DE377412C - Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen der Arylthioharnstoffe - Google Patents

Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen der Arylthioharnstoffe

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DE377412C
DE377412C DEH83252D DEH0083252D DE377412C DE 377412 C DE377412 C DE 377412C DE H83252 D DEH83252 D DE H83252D DE H0083252 D DEH0083252 D DE H0083252D DE 377412 C DE377412 C DE 377412C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07BGENERAL METHODS OF ORGANIC CHEMISTRY; APPARATUS THEREFOR
    • C07B61/00Other general methods

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen der Arylthioliarnstoffe. Komplexverbindungen von Thiohariistoff und dessen aliphatischenSubstitutionsprodukten mit Silbersalzen, in welchen das Silber als komplexes Anion vorhanden ist und sich mit den gebräuchlichen Reagenzien nicht- mehr .nachweisen läßt, sind bereits bekannt (Patentschrift 193661 1l. i2 o, Rosenheim, Zeitschrift für anorganische Chemie 34., S. 62).
  • Es wurde nun gefunden, daß die komplexbildende Fähigkeit des Thioharnstoffs auch erhalten bleibt, wenn derselbe in aromatische Verbindungen eingeführt wird. Arylthioharnstoffe der Konstitution Ar - N H - CS - N H2, wo Ar einen substituierten oder nichtsubstituierten aromatischen Kern bedeutet, vereinigen sich unter Komplexsalzbildung mit Silbersalzen. Je nach der Art des aromatischen Restes ist die Fähigkeit zur komplexen Bindung des Silbers verschieden groß. .' Zur Herstellung komplexer Silberverbindungen der Arylthioharnstoffe werden Arylthioharnstoffe auf Silbersalze einwirken gelassen. Die wässerigen Lösungen. der entstehenden komplexen Silberarylthioharnstuffe scheiden auf Zusatz von Kochsalzlösung kein Silberchlorid ab, bei Zusatz von Alkalien zersetzen sie -sich unter Abscheidung von Silbersulfid.
  • Der Umstand, daß es möglich ist, komplexe Silberverbindungen herzustellen, in welchen die komplexbildende Komponente .einen substituierten oder nichtsubstituierten aroniatischen Kern enthält, ist von großer Bedeutung. Durch die Einführung der verschiedenen aromatischen Kerne kann man., nämlich die chemischen und biochemischen=--Eigenschaften in mannigfacher Weise verändern und auf diese Art die parasitotropen und organotropen Fähigkeiten. der Silberverbindungen je nach Bedarf einstellen: -Die Abhängigkeit der parasitotropen und. organotropen Eigenschaften der verschiedenen organischen Silberverbindungen von der Art der eingeführten aromatischen Kerne ,ergibt sich einerseits aus den toxicologischen Eigenschaften, andererseits aus dem Verhalten der Substanzen gegenüber Bakterien in vitro und in vivo.
  • Das bakterizide Vermögen der. komplexen Silberverbindungen der Arylthioharnstoffe wurde. mit ionisierten Silberverbindungen '(Argentum nitricum) und mit Silbereiweißverbindungen (Argentum proteinicum) vergliclicn. Es wurden jeweils. Lösungen hergestellt, die in i ccm o,i mg Silber enthielten,. und- diese Lösungen zu gleichen Mengen einer bestimmten Bakterienaufschwemmung zugesetzt @ :und 21/2 11linuten in .Berührung gelassen: Nach kräftigem Durchschütteln des Gemisches wurde vermittels einer graduierten Pipette j.e i Tropfen -a-uf Petrischalen ausgesät;- mit der Platinöse gleichmäßig verteilt und in gewissen Zeitabständen., die aufgehenden Kolonien gezählt. .. ,. :_ . .. 1 .. i. Gonokokken.
  • Wirkung von o,i mg Silber in Forin der verschiedenen Silberverbindungen auf 300 Millionen Gonokokken.
    Zahl der Kolonien
    Substanzen nach
    24 52d. u. .f8 Std.
    Argentum nitricurn . . . . . . . . 65 78
    Argentum proteinicum ..... 105 110
    0xyphenylthioliarnstoffsilber. 25o 300
    Salicylthioharnstoffsilber .... 560 000
    Trypaflavintliioliarnstoffsilber r20 120
    Kontrolle
    viele viele
    Tausend Tausend
    2. Staphylokokken.
  • Wirkung von o,1 mg Silber in Form der verschiedenen Silberverbindungen auf 5o hliilionen Staphylokokken.
    _ Zahl der Kolonien
    Substanzen nach
    2; Std. u. .t8 Std.
    Argentum nitricurn . . . . . . . . 194 300
    Argentum proteinicum...... 500 700
    0xyphenylthioharnstoffsilber. 60o 60o
    Salicylthioharnstoffsilber .... rooo 1000
    Trypaflavintliioharnstoffsilber 400 600
    Kontrolle
