DE3323232C2 - - Google Patents
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- DE3323232C2 DE3323232C2 DE3323232A DE3323232A DE3323232C2 DE 3323232 C2 DE3323232 C2 DE 3323232C2 DE 3323232 A DE3323232 A DE 3323232A DE 3323232 A DE3323232 A DE 3323232A DE 3323232 C2 DE3323232 C2 DE 3323232C2
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- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21B—ROLLING OF METAL
- B21B1/00—Metal-rolling methods or mills for making semi-finished products of solid or profiled cross-section; Sequence of operations in milling trains; Layout of rolling-mill plant, e.g. grouping of stands; Succession of passes or of sectional pass alternations
- B21B1/16—Metal-rolling methods or mills for making semi-finished products of solid or profiled cross-section; Sequence of operations in milling trains; Layout of rolling-mill plant, e.g. grouping of stands; Succession of passes or of sectional pass alternations for rolling wire rods, bars, merchant bars, rounds wire or material of like small cross-section
- B21B1/20—Metal-rolling methods or mills for making semi-finished products of solid or profiled cross-section; Sequence of operations in milling trains; Layout of rolling-mill plant, e.g. grouping of stands; Succession of passes or of sectional pass alternations for rolling wire rods, bars, merchant bars, rounds wire or material of like small cross-section in a non-continuous process,(e.g. skew rolling, i.e. planetary cross rolling)
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Description
Die Erfindung betrifft ein Schrägwalzwerk nach dem Ober
begriff des Hauptanspruchs.
Bei einem in der Jp-PS 46-43 980
beschriebenen Schrägwalzwerk sind die Achsen
der Arbeitswalzen um einen Vorschubwinkel β sowie um
einen Walzwinkel γ geneigt. Der Vorschubwinkel dient
dazu, daß Walzgut einzuziehen und hindurchzuziehen. Die
Achse einer jeden Arbeitswalze bildet in einer ersten
Ansicht senkrecht zur Walzachse einen spitzen Walz
winkel γ mit der Walzachse. In einer senkrecht zur
ersten Ansicht gerichteten zweiten Ansicht bildet die
Achse einer jeden Arbeitswalze einen spitzen Vorschub
winkel b mit der Walzachse. Bei dem bekannten Schräg
walzwerk verläuft die zweite durch den Schrägwinkel γ
gekennzeichnete Neigung der Achsen der Arbeitswalzen
so, daß das in Walzrichtung verlaufende Ende der
Arbeitswalzen zur Walzachse hin geneigt ist, wobei der
Walzwinkel γ zwischen -50° und -60° und der Vorschub
winkel β zwischen 3° und 6° varierbar sind. Der Walz
winkel γ sei dann negativ bezeichnet, wenn die Neigung
der Achsen der Walzen zur Walzachse auf der Walzgut
austrittsseite ist und positiv bezeichnet, wenn die
Neigung der Achsen der Walzen zur Walzachsen hin auf der
Walzguteintrittsseite liegt.
Der Nachteil des bekannten Schrägwalzwerks besteht
darin, daß bei Anordnung der Arbeitswalzen unter den
angegebenen Winkeln Korrekturen innerer Fehler des
Walzgutes wie Porosität nicht möglich sind und daß eine
erhebliche Scherspannung in Umfangsrichtung erzeugt
wird, so daß Rundstahlstäbe hoher Güte nicht herstell
bar sind.
Aus der DE-OS 16 02 153 ist ferner ein Schrägwalzwerk
bekannt, bei dem die Arbeitswalzen in einem um die
Walzachse drehbaren Walzenträger angeordnet sind, so
daß das Walzgut einen Vorschub ohne Drehung erhält. Die
Arbeitswalzen sind unter einem steilen negativen Walz
winkel zwischen der Walzrichtung und der Achse angeordnet.
Als Vorschubwinkel wird eine Neigung zwischen 6°
und 12° vorgeschlagen. Eine derartige Anordnung der
Arbeitswalzen ist auch aus der
Jp-OS 57 91 806 bekannt. Darin ist ein Walz
winkel zwischen -50° und -60° sowie ein Vorschubwinkel
zwischen 3° und 6° beschrieben.
