DE545443C - Verfahren zum Beizen von Haeuten und Fellen - Google Patents

Verfahren zum Beizen von Haeuten und Fellen

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DE545443C
DE545443C DET35819D DET0035819D DE545443C DE 545443 C DE545443 C DE 545443C DE T35819 D DET35819 D DE T35819D DE T0035819 D DET0035819 D DE T0035819D DE 545443 C DE545443 C DE 545443C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C1/00Chemical treatment prior to tanning
    • C14C1/08Deliming; Bating; Pickling; Degreasing

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zum Beizen von Häuten und Fellen Um die Beizmittel für die Lederherstellung möglichst wirksam zu machen, hat man bereits vorgeschlagen, Mikroorganismen, insbesondere Bakterien, z. B. Spirillen, Spirochäten und Kokken, den Beizmitteln zuzusetzen. Diese Organismen hat man auf verschiedene Weise, insbesondere auf eiweißhaltigen Nährböden, z. B. auf Kot oder Streckfleisch bzw. Gneist, gezüchtet. Auch Zusätze von Salzen zu den Bakterienkulturen und deren Nährböden sind bereits bekannt.
  • Es eignen sich jedoch nicht alle Mikroorganismen für Gerbereizwecke. Ihre spezifische Wirksamkeit ist vielmehr sehr verschieden. Dabei ist es von außerordentlicher Bedeutung, daß es durch die Erfindung gelungen ist, Bakterien von einer besonders hohen spezifischen Wirksamkeit für Gerbereizwecke mit außerordentlich wohlfeilen Mitteln zu züchten, nämlich auf verwesenden Fischen, insbesondere Schellfischen. Dies ist nicht nur gerbereitechnisch, sondern auch wirtschaftlich von erheblicher Bedeutung, weil sich für die Züchtung der erforderlichen Bakterien Abfälle verwenden lassen, die sonst kaum noch eine nennenswerte Verwertung finden könnten und daher sehr wohlfeil sind. Hierzu kommt noch, daß sich gerade die verwesenden Fische als äußerst ergiebig für die Züchtung von Bakterien erwiesen haben und man mit verhältnismäßig wenig Abfällen große Bakterienmengen erzeugen kann. Wenngleich die auf verwesenden Fischen gezüchteten Mikroorganismen unmittelbar für Beizzwecke verwendbar sind, so empfiehlt es sich doch, um ihre Züchtung in großen Mengen wirtschaftlich zu ermöglichen, sie für ihre weitere Entwicklung auf einen anorganischen Nährboden zu verpflanzen, wofür beispielsweise Magnesiumsulfat, Kaliumphosphat, Ammoniumchlorid, Glukose und Kochsalz in Betracht kommen. Diese Behandlung der Mikroorganismen wird am zweckmäßigsten bei einer Temperatur von 2o bis 5o° C etwa 6 bis 8 Tage lang durchgeführt. Man kann diese Zeit jedoch auf die Hälfte abkürzen, wenn man die Entwicklung unter ultraroter oder einer anderen Bestrahlung ausführt. Von den so entwickelten Mikroorganismen werden der Beizflüssigkeit etwa il/, Gewichtsteile auf je roo Gewichtsteile ihres Wassergewichtes oder auch mehr zugesetzt.
  • Die Verwendung des angegebenen Beizmittels hat den Vorteil, daß die Hautsubstanz der Häute in gutem Zustand erhalten bleibt, also schädliche Wirkungen der Beize auch bei Unachtsamkeit weitgehend ausgeschlossen werden, und daß die Mikroorganismen zusammen mit ihrem anorganischen Nährboden der Beizflüssigkeit zugesetzt werden können.
  • Obgleich das beschriebene Beizmittel auf mannigfache Weise gewonnen werden kann, hat sich als zweckmäßig folgende Herstellungsart erwiesen: Zunächst wird der Schellfisch vollständig zur Verwesung gebracht, was keiner Nachhilfe bedarf. Dann bereitet man eine Lösung, die zweckmäßig mehr als das doppelte Gewicht von dem des Schellfisches besitzen soll und auf je ioo Gewichtsteile Wasser beispielsweise o,5 Gewichtsteile Magnesiumsulfat, o,5 Gewichtsteile Kaliumphosphat, o,5 Gewichtsteile Ammoniumchlorid (bis 40 "/"), i Gewichtsteil Glukose und 1,5 Gerichtsteile Kochsalz enthält. In dieser Lösung läßt man den verwesten Schellfisch etwa 8 Tage bei 2o bis q.0° C liegen. Es entwickeln sich währenddessen folgende Bakterien: Micrococcus Sulfureus, Bacillus Mesentericus, Spirillen und Hühnerspirochäten. Die zuletzt genannten Bakterien entstehen nur in sehr geringer Menge. Durch Bestrahlung mit ultrarotem Licht oder mit Röntgenstrahlen läßt sich die Entwicklungszeit der Bakterien wesentlich abkürzen.
  • Für den Beizvorgang setzt man einer Wassermenge von ioo Gewichtsteilen etwa zwei solche von den erzeugten Bakterien neben den sonst üblichen Stoffen zu, wobei das Wasser eine Temperatur von 3o bis höchstens q.7° C haben muß. Die Menge der Bakterien ist dem Einzelfall anzupassen und kann je nach der Beschaffenheit der Häute und der zu erzielenden Beizart entweder größer oder kleiner, als angegeben, gewählt werden. Mit der so hergestellten Beizflüssigkeit werden die Häute i bis I1%2 Stunden lang behandelt. Die Dauer des Vorgangs hängt von der Beschaffenheit der Häute und von der Art des zu erzeugenden Leders ab.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Beizen von Häuten und Fellen mit auf eiweißhaltigen Nährböden gezüchteten Bakterienkulturen, dadurch gekennzeichnet, daß man solche Bakterienkulturen verwendet, welche auf verwesenden Fischen, z. B. Schellfischen, gezüchtet und welche gegebenenfalls nach ihrer Verpflanzung auf anorganische Nährböden unter ultraroter Bestrahlung bei einer Temperatur von 2o bis So' C weiter entwickelt worden sind.
DET35819D 1928-10-14 1928-10-14 Verfahren zum Beizen von Haeuten und Fellen Expired DE545443C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1111226B (de) * 1956-07-16 1961-07-20 Stahl Und Walzwerke Rasselstei Isolierung der wassergekuehlten Gleitschienen-Tragrohre in Blockwaermoefen
DE976107C (de) * 1954-05-19 1963-02-28 Roehm & Haas G M B H Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen fuer Chevreauleder

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE976107C (de) * 1954-05-19 1963-02-28 Roehm & Haas G M B H Verfahren zum Beizen tierischer Hautbloessen fuer Chevreauleder
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