DE574838C - Verfahren zur Darstellung von cyclischen Glykolen und ihren Derivaten bzw. von Ketonen - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von cyclischen Glykolen und ihren Derivaten bzw. von Ketonen

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DE574838C
DE574838C DESCH94816D DESC094816D DE574838C DE 574838 C DE574838 C DE 574838C DE SCH94816 D DESCH94816 D DE SCH94816D DE SC094816 D DESC094816 D DE SC094816D DE 574838 C DE574838 C DE 574838C
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DE
Germany
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hydrogen peroxide
acid
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ketones
glycols
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DESCH94816D
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Dr Erich Borgwardt
Dr Hans Meerwein
Dr Walter Schoeller
Dr Erwin Schwenk
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Schering Kahlbaum AG
Original Assignee
Schering Kahlbaum AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C31/00Saturated compounds having hydroxy or O-metal groups bound to acyclic carbon atoms
    • C07C31/18Polyhydroxylic acyclic alcohols
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C27/00Processes involving the simultaneous production of more than one class of oxygen-containing compounds
    • C07C27/10Processes involving the simultaneous production of more than one class of oxygen-containing compounds by oxidation of hydrocarbons
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C35/00Compounds having at least one hydroxy or O-metal group bound to a carbon atom of a ring other than a six-membered aromatic ring
    • C07C35/02Compounds having at least one hydroxy or O-metal group bound to a carbon atom of a ring other than a six-membered aromatic ring monocyclic
    • C07C35/08Compounds having at least one hydroxy or O-metal group bound to a carbon atom of a ring other than a six-membered aromatic ring monocyclic containing a six-membered rings
    • C07C35/12Menthol

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung von cyclischen Glykolen und ihren Derivaten bzw. von Ketonen - Die direkte Oxydation von Olefinen zu den entsprechenden i, 2-Glykolen mit Hilfe von Wasserstoffsuperoxyd ist bisher nur in wenigen Sonderfällen möglich gewesen. So lassen sich nach H i 1 d i t c h (Journ. of the Chem. Soc., Bd. i28, i926, S. 1829) Ölsäure und Elaidinsäure mittels Wasserstoffsuperoxyds in Eisessig oder Acetonlösung sehr glatt zu 9, io-Dioxystearinsäure oxydieren. Limonen liefert nach S w o r d (Journ. of the Chem. Soc., Bd. 127, i925, S. 163a) bei der Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd in Eisessig in sehr langsamer Reaktion neben anderen Produkten 0 8, 9-Menthendzol- i, z. Im allgemeinen aber wirkt nach den bisherigen Erfahrungen Wasserstoffsuperoxyd auf Olefine nicht ein.
  • Es wurde nun gefunden, daß man cyclische Olefine mit zum Teil sehr guten Ausbeuten in Glykole-und ihre Derivate überführen kann, wenn man sie in wäßriger Lösung unter Zusatz geeigneter Katalysatoren mit Wasserstoffsuperoxyd oder dieses liefernden Substanzen behandelt. Als solche Katalysatoren haben sich z. B. erwiesen Säuren, deren Dissoziationskonstante über 2 # io-5 liegt, wie Mineralsäuren oder andere starke Säuren, z. B. Schwefelsäure, Phosphorsäure, aromatische Sulfonsäuren, sowie ferner _ saure oder leicht hydrolysierbare Salze. Durch Rühren wird zweckmäßig . für eine innige Durchmischung der reagierenden Stoffe Sorge getragen, die man noch- durch Zusatz, hydrotroper Stoffe befördern kann. Als solche können organische Säuren, wie Essigsäure, Benzoesäure und andere, oder Salze dienen, deren hydrotrope Eigenschaften schon bekannt sind, wie z. B. das ß-naphthaiinsulfonsaure Natrium, stearinsäure Natrium oder das unter der Markenbezeichnung Nekal bekannte isopropyl - ß - naphthalinsulfonsaure Salz. Die erforderliche Katalysatormenge ist gering, sie beträgt nur o,i bis 5 Gewichtsprozent der Reaktionsflüssigkeit. Eine verharzende oder polymerisierende Wirkung auf das Olefin ist daher nicht zu befürchten.