Ein bekanntes Problem aller genannten Schrägwalz
verfahren für Rundstrahlprofile besteht darin, daß von
Poren oder Einschlüssen in der Nähe der Walzgut
mittelachse ausgehende Risse aufgrund des sogenannten
"Mannesmann-Bruchs" entstehen können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem
Schrägwalzwerk zur Herstellung von Rundprofilen die
Arbeitswalzen derart anzuordnen, daß keine zu hohen
sogenannte "Mannenmann-Brüche" auslösende Scher
spannungen im Walzgut entstehen und daß innere Fehler
des Walzgutes beim Walzen reduzierbar sind.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vor
gesehen, daß bei rotierendem Rundprofil und feststehendem
Walzgerüst die zweite durch den Walzwinkel γ ge
kennzeichnete Neigung der Achsen der Arbeitswalzen so
verläuft, daß das der Walzrichtung entgegengesetzte
Ende der Arbeitswalzen zur Walzachse hin geneigt ist,
wobei der Walzwinkel und der Vorschubwinkel folgende
Bedingungen erfüllen:
0° < γ < 15°,
3° < β < 20°,
5° < γ + β < 30°.
3° < β < 20°,
5° < γ + β < 30°.
Bei stillstehendem Rundprofil und um das Rundprofil
rotierendem Walzgerüst ist erfindungsgemäß ferner vor
gesehen, daß die zweite durch den Walzwinkel gekenn
zeichnete Neigung der Achsen der Arbeitswalzen so ver
läuft, daß das der Walzrichtung entgegengesetzte Ende
der Arbeitswalzen zur Walzachse hin geneigt ist, wobei
der Walzwinkel und der Vorschubwinkel folgende
Bedingungen erfüllen:
0° < γ < 60°,
3° < β < 45°.
3° < β < 45°.
Der Walzwinkel γ soll größer als 0° sein, da es bei
einem negativen Walzwinkel nicht möglich ist, die
Umfangsscherverformung in der Nähe der Walzgutmittelachse
auszuschalten, um eine zufriedenstellende Maßgenauigkeit
in der Längsrichtung zu erhalten. Bei einem
positiven Walzwinkel kann die Porosität des Walzgutes
reduziert werden. Um innere Risse ausgehend von Poren
oder dgl. zu vermeiden, ist es notwendig, Umfangsscher
spannungen in der Nähe der Mittelachse des Walzgutes
auszuschließen. Eine derartige Reduzierung der Poro
sität kann anhand des Zusammenhangs mit den Umfangs
scherspannungen in der Nähe der Mittelachse des Walz
gutes beurteilt werden. Bei einem Walzwinkel γ=0° und
γ<0° bestehen Umfangsscherspannungen im Mittenbereich
des Walzgutes, wobei der Materialfluß beim Walzen nicht
linear ist, während keine Umfangsscherspannungen bei
Walzwinkel γ<0° in dem Mittenbereich des Walzgutes
erzeugt werden, selbst wenn die Querschnittsreduzierung
erheblich ist, weil der Materialfluß während des Streck
vorgangs linear ist. Die Begrenzung der Walzwinkel nach
oben auf kleiner 15° ist durch die mögliche Kollision
der Walzenenden mit Walzgerüstteilen begründet. Das
gleiche gilt für die Obergrenze des Vorschubwinkels.
Wenn der Vorschubwinkel kleiner als 3° ist, ist es
unmöglich, die Umfangsscherverformung im Mittenbereich
des Walzgutes auf ein Minimum zu senken. Die Summe aus
dem Vorschubwinkel und dem Walzwinkel soll kleiner 30°
sein, um Kollisionen mit dem Walzgerüst zu vermeiden.
Andererseits soll die Summe dieser beiden Winkel nicht
kleiner 5° sein, da unterhalb dieses Grenzwertes keine
ausreichende Walzleitung möglich ist.
Bei einem um das Walzgut rotierenden Walzgerüst sollte
der Walzwinkel kleiner 60° sein, da sich die Arbeits
walzen bei einem größeren Walzwinkel gegenseitig
stören. Der Vorschubwinkel sollte kleiner 45° sein, da
bei größeren Vorschubwinkeln die Wellenhalterung für
eine ausreichende Steifigkeit des Walzwerkes unver
hältnismäßig groß dimensioniert werden müßte. Dadurch
wäre es praktisch unmöglich, eine ausreichende Walz
geschwindigkeit zu erreichen, da sich die Arbeitswalzen
um das Walzgut drehen müssen.
