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Verfahren zum Elektroschmieden von Formeisen Die Erfindung betrifft
eiri Verfahren und eine Vorrichtung zum elektrischen Schmieden.
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Es ist bekannt, durch ,elektrische Widerstandserhitzung erwärmte Werkstücke
auf elektrischen Schmiedemaschinen, insbesondere durch Stauchen, zu formen.
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Die bekannten Maschinen haben unter anderem eine als Amboß dienende,
ihrer Lage nach vor Beginn des Schmiedevorganges einstellbare, aber während des
Schmiedevorganges ruhende Elektrode sowie eixne zweite zur "xde Elektrode Führung
des gegen die ruhe gepreßten Werkstückes dienende Elektrode, durch die das Werkstück
hindurchgeschoben wird. Es sind auch Maschinen bekannt, bei denen das Werkstück
festliegt und die Widerlager- und Führungselektrode gemeinsam unter Einhaltung ihres
ursprünglichen Abstandes relativ zum Werkstück verschoben werden.
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Hiernach kennzeichnen sich die bekannten Einrichtu@igen durch unveränderlichen
Elektrodenabstand. Dieser Abstand ist begrenzt durch den Durchmesser des Werkstückes
-und die zur Erreichung .des Stauchvolumens nötige Stablänge zwischen den Elektroden.
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'Es ist ein Ausknicken des Werkstückes zwischen den Elektroden zu
vermeiden. Infolgedessen ist die Größe der auf diesen Maschinen erzielbaren Formänderung
beschränkt, da zwischen den Elektroden nur eine bestimmte Menge Material Platz finden
kann, d. h. es können nur kleine Werkstücke auf den Maschinen hergestellt werden.
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Es ist bei den bekannten Maschinen ferner unmöglich, die Form des
Sclnniedestückes zu beeinflussen. Man kann nur an die stabförmigen Rohlinge einen
Kopf anstauchen, der ungefähr die Forni eines Umdrehungsellipsoids annimmt.
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Alle geschilderten Nachteile werden durch das Verfahren und die Vorrichtung
nach der Erfindung vermieden.
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Das Verfahren nach der Erfindung besteht darin, daß bei Maschinen
der gekennzeichneten Art mit Amboß- und Führungselektrode während des Schmiedevorganges
der Abstand der Elektroden vergrößert wird. Entweder wird die Amboßelektrode in
Richtung des Stabvorschubes oder die Führungselektrode entgegen dem Stabvorschub
bewegt. Es kann auch notwendig sein, beide Elektroden gleichzeitig in den angegebenen
Richtungen oder auch gleichsinnig mit verschiedener Geschwindigkeit zu bewegen,
wenn nur der resultierende
Abstand der Elektroden vergrößert
wird.
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Da die Änderung des Elektrodenabstandes mit regelbarer Geschwindigkeit
erfolgen kann, so ist es durch das Verfahren nach der Erfindung möglich, die Form
des Werkstükkes zu beeinflussen, z. B. kann durch Vergrößerung des Elektrodenabstandesmit
gleichförmiger Geschwindigkeit ein zylindrischer Kopf angestaucht werden. Durch
Vergrößerung des Abstandes mit gleichförmig wachsender Geschwindigkeit kann eine
keglige Kopfform erzielt werden. Läßt man auf die erste Änderungsart die zweite
folgen, so erhält man einen zyiindrischen Kopf, der mit einem kegligen Zwischenstück
in den ursprünglichen Stabquerschnitt übergeht. Da die Geschwindigkeit der Abstandsänderung
frei wählbar und jederzeit änderbar ist, also zwischen Null und einem durch die
verwendete Maschine bedingten Höchstwert liegen kann, können unendlich viel zwischen
den so gegebenen Grenzen liegende Formkombinationen erzielt werden, z. B. auch Kombinationen
kugliger, kegliger und zylindrischer Teile usf.
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Das Festhalten der Widerlagerelektrode und Rückwärtsbewegen der Führungselektrode
empfehlt sich insbesondere bei der Herstellung kugliger oder ähnlicher Formen. Selbstverständ:ich
kann man auch die Widerlager- und Führungselektrode altwechselnd bewegen. Wird die
Führungselektrode bewegt, so kann die Geschwindigkeit der Abstandsänderung @ die
Stabvorschubgeschwinäigkeit auch übersteigen.
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Endlich ist es auch möglich, eine von beiden Elektroden, insbesondere
die Widerlagerelektrode, .während des Schmiedens quer zur Stabachse zu verschieben,
wodurch unrunde, schräge oder gekrümmte Werkstücke erzielbar sind.
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Da sich bei dem neuen Verfahren der Elektrodenabstand vergrößert,
ist es möglich, während des Schmiedens den Ohmschen Widerstand des Werkstückteiles
zwischen den Elektroden und dadurch die Temperatur konstant zu halten, um das Verbrennen
des Materials zu vermeiden. Man kann mittels der Änderung des Elektrodenabstandes
auch die Temperatur gegebenenfalls erniedrigen, ohne die Stromstärke zu ändern.
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Der auf den zu schmiedenden Stab ausgeübte Druck ist während der Arbeit
konstant und entspricht dem Druck, der nötig ist, um den Werkstoff bei der gewünschten
Temperatur .zu deformieren.
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Gegenstand der Erfindung ist ferner eine zur Ausübung des geschilderten
Verfahrens dienende Maschine. Die Maschine ist dadurch gekennzeichnet, daß Führungs-
und MTiderlagerelektrode entweder abwechselnd oder beide gleichzeitig während des
:Schmiedevorganges in Richtung der Achse des Schmiedestückes verschoben werden können.
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Die Widerlagerelektrode kann bei der Maschine nach der Erfindung quer
zur Stabachse bewegt werden.
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Bei der später zu beschreibenden Ausführungsform- einer Maschine nach
der Erfindung werden die Elektroden hydraulisch bewegt. Zur Regelung der Rückbewegung
der Widerlagerelektrode dient eine von Hand oder mechanisch einstellbare Drosselvorrichtung,
die gestattet, die Widerlagerelektrode entgegen dem Druck einer Preßflüssigkeit
mit einstellbarer, während des Schmiedevorganges veränderlicher Geschwindigkeit
zurückgehen zu lassen.
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Der Kopf der Widerlagerelektrode besteht ei°findungsgemäß aus einem
Material, dessen spezifischer Ohmscher Widerstand ungefähr dem des Werkstückes entspricht
und dessen Durchmesser größer als der des Werkstückes ist. Hierdurch wird erreicht,
daß. der Elektrodenkopf stets kühler bleibt als das Werkstück, wodurch ein Anschweißen
des Werkstückes am Elektrodenkopf vermieden wird.
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Beide Elektroden werden mittels Flüssigkeit gekühlt, und die Kühlung
der Widerlagerelektrode ist regelbar.
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Endlich ist die Maschine nach der Erfindung dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungselektrode mit Kugeln versehen ist, die das Werkstück festhalten;
beispielsweise können drei oder vier Kugelreihen angeordnet sein. Hierdurch ist
es möglich, von Rohlingen verschiedenen Profils auszugehen, z. B. von runden, dreieckigen
oder viereckigen Stäben. Ferner ist, da der Bewegungswiderstand durch die Kugeln
verkleinert wird, der Anpreßdruck des Werkstückes gegen die Widerla.gerelektrode
genauer bestimmbar, denn bei rauher Oberfläche der Stäbe schwankt dieser Widerstand
in geringerem Maße, als wenn die Führungselektrode das Werkstück mit gleitender
Reibung festhielte. Infolgedessen kann auch ungezogenes Material mit rauher Oberfläche
verarbeitet werden.
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Auf der Zeichnung ist in Abb. i bis q. das Verfahren nach der Erfindung
schematisch erläutert. -Abb. i bis ¢ zeigen das Verfahren nach der Erfindung für
vier verschiedene Werkstücke. Abb.5 stellt schematisch eine Maschine nach der Erfindung
nebst der elektrischen Schaltung dar, Abb.6 eine andere Ausführungsform einer Maschine
nach der Erfindung.
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AbU7 zeigt eine Maschine nach der Erfindung in ausführlicherer Darstellung
in Seitenansicht, Abb. 8 im Grundriß (die Abbildungen sind
der
besseren Darstellung halber in zwei Teile zerlegt).
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Abb. 9 zeigt den Regler für die Bewegung der Widerlagerelektrode für
sich allein in senkrechtem Schnitt und Abb. ga einen Steuernocken des Reglers für
sich allein.
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Abb. io und i i stellen im Quer- und Längsschnitt die mit Spannkugeln
versehene F ührungselektrode dar.
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Abb.12 zeigt in größerem Maßstabe die Widerlagerelektrode.
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Abb. i zeigt zunächst in einfacher Form das Verfahren nach der Erfindung.
Die Widerlagerelektrode 2 steht fest; die Führungselektrode 4 bewegt sich dem Stempel
3 entgegen, also entgegen dem Stabvorschub. Das Schmiedestück nimmt bei dieser Anordnung
die dargestellte Form an. Da der Elektrodenabstand während des Schmiedevorganges
zunimmt, was auch für die Verfahrensformen nach Abb. 2 bis 4. also stets in Frage
kommt, so verlängert sich die am Schluß des Schmiedevorganges zwischen den Elektroden
liegende Strecke vom ursprünglichen Stabquerschnitt. Hierdurch wird eine Überhitzung
dieses Stababschnittes - verhindert, selbst wenn der Schmiedevorgang längere Zeit
dauert und größere Metallmassen angestaucht werden. Infolge der Möglichkeit, die
Schmiedezeit zu verlängern, können große Werkstücke bearbeitet werden. Ein Ausknicken
des Stabes ist nicht zu befürchten, da die freie Stablänge zwischen den Elektroden
vom ursprünglichen Stabquerschnitt sich nicht vergrößert.
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In Abb.2 bewegt sich die Widerlagerelektrode 2 in gleicher Richtung,
aber mit geringerer Geschwindigkeit als der Stempel3, den der Stab vorschiebt. Da
die Vorbewegung der Widerlagerelektrode mit gleichförmiger Geschwindigkeit erfolgt,
bildet sich ein zylindrischer Stauchkopf.
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In Abb.3 ist angenommen, daß die Widerlagerelektrode allein sich mit
stufenweise zunehmender Geschwindigkeit bewegt, so daß der Stauchkopf einen stufenweise
abnehmenden Durchmesser erhält. In den einzelnen Stufen ist die Geschwindigkeit
der Wider-Lagerelektrode gleichförmig, so daß sie zylindrischen Querschnitt haben.
An den übergangsstellen von einem Querschnitt zum anderen bilden sich keglige Stellen,
weil =die Geschwindigkeit der Elektrode hier allmählich zunimmt. -In Abb.4 steht
beim Stauchen der kugligen Teile die Widerlagerelektrode still, und die Führungselektrode
bewegt sich entgegen dem Stabvörschub, während bei der Stauchung des zylindrischen
Teiles die Widerlagerelektrode vorgeht und die Führungselektrode stillstehen kann.
Bei der schematischen Darstellung einer Maschine nach der Erfindung gemäß Abb. 5
ist angenommen, daß nur .,die Widerlagerelektrode 2 beweglich ist, während die Führungselektrode
4 stillsteht. Die== Maschine wird z. B. hydraulisch angetrieben.
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Die Widerlagerelektrode 2 ist mit einem Kolben 8 fest verbunden, der
in einem Zylinder 9 beweglich ist. An dem Zylinder 9 befindet sich ein Ventil io,
von dem eine Leitung zu einem nicht dargestellten Druckakkumulator führt. Der Stempel
3, der den Stab i durch die Führungselektrode ¢ vorschiebt, bildet die Stange eines
Kolbens 5 in einem Preßzylinder 6 mit Ventil 7, von dem wiederum eine Leitung zum
Druckakkumulator führt. Der Hahn 7 kann auch auf Anlaß für die Preßluft eingestellt
werden.
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Mit dem Stempel 3 ist eine Stange .i i durch einen Arm 12 fest verbunden.
Die Stange i i läuft in einer Führung 13 und trägt eine Kurvenscheibe 14,
mittels deren der Hahn i o geöffnet werden kann. Die KurvenscheiÜe 14 ist auf der
Stange i i verstellbar, die Scheibe kann gegen anders geformte Scheiben ausgewechselt
werden und kann von regelbarer Höhe sein.
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Die Flüssigkeitsdruck° und Querschnitte der Kolben 5 und 8 sind so
gewählt, daß der vom Kolben 5 ausgeübte Druck imstande ist, die Reibung in der Führungselektrode
und den Druck des das Widerlager 2 tagenden Kolbens 8 zu überwinden.
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Zu Beginn der Arbeit bleibt das Widerlager 2 fest, da der Hahn io
geschlossen ist. Sobald das Ventil nach Beginn des Stauchvorganges von der Kurvenscheibe
14 geöffnet wird, entfernt sich die Elektrode 2 allmählich von der Elektrode 4.