    Aus diesen Versuchen geht hervor, daß entsprechend . der verschiedenen organotropen Wirkung der Arylthioliarnstoff-Silberverbindungen auch ihre Desinfektionskraft gegenüber Gonokokken und Staphylokokken verändert ist. Während nämlich die ionisierten Silberverbindungen und die Silbereiweißverbindungen entsprechend ihrer höheren Giftigkeit auch eine stärkere Desinfektion ausüben, treten die desinfizierenden Wirkungen der Arylthioharnstoff-Silberverbindungen wesentlich zurück. Es ist dies ein Beweis, daB die Art der komplexen Bindung ihre biologische Wirksamkeit in entsprechender Weise verändert, ähnlich wie auch die Toxicität der betreffenden Verbindungen deutlich vermindert erscheint. Prüft man nämlich die Toxicität der verschiedenen Verbindungen an Warmblütern (Kaninchen, Mäusen), so ist sie, bezogen auf den Silbergehalt bei den verschiedenen Verbindungen, verschieden, indem je nach der Art des aromatischen Radikals die Verteilung, Verankerung und Ausscheidung des Silbers in verschiedener Weise beeinfluBt wird.
  • Während zum Beispiel von einem einfachen, leicht dissoziierbaren Silbersalz - Silbernitrat oder komplexes glykolylsaures Silber - pro kg Versuchstier intravenös höchstens 5 mg Silber vertragen werden, zeit eine \-lrins nach Injektion von 6,5 mg Silber als Oxyphenylthioharnstoffsilberclilorid (Beispiel i) noch keine merklichen Vergiftungserscheinungen.
  • Bei Berechnung des therapeutischen Index, d. h. bei Vergleich der Giftigkeit und der therapeutischen Wirkung der Silberverbindungen, besteht für die Aryltliioharnstoff-Silberverbindungen ein Vorteil, indem sie ein höheres Desinfektionsvermögen zeigen als nach ihrer organotropen Wirkung (Toxicität) erwartet werden sollte, und es ist zweifellos, daß sich daraus wichtige therapeutische Vorteile für die innere Desinfektion ergeben können.
  • Die neuen Silberverbindungen sollen daher für therapeutische Zwecke verwendet werden. Beispiel i. In die warme Lösung von 8.5 Teilen Oxyplienylthioharnstoff (dargestellt nach Kalckho ff und Meyer, Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 16 (i88;), S. 374; Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 32 (i899), S. 2115) in 75o ccm Wasser wird unter Rühren gut ausgewaschenes Chlorsilber aus 8,5 Teilen Silbernitrat eingetragen. Der entstandene Brei wird rasch abgesaugt, mit Wasser gewaschen und im Exsikkator getrocknet. Verreibt man nun r Teil dieses Oxyphenylthioharnstoffsilberchlorids mit 6 Teilen p-Oxyphenylthioharnstoff, so erhält man ein in Wasser lösliches Salz. Auf Zusatz von Natriumchloridlösung zu der Lösung dieses Salzes scheidet sich kein Silberchlorid ab. Beispiel 2. 4,3 Teile Thiokarbaminosalicylsäure (hergestellt durch Eindampfen einer Lösung von 5 Teilen Aminosalicylsäurechlorhydrat in 15 Teilen Wasser mit der Lösung von 5 Teilen Rhodanammonium in 15 Teilen Wasser und Reinigen des Produktes durch Lösen in verdünnter Natronlauge und Fällen mit Salzsäure Schmelzpunkt 22i°) -werden in 2o Teilen o,4prozentiger Natronlauge gelöst, zur Lösung 4 Teile 1,69prozentige Silbernitratlösung gegeben und mit 14o Teilen Alkohol gefällt. Der entstehende Niederschlag wird abgesaugt und im Vakuum über Schwefeläurc getrocknet. Silbergehalt 16,87 Prozent, das Salicyltliioliarnstofisilber ist in `\'asscr leicht löslich ; aus der wässerigen Lösung fällt mit Kochsalzlösung kein Silberchlorid. ß'@isliic:l 3. In die siedend heiße Lösung von 2 Teilen Trypaflavinthioharnstoff (hergestellt durch Fällen einer Lösung von 2 Teilen Trypaflavin in 1o 'heilen Wasser mit einer Lösung von 2 Teilen Rhodanammonium in 1o Teilen Wasser und Umkristallisieren atis siedendem Wasser) in 3o Teilen Wasser werden unter Schütteln 4 Teile r,69prozentigc heiße Silbernitratlösung tropfenweise eingetragen. Der sofort en ist ehendv gelbe, blättrig-kristallinisclie Niederschlag wird abgesaugt und getrocknet. Silbergehalt 30.64 Prozent. Das Trypaflavititliioliarnstoffsilbernitrat ist in. Wasser unlöslich, in Mischung mit 3 Teilen Trypa.flavinthioharnstoff löst ea sich bei Siedehitze. Die Lösung scheidet auf Zusatz von Schwefelwasserstoff kein Silbersulfid ab, auch Kochsalzlösung gibt keine Fällung.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUcH: Verfahren zur Darstellung von komplexen Silberverbindungen. der Arylthioliarnstoffc, dadurch gekennzeichnet, daß man Aryltliioharnstoffe auf Silbersalze einwirken läßt.
DEH83252D 1920-11-13 1920-11-27 Verfahren zur Darstellung komplexer Silberverbindungen der Arylthioharnstoffe Expired DE377412C (de)

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