Die Merkmale der vorliegenden Erfindung werden im
folgenden in Verbindung mit den Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen Schnitt durch die Achsen bei einem
erfindungsgemäßen Schrägwalzwerk,
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie XI-XI in
Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht mit dem Vorschubwinkel β
darin,
Fig. 4 eine Schnittansicht eines Probestücks zur
Messung der Umfangsscherspannung,
Fig. 5 eine Schnittansicht der beispielhaften Konfi
guration des Probestücks nach dem Walzen,
Fig. 6 eine schematische Darstellung der Umfangs
scherspannung,
Fig. 7a, 7b, 7c graphische Darstellungen der Wirkungen des Vor
schubwinkels und des Schrägwinkels auf das
Schrumpfungsverhalten künstlicher Löcher,
Fig. 8 eine photographische Darstellung der Wirkungen
des Vorschubwinkels und des Schrägwinkels auf
die Schrumpfung der inneren Porosität in strang
gegossenen Rundknüppeln,
Fig. 9a, 9b die Vorderansicht und die Seitenansicht von
Probestücken für die Messung der Scherspannung
aufgrund von Oberflächentorsion,
Fig. 10 eine Seitenansicht der Konfiguration der Rille
darin nach dem Walzen,
Fig. 11 eine graphische Darstellung der Scherspannung
aufgrund von Oberflächentorsion,
Fig. 12a, 12b, 12c graphische Registrierungen von Meßwerten der
Maßgenauigkeit in Längsrichtung,
Fig. 13 eine graphische Darstellung von Messungen der
Walzgeschwindigkeit,
Fig. 14 und 15 erläuternde Darstellungen des Mannesmann-
Bruchs,
Fig. 16 eine Vorderansicht, die schematisch die
Konstruktion eines Drehwalzwerks veranschau
licht, das bei der praktischen Durchführung des
Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung
eingesetzt wird,
Fig. 17 eine Schnittansicht entlang der Linie XXVI-XXVI
in der Fig. 16,
Fig. 18 eine Schnittansicht entlang der Linie
XXVII-XXVII in der Fig. 16
Fig. 19 eine schematische Darstellung der Umfangsscher
spannung,
Fig. 20a, 20b graphische Darstellungen der Wirkungen des Vor
schubwinkels und des Schrägwinkels auf das
Schrumpfungsverhalten künstlicher Löcher,
Fig. 21 eine photographische Darstellung der Wirkungen
des Vorschubwinkels und des Schrägwinkels auf
die Konsolidierung der inneren Porosität in
stranggegossenen Rundknüppeln,
Fig. 22 eine graphische Darstellung der Scherspannung
aufgrund von Oberflächentorsion,
Fig. 23 eine graphische Registrierung von Meßwerten der
Maßgenauigkeit in Längsrichtung, und
Fig. 24 eine graphische Darstellung von Messungen der
Walzgeschwindigkeit.
Zunächst wird die Ausführungsform, in der ein Werkstück
oder ein in Bearbeitung befindliches Material gedreht
wird, im einzelnen beschrieben.
Die Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht des sich im Walz
vorgang befindenden Werkstücks, gesehen von der Ein
trittsseite des Werkstücks her. Hierbei wird eine
Anordnung aus drei Walzen gemäß der vorliegenden Erfin
dung eingesetzt. Die Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht
entlang der Linie XI-XI in der Fig. 1, und die Fig. 3
zeigt eine Seitenansicht zur Darstellung des in der
Walzenanordnung verwendeten Winkels β. Die drei Walzen
31, 32 und 33 besitzen Kehlen 31 a, 32 a bzw. 33 a in der
Nähe ihrer Enden auf der Austrittsseite des Werkstücks.
