DE565242C - Verfahren zur Herstellung von Pektin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von PektinInfo
- Publication number
- DE565242C DE565242C DED56654D DED0056654D DE565242C DE 565242 C DE565242 C DE 565242C DE D56654 D DED56654 D DE D56654D DE D0056654 D DED0056654 D DE D0056654D DE 565242 C DE565242 C DE 565242C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- pectin
- temperature
- extraction
- production
- substances
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 15
- 229920001277 pectin Polymers 0.000 title claims description 13
- 239000001814 pectin Substances 0.000 title claims description 13
- 235000010987 pectin Nutrition 0.000 title claims description 13
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 title claims description 5
- 238000000605 extraction Methods 0.000 claims description 12
- 238000000746 purification Methods 0.000 claims description 2
- 230000015556 catabolic process Effects 0.000 claims 1
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 10
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Substances O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 6
- 229920002472 Starch Polymers 0.000 description 5
- 238000009835 boiling Methods 0.000 description 5
- 235000019698 starch Nutrition 0.000 description 5
- 239000008107 starch Substances 0.000 description 5
- 210000001519 tissue Anatomy 0.000 description 5
- RAHZWNYVWXNFOC-UHFFFAOYSA-N Sulphur dioxide Chemical compound O=S=O RAHZWNYVWXNFOC-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 4
- 210000004027 cell Anatomy 0.000 description 4
- 239000000284 extract Substances 0.000 description 4
- 239000010178 pectin extract Substances 0.000 description 4
- LSNNMFCWUKXFEE-UHFFFAOYSA-N Sulfurous acid Chemical compound OS(O)=O LSNNMFCWUKXFEE-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 3
- VEXZGXHMUGYJMC-UHFFFAOYSA-N Hydrochloric acid Chemical compound Cl VEXZGXHMUGYJMC-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 210000002421 cell wall Anatomy 0.000 description 2
- 238000010411 cooking Methods 0.000 description 2
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 2
- 238000002386 leaching Methods 0.000 description 2
- 239000000463 material Substances 0.000 description 2
- 108090000623 proteins and genes Proteins 0.000 description 2
- 102000004169 proteins and genes Human genes 0.000 description 2
- 239000007858 starting material Substances 0.000 description 2
- 108090000790 Enzymes Proteins 0.000 description 1
- 102000004190 Enzymes Human genes 0.000 description 1
- 108010059820 Polygalacturonase Proteins 0.000 description 1
- 239000002253 acid Substances 0.000 description 1
- 150000007513 acids Chemical class 0.000 description 1
- 159000000007 calcium salts Chemical class 0.000 description 1
- 238000004140 cleaning Methods 0.000 description 1
- 210000000805 cytoplasm Anatomy 0.000 description 1
- 230000029087 digestion Effects 0.000 description 1
- 239000000975 dye Substances 0.000 description 1
- 108010093305 exopolygalacturonase Proteins 0.000 description 1
- 238000001914 filtration Methods 0.000 description 1
- 229910052500 inorganic mineral Inorganic materials 0.000 description 1
- 235000015110 jellies Nutrition 0.000 description 1
- 239000008274 jelly Substances 0.000 description 1
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 1
- 239000011707 mineral Substances 0.000 description 1
- 150000002972 pentoses Chemical class 0.000 description 1
- 230000002035 prolonged effect Effects 0.000 description 1
- 235000018102 proteins Nutrition 0.000 description 1
- 239000002994 raw material Substances 0.000 description 1
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 1
- 238000003756 stirring Methods 0.000 description 1
- LSNNMFCWUKXFEE-UHFFFAOYSA-L sulfite Chemical class [O-]S([O-])=O LSNNMFCWUKXFEE-UHFFFAOYSA-L 0.000 description 1
- 235000018553 tannin Nutrition 0.000 description 1
- 229920001864 tannin Polymers 0.000 description 1
- 239000001648 tannin Substances 0.000 description 1
- 238000005406 washing Methods 0.000 description 1
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08B—POLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
- C08B37/00—Preparation of polysaccharides not provided for in groups C08B1/00 - C08B35/00; Derivatives thereof
- C08B37/0006—Homoglycans, i.e. polysaccharides having a main chain consisting of one single sugar, e.g. colominic acid
- C08B37/0045—Homoglycans, i.e. polysaccharides having a main chain consisting of one single sugar, e.g. colominic acid alpha-D-Galacturonans, e.g. methyl ester of (alpha-1,4)-linked D-galacturonic acid units, i.e. pectin, or hydrolysis product of methyl ester of alpha-1,4-linked D-galacturonic acid units, i.e. pectinic acid; Derivatives thereof
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Biochemistry (AREA)
- Molecular Biology (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Materials Engineering (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Polymers & Plastics (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)
Description
- Verfahren zur Herstellung von Pektin Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Pektinstoffen aus dem Zellgewebe von Pflanzen und Pflanzenteilen durch Aufschluß der Ausgangsstoffe in frischem oder getrocknetem Zustande mit schwefliger Säure oder schwefligsauren Salzen.
