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Strangpresse Es sind Strangpressen in stehender oder liegender Ausführung
mit ortsfestem Aufnehmer zur Herstellung von stangen- oder rohrförmigen Metallkörpern
beliebigen Querschnitts bekannt, welche sowohl nach dem direkten als auch nach dem
indirekten Verfahren zu betreiben sind.
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Diese bekannten Pressen haben aber den Nachteil, daß der austretende
Strang entweder nach rechts hin oder nach links hin, je nachdem direkt oder indirekt
gepreßt wird, läuft, wodurch diese Maschinen für die austretenden Stränge einen
langen Raum beanspruchen.
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Es ist zwar bei Strangpressen einer anderen Gattung, nämlich bei Strangpressen
mit verschiebbarem Aufnehmer, bekannt geworden, den Strang beim direkten und beim
indirekten Preßverfahren nach derselben Seite hin austreten zu lassen. Ein verschiebbarer
Aufnehmer soll aber im vorliegenden Fall nicht verwendet werden, da ein ortsfester
Aufnehmer z. B. den Vorteil bietet, daß bei Anordnung einer Heizung des Aufnehmers
die Zu- und Abführung der Heizgase durch ortsfeste Rohre erfolgen kann.
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Es soll daher bei der eingangs erwähnten Gattung von Strangpressen
mit ortsfestem Aufnehmer ebenfalls erreicht werden, daß der Strang beim direkten
und beim indirekten Pressen nach derselben Seite austritt. Nach der Erfindung wird
das dadurch erzielt, daß der geschlossene Preßstempel für das direkte Verfahren
einerseits und der die Maltrize tragende Preßstempel für das indirekte Verfahren
andererseits von entgegengesetzten Seiten her in den stillstehenden Aufnehmer hineinbewegt
werden. Dabei tritt der Strang stets nach derselben Seite aus, da die Matrize bei
dem direkten Verfahren entgegengesetzt zum Preßstempel angeordnet werden muß, also
dort, wo sich die Matrize im vorliegenden Fall auch bei Beginn des indirekten Verfahrens
befindet.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung in den Abb.I bis VII an einem
Ausführungsbeispiel einer liegenden Presse dargestellt. Die Presse kann natürlich
ohne weiteres auch in stehender Anordnung gebaut werden, und zwar so, daß der austretende
Strang nach oben oder nach unten heraustritt.
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Abb. I ist der Längsschnitt durch die gesamte Presse mit eingebauten
Werkzeugen für indirektes Pressen.
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Abb.II ist der Längsschnitt durch einen Teil der Presse mit eingebauten
Werkzeugen für direktes Arbeiten.
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Abb.III ist eine Ansicht auf die Presse nach Abb. I von oben.
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Abb. IV ist ein Querschnitt durch den fahrenden Zylinder nach der
Linie a-a der Abb. I.
Abb. V ist eine Ansicht gegen die bewegliche
Plungertraverse.
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Abb. VI zeigt eine Ansicht gegen den ortsfesten Aufnehmer.
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Abb. VII zeigt eine Ansicht gegen das ortsfeste Widerlager.