Von der Kehle als Grenze her ist bei jeder Walze der
Durchmesser geradlinig in Richtung zu ihrer Welle auf
der Eintrittsseite des Werkstücks hin vermindert und
ihr Durchmesser geradlinig oder in Form einer gekrümmten
Linie zur Austrittsseite des Werkstücks hin ver
größert. Infolgedessen haben die Walzen 31, 32, und 33 im
wesentlichen die Form von Kegelstümpfen mit Eintritts
flächen 31 b, 32 b und 33 b und Austrittsflächen 31 c, 32 c
und 33 c. Die Walzen 31, 32 und 33 sind in solcher Weise
angeordnet, daß ihre Eintrittsflächen 31 b, 32 b und 33 b
auf der stromaufwärts gelegenen Seite der Bewegungs
strecke des Werkstücks 30 liegen und daß Schnittpunkte
O jeweils zwischen der Geraden der Walzenachsen Y-Y und
der Ebene durch die Kehlen 31 a, 32 a und 33 a (der betreffende
Schnittpunkt O wird im Folgenden als Einstellmittel
punkt der Walze bezeichnet) in im wesentlichen
gleichem Abstand um die Walzachse X-X herum und auf
einer Ebene liegen, die die Walzachse X-X senkrecht
schneidet. Die Achsen Y-Y der Walzen 31, 32 und 33 sind
schräg (geneigt) unter einem Schrägwinkel γ in ihren
jeweiligen Einstellmittelpunkten der Walze O relativ zu
der Walzachse X-X, so daß ihre vorderen Wellenenden in
der Nähe der Walzachse X-X verbleiben, wie in der Fig. 2
dargestellt ist, und gleichzeitig sind ihre vorderen
Wellenenden unter einem Vorschubwinkel β gegen die
gleiche Umfangsseite des Werkstücks 30 geneigt, wie die
Fig. 1 und 3 zeigen. Die Walzen 31, 32 und 33 sind mit
einer nicht dargestellten Antriebsquelle verbunden und
werden in Richtung der in der Fig. 1 eingezeichneten
Pfeile gedreht, so daß ein heißes Werkstück 30, das
zwischen den Walzen eingefädelt ist, in axialer
Richtung fortbewegt wird und sich dabei um seine Achse
dreht. Das heißt, daß das Werkstück 30 mit hoher
Geschwindigkeit eine Verringerung seines Durchmessers
erleidet, während es schraubenartig vorwärtsbewegt
wird.
Die Querschnittsform des heißen Werkstücks ist vorzugs
weise kreisförmig; sie kann jedoch auch hexagonal oder
höher-polygonal sein. Da das Werkstück 30 dem Walzen
unter Drehung unterworfen wird, kann ein Werkstück mit
niedriger Kantenzahl beträchtliche Schläge auf das
Walzwerk ausüben, was für den Walzvorgang nicht zweck
mäßig ist. Ein quadratischer Querschnitt ist uner
wünscht, da ein solches Werkstück verdreht wird. Das
Positionieren des Arbeitsganges der Erzeugung von
Stangen- oder Knüppelmaterial oder des Schrittes des
Längens des Materials mittels des in den Fig. 1 bis 3
dargestellten Drehwalzwerks wird anschließend beschrieben.
Wie bereits weiter oben erwähnt, werden für die Walz
winkel γ, β und γ+β besondere Bedingungen fest
gesetzt. Auf der Seite der oberen Grenze wird der
Schrägwinkel γ kleiner als 15° gesetzt. Der Grund hier
für ist, daß es wahrscheinlich ist, wenn γ über diesem
Grenzwert liegt, daß einige Störungen auftreten auf der
stromabwärtigen Seite der Bewegungsrichtung zwischen
den Walzenenden und denjenigen Teilen des Walzen
gerüsts, die der Walzachse benachbart sind. Auf der
Seite der unteren Grenze wird γ größer als 0° gesetzt,
da ein Schrägwinkel γ0° es unmöglich macht, die
Umfangsscherverformung an den in der Nachbarschaft des
Zentrums des Werkstückes gelegenen Stellen aus
zuschalten, um eine zufriedenstellende Maßgenauigkeit
in der Längsrichtung zu erhalten.
Die obere Grenze für den Vorschubwinkel β ist mit 20°
definiert. Der Grund hierfür ist der gleiche wie im
Falle der oberen Grenze für γ. Die untere Grenze für β
ist <3°. Wenn β kleiner ist als 3°, ist es unmöglich,
die Umfangsscherverformung an den in der Nachbarschaft
des Zentrums des Werkstückes gelegenen Stellen auf ein
Minimum zu senken und eine gute Konsolidierungswirkung
auf die innere Porosität von durch Strangguß erzeugten
Knüppeln (Vorblöcken) zu erzeugen.
Die obere Grenze des Wertes γ+β ist 30°. Wenn dieser
Grenzwert überschritten wird, treten beträchtliche
Störungen zwischen dem Walzengerüst und den Walzen auf,
wie oben erwähnt wurde. Darüber hinaus wird es schwierig,
die Lager für die Walzen in dem Walzgerüst unter
zubringen. Dieses alles macht es praktisch undurchführ
bar, eine beidseitige Lagerung der Walzen aufrechzu
erhalten. Die untere Grenze für q+β ist 5°. Überall
unterhalb dieses Grenzwerts ist es unmöglich, eine
praktische Walzleistung (Geschwindigkeit) sicherzustellen,
und weiterhin ist es schwierig, die von der
Stranggießstufe herrührende Porosität in dem Werkstück
zu konsolidieren.