- Das Kennzeichen der Erfindung besteht darin, daß nach der in an sich bekannter Weise erfolgten Aufschließung und Reinigung eine fraktionierte Extraktion bei einer Temperatur unter ioo°, beginnend mit einer Temperatur von etwa 75° und nachfolgender Steigerung der Temperatur bis unter ioo° C, durchgeführt wird.
- Praktisch wird das Verfahren folgendermaßen durchgeführt.
- Pflanzenmaterial, das als Ausgangsstoff der Extraktion dienen soll, wird mit der etwa zehnfachen Menge an kaltem oder warmem Wasser, jedoch nicht über .4o° C, unter Zusatz von '/. bis i °1o Schwefeldioxyd bzw. äquivalenter Menge Sulfite während i Stunde eingemaischt. Hierauf wird die Flüssigkeit entternt. Durch diese Waschung wird nicht nur der schon an und für sich im Wasser lösliche Anteil, der. im Pektinextrakt störend wirkt, aus dein Pflanzengewebe entfernt, sondern es gehen auch eine Reihe anderer Stoffe in Lösung, die bei der späteren Extraktion unerwünscht sind.
- Es gehen vor allem Kalksalze in Lösung, durch die bekanntlich Pektinstoffe stark geschädigt werden, ferner Pentosen, Hetnicellulosen, Farbstoffe und andere sonst lästig werdende Körper, die durch bloßes Vorlaugen mit Wasser nicht entfernt würden.
- Eine ähnliche, wenn auch bei weitem nicht die gleiche Wirkung kann man durch Zusatz organischer oder einiger mineralischer Säuren, wie z. B. Salzsäure, erreichen.
- Nach dieser Reinigung des Zellgewebes schreitet inan erst an die eigentliche Extraktion, bei welcher jedoch nicht mehr die schweflige Säure mitwirken muß; durch die vorangegangene Behandlung wurde nämlich die Zellwand von verschiedenen Stoffen befreit und gewissermaßen freigelegt. Die weitere Extraktion ist dadurch erleichtert. Insbesondere die Intercellularsubstanz, d. h. die Pektinstoite, liegt nun frei und geht bei richtiger Behandlung leicht in Lösung. Man kann natürlich auch hier wiederum Schwefeldioxyd zusetzen, doch hat man dann den Nachteil, daß die Pektinstoffe etwas geschädigt werden und der Extrakt außerdem noch desulfuriert werden muß.
- Das Zellgewebe wird nun nochmals mit der gleichen Menge Wasser angesetzt. Während nun bisher Pektinstoffe.bei kaum geringeren Temperaturen als cgo bis ioo° C, meistens jedoch durch Kochen, gewonnen wurden, genügt es, nach dieser Vorbehandlung eine Temperatur von etwa 75' C einzuhalten und unter Rühren etwa 30 Minuten zu extrahieren. Durch diese niedrige Temperatur erreicht man eine Reihe von Vorteilen, die bisher durch kein anderes Verfahren erzielt wurden. Vor aller' weisen die Pektine aus dieser Fraktion eine sehr hohe Gelierkraft auf. Das ist dadurch zu erklären, daß hohe Temperaturen nach längerem Einwirken diese Eigenschaft vollständig zerstören. Es ist ja bekannt, daß ein Gelee durch langes Kochen vollständig zerstört werden kann. Ein weiterer und ganz bedeutender Vorteil, den diese niedrigere Extraktionstemperatur gewährleistet, ist die große Reinheit des Extraktes, welcher dann außer Pektinstoffen nur ganz minimale Mengen anderer Substanzen enthält. Sehr unangenehm ist z. B. die Stärke, welche durch die Anwendung bekannter Verfahren mit in die Absude gelangt. Da bei dem neuen Verfahren weit unter Kochtemperatur extrahiert wird, kann die Stärke nicht mehr mit übergehen. Zwar liegt der Verkleisterungspunkt der Stärke unter 75° C, doch bleiben die Zellen, da sie durch das Wallen des Kochens nicht zu leiden hatten, unversehrt, und die Stärkekörner sind darin eingeschlossen, wenn sie auch bei 75° bis zu einem Schleim angequollen sind. Dieser hochviskose und kolloidale Kleister kann natürlich durch die gut erhaltenen Zellwände nicht hindurchdiffundieren. Dies gilt nicht nur von der Stärke, sondern auch von verschiedenen Eiweißstoffen, z. B. von denen des Protoplasmas und von anderen Substanzen.
- Während man die nach den bekannten Verfahren gewonnenen Extrakte mühselig von Stärke, Eiweiß, Tannin usw. reinigen mußte und trotzdem noch keine besondere Reinheit erzielt, liefert das neuen Verfahren von vornherein klare, nicht trüb werdende und hochgradig reine Pektinextrakte. Die Laugung bei 750 kann so lange wiederholt werden, als das Pflanzengewebe noch Pektinstoffe enthält. Zum Schluß wird dann noch, um das Rohmaterial vollständig auszunutzen, eine Extraktion nach altem Verfahren, d. h. hei höherer Temperatur bis zur Siedehitze, vorgenommen werden, was dann allerdings in der letzten Fraktion einen viel minderwertigeren Extrakt ergibt. Die oben angeführten Mengenverhältnisse und Temperaturen sind natürlich nur als Beispiele gedacht, sie können naturgemäß Abänderungen unterliegen.
- Man hat zwar bereits vorgeschlagen, bei der Herstellung von Pektinen aus Pflanzen zur Abtötung des Enzymes Pektinase bis zu etwa io Minuten ungefähr auf ioo° C unter Zusatz von Wasser zu erhitzen. Aus dem so vorbehandelten Material soll dann das Peletin mit angesäuertem Wasser extrahiert werden. Hier handelt es sich also nicht um eine fraktionierte Extraktion bei steigenden Temperaturen. Außerdem ist es ein wesentliches Merkmal des vorliegenden Verfahrens, daß die Enzyme nicht abgetötet werden.
- Schließlich hat man auch vorgeschlagen, bei derartigen Verfahren zunächst einmal eine kalte und erst dann eine heiße Extraktion unter Kochen vorzunehmen. Nach diesem bekannten Verfahren sollen die schlechten, nicht gelierenden Pektinextrakte von den hochwertigen Pektinextrakten durch Filtration getrennt werden. Demgegenüber besteht der Unterschied des vorliegenden Verfahrens vor allem darin, daß nach diesem die Trennung der verschiedenen Pektine durch Extraktion bei verschiedener, sich allmählich erhöhender Temperatur unter Vermeidung der Kochtemperatur durchgeführt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Pektin aus dem Zellgewebe von Pflanzen und Pflanzenteilen, dadurch gekennzeichnet, daß nach der in an sich bekannter Weise erfolgten Aufschließung und Reinigung eine fraktionierte Extraktion bei einer Temperatur unter 100° C, beginnend mit einer Temperatur von etwa 750 und nachfolgender Steigerung der Temperatur bis unter 1000 C, vorgenommen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED56654D DE565242C (de) | 1928-09-29 | 1928-09-29 | Verfahren zur Herstellung von Pektin |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED56654D DE565242C (de) | 1928-09-29 | 1928-09-29 | Verfahren zur Herstellung von Pektin |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE565242C true DE565242C (de) | 1932-11-28 |
Family
ID=7056950
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED56654D Expired DE565242C (de) | 1928-09-29 | 1928-09-29 | Verfahren zur Herstellung von Pektin |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE565242C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE869595C (de) * | 1950-12-01 | 1953-03-05 | Pomosin Werke G M B H | Verfahren zur Herstellung von Pektinextrakten zur Gewinnung aschearmer Reintrockenpektine nach dem Faellverfahren |
| DE762206C (de) * | 1934-08-28 | 1953-08-31 | Gen Foods Corp | Verfahren zur Herstellung von Pektin |
-
1928
- 1928-09-29 DE DED56654D patent/DE565242C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE762206C (de) * | 1934-08-28 | 1953-08-31 | Gen Foods Corp | Verfahren zur Herstellung von Pektin |
| DE869595C (de) * | 1950-12-01 | 1953-03-05 | Pomosin Werke G M B H | Verfahren zur Herstellung von Pektinextrakten zur Gewinnung aschearmer Reintrockenpektine nach dem Faellverfahren |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE19753071T1 (de) | Biomassezusammensetzungen mit aktiviertem Pektin, Produkte und Verfahren zur Herstellung | |
| DE451985C (de) | Verfahren zur Herstellung von Leim bzw. Gelatine aus Abfaellen von Seelebewesen, insbesondere Fischen | |
| DE565242C (de) | Verfahren zur Herstellung von Pektin | |
| DE567296C (de) | Verfahren zur Herstellung von spinnfaehigen Bastfasern | |
| DE711350C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus rohen Hartfasern | |
| DE837643C (de) | Verfahren zur Gewinnung von OEl und Proteinen aus Fisch | |
| DE686326C (de) | Stoffen | |
| DE345314C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Zellulose aus Pflanzenstoffen auf kaltem Wege ohne Anwendung von Druck | |
| DE687851C (de) | Verfahren zur Herstellung von Salzen der Alginsaeure aus Algen | |
| DE676107C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Puddingstaerke | |
| DE750119C (de) | Verfahren zur Herstellung von Eiweissstoffen aus Muskelfasern tierischer Herkunft | |
| DE520438C (de) | Verfahren zum Entnikotinisieren von Tabak | |
| DE1442045A1 (de) | Verfahren zum Maelzen von Getreidekoernern | |
| DE874061C (de) | Verfahren zur Herstellung einer blutgerinnungsfoerdernden Substanz aus Lunge | |
| DE580318C (de) | Verfahren zum Entbittern und Enthaerten von pektinhaltigen Fruechten und Fruchtteilen, insbesondere Citrusschalen, bei gleichzeitiger Fixierung der Pektinstoffe | |
| DE740269C (de) | Verfahren zum Gerben | |
| CH370067A (de) | Verfahren zur Herstellung von sulfatierten, aus Meeralgen stammenden Polysacchariden | |
| DE611967C (de) | Verfahren zur Herstellung haltbarer Kleisiter und Schleime aus dem Samen von Ceratoni siliqua und verwandter Pflanzen | |
| DE537162C (de) | Verfahren zur nutzbaren Verwertung von Lupinen | |
| AT132408B (de) | Verfahren zum Veredeln von Kartoffelstärke. | |
| DE612730C (de) | Verfahren zur Herstellung von Halbzellstoff | |
| DE671562C (de) | Verfahren zur Herstellung von Staerkepraeparaten | |
| DE424746C (de) | Verfahren zur Herstellung von geschmeidig bleibenden und nicht klebenden Gelatine-Verschlusskapseln | |
| DE1794156C3 (de) | Verfahren zur Auflösung unlöslichen Kollagens | |
| DE825115C (de) | Verfahren zum Sudreifmachen kollagenhaltiger Rohstoffe fuer die Gewinnung von Gelation oder Leim |