DE820900C - Verfahren zur Herstellung eines Impfduengemittels fuer landwirtschaftliche Kulturboeden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Impfduengemittels fuer landwirtschaftliche Kulturboeden

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DE820900C
DE820900C DEB234A DEB0000234A DE820900C DE 820900 C DE820900 C DE 820900C DE B234 A DEB234 A DE B234A DE B0000234 A DEB0000234 A DE B0000234A DE 820900 C DE820900 C DE 820900C
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bacteria
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F11/00Other organic fertilisers
    • C05F11/08Organic fertilisers containing added bacterial cultures, mycelia or the like

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Impfdüngemittels für landwirtschaftliche Kulturböden Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Vaccinedüngers für landwirtschaftliche Kulturböden.
  • Unter normalen Verhältnissen gelangen die verschiedensten, in den tierischen Exkrementen enthaltenen Bakterien über den Stalldung u. dgl. in den Ackerboden und üben dort wichtige Funktionen auf das Pflanzenwachstum aus. Die modernen intensiven Arten der künstlichen Bodenbehandlung haben nun aus verschiedenen Gründen zu einer Verarmung der Kulturböden an lebenswichtigen Bakterien geführt. Durch überwiegende Anwendung von mineralischem Dünger wurden die Bodenbakterien nicht vermehrt und vielfach sogar geschädigt. Auf den Mangel an cellulose- und kohlenhydratezersetzenden Mikroorganismen und Fäulnisbakterien ist wohl die bekannte Erscheinung zurückzuführen, daß pflanzliche Materialien, wie z. B. ' Stroh, Wurzelwerk u. dgl., die nach längerer Lagerung in dem Dunghaufen zur , Felddüngung benutzt werden sollten, sich noch nach i bis 2 jahren.fa-st unverändert in dem Ackerboden vorfindenkönnen. Zudiesencellulose-undkohlenhydratezersetzenden Mikroorganismen gehören insbesondere die Proteusbakterien, die pflanzliche Eiweißstoffe weitgehend abzubauen vermögen. Der in unseren Kulturböden vorhandene Bakterienmangel kann nun seinerseits wieder die Ursache dafür sein, daß den Ackerfrüchten für die menschliche und tierische Ernährung wichtige Faktoren fehlen oder vitaminartige Wirkstoffe nur mangelhaft vorhanden sind. Dies hlat wieder mancherlei Gesundheitsschädigungen der Tiere im Gefolge und führt überdies zu einer verminderten Ausscheidung von stark vitalen, verrnehrungsfähigen und funktionstüchtigen Bakterien durch den tierischen Organismus. Dadurch wird aber der cireulus vitiosus geschlossen und die Verarmung des Ackerbodens an lebenswichtigen Bakterien beschleunigt.
  • Die vorliegende Erfindung läuft darauf hinaus, diesem fehlerhaften Kreislauf Einhalt zu gebieten. Dies geschieht dadurch, daß derselbe an einer Stelle unterbrochen und' wieder in einen natürlichen und unverdorbenen Kreislauf zwischen Tier- und Pflanzenwelt zurückverwandelt wird. Unterbrochen wird dieser fehlerhafte Kreislauf durch eine intensive, bakterielle Kulturbodenbearbeitung, und zwar dadurch, daß Ackerboden, Gartenland, Forstkulturen und Neuland mit gesunden, stark vitalen Bakterien besiedelt werden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Impfdüngemittels für landwirtschaftliche Kulturböden*besteht darin, daß reingezüchtete Stämme von Colibakterien, Proteusbakterien und des Streptococcus pyogenes brevis (Rosenbach), getrennt auf festen bzw. flüssigen Eiweiß oder Eiweißspaltprodukte enthaltenden Nährböden, zwecks Vermehrung gezüchtet werden, bis eine*Keimdichte von 5oo Milliarden Bakterien pro Kubikzentimeter jeder Nährlösung erzielt ist, und dann vereinigt werden. Von den zugesetzten Colibakterien wird verlangt, daß sie den Ansprüchen der sogenannten kleinen bunten Reihe vollauf genügen, wie z. B. starke Gasbildung in Neutralröt-Traubenzucker-Agar und Reduktion desselben, Säurebildung in Lackmusmolke, einwandfreie Indolbildung in Trypsinbouillon und Beweglichkeit zeigen. Die mitverwendeten Streptococcus-pyogenesbrevis-Stämme werden in der Weise erhalten, daß man eine Reinkultur dieser Stämme, gegebenenfalls nachdem man sie zuvor einer unter erhöhter Zugabe von abgebauten Eiweißstoffen durchgeführten Mästung unterworfen hat, durch abwechselnde Züchtung auf flüssigen und festen Nährböden üblicher Zusammensetzung und durch Züchtung bei ungünstigen, zwischen anomal hohen (bis 50') und anomal tiefen Temperaturen (bis 5') schwankenden Temperaturbedingungen abhärtet und sie dann gemeinsam mit Diphtheriebazillen, Proteusbazillen, Pneumococcen und Staphylococcen so lange züchtet, bis diese Fremdstämme abgetötet sind, worauf man von der Kultur in üb- licher Weise, z. B. mit einer physiologischen Kochsalzlösung, eine Abschwemmung macht. Durch diese Behandlung werden die Streptococcus-pyogenes-brevis-Stämme besonders widerstandsfähig gemacht. Der zugesetzte Proteusstamm (Bacterium proteus vulgare) wurde durch längere Züchtung in phenolhaltigen Nährböden seiner Schwärmfähigkeit beraubt. Es hat sich als günstig erwiesen, wenn etwa folgendes Mischungsverhältnis bezüglich der genannten Bakterien eingehalten wird: % Colibakterien, % Streptococcus pyogenes brevis, 1-/, Proteus vulgare-Bakterien. Die Keimdichte wird in der Liebreichschen Zählkammer festgestellt, so daß nach Vereinigung der drei Nährlösungen von jedem Bakterium etwa 170 Milliarden im Kubikzentimeter der Mischnährlösung enthalten sind.
  • Als Eiweiß oder Eiweißspaltprodukte enthaltender Nährboden kann beispielsweise Bouillon mit Peptonzusatz oder mit Peptonen versetztes destilliertes Wasser verwendet werden, dem o,50/, Kochsalz und 1[0/, Traubenzucker zugesetzt sind. Es ist zweckmäßig, die getrennte Züchtung der drei verschiedenen Bakterienstämme, die eine Massenanreicherung verfolgt, bei einer möglichst gleichbleibenden Temperatur, und zwar am besten bei Gewächshaustemperatur (etwa 25 bis 30') vorzunehmen. Diese Massenzüchtung von Bakterien erfordert etwa 6 bis 8 Tage. Für das Bacterium proteus vulgare wird sie so lange fortgesetzt, bis dasselbe das in der Nährlösung vorhandene Eiweiß vollständig zersetzt hat.
  • Die beim Vermischen der drei Nährlösungen erhaltene Mischvaccine muß vor ihrer Verwendung zu Düngungszwecken verdünnt werden, was vorteilhaft mit physiologischer Kochsalzlösung geschieht. Dabei sind auf i Teil Vaccinemischung etwa io Teile Kochsalzlösung zu verwenden. Die Lösung kann als solche auf dem Acker versprüht werden, oder man kann sie der Stalljauche vor deren Verwendung zusetzen.
  • Durch Behandlung der Böden mit der erfindungsgemäßen Mischvaccine wird auch ohne zusätzliche Düngung mit anderen Mitteln eine weitgehende Anreicherung der behandelten Böden mit funktionsfähigen Bakterien erreicht.
  • Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird an Hand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, ohne daß eine Beschränkung der Erfindung auf die angewandten Materialien, Mengenverhältnisse und Temperaturbedingungen beabsichtigt wäre. Beispiel Man geht von einer größeren Anzahl von Colistämmen, einem Stamm von nicht schwärmendem Bacterium proteus vulgare und einigen Stämmen Streptococcus pyogenes brevis aus. Die beiden ersteren werden bei 37' und der Streptococcus bei Zimmertemperatur in Rouxschalen vorgezüchtet. Die Bacterium-coh-Stämme werden dann in einer 20/jgen Pepton-Wasser-Lösung, der 0,50 ' 1, Kochsalz zugesetzt sind, etwa 7Tage lang gezüchtet. Ebenfalls in einer 20/#gen Pepton-Wasser-Lösung mit o,5"/, Kochsalz wird getrennt davon der Bacterium-proteus-vulgare-Stamm gezüchtet. Die Streptococcus-pyogenes-brevis-Stämme, die in der oben angegebenen Weise besonders widerstandsfähig gemacht worden sind, werden auch etwa 48 Stunden lang in einer o,50/, Kochsalz enthaltenden 20/jgen Pepton-Wasser-Lösung bebrütet. Nach 14 Tagen, wenn eine Keimdichte von 5oo Milliarden Bakterien pro Kubikzentimeter jeder Nährlösung erreicht ist, werden die drei Flüssigkeiten, die die Coli- und Proteusbakterien, sowie die Streptococcen enthalten, zusammengegossen und noch 24 Stunden bei 37' bebrütet. Die erhaltene Mischvaccine wird dann in entsprechend verdünntem Zustand zur Bodenbehandlung benutzt.
  • Die Überlegenheit einer Bodendüngung mit der erfindungsgemäßen Mischvaccine gegenüber einer Mineraldüngung wird durch die folgende Tabelle veranschaulicht. Der Tabelle liegen Düngungsversuche bei Weizen, Gerste und Hafer zugrunde, und es wurden zum Vergleich auch die ohne Düngung erzielten Ergebnisse aufgenommen.
DEB234A 1949-10-23 1949-10-23 Verfahren zur Herstellung eines Impfduengemittels fuer landwirtschaftliche Kulturboeden Expired DE820900C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1056082B (de) * 1956-02-06 1959-04-30 Dr Jaroslav Vintika Verfahren zur Herstellung von zur Bakterienanreicherung von landwirtschaftlichen Kulturboeden und als Eiweissfuttermittel geeigneten Bakterienpraeparaten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1056082B (de) * 1956-02-06 1959-04-30 Dr Jaroslav Vintika Verfahren zur Herstellung von zur Bakterienanreicherung von landwirtschaftlichen Kulturboeden und als Eiweissfuttermittel geeigneten Bakterienpraeparaten

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