Die hier definierten Bedingungen für γ und β sind
dahingehend beträchtlich verschieden von denjenigen des
Standes der Technik, daß die γ-Werte positiv sind. Tat
sächlich hat die Einstellung des Schrägwinkels γ auf
der positiven Seite günstige Auswirkungen auf die
Konsolidierung der inneren Porosität und die Steuerung der
Umfangsscherbeanspruchung. Die Bauweise der Lagerung
der Walzen an beiden Enden zielt auf eine Erhöhung der
Steifigkeit des Walzwerks und eine Verhinderung des
Auftretens schraubenförmiger Markierungen ab. Derartige
Halterungen sind bekannt von dem oben zitierten Artikel
"Study on Helical Rolling".
Verschiedenartige Versuche wurden durchgeführt, um die
Vorteile der vorliegenden Erfindung zu klären. Die
Ergebnisse dieser Versuche werden im folgenden erläutert.
Die Stücke des für das Walzen verwendeten Materials
bestanden aus einem Stahl mit mittlerem Kohlenstoff-
Gehalt (Kohlenstoff: 0,45%). Sämtliche Stücke wurden
auf 1200°C erhitzt und dem Walzen unterworfen.
5 Nadeln 40 (mit jeweils 2,5 mm Durchmesser) wurden in
jedes Stück des Muttermaterials mit einem Durchmesser
von 70 mm und einer Länge von 300 mm parallel zur Achse
so eingebettet, daß sie alle auf dem gleichen Radius
angeordnet waren, wie dies in der Fig. 4 dargestellt
ist. Nach dem Walzen wurde der Fluß der Nadeln 40 (der
den Metallfluß repräsentiert) geprüft, um Aufschluß
über die Umfangsscherspannung in einem Querschnitt des
bearbeiteten Materials zu gewinnen.
Die Walzbedingungen waren die folgenden: Der Vorschub
winkel wurde bei β=7° festgehalten; der Schrägwinkel
γ wurde in drei Varianten untersucht, nämlich mit 9°
innerhalb des hier angegebenen Bereichs und mit 0° und
-9°, die beide außerhalb dieses Bereichs liegen; für
die Flächenverminderung wurden vier Varianten gewählt,
nämlich um 60%, 70%, 75% und 80% für jeden der einge
stellten Schrägwinkel γ.
Die Ergebnisse der Tests sind in der Fig. 6 darge
stellt, in der der Fluß der Nadeln in jedem Fall durch
eine ausgezogene Linie bezeichnet wird. Aus den Ergeb
nissen ist zu ersehen, daß mit der Zunahme der Vermin
derung des Querschnitts die Umfangsscherspannung
beachtlich wird, und zwar in Abhängigkeit vom eingestellten
Schrägwinkel. Mit γ=9° ist die Umfangsscher
spannung am geringsten, obwohl keine großen Unterschiede in
den verschiedenen Fällen auftreten, in denen die
Flächenverringerung klein ist. Weiterhin ist zu erkennen,
daß im Fall γ=9° keine Umfangsscherspannung an einer
Stelle auftritt, die dem Mittelpunkt des Querschnitts
des Werkstücks benachbart ist (das heißt, daß dort der
Metallfluß eine gerade Linie zeigt), wohingegen im
Falle γ=-9° eine beachtliche Umfangsscherspannung
über die gesamte Querschnittsfläche hinweg, einschließ
lich des zentralen Teils derselben, entwickelt wird. Im
Falle γ=0° scheint der Zustand irgendwo zwischen den
beiden anderen Fällen zu liegen. Somit erweisen die
Testergebnisse, daß es durch Einstellen des Schräg
winkels auf γ<0° oder vorzugsweise Anwendung eines
größeren Wertes von γ möglich ist, das Auftreten einer
Scherspannung an einer Stelle zu verhindern, die in der
Nähe des Zentrums des Querschnitts des Werkstücks
liegt. Die Abwesenheit einer Umfangsscherspannung be
deutet, daß kein Feld einer Umfangsscherbeanspruchung
vorliegt. Aus diesem Grunde treten bei der Anwendung
des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung keine
Risse aufgrund innerer Porosität und folglich auch kein
Mannesmann-Bruch auf.
