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Photographisches Belichtungsmaterial zur Herstellung von Farbrasteraufsichtsbildern
Zur Herstellung von photographischen Bildern nach dem Farbrasterprinzip ist bereits
ein Material bekannt, bei welchem die gewöhnliche, in sich geschlossene, homogene
lichtempfindliche Schicht entsprechend der Farbe der Rasterelemente in der Weise
empfindlich ist, daß eine Teilsensibilisierung der lichtempfindlichen Schicht angestrebt
wird. Dabei liegt. der Farbraster zwischen dem Träger und der lichtempfindlichen
Schicht. Zur Herstellung werden mit Farbstoff und, soweit nötig, mit einem Sensibilisator
versehene kugelförmige Gebilde, die entsprechend der Farbe sensibilisiert sind,
auf einen mit einer Klebeschicht versehenen Träger aufgetragen, und zwar mit Abständen,
so daß,keine verschieden gefärbten Kügelchen mit denen der anderen Farben in Kontakt
kommen. Darüber wird eine lichtempfindliche farbenblinde Schicht gebreitet, welche
die Sensibilisatoren der Kügelchen in sich aufnehmen soll. Um ein seitliches Diffundieren
der Sensibilisatorstoffe und ein unfiltriertes Durchgehen der Lichtstrahlen zu vermeiden,
werden die Zwischenräume mit einer geeigneten Füllmasse, z. B. Ruß oder aktiver
Kohle, ausgefüllt.
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Das so gewonnene Belichtungsmaterial eignet sich nicht zur Herstellung
von Aufsichtsbildern; denn ist der Träger undurchsichtig, wie es bei Aufsichtsbildern
der Fall sein muß, so kann durch den Träger hindurch nicht belichtet werden. Belichtet
man aber von der Schichtseite her, so treffen die Lichtstrahlen zuerst die Emulsion
und dann erst die Farbrasterelemente, d. h. die Schicht wird belichtet, bevor eine
Filterung der Lichtstrahlen eintritt. Außerdem entstehen bei Belichtung von der
Trägerseite her parallaktische Verschiebungen, wenn die Betrachtung von der Schichtseite
erfolgt, da der Betrachtungswinkel nicht mehr dem Einfallswinkel des Lichtes bei
der Aufnahme entspricht.
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Darüber hinaus ist dies bekannte Belichtungsmaterial auch noch mit
anderen Mängeln behaftet.
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Vor allein kann es keine regelmäßige Verteilung der Farbrasterkörner
und der Sensibilisierungsstoffe mit so kleinen Abständen besitzen, wie es zur Herstellung
befriedigender Farbrasterbilder notwendig ist. Ferner ist die örtliche Sensibilisierungweder
in dem erforderlichen Ausmaß dosierbar, noch kontrollierbar, da sich der Sensibilisierungsprozeß
von innen her durch Diffundieren der in den Farbrasterpartikeln enthaltenen Sensibilisator:en
in die darüberliegende, lichtempfindliche Schicht abspielt. Schließlich kann bei
diesem Material weder der Farbraster noch die örtliche Sensibilisierung der Emulsion
praktisch lückenlos sein mit dem Erfolge, daß erhebliche Farbverluste entstehen
müssen. Denn um eine schädliche Anhäufung gleicher Farbkörner an einzelnen Stellen
und ein seitliches Diffundieren zu vermeiden, müssen zwischen den einzelnen Farbrasterkörnern
die obenerwäbnten Zwischenräume angeordnet werden.
Ferner wurde
ein Verfahren beschrieben, bei welchem lichtempfindliche Emulsionen in drei Teile
geteilt wurden, deren einer blau angefärbt, der zweite rot sensibilisiert und entsprechend
angefärbt, der dritte grün sensibilisiert und ebenfalls entsprechend angefärbt wurde.
Diese Emulsionen wurden getrocknet, gemahlen und miteinander verinischt und auf
einen -mit Klebestoff versehenen Träger aufgetragen. Befriedigende Ergebnisse mit
der Teilsensibilisierung nach diesem Verfahren konnten nicht erreicht werden, da
die Filterwirkung erst in einer gewissen Tiefe des so sensibilisierten Materials
eintritt. Infolgedessen ist man genötigt, eine sehr dichte Anfärbung vorzunehmen,
welche bei der Aufnahme zwangsläufig zu einer ganz unerwünschten Verlängerung der
Aufnahmezeiten und für Aufsichtsbilder zu einer Verdunkelung der Farben und des
gesamten Bildes führt. Eine gleichmäßige Abschwächung der Farbenpartikel zur Herstellung
eines brauchbaren Aufsichtsbildes ist aber praktisch mit befriedigendem Ergebnis
undurchführbar. Hinzu kommt noch, daß durch die Beigabe der Farbe in die Silberemulsion
eine Verdrängung der Silberkörner erfolgt und infolgedessen eine genügende Deckung
im Farbbild nicht erreicht wird, was sich in einer ungenügenden Farbwiedergabe auswirkt.
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Das erfindungsgemäße Material benutzt ebenfalls die gewöhnliche, in
sich geschlossene, homogene lichtempfindliche Schicht. Es wird jedoch zur Beseitigung
der erwähnten Mängel nicht der Farbraster zwischen Träger und örtlich sensibilisierter
Schicht, sondern letztere zwischen Träger und Farbraster angeordnet. Ist daher der
Träger undurchsichtig, wie zur Gewinnung von Aufsichtsbildern erforderlich, dann
müssen bei Belichtung von der Schichtseite her die Lichtstrahlen vor dem Auftreffen
auf die örtlich sensibilisierte Emulsion die Farbrasterelemente durchdringen; sie
werden vor ihrer Einwirkung auf die lichtempfindliche Schicht gefiltert. Die Verteilung
der Farbrasterelemente auf der Schicht und die Verteilung der entsprechenden örtlichen
Sensibilisierung der lichtempfindlichen Schicht kann vollkommen gleichmäßig und
praktisch lückenlos vorgenommen werden, da die Notwendigkeit, die lichtempfindliche
Schicht von den Farbrastereleinenten aus durch Diffundieren örtlich empfindlich
zu machen, entfällt. Eine weitere Folge davon ist, daß die Sensibilisierung, entsprechend
den jeweiligen Bedürfnissen, genau dosiert und geregelt werden kann; d. h. es kann
jeweils so viel Sensibilisierungsstoff verwendet werden, als zur ,einwandfreien
örtlichen Sensibilisierung durch die ganze Tiefe der lichtempfindlichen Schicht
hindurch erforderlich ist.
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Unter den gelben Rasterelementen braucht die lichtempfindliche Schicht
nicht notwendig gelb sensibilisiert zu sein; an die Stelle der Gelbsensibilisierung
kann auch Grünsensibilisierung treten.
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Zweckmäßig verwendet man eine kontrastreich arbeitende örtlich sensibilisierte,
lichtempfindliche Schicht.
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Die grünen Elemente des Farbrasters können aus beständiger gelber
und herauslösbarer blauer Farbe zusammengesetzt sein.
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Die Herstellung des erfindungsgemäßen Materials erfolgt auf dem Weg,
daß man auf die gewöhnliche lichtempfindliche Schicht zunächst die blauen Rasterelemente
aufbringt, sodann für eine andere Farbe sensibilisiert, die -Rasterelemente von
dieser Farbe aufbringt, für eine weitere Farbe sensibilisiert und schließlich die
dieser `Sensibilisierung entsprechenden Farbelemente aufträgt. Die Rasterelemente
können in Gestalt eines das Lösungsmittel des Sensibilisators abstoßenden Druckes,
z. B. in Fettdruck, aufgebracht werden.
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In der beiliegenden Figur ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Materials im Stadium der Herstellung gezeigt.
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Auf den Träger r wird in üblicher Weise ein gewöhnliche, nur für blaues
Licht empfindliche, zweckmäßig konfrastreich arbeitende Schicht 2 aufgebracht. Sodann
werden auf die Schicht z zunächst die blauen Rasterelemente 3 allein aufgedruckt.
Ist dies geschehen, so wird die Schicht grün sensibilisiert. Der Druck der blauen
Rasterelemente 3 ist aus solchem Material, welches den Sensibilisator abstößt. Zweckmäßig
wird Fettdruck verwendet. Auf die grünsensibilisierte Schicht werden nun ebenfalls
in Fettdruck die grünen Rasterelemeate q. aufgebracht. Nach diesem Vorgang wird
rot sensibilisiert. Hierauf werden endlich die roten Rasterelemente 5 aufgebracht.
-Es ist damit im großen und ganzen erreicht, daß die Schicht z unter den verschiedenen
Rasterelementen nur für die Farbe des darüberliegenden Elements lichtempfindlich
ist. Unter den roten Rasterelementen ist die Schicht allerdings auch grünempfindlich,
da ja diese Stellen sowohl grün, als rot sensibilisiert sind. Statt der grünen Rasterelemente
könnte man auch gelbe Rasterelemente verwenden. Ferner kann die lichtempfindliche
Schicht unter den gelben Rasterelementen grün sensibilisiert sein.
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Für den Aufsichtsfarbraster sind grüne Elemente erforderlich, da die
sonst verwendeten gelben Elemente rote Strahlen nicht absorbieren. Es ist jedoch
andererseits erforderlich,
in der Aufsicht ein gelbes Element oder
zum mindesten ein sehr gelbliches Grün zu haben. Dies wird beispielsweise dadurch
erreicht, daß man der Druckfarbe für gelbe Rasterelemente blaue, wasserlösliche
Anilinfarbe beimischt, derart, daß beim Druck tatsächlich ein grünes Element entsteht.
Dieses absorbiert die roten Strahlen, so daß der Aufsichtsfarbraster einwandfrei
wirkt. Beim Entwickeln, Fixieren oder Waschen des belichteten Materials wird die
blaue Anilinfarbe herausgewaschen, so daß auf dem Aufsichtsbild nur mehr gelbe oder
gelblichgrüne Rasterelemente vorhanden sind.
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Um eine Einfärb:ing des Trägers i zu verhindern, kann dieser mit einer
weißen Lackschicht 6 überzogen sein. Der Träger besteht z. B. aus Papier.
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Bestehen alle Elemente des Farbrasters aus Fettdruck, so können sie
beispielsweise zum Zwecke der Einwirkung des Entwicklers und der sonstigen üblichen
photographischen Bäder auf die lichtempfindliche Schicht in an sich bekannter Weise
etwa mit Benzin entfettet werden.