Am Ende des Stauchvorganges nach Ausschaltung des Heizstromes entlastet man den
'Stauchkolben 5 durch Umstellen des Hahnes 7, worauf nach Öffnen der Führungselektrode
der gestauchte Stab mit den Kolben 5 und 8 zurückgeschoben wird.
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Bei der abgeänderten Form der Maschine gemäß Abb. 6 ist eine Einrichtung
zum selbsttätigen Bewegen der Führungselektrode 4 während des Stauchens dargestellt.
Die Elektrode ¢ hat eine Zahnstange 9', in die ein Ritzel io' eingreift, das sich
um einen festen Zapfen dreht und auch in eine Zahnstange 14' eingreift, die auf
der mit dem Stempel 3 verbundenen Stange i i befestigt ist.
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Der in Abb.5 schematisch dargestellte Transformator besteht aus einem
Haupttransformator 15, dessen Primärwicklung mehrere mittels des Schalters 16 einschaltbare
Anzapfungen besitzt, und aus einem Hilfsautotransformator 17 im Nebenschluß zu dem
Primärstromkreis des Haupttransformators, der
gleichfalls eine Anzahl
mittels des Schalters 18 einschaltbare Anzapfungen hat; der Autotransformator bezweckt
die Regelungsgrenzen des Heizstromes zu erweitern, um die Heizwirkung je nach den
Abmessungen des Werkstückes genau regeln zu können.
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In den Abb.7, 8 und 9, die eine Gesamtausführung einer Maschine nach
der Erfindung darstellen., bedeutet 21 den die elektrischen Transformator-, Regelungs-
und Schaltapparate einschließenden Maschinenrahmen. Bei 22 ist der Haupttransformator
angeordnet; 23 bezeichnet einen. selbsttätigen, am Hubende wirksamen Ausschalter,
24 den Einschalter des Autotransformators, 25 das Steuerrad zum Regeln des Autotransformators,
26 das Steuerrad des Induktionsreglers 27 für den Haupttransformator, 28 -den Autotransformator
und 29 einen Transformator zur selbsttätigen Stromausschaltung am Ende des Hubes.
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An den Enden des Maschinenbettes sind die Flüssigkeitszylinder 6,
9 angebracht. Der Zylinder 6 enthält den Kolben 5, der durch den Stempe13 den Stab
i vorschiebt. Im Zylinder 9 bewegt sich der Kolben 8, dessen Stange 8' in die Widerlagerelektrode
2 ausläuft; 4 bezeichnet die Führungselektrode, die einfachheitshalber als am Maschinenbett
fest dargestellt ist, jedoch bei der praktischen Ausführung in zum Stabvorschub
entgegengesetzter Richtung, z. B. durch die in Abb. 6 angedeuteten mechanischen
Mittel bewegbar ist. 30 und 31 sind zwei Druckflüssigkeitsspeicher
mit vor Arbeitsbeginn eingestelltem konstanten Druck, von denen im ersten ein höherer
Druck herrscht als im zweiten. Der Druck kann durch eine nicht dargestellte Handpumpe
je nach dem Querschnitt des Werkstückes und den Metalleigenschaften zeitweise erhöht
bzw. erniedrigt werden. Der Niederdruckspeicher 31 arbeitet in geschlossenem Kreisprozeß,
wie nachstehend beschrieben; der Druck in ihm kann durch Öffnung des Hahnes 32 erhöht
werden, der in eine die beiden Flüssigkeitsspeicher verbindende Leitung 33 eingeschaltet
ist. 34 bezeichnet 'die Steuerung zur Verbindung der aus dem Hochdruckspeicher
30 herkommenden Leitung 35 mit der in das Außenende des Zylinders
6 mündenden Leitung 36. Der Drudk im Speicher 3o, der wäbrend der Arbeit in irgendeiner
bekannten Weise konstant erhalten wird, wird so gewählt, daß er gexade zur gestaltlieben
Veränderung des den Stab bildenden Materials bei der günstigsten Schmiedetemperatur
ausreicht. Dann setzt das Schmieden, sobald der Stab diese Temperatur erreicht hat,
selbsttätig ein. Die Temperatur wird bis zum Ende des Schmiedevorganges durch die
mittels - der allmählich zunehmenden Entfernung der Elektroden bewirkte Widerstandsreglung
selbsttätig aufrechterhalten.
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Vom Niederdruckspeicher 31, in dem ebenfalls konstanter Druck herrscht,
ist eine Leitung 3 7 zum Unterende eines sehechten Zylinders 38 abgezweigt, in dem
sich ein mit einem Schwinghebel 39 verbundener Kolben bewegt, der die eine Klemmbacke
der Führungselektrode bewegt. Auf diese Weise wird die Elektrode vom Flüssigkeitsspeicher
31 mit gleichbleibendem Druck geschlossen gehalten. Am Oberende des Zylinders 38
mündet eine Leitung 4o, die durch die Steuerung 34 mit der Leitung 35 und somit
mit dem Hochdruckspeicher 30 in Verbindung gesetzt werden kann, wodurch am
Ende der Arbeit die Führungselektrode geöffnet wird. Gleichzeitig verbindet die
Steuerung 34 die Leitung 36 mit dem AuslaLirohr 41 und entlastet den Stab. Der rasche
Rückgang der Kolbenstange 3 erfolgt dadurch, daß eine Abzweig 37' der Leitung 37
zu dem der Mündung der Leitung 36 entgegengesetzten Ende des Zylinders 6 führt,
wodurch auf den Kolben ein Gegendruck erzeugt wird. Bei Bestimmung des zum Anpressen
des Stabes i an das Widerlager erforderlichen Druckes im Flüssigkeitsspeicher
30 muß diesem vom Flüssigkeitsspeicher 31 auf den Kolben 5 stetig ausgeübten
Gegendruck Rechnung getragen werden.
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Der Zylinder 9 ist mit Öl oder einer sonstigen geeigneten Flüssigkeit
gefüllt. Das Außenende des Zylinders. 9 steht durch eine Leitung 42 mit der einen
Seite eines zweiten Zylinders 43 in Verbindung, in dem ein Kolben 44 bewegbar ist
und dessen andere Seite mit einer Abzweigung der Leitung 37 und so mit dem Niederdruckflüssigkeitsspeicher
3 i in offener Verbindung steht. In die Leitung 42 zwischen den Zylindern 9 und
43 ist eine Steuervorrichtung 145 zum Regeln der Bewegung der Widerlagerelektrode
2 eingebaut, die in einer Ausführung in Abb.9 gesondert im Schnitt gezeigt ist.
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Der Zylinder 43 mit dem Kolben 44 ist zwischen den Druckspeicher 31
und den Stützzylinder für die Widerlagerelektrode 2 geschaltet, um eine andere Druckflüssigkeit
für den Druckspeicher 31, insbesondere mit Rücksicht auf die Steuervorrichtung 145
benutzen zu können, z. B. Öl. Hierdurch wird eitle Verunreinigung der Steuervorrichtung
vermieden und die Möglichkeit gegeben, die Feinheit der Einstellung durch günstige
Wahl der Flüssigkeit zu erhöhen.
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Die Steuervorrichtung wird durch ein Handrad 45 bedient, auf dessen
Welle 47 eine Anzahl von Nockenscheiben 46 sitzen. An Stelle des Handrades kann
auch ein mechanischer Antrieb treten, insbesondere bei Massenerzeugung.
Zu
.jeder Nockenscheibe gehört ein Stößel 48 zum Steuern von federbelasteten Ventilen
49. Die Nockenscheben besitzen je mehrere Nocken, und ihre Anordnung ist so getroffen,
daß verschiedene Stellungen des Handrades 45 die Öffnung eines oder mehrerer oder
aller Ventile herbeiführen. Sämtliche Ventile liegen zwischen den Stutzen 50 und
5 r zum Anschluß der von den Zylindern 9 und 43 kommenden Rohre 42, so daß je nach
der Zahl der geöffneten Ventile der Ölübertritt aus dem Zylinder 6 in den Zylinder
43 und damit die Rückbewegung des Widerlagers schneller oder langsamer erfolgt.
Da der Durchgangsquerschnitt bei jedem Ventil verschieden seinkann, so kann eine
sehr große Zahl. von Geschwindigkeitsänderungen in der Bewegung des Widerlagers
durch entsprechende Ventilöffnungszusammenstellungen erhalten werden. Da auf die
der Leitung 37 zugekehrte Fläche des Kolbens 44 von dem Flüssigkeitsspeicher 31
her ein gleichbleibender Druck ausgeübt wird und der vom Stab i auf das Widexlager
2 übertragene Druck ebenfalls gleichbleibend ist, so entspricht einer gegebenen
Stellung der Steuerung 45 eine gleichförmige Rückwärtsbewegung des Widerlagers.
Die Steuernocken 46 :sind so gestaltet, daß bei bestimmter Stellung des Handrades
45 die Leitung 42 abgeschlossen ist und jede Bewegung -des Widerlagers 2 aufhört.
Wenn am Ende eines Arbeitsspieles der vom Stab auf das Widerlager übertragene Druck
aufhört; fließt das Öl unter der Wirkung des vom Flüssigkeitsspeicher
31 erzeugten, auf den Kolben 44 wirkenden Druckes selbsttätig in den Zylinder
9 zurück, und das Widerlager nimmt seine Anfangsstellung wieder ein, und zwar beschleunigt,
da dann alle Ventile 49 sich gegen ihre Schließfedern selbsttätig öffnen. Die Steuervorrichtung
kann auch als in die Leitung 42 eingeschalteter Zylinder mit von einem Kolben gesteuerten
Kanälen ausgebildet sein, deren Querschnitt von Null bis zu einem Höchstwert zunimmt.
Der Rückfluß erfolgt in diesem Falle durch ein selbsttätiges Ventil im Kolben. Auch
andere Drosselvorrichtungen sind möglich.
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Um exzentrische, schräge oder ' gekrümmte Stücke zu stauchen, besitzt
die Maschine eine Einrichtung 56 zur Querbewegung des Widerlagers 2.
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Die Abb. i o und i i zeigen die Kugelanordnung in der Führungselektrode.
In diesen Abbildungen ist ein. Stab von kreisförmigem Querschnitt dargestellt; es
können jedoch Stäbe irgendwelchen, z. B. kantigen oder ovalen Querschnittes und
innerhalb weiter Grenzen veränderlicher Abmessungen eingespannt werden. 52 bezeichnet
die die Kugeln 53 enthaltenden Klemmbacken der Führungselektrode. Die Kugeln 53
sind je in zwei zueinander und -zur Stabachse parallelen Längsrinnen 54 in den Backen
52 angeordnet und werden durch irgendwelche bekannten Mittel, z. B. durch leichtes
Umbördeln des Randes der Ruinen 54, festgehalten. Nach Einführung der Kugeln werden
die einseitig offenen Rinnen 54 durch Endplatten 55 geschlossen. Die Kugeln 53 werden
in die Rinnen 54 mit einem gewissen Spielraum eingefüllt, damit sie sich frei bewegen
und unter dem Einspanndruck zwecks Herstellung eines guten Kontaktes alle auf den
Stab i gepreßt werden.
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Wie - Versuche bewiesen haben, kann die nötige Stromstärke ohne erhebliche
Erwärintmg der Kontaktpunkte hindurchfließen.
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Die Vorteile der Spannkugeln sind bereits hervorgehoben worden. Hinzu
kommt, daß gewöhnliche, mit größeren Flächen angreifende Klemmbacken wegen der sich
auf ihnen durch kleine Splitter, Gußnähte oder Verunreinigungen, die auch auf gezogenen
Stäben vorkommen, bildenden Riefen oft ausgebessert und ausgewechselt werden müssen.
Die Lager mit gleitender Reibung haben den weiteren Nachteil, daß die geringsten
Abweichuxigen des Stabdurchmessers, die ebenfalls bei gezogenen Stäben vorkommen,
den Kontakt stark beeinflussen, wodurch das Stabmaterial seitlich überhitzt werden
kann. Die Erfindung vermeidet auch diese Nachteile.
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Abb. 12 veranschaulicht - die Widerlagerelektrod e. Ihr Kopf 2 ist
.auf die den Strom zuführende Stange 8' einfach aufgesetzt. Der Kopf besteht aus
einem Material, das ungefähr den gleichen spezifischen Ohmschen Widerstand wie der
Stab r hat, und hat einen größeren Durchmesser als der Stab i, derart, daß seine
Temperatur beim Stromdurchfluß niedriger als die des Stabes i bleibt, jedoch hoch
genug (z. B. gleich der Hälfte der vom Stabende erreichten Temperatur) ist, um i
eine schädliche Wärmeableitung am Ende des Stabes zu vermeiden.