Stücke des Muttermaterials mit jeweils einem Durchmesser
von 70 mm und einer Länge von 300 mm mit künstlich
eingebohrten Löchern (die die Mittenporosität simulierten)
der Durchmesser 2 mm, 4 mm und 6 mm wurden als
Werkstücke verwendet. Nachdem die Werkstücke dem Walzen
unterworfen worden waren, wurde die Auswirkung auf das
Schließverhalten der künstlichen Löcher durch das
Walzen untersucht. Für den Arbeitsgang des Walzens wurde
der Vorschubwinkel β auf sechs Weisen innerhalb eines
Bereichs von 3° bis 13° variiert, und der Schrägwinkel
γ wurde auf drei Weisen variiert wie in Beispiel 1,
d. h. γ=9° innerhalb des hier angegebenen Bereichs und
γ=0° und q=-9°, beide außerhalb dieses Bereichs.
Das Durchmesser-Verringerungsverhältnis wurde auf 53%
eingestellt (Verringerung von 70 mm Durchmesser auf
33 mm Durchmesser). Die Ergebnisse der Tests sind in
den Fig. 7a, 7b und 7c dargestellt.
Die folgenden Tatsachen sind den Ergebnissen deutlich
zu entnehmen: Wenn γ=9° ist, können künstliche Löcher
bis zu 4 mm Durchmesser zum Schrumpfen gebracht werden,
falls b=13° ist. Wenn γ=-9° ist, werden auch die
kleinsten Löcher von 2 mm Durchmesser nicht zum
Schrumpfen gebracht, auch dann nicht, wenn β=13° ist.
Im Falle von γ=0° liegt die erzielbare Wirkung
irgendwo zwischen den beiden Fällen; künstliche Löcher
von 2 mm Durchmesser werden zum Schrumpfen gebracht,
wenn β=13° ist. Unabhängig von dem eingestellten
Schrägwinkel γ hat der Vorschubwinkel β einen Einfluß
auf das Schrumpfungsverhalten künstlicher Löcher: Je
größer der Vorschubwinkel β ist, desto größer ist seine
Wirkung auf das Schrumpfungsverhalten.
Somit läßt sich sagen, daß in bezug auf die innere
Porosität eine größere Konsolidierungswirkung dadurch
erzielbar ist, daß γ<0° ist und daß der Schrägwinkel
und der Vorschubwinkel auf größere Werte eingestellt
werden.
Die Konsolidierungswirkung auf die innere Porosität
wurde untersucht an Werkstücken aus Muttermaterial, die
durch Stranggießen hergestellt worden waren.
Die verwendeten Werkstücke waren geschnittene Rundstäbe
mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Länge von
300 mm aus dem Mittelteil eines durch Strangguß gewonnenen
großflächigen Knüppels mit einem Durchmesser von
380 mm. Das Werkstück wurde mit einer Flächenverminde
rung von 78% (von 70 mm Durchmesser auf 33 mm Durch
messer) gewalzt. Die Walzbedingungen waren: Vorschub
winkel b auf drei Weisen variiert zu 4°, 8° und 12°, und
Schrägwinkel γ auf drei Weisen variiert zu 9°, 0° und
-9°, d. h. insgesamt 9 Varianten. Während des Walzvor
gangs wurde das Walzwerk angehalten, so daß halbge
walzte Stücke erhalten wurden. Diese Stücke wurden
längs in zwei Hälften zerschnitten, und die Schnitt
stücke wurden auf ihren Zustand hinsichtlich der inneren
Porosität untersucht. Die Ergebnisse der Unter
suchungen sind photographisch in der Fig. 8 dar
gestellt. Sie lassen folgende Punkte erkennen:
- i) Bei einem Schrägwinkel γ=-9° entwickeln sich Fehler, ausgelöst durch die Porosität des Mutter- Materials, unter dem Einfluß der Umfangsscherbe anspruchung. Das heißt, es tritt das Phänomen des sogenannten Mannesmann-Bruchs auf. Je größer der Vorschubwinkel β ist, desto niedriger ist der Grad solcher Brüche. Es ist jedoch schwierig, eine gesunde Konfiguration im Inneren zu erhalten.
- ii) Bei einem Schrägwinkel γ=9° ist die Porosität völlig konsolidiert (zum Verschwinden gebracht), selbst dann, wenn der Vorschubwinkel β auf einen niedrigen Wert eingestellt ist.
- iii) Bei einem Schrägwinkel γ=0° ist der Zustand irgendwo zwischen den beiden vorgenannten Fällen. Bei größerem Vorschubwinkel b ist die Konsolidie rung der inneren Porosität günstig.
Daraus folgt, daß es für das Walzen von durch Strangguß
erzeugten Knüppeln zweckmäßig ist, unter dem Gesichts
punkt der Konsolidierung der inneren Porosität einen
Schrägwinkel γ<0°, vorzugsweise einen größeren
Schrägwinkel, sowie einen relativ großen Vorschubwinkel
einzustellen.
Die Scherspannung aufgrund einer Oberflächentorsion ist
der einzige Faktor, bei dem die vorliegende Erfindung
ungünstiger abschneidet im Vergleich zu den beiden
bekannten Arbeitsweisen, auf die im Vorstehenden Bezug
genommen wurde.
Die Werkstücke wurden hergestellt durch Formen einer in
Längsrichtung verlaufenden Rille 41 auf der Oberfläche
des Mutter-Materials von 1 mm Tiefe und 1 mm Breite,
wie sie in den Fig. 9a und 9b dargestellt ist. Jedes
Werkstück wurde gewalzt mit einer Flächenverringerung
um 78% (von einem Durchmesser von 70 mm auf einen
Durchmesser von 33 mm). Die Messungen des Torsions
winkels der Rille 41 nach dem Walzen sind in der Fig. 11
dargestellt. (Der Begriff "Torsionswinkel"
bezeichnet einen Winkel zwischen einer Geraden auf der
Oberfläche parallel zur Achse des Werkstücks und zur
Spur der Rille 41, wie in der Fig. 10 dargestellt ist).
Die Walzbedingungen waren: der Vorschubwinkel β wurde
auf sechs Weisen innerhalb des Bereichs von 3° bis 13°
variiert, und der Schwägwinkel q wurde auf drei Weisen,
9°, 0° und -9°, variiert, so daß insgesamt 18 Varianten
untersucht wurden. Die Ergebnisse lassen folgende
Punkte erkennen:
- i) Bei einem Schrägwinkel q=-9° ist die Scher spannung aufgrund der Oberflächentorsion unbedeutend.
- ii) Bei einem Schrägwinkel γ=9° ist die Scher spannung aufgrund der Oberflächentorsion beträchtlich. Dieser Fehler kann jedoch durch Einstellung eines größeren Vorschubwinkels β verringert werden.
- iii) Bei einem Schrägwinkel γ=0° ist der Zustand irgendwo zwischen den beiden vorgenannten Fällen.
Es läßt sich somit sagen, daß es unter dem Gesichts
punkt der Verringerung der Scherspannung aufgrund einer
Oberflächentorsion zweckmäßig ist, den Vorschubwinkel β
relativ groß einzustellen.
Stücke des Mutter-Materials, jeweils mit einem Durch
messer von 70 mm und einer Länge von 300 mm, wurden mit
einer Flächenverringerung um 67% (von 70 mm Durch
messer auf 40 mm Durchmesser) gewalzt. Die Änderungen der
Längenabmessungen wurden untersucht. Die Walzbedingungen
waren: Vorschubwinkel β=4°; Schrägwinkel in drei
Varianten 9°, 0° und -9°. Die Ergebnisse sind in den
Fig. 12, 12b und 12c dargestellt. Bei γ=9° betrug
der Grad der Änderungen ±0,10%; und bei γ=-9° betrug
er ±0,75%. Mit γ=0° lag die Änderung irgendwo
zwischen den beiden vorgenannten Fällen. Es ist offen
kundig, daß ein Schrägwinkel γ<0° sich auf die Maß
genauigkeit günstig auswirkt.
Die Walzgeschwindigkeiten wurden untersucht in dem
Fall, in dem ein Mutter-Material von 70 mm Durchmesser
auf eine Flächenverminderung von 78% (von 70 mm Durch
messer auf 33 mm Durchmesser) gewalzt wurde. Walzbedin
gungen: Umdrehungsgeschwindigkeit der Walzen 100 min-1;
Durchmesser der Walzenkehle 250 mm; Vorschubwinkel β in
sechs Varianten von 3° bis 13°; Schrägwinkel γ in drei
Varianten 9°, 0° und -9°, insgesamt also 18 Winkel-
Varianten. Die Ergebnisse sind in der Fig. 13 darge
stellt. Bei γ=9° steht eine höhere Walzgeschwindig
keit zur Verfügung. Die Walzgeschwindigkeit tendiert zu
einer Zunahme mit wachsendem Vorschubwinkel β. Demnach
ist es zur Erhöhung der Walzleistung zweckmäßig, den
Schrägwinkel auf γ<0°, vorzugsweise größer, und den
Vorschubwinkel β auf einen sinnvoll hohen Wert einzu
stellen.
Hochlegierte Ni- und Cr-Stähle, wie sie in der nach
stehenden Tabelle aufgeführt sind, wurden auf ihre
Bearbeitbarkeit in der Streckstufe untersucht. Jedes Werk
stück wurde auf eine spezielle Temperatur erhitzt, bei
der seine Verformbarkeit niedrig ist, und dann dem
Walzen unterworfen. Es wurde gefunden, daß ein Walzen
mit einer hohen Flächenverminderung möglich ist, wobei
die Flächenverminderung pro Durchgang 40 bis 80%
betrug. Wenn die Verminderung mehr als 80% beträgt, wird
die Temperatur des Werkstücks übermäßig hoch bis zu
einem Ausmaß, bei dem die Verformbarkeit des Werkstücks
während des Walzens verloren geht, bis es zu Stücken
zerkleinert wird.
Die oben beschriebene Streckstufe kann für die
Herstellung verschiedener Erzeugnisse aus Stahl in
folgender Weise eingesetzt werden:
Eine Anwendungsmöglichkeit besteht darin, daß die
Streckstufe als Stufe der Vorblock-Herstellung bei der
Fertigung von Stahlerzeugnissen eingesetzt wird. Das
heißt, daß Knüppel, die von einer Stranggußmaschine
gegossen werden, in die Streckstufe eingespeist werden,
und die darin gewalzten Materialien anschließend einem
Rohrwalzwerk, einer Stabstahlstraße, einer Drahtstraße
oder einer Formstahlstraße zugeführt werden können.
Es ist ebenfalls möglich, daß die zu Barren gegossenen
Materialien als Werkstücke der Streckstufe zugeführt
werden oder daß Barren durch ein Vorblockwalzwerk hin
durchgeschickt werden, wodurch Knüppel gebildet werden,
die ihrerseits der Streckstufe zugeführt werden.
Eine andere Anwendungsform besteht darin, daß die
erfindungsgemäße Streckstufe eingesetzt wird als eine
Vorwalzstufe zur Materialversorgung einer Stabstahl-
oder Drahtstraße. Das heißt, daß Knüppel, die von einer
Stranggußmaschine gegossen werden, in die die Streckstufe
zum Vorwalzen eingespeist werden, und die darin vor
gewalzten Materialien anschließend einem Vorwalzwerk
einer Zwischen- oder Endstufe der Fertigung von Stab
stahl oder Walzdraht zugeführt werden. Es ist auch möglich,
daß Vorblöcke, die von einer Stranggußmaschine
gegossen werden, dem Vorblockwalzen unterworfen werden
und dann in die Streckstufe zum Vorwalzen in dieser
eingeführt werden, wobei die auf diese Weise vor
gewalzten Materialien dann einem Walzwerk für eine
Zwischen- oder Endstufe der Fertigung von Stäben oder
Walzdraht zugeführt werden. Weiterhin ist es möglich,
daß Knüppel, die durch Vorblocken von Barren erhalten
werden, in die Streckstufe zum Vorwalzen eingeführt
werden, wobei die Produkte dann einem Walzwerk für eine
Zwischen- oder Endstufe der Fertigung von Stäben oder
Walzdraht zugeführt werden.
Eine weitere Anwendungsform besteht darin, daß die
Streckstufe eingesetzt wird als Stufe des Stabstahl
walzens. Das heißt, daß Knüppel, die von einer Strang
gußmaschine hergestellt werden, in die Streckstufe zum
Walzen in die Form von Stäben eingespeist werden. Oder
Vorblöcke, die von einer Stranggußmaschine gegossen
werden, werden dem Vorblockwalzen zu Knüppeln unter
worfen, und die so erzeugten Knüppel werden der Stufe der
Fertigung von Stäben zugeführt. Es ist auch möglich,
Knüppel, die durch das Vorblocken von Barren erhalten
wurden, der betreffenden Stufe der Fertigung von Stäben
zu unterwerfen.
Als nächstes werden die Gründe dafür erläutert, daß der
sogenannte Mannesmann-Bruch durch den Einsatz eines
Drehwalzwerks mit drei oder vier Walzen vermindert
werden kann. Wenn, wie in den Fig. 14 und 15 dargestellt
ist, Kräfte von Walzen auf ein massives Material mit
kreisförmigem Querschnitt in zwei oder drei Richtