gegensatz zu dem Befund beim Steinkohlenhochternperaturteer in verhältnismäßig großer Menge vorhanden sind und auf einfache Weise in reiner Form isoliert werden können.
  • Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung besteht also darin, daß man die bituminösen Rohstoffe der Druckhydrierung unterwirft und aus den hochsiedenden Anteilen der Reaktionsprodukte die cyclischen Kohlenstoffverbindungen finit vier und mehr Ringen auf physikalischem oder chemischem Wege abtrennt.
  • Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen zunächst darin, daß es von weit verbreiteten, billigen Rohstoffen ausgeht. Es ist nicht an die vielen Voraussetzungen der Gewinnung aus dem Steinkohlenteer gebunden. Die Produkte der Druckhydrierung sind hochwertige Öle, wegen deren Gewinnung das Verfahren allein schon wertvoll ist. Die Gewinnung wird nicht durch wertlose Nebenprodukte verteuert. Die Gesamtmenge der organischen Substanz wird in wertvolle Verbindungen übergeführt, nämlich einerseits in die chemisch verwertbaren einheitlichen, mehrkernigen Verbindungen und andererseits in hochwertige Produkte, die als Treibstoffe usw. verwertet «-erden können, während bei den bekannten destruktiven Methoden in erster Linie koksartige Rückstände, die nur mit ihrem Heizwert bewertet werden können, entstehen. Bei der hohen Ausbeute an Druckhydrierungsprodukt, bezogen auf das Ausgangsniaterial, z. B. bei Kohle über 7o % verwertbare Kohlenstoff verbindungen, genügt schon eine verhältnismäßig kleine prozentuale Ausbeute an mehrkernigen Verbindungen, um große Mengen dieser zu produzieren.
  • Der Abbau solcher bituminöser Rohstoffe, die ihrer chemischen Natur nach hochpolymere und hochkondensierte, cyclische Substanzen darstellen oder solche enthalten, wie z. B. Kohlen, Torf, Lignin, Krackrückstände, Braunkohlenteere, kann nach dem vorliegenden Verfahren in viel schonender Weise und unter weitergehender Erhaltung der aromatischen Grundstruktur der Rohstoffe durchgeführt werden als bei den bisher bekannten rollen, rein thermischen Gewinnungsmethoden. Durch Variation der Reaktionsbedingungen der Druckhydrierung, wie Druck, Temperatur, Aufenthaltszeit und Katalysator, kann die Bildung der mehrkernigen Verbindungen weitgehend beeinflußt werden, z. B. in der Weise, daß bestimmte Molekülkonfigurationen zu niedrigsiedenden Verbixidungen aufgespalten werden, andere dagegen erhalten bleiben. oder daß Ringsysteme aus offenkettigen Verbindungen neu gebildet "werden; z. B. können durch Anwendung mäßiger Temperaturen hochmolekulare Verbindungen mit mehreren Benzolkernen erhalten werden, oder durch Eisen- oder Zinnkatalysatoren kann der Sauerstoffgehalt des Ausgangsmaterials weitgehend erhalten bleiben. Je nach der Wahl der Temperatur und des Wasserstoffpartialdruckes können die Benzolringe in dehydriertem Zustande als rein aromatische Verbindungen oder in mehr oder weniger weit hydriertem Zustand erhalten werden. Gegenüber der Gewinnung von cyclischen Verbindungen aus dem Steinkohlenteer, die nur eine Isolierung schon vorhandener Stoffe darstellt, handelt es sich bei dein angegebenen Verfahren um eine Neubildung solcher Verbindungen.
  • Die Abscheidung der inehrkernigen Verbindungen aus den Druckhydrierungsprodukten ist viel leichter als die bisherige Gewinnung aus dem Steinkohlenteer. Die destillative Abtrennung erfolgt nach der rüeist weitgehenden Beseitigung der leichtest zersetzlichen Asphaltstoffe durch die vorangehende Druckhydrierung ohne störende Zersetzungen. Neben den bisher für Steinkohlenteer bekannten Trennungs- und keinigungsmethoden sind neue zusätzliche Trennungsverfahren möglich, wie selektive Lösung, Fällung oder Dehydrierung. Die als aromatische Verbindungen vorhandenen vier-oder mehrkernigen Stoffe sind meist ohne weitere chemische Behandlung aus den hochsiedenden Ölen durch Fraktionierung und Kristallisation rein zu gewinnen. Die als Hydride erhaltenen Ringsysteme lassen sich wegen ihres gegenüber den entsprechenden rein aromatischen Verbindungen wesentlich tieferen Siedepunktes besonders leicht durch Destillation abtrennen und in einzelnen Fraktionen anreichern. Während durch Anwendung von Vakuum und Wasserdampf bisher die mehrkernigen Ringst' steine in Form der rein aromatischen Verbindungen bestenfalls nur mit bis zu vier Kernen im Molekül zu gewinnen waren, können in Form der niedriger siedenden Hydride nunmehr auch fünf-und sechskernige Stoffe auf diese Weise gewonnen werden.
  • Ein weiterer sehr wesentlicher Vorteil des neuen Verfahrens ist darin zu sehen, daß die gewonnenen Substanzen in reinerer Form, vor allein frei von Sauerstoff-, Stickstoff- und schwefelhaltigen Verunreinigungen, erhalten werden, während diese bei den bekannten Verfahren meist in größeren Mengen vorhanden sind und eine komplizierte und umständliche Feinreinigung erfordern und die Verwendung der Produkte für Synthesen außerordentlich erschweren.
  • Das Verfahren eröffnet der organischchemischen.Industrie grundsätzlich neueEntwicklungsmöglichkeiten der Synthese dadurch, daß bereits bekannte vier- und mehrhernige Verbindungen in größerer Menge . und Reinheit und wesentlich billiger zur Verfügung stehen und außerdem neue, bisher technisch unzugängliche oder überhaupt unbekannte, z. B. bis zu zehn Kerne im Molekül enthaltende Ringsysteme gewinnbar sind. Die durch die schonende Gewinnung bewirkte weitgehende und erforderlichenfalls auch variierbare Erhaltung der Seitenketten gibt die Möglichkeit, eine große Anzahl von alkylierten mehrkernigen Verbindungen leicht zugänglich zu machen, die bisher nur durch komplizierte Synthesen, z. B. nach dem Aluminiumchloridverfahren, erhältlich waren.
  • Die Druckhydrierung der bituminösen Stoffe kann nach den bekannten Verfahren in verschiedener Weise praktisch durchgeführt werden. Vorteilhaft werden die Reaktionsbedingungen so gewählt, daß die Ausbeute an hochsiedenden und hochmolekularen Substanzen besonders groß ist, was z. B. bei Steinkohle durch Anwendung von Wasserstoffdrucken von Zoo Atin. und mehr einer Reaktionstemperatur von möglichst nicht über 43o bis 500°, einer Verweilzeit von etwa io bis 30 Minuten und durch Verwendung von Katalysatoren erzielt werden kann. Das vorliegende Verfahren kann aber auch mit der Gewinnung von Ölen für Treib-, Imprägnier-. Schmier- und ähnliche Zwecke kombiniert werden in der Weise, daß aus dem Reaktionsprodukt die hochsiedenden Fraktionen auf physikalische oder chemische Weise abgeschieden werden. Im allgemeinen wird die Hydrierung bei Temperaturen über 300° und bei erhöhten Wasserstoffdrucken, z. B. von 2o Atm. oder mehr, vorteilhaft zwischen 50 und iooo Atm. durchgeführt. An Stelle von Wasserstoff können auch wasserstoffhaltige oder unter den Reaktionsbedingungen Wasserstoff bildende Gase sowie Wasserstoff abgebende Substanzen verwandt werden. Die Reaktion erfolgt zweckmäßig unter Verwendung der bekannten Druckhydrierungskataly satoren, z. B. Eisen, Zinn, Nickel, Wolfram, Molybdän, deren Oxyden und Sulfiden, und nach vorheriger Aufbereitung der bituminösen Stoffe, z. B. durch Entaschung der Kohle, Beseitigung etwa vorhandener Alkalität oder Acidität, Abscheidung von sogenanntem fixem Kohlenstoff und besonders zersetztlichen und leicht verkokenden Asphaltstoffen aus Erdölen, Asphalten und Krackrückständen. Das Verfahren läßt sich auch kontinuierlich durchführen, vorteilhaft dadurch, daß die bituminösen Stoffe im flüssigen, geschmolzenen oder mit Öl zu einer pumpbaren Paste angeriebenen Zustand in das Reaktionsgefäß eingeführt werden.
  • Die Ahscheidung der höheren, die mehrkernigen Kohlenstoffverbindungen enthaltenden Fraktionen aus dem Rohprodukt der Druckhydrierung erfolgt zweckmäßig zunächst auf physikalischem Wege, z. B. durch Fällung, Lösung oder Destillation. Die hochmolekularen Stoffe kristallisieren teilweise unmittelbar nach dieser ersten rohen Trennung aus. Die weitere Feintrennung kann dann nach den üblichen Methoden, z. B. durch nochmalige Destillation oder Kristallisation, letztere gegebenenfalls nach Zusatz von Fällungs- oder Lösungsmitteln oder durch chemische Methoden, wie Dehydrierung, partielle Dehydrierung, Kalischmelze, Sulfonierung usw., erfolgen. Beispiel i 2o Teile gemahlene Gasflammkohle werden finit einer zur Neutralisation der Alkalität ihrer Asche ausreichenden Menge Salzsäure getränkt, hierauf getrocknet und mit io Teilen geschmolzenem, aus Steinkohlenhydrierprodukten stammendem Weichpech vom Erstarrungspunkt 5o° unter Zusatz von i Teil mit Ammoninolybdatlösung getränkter L uxnlasse bei einer Temperatur voll 156' zu einer hochkonsistenten Paste angerieben. Diese Paste wird bei einer Temperatur von i 5o' mittels Pumpe durch eine kurze weite Rohrleitung in und durch ein mit 'Rührer versehenes Druckgefäß gepumpt und darin bei 5oo° mit Wasserstoff unter 16o Atiii. Druck während einer Verweilzeit im Reaktionsraum von 2o Minuten liy driert. Das Hydrierungsprodukt wird nach Entfernung der festen Asche- und Kohlenbestandteile durch Zentrifugieren mit überhitztem Wasserdampf unter vermindertem Druck auf Hartpech destilliert und die oberhalb 250" bei 5o min übergehenden Öle bei 5o mni Druck nochmals destilliert. Aus der zwischen 25o bis 28o° siedenden Fraktion,scheidet sich beim Stehen Pyren in einer Menge von i % der angewandten Kohle ab. Es ist nach dem Abpressen und Waschen mit wenig Benzol und Pyridin praktisch rein.
  • Beispiel 2 iooo kg eines bis 300° abgetoppten Braunkohlengeneratorteers werden nach Zusatz von 8o kg Luxmasse, die mit einer Lösung von kg Ammonmolybdat getränkt und getrocknet wurde, bei einer Temperatur von ddo° mit Wasserstoff vom Partialdruck i5o Atin. während einer Verweilzeit von 30 Minuten behandelt. Das Reaktionsprodukt wird einer sorgfältigen Fraktionierung im Vakuum unterworfen. Aus der Fraktion vorn Siedepunkt 26o bis 27o° bei 5o mm scheiden sich nach 5tägigem Stehen bei Ziminerternperatur Kristalle ab, die sich nach einmaligem Urnkristallisieren aus Benzol als reines Pvren erweisen. Beispiel 3 Steinkohle wird unter Zusatz von aus Steinkohlenhydrierprodukten stammendem Weichpech in der gleichen Weise, wie in Beispiel i beschrieben, hydriert. Aus dem Hvdrierprodukt wird das oberhalb 2.5o° bei 5o mm übergehende Oldestillat unter vermindertem Druck mittels überhitzten Wasserdampfes abdestilliert. Die sich daraus beim Stehen abscheidenden Kristalle von Rohpyren, das mit etwa der gleichen Menge anderer Begleitkörper verunreinigt ist, werden abgetrennt. ioo Teile dieses Rohpyrens werden in q.oo Teilen heißen Benzols gelöst und mit 56 Teilen Pikrinsäure versetzt. Es scheiden sich ioo Teile Pikrat aus, das nach der Zersetzung mit Natronlauge #o Teile praktisch reines Py ren ergibt.
  • Die Arbeitsweise des Patents 639 2.1.0 (wonach man die hochsiedenden Rohrlestillate von Druckh_ydrierungsprodukten mit wasserstoffreichen ILohlenwasserstoffen und verdünnten Säuren `-ersetzt und aus den dabei abgeschiedenen schweren Ölen die mehrkernigen Verbindungen abscheidet) und des Patents 6 5.4 o82 (wonach man aus Druckhydrierungsprodukten feste Bestandteile und Asphaltstoffe abscheidet, eine oder mehrere hochsiedende Fraktionen abtrennt, diese dehydriert und aus den Dehydrierungsprodukten die mehrkernigen Ringverbindungen abtrennt ) «-erden hier nicht beansprucht.

Claims (1)

  1. PATEXTAXSPRUCII: Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger ILohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten von anderen bituminösen Stoffen als Steinkohlenhochtemperaturteer, dadurch gekennzeichnet, daß man aus den hochsiedenden Anteilen der Hydrierungsprodukte auf physikalischem oder chemischem Wege Verbindungen mit vier oder mehr Ringen abscheidet, wobei die Verfahren der Patente 639 2.1o und 654 082 ausgenommen werden.
DEI48676D 1933-12-29 1933-12-29 Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten Expired DE654791C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI48676D DE654791C (de) 1933-12-29 1933-12-29 Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEI48676D DE654791C (de) 1933-12-29 1933-12-29 Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE654791C true DE654791C (de) 1938-01-11

Family

ID=7192359

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEI48676D Expired DE654791C (de) 1933-12-29 1933-12-29 Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE654791C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE765291C (de) Verfahren zur Verbesserung der Klopffestigkeit von Benzinen aliphatischer Natur
DE654791C (de) Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Kohlenstoffverbindungen aus Druckhydrierungsprodukten
DE867387C (de) Verfahren zur Herstellung von mehrkernigen Kohlenwasserstoffen mit mehr als fuenf Ringen im Molekuel, insbesondere von Coronen
DE733239C (de) Verfahren zur Gewinnung aromatischer Kohlenwasserstoffe
DE659878C (de) Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Verbindungen aus Druckhydrierungsprodukten von bituminoesen Stoffen
DE640580C (de) Verfahren zur Gewinnung wertvoller mehrkerniger Verbindungen aus Druckhydrierungsprodukten
DE340074C (de) Verfahren zur Gewinnung von Schmieroel und Paraffin aus Generatorteer
DE570558C (de) Verfahren zur Verarbeitung hochmolekularer organischer Stoffe auf Stoffe niederer Molekulargroesse
DE654082C (de) Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Verbindungen aus Druckhydrierungsprodukten von bituminoesen Stoffen
DE673378C (de) Verfahren zur Gewinnung mehrkerniger Verbindungen aus Druckhydrierungsprodukten von bituminoesen Stoffen, insbesondere von Steinkohlen oder Steinkohlenteeren
DE729769C (de) Verfahren zur Reinigung von Kohlenwasserstoffen
DE689360C (de)
DE655103C (de) Verfahren zur Gewinnung einheitlicher mehrkerniger Verbindungen aus Druckhydrierungsprodukten
DE335190C (de) Verfahren zur Gewinnung sehr viskoser Schmieroele aus Braunkohlenteer oder Schieferteer
DE891719C (de) Verfahren zum Zerlegen von OElrueckstaenden
DE756542C (de) Verfahren zur kontinuierlichen Druckextraktion fester kohlenstoffhaltiger Brennstoffe und anschliessenden spaltenden Druckhydrierung des erhaltenen Extraktes
DE727112C (de) Verfahren zur Entfernung von Feststoffen aus OElen
DE729490C (de) Verfahren zur Druckhydrierung von festen Brennstoffen
DE735223C (de) Verfahren zur Gewinnung von Schmieroelen aus bei niedriger Temperatur bzw. durch Spuelgas-Schwelung gewonnenen Teeren
DE130679C (de)
DE633391C (de) Verfahren zur Gewinnung von Extrakten aus festen Brennstoffen
DE734074C (de) Verfahren zur Herstellung fluessiger Kohlenwasserstoffe aus asphalthaltigen fluessigen oder schmelzbaren Teeren, Mineraloelen oder Druckhydrierungserzeugnissen von Kohlen, Teeren oder Mineraloelen oder aehnlichen Stoffen
DE695329C (de) Verfahren zur Gewinnung von Coronen
DE953999C (de) Verfahren zur Verwertung des bei der Kuehlung von Destillationsgasen anfallenden Kondensats
DE622402C (de) Verfahren zur Spaltung von Kohlenwasserstoffoelen