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Es ist i der bewegliche Preßzylinder, der mittels der Führungsschuhe
z (Abb. IV) auf dem Grundrahmen 3 sich bewegt. q. ist der Preßplunger, der mit dem
beweglichen Querhaupt 5 verbunden ist. Der Preßplunger bzw. das Querhaupt 5 wird
durch Führungsschuhe 6 (Abb. V) getragen, die ebenfalls auf dem Grundrahmen sich
bewegen. Mit dem beweglichen Plungerquerhaupt 5 ist durch Stangen 7 (Abb. III) die
hintere bewegliche Traverse 8 verbunden, die mittels Führungsschuhen 9 ebenfalls
auf dem Rahmen 3 gleitet. io ist der ortsfeste Aufnehmer, dessen Gehäuse ii durch
Stangen i2 mit dem ortsfesten Querhaupt 13 verbunden ist. Die durchgehenden Stangen
12 werden zweckmäßigerweise mittels eines entsprechenden Absatzes, wie im Ausführungsbeispiel
gezeichnet, gleichzeitig als Plunger 14 für die beiden beweglichen Hilfszylinder
15 ausgeführt, die mit der Traverse 5 verbunden sind und die bei Unterdrucksetzen
einen zusätzlichen Druck zum Preßplungerdruck q. ergeben. Ferner sind die Stangen
7 an einem Ende hohlgebohrt und dadurch als Hilfszylinder ausgebildet, in welche
ortsfeste Plunger 16 eintauchen, die beim Unterdrucksetzen den Preßplunger 4. nebst
Stangen 7 und hinterer Traverse 8 nach links verschieben. An dem Preßzylinder i
sind Hilfszylinder 17 (Abb. Il angebracht, in die ortsfeste, an den Stangen 18
sitzende, mit der wirksamen Kolbenfläche in Abb.I nach rechts gerichtete Plunger
eintauchen, und die bei Unterdrucksetzen dem Preßzylinderdruck entgegenwirken, d.
h. im Leergang den Preßzylinder i nach rechts (Abb. I) verschieben. In den Preßplunger
¢ taucht das Wassereinführungsrohr 19 ein, welches mit dem Querhaupt 13 verbunden
ist. Dieses Querhaupt wird bei langhübigen Pressen zweckmäßig gleichzeitig als Ventilgehäuse
mit dem Ventilsitz 24 ausgebildet und darüber :ein unter einem Luftdruck von nur
etwa q. bis 7 at stehender Wasserbehälter 2o angebracht. Von dem Behälter 2o aus'
wird der Preßzylinder i gefüllt (sogenanntes Füllwasser oder Niederdruckwasser),
bevor das eigentliche Druckwasser eingeleitet wird. Die Plunger 12 bzw. 1q., 16
und 18 werden zweckmäßigerweise durchbohrt, um einen einfachen Wasseranschluß an
die entsprechenden Zylinder zu bekommen.
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Bei kurzhubigen Pressen erübrigt sich die Vorfüllung, also das Ventilgehäuse
mit Vorfüllventil und der Füllwasserbehälter 2o. 21 sind Blockauflagetische, die
sinngemäß von der Maschine selbsttätig gesteuert werden. Diese Tische können zweckmäßigerweise
auch als Unterlage beim Abschlagen des Preßrestes. verwendet werden. Im übrigen
wird man in bekannter Weise den Preßrest durch eine nicht dargestellte Kreissäge
oder Schere vom Strang abtrennen. Vorher muß bekanntlich der Preßrest mit dem daran
haftenden Strang aus dem Aufnehmer entfernt werden. Diese Entfernung des Preßrestes
muß unter Umständen unter Heranziehung der gesamten Hauptplungerkraft vorgenommen
werden. Damit nun eine derartige Entfernung des Preßrestes erfolgen kann, muß beim
Pressen nach Abb.I die Aufnehmerbohrung an der rechten Seite und nach Abb. II die
Aufnehmerbohrung an der linken Seite freigelegt werden. Dabei werden, wie später
näher beschrieben, die rechts und links vom Aufnehmer befindlichen Zwischenstücke
22 (Abb.I, II und VI) zwischen Gegenauflager und Aufnehmer eingeschwenkt, und zwar
je nachdem, ob nach Abb.I oder Abb. II gepreßt wird, nur die rechten (nach dem Preßzylinder
hin liegenden) oder nur die linken (nach der Traverse 8 hin liegenden) Zwischenstücke.
Das Einschwenken der Zwischenstücke 22 verfolgt mittels eines nicht dargestellten
Handhebels, und zwar ist der Handhebel mit den rechten oder mit den linken Zwischenstücken
verbunden, je nachdem die in Abb. I und II dargestellte Kupplung 23 nach rechts
oder nach links eingestellt ist.