  • Die Reihenfolge, in der die einzelnen Komponenten zur Anwendung gelangen, ist ohne besondere Bedeutung. So kann man entweder das katalytisch wirkende Mittel allmählich zu der Mischung des 0lefins mit der organischen Säure und dem Wasserstoffsuperoxyd hinzugeben oder aber das Olefin zu der Mischung der organischen Säure mit dem Wasserstoffsuperoxyd und dem Katalysator hinzufließen lassen. Das Reaktionsgemisch hält man durch geeignete Kühlung zweckmäßig auf Temperaturen zwischen o und 40° bis 6o°.
  • Das entstehende Glykol wird aus der eventuell neutralisierten oder alkalisch gemachten Lösung durch erschöpfende Extraktion mit einem geeigneten Lösungsmittel isoliert. Will man direkt das aus dem Glykol durch Wasserabspaltung entstehende cyclische Keton darstellen, so kann man die Aufarbeitung des nach einem der vorerwähnten Verfahren erhaltenen Reaktionsgemisches so ausführen, daß man, wenn z. B. ohne Zusatz von Schwefelsäure gearbeitet wurde, so viel Schwefelsäure hinzufügt, daß die wäßrige Lösung etwa 5°joig ist. Dann wird mehrere Stunden unter Rückfluß gekocht, um die Wasserabspaltung aus dem Glykol und die Umwandlung in das entsprechende Keton vorzunehmen. Diese Operation kann auch ohne Schwefelsäurezusatz im geschlossenen Gefäß unter Druck ausgeführt werden.
  • Neben den Glykolen entstehen in geringer Menge Ester der Glykole. Sie können in üblicher Weise durch Verseifung oder Umesterung in die Glykole verwandelt werden.
  • Wie bereits eingangs bemerkt, verläuft die Oxydation der Olefine durch Wasserstoffsuperoxyd beiAnwesenheit von Katalysatoren so langsam, daß ihre praktische Durchführung nur in wenigen Ausnahmefällen in Frage kommt. Erst durch Zusatz geeigneter Katalysatoren erlangt die Reaktion eine für praktische Zwecke hinreichende Geschwindigkeit. Die starke Beschleunigung, welche die Oxydation der Olefine durch einen Zusatz von Mineralsäuren erfährt, ist aus folgenden Vergleichsversuchen ersichtlich.
  • Von einer aus 12 g Wasserstoffsuperoxyd (30°1,i9), 8,2 g Cyclohexen und 8o g Eisessig bestehenden Mischung wurden 1. 25 g ohne Katalysatorzusat.z bei Zimmertemperatur, 2. 25 g mit 0,35 ccm konz. Schwefelsäure versetzt bei Zimmertemperatur, 3. 25 g mit 0,7 ccm konz. Schwefelsäure versetzt bei o° stehengelassen.
  • Von 'diesen Mischungen .verbrauchte bei Beginn des Versuches bei der Titration des Wasserstoffsuperoxyds mit Jodkalium je i ccm 19,5 ccm n/io Thiosulfat.
    Nach 17 Stunden betrug der Thiosulfat-
    v erbrauch bei Probe i 2 3 -
    ig,i 3,0 0,7 ccm.
    Daraus ist ersichtlich, daß ohne den Katalysatorzusatz kaum eine Oxydation des Cyclohexens eingetreten ist.
  • Das angegebene Verfahren hat vor der bisher üblichen Oxydation der Olefine mit Kaliumpermanganat den Vorzug, daß man mit relativ kleinen Flüssigkeitsmengen arbeitet, was für die Herausarbeitung der meist leicht löslichen Glykole von Wichtigkeit ist. Beispiel i Eine Mischung von 43,9 g Eisessig, 43,9 g Wasserstoffsuperoxyd (3o°/Qig) und 45 g Schwefelsäure läßt man langsam unter Rühren zu 28,9 g Cyclohexen hinzufließen. Die Temperatur hält man durch Wasserkühlung zwischen 20 und 25'°. Nach etwa zweitägigem Rühren ;ist alles gelöst. Man erwärmt zur Vollendung der Reaktion noch 3 Stunden auf 4o bis 5o°, neutralisiert mit konzentrierter Natronlauge und, extrahiert das Reaktionsgemisch mehrfach mit Äther. Beim , Verdunsten des ,Äthers hinterbleibt Transcyclohexandiol in einer Ausbeute von 31,z g.
  • An Stelle der Schwefelsäure kann mit ähnlichem Erfolg Phosphorsäure oder eine aromatische Sulfonsäure verwendet werden. Beispiel 2 Eine Mischung von 319 Eisessig, 3i g Wasserstoffsuperoxyd (3o°/aig) und 3,1 g Schwefelsäure läßt man innerhalb il/, Stunden: zu 2¢ g A i-Methylcyclohexen unter Rühren hinzufließen. Man hält die Temperatur durch Kühlung auf 25°. Nach zweitägigem Rühren ,wird in der in- Beispiel i angegebenen Weise aufgearbeitet. Man erhält i-Methylcyclohexandiol-i, 2 in - einer Ausbeute von 29,5 g. Beispiel 3 100 9 3-Menthen werden in die doppelte Menge 3o°/oiger Essigsäure eingetragen und 5 % des Gewichtes des Menthens an Quecksilberacetat zugesetzt. Unter gutem Rühren läßt man bei:Einhalten einer Temperatur von 25 bis 30° 50 g 3o°/oigen Wasserstoffsuperoxyds im Laufe einer Stunde eintropfen. Man rührt dann unter Einhaltung der Reaktionstemperatur so lange, bis die Hauptmenge des Wasserstoffsuperoxyds verbraucht ist und erhitzt nun im Wasserbade zur Beendigung der Reaktion auf etwa 6o°. Alsdann nimmt man das Reaktionsprodukt mit Äther auf und erhält nach Abdampfen der , vorher entsäuerten und getrockneten ätherischen Lösung einen Rückstand, der beim Fraktionieren neben einem geringen, aus unverändertem Ausgangsmaterial und Menthenoxyd bestehenden Vorlauf in der Hauptsache das bei 103 bis i05° im Vakuum bei :2 mm übergehende Menthan - 3, q. - glykol :ergibt. Ein kleiner, höher siedender, aus Acetaten des Glykols bestehender Rückstand kann durch Verseifung in das Glykol übergeführt werden. Die Ausbeute ist sehr gut und erreicht, wenn man dem Reaktionsgemisch etwa 5 % Schwefelsäure zugesetzt hat, fast die theoretische.
  • Beispiel zoo g 3-Menthen werden mit der doppelten Gewichtsmenge einer 2ooloigen Schwefelsäure bei 30° gut gerührt und nun im. Laufe i Stunde 50 g 3o°/oiges Wasserstoffsuperoxyd hinzugefügt." Die Aufarbeitung geschieht wie in Beispiel i.
  • Beispiel 5 ioo g 1-Menthen werden mit der doppelten Menge 5o/oiger Schwefelsäure oder der entsprechenden Menge wäßriger-Phosphorsäurelösung, der man vorher 2 % isopropylnaphthalinsulfonsaures Natron zugesetzt hat, angerührt und im Laufe einer Stunde. 5o g Wasserstoffsuperoxyd zulaufen gelassen. Die Versuchstemperatur ist etwa 2o bis 30°. Zum Schluß erwärmt man so lange zum schwachen Sieden auf 8o bis ioo°, bis die Umlagerung des bei der Oxydation entstandenen Glykols in das Oxyd und das entsprechende Menthon erfolgt ist. Dann wird durch Abblasen mit Wasserdampf das Reaktionsprodukt von der Säurelösung getrennt und die ölig abgeschiedene Menthonschicht vom wäßrigen Destillat abgetrennt. Durch Destillation im Vakuum erhält man das entstandene 2-Menthon (Carvomenthon) -in reiner Form. Beispiel 6 ioo Teile 0 3-Mentlien werden mit io Teilen Eisessig gemischt und nun 3 g Natriumbisulfat und i g Silbersulfat zugegeben. Hierauf werden bei 5o° 75 Teile Wasserstoffsuperoxydlösung von 30 °/o langsam im Laufe von 8 Stunden zugetropft und dann bei konstant gehaltener Temperatur durch weitere 8 Stunden gerührt. Sobald nur noch geringe Mengen Wasserstoffsuperoxyd nachweisbar sind, wird die Aufarbeitung der Reaktionsmischung vorgenommen, indem man mit Wasser verdünnt und die ölige Schicht von der wäßrigen abtrennt. Zur Gewinnung des in Wasser gelösten Anteiles wird die wäßrige Schicht mit einem Lösungsmittel, beispielsweise Äther, ausgeschüttelt und der Verdampfungsrückstand dieser ätherischen Lösung mit der Hauptmenge vereinigt, welche sodann einer fraktionierten Destillation unterworfen wird. Nachdem das überschüssige Menthen abdestilliert ist, steigt das Thermometer rasch. Man erhält neben einer sehr geringen Fraktion, welche hauptsächlich aus Menthenoxyd besteht, etwas Menthon und in der Hauptmenge das Menthan-3, 4-diol. Als Rückstand verbleibt eine kleine Menge verschieden hoch acyliertes Diol sowie geringe Mengen harziger Kondensationsprodukte.
  • Beispiel 7 Zu einem aus 114,z g Ammoniumpersulfat, 228 ccm Wasser, 1149 Eisessig und 4489 Cyclohexen bestehenden Reaktionsgemisch läßt man unter Rühren und -Wasserkühlung innerhalb 4 Stunden eine Mischung von 98 g konz. Schwefelsäure und 114 g Eisessig zufließen. Die Reaktionstemperatur steigt um etwa 12'. Nach dreitägigem Rühren bei etwa 3o° ist das Persulfat praktisch verbraucht. Man macht alkalisch und extrahiert mit Äther. Erhalten werden 50,4 g .Transcyclohexandiol.
  • Die Anwesenheit von Eisessig ist nicht unbedingt erforderlich. So lieferte eine aus 22,8 g Ammoniumpersulfat, 45,6 ccm Wasser, 8,8 g Cyclohexen und 19,6 g 5oo/oiger Schwefelsäure bestehender Ansatz nach 51/2tägiger Reaktionsdauer 8,1g Transcyclohexandiol.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von cyclischen Glykolen und ihren Derivaten bzw. von Ketonen, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasserstoffsuperoxyd oder dieses liefernde Reagenzien in Gegenwart von Säuren, deren Dissoziationskonstante über 2 - io--1 liegt, oder in Gegenwart von sauren oder leicht hydrolysierbaren Salzen, gegebenenfalls unter Zusatz von hydrotropen Substanzen, auf ungesättigte cyclische Verbindungen zur Einwirkung bringt und gegebenenfalls das erhaltene Glykol bzw. dessen Derivate-in das Keton überführt.
DESCH94816D 1931-07-18 1931-07-18 Verfahren zur Darstellung von cyclischen Glykolen und ihren Derivaten bzw. von Ketonen Expired DE574838C (de)

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Cited By (5)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE890943C (de) * 1943-01-30 1953-09-24 Basf Ag Verfahren zur Herstellung von mehrwertigen Alkoholen
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EP0025891A1 (de) * 1979-09-19 1981-04-01 Degussa Aktiengesellschaft Verfahren zur Hydroxylierung von cyclischen Olefinen mit ein oder zwei Doppelbindungen

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