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25 ist der Preßstempel, 26 die Preßmatrize.
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Die nicht dargestellten Steuerungen der Presse sind folgende: a) eine
Zweiventilsteuerung für die Plunger 16 bzw. für die Leergangsbewegung des Preßplungers
r1, b) eine Zweiventilsteuerung für die Rückzugplunger 18 bzw. für die Leergangsbewegung
des Preßzylinders i, c) eine Zweiventilsteuerung für den Preßzylinder i bzw. Preßplunger
q., d) eine Steuerung für die Zylinder 15, die für das Pressen nach Abb.I wie auch
nach Abb.II jedesmal eine vorher bestimmte Lage einnimmt und beim Betriebe der Presse
dann nicht mehr bedient wird. Durch diese Steuerung werden nämlich beim Pressen
nach nach Abb. I die beiden Zylinder 15 ständig mit dem Abwasser in Verbindung gebracht.
Beim Pressen nach Abb.II wird die Steuerung derart umgestellt, daß die Zylinder
15 in ständiger Verbindung mit dem Zylinder i stehen, also dann auch der Wirkung
der Steuerung von i unterworfen sind, und ferner wird durch einen gleichzeitig einzurückenden
Daumen o. dgl. die Steuerung für die
Zylinder 17 so mit der
Preßärucksteuerung für den Zylinder i gekuppelt, daß bei Stellung der Steuerung
für Zylinder i auf Preßdruck auch die Steuerung für die Zylinder 17
auf Preßdruck
geschaltet wird und demnach auch die Zylinder 17 gleichzeitig mit dein Zylinder
i Pr eßdruck erhalten, also dem Preßdruck im Zylinder i entgegenarbeiten, wie später
näher erläutert ist.
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Die Arbeitsweise der Presse ist folgende: Wenn nach Abb.I, also indirekt,
gepreßt werden soll, ist die Steuerung für die Zylinder 15, wie erwähnt, so eingestellt,
daß diese Zylinder ständig mit dem Abwasser in Verbindung stehen. Ferner ist die
Kupplung 23 so eingestellt, daß die rechts von dem Aufnehmer befindlichen Zwischenstücke
22 bei Betätigung des entsprechenden Handhebels ein- und ausgeschwenkt werden, während
die links vom Aufnehmer befindlichen Zwischenstücke 22 in der aufgeklappten Lage
(Abt. VI) verharren. Der Raum im Zylincler i und Preßplunger q. steht bei der Stellung
nach Abb. I mit dem Füllwasserbehälter 20 in Verbindung. Die Plunger 16 stehen unter
Druck und haben den Plunger q. mit der Traverse 8 und dem Preßstempel 25 in die
dargestellte Lage gebracht. Nachdem nun der Rohling auf den Blockauflagetiscb 21
aufgelegt worden ist, wird durch Abwassergeben in Plunger 16 der Plunger q. unter
der Wirkung des Füllwasserdrucks 2o nach rechts bewegt, wodurch der Rohling in den
Aufnehmer hineingefahren wird, dann wird die Preßdrucksteuerung für i bedient, wodurch
der Füllwasserbehälter 20 vom Druckwasserzuführungsrohr i g abgesperrt wird und
das Druckwasser durch Rohr i g in den Preßzylinderraum eintritt, wobei der .Plunger
q. sich weiter nach rechts bewegt und die Preßarbeit vollführt. Während dieses Preßvorganges
haben außer Plunger 14 auch Plunger 16 und 18 Verbindung mit dem Abwasser, und der
ausgeübte Preßdruck ist gleich Ringfläche (F minus f) mal Wasserdruck, während der
Gegendruck auf den Bodenverschluß des Aufnehmers sich ergibt aus der Kreisfiäche
von F mal Wasserdruck. Der Gegendruck auf den Bodenverschluß des Aufnehmers ist
also um das Maß Fläche f mal Wasserdruck größer als der Preßdruck, wodurch eine
Gewähr für die gute Dichthaltung des Bodenverschlusses des Aufnehmers gegeben ist.
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Nachdem der Preßvorgang beendet ist, wird die Steuerung für den Preßzylinder
i auf Abwasser gestellt und der Zylinder i etwas nach rechts gefahren, und nachdem
dieses geschehen ist, werden die Zwischenstücke 22 eingeschwenkt, der Preßzylinder
wieder nach links bis gegen die Zwischenstücke, die den Zylinder jetzt gegen den
Aufnehmer abstützen, im Leergang gefahren und dann durch nochmaliges Unterdrucksetzen
des Zylinders i der Preßrest mittels des Preßstempels nach rechts aus dem Aufnehmer
herausgestoßen. Dann erhalten die Steuerungen für Zylinder i und Plunger 18 Abwasser,
die Zwischenstücke 22 werden mittels des zugehörigen Hebels zurückgeschwenkt, und
die Steuerung für den Plunger 16 erhält dann Druckwasser, wonach die Maschine zu
neuem Hube, wie in Abb. I dargestellt, bereitsteht.
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Wenn nach Abb.II, also direkt gepreßt werden soll, wird, wie schon
erwähnt, die Steuerung für die Zylinder 15 so umgestellt, daß dieselben in ständiger
Verbindung mit dem Zylinder i stehen, und gleichzeitig wird durch einen einzurückenden
Daumen die Steuerung für die Zylinder 17 so mit der Preßdrucksteuerung für i gekuppelt,
daß bei Stellung dieser Preß.drucksteuerung auf Preßdruck zu später angedeutetem
Zweck auch die entgegenarbeitenden Zylinder 17 Preßdruck erhalten. Mit anderen Worten,
während des Preßdruckes erhalten nunmehr außer Zylinder i auch die beiden Zylinder
15 und 17 gleichzeitig Preßwasser. Ferner ist die Kupplung 23 so eingestellt, daß
die links von dem Aufnehmer befindlichen Zwischenstücke 22 bei Betätigung des entsprechenden
Handhebels ein- und ausgeschwenkt werden, während die rechts vom Aufnehmer befindlichen
Zwischenstücke 22 in der aufgeklappten Lage (Abt. V1) verharren. Nachdem der Rohling
auf den Blockauflagetisch 21 aufgelegt worden ist, wird durch Abwassergeben in Plunger
18 der Preßzylinder i unter der Wirkung des Füllwasserdruckes 2o nach links bewegt,
wodurch der Rohling in den Aufnehmer hineingefahren wird. Dann wird die Preßdrucksteuerung
für i bedient, wodurch der Füllwasserbehälter 2o vom Druckwasserzuführungsrohr ig
abgesperrt wird, und das Druckwasser durch Rohr ig in den Preßzylinderraum i und
außerdem in die Zylinder i 5 (Flächen F2 minus f2) und 17 (Flächen F1 minus f 1)
eintritt, wobei der Zylinder i sich weiter nach links bewegt und die Preßarbeit
vollführt. Während dieses Preßvorganges haben die beiden Plunger 16 Verbindung mit
dem Abwasser, und der ausgeübte Preßdruck ist gleich Fläche [F minus Summe der Flächen
(F1 minus/,.)] mal Wasserdruck, während der Gegendruck auf den Bodenverschluß des
Aufnehmers sich ergibt aus Fläche [F minus. f plus Summe Flächen (F2 minus f2)]
mal Wasserdruck. Wenn die Summe der Flächen F2 minus f 2 wie auch die Summe
von F1 minus f1 gleich der Fläche von t gemacht wird, dann übt die
dargestellte
Presse beim Arbeiten nach Abb. I wie auch beim Arbeiten nach Abb.II genau denselben
Preßdruck aus, und der Gegendruck auf den Bodenverschluß ist auch in beiden Fällen
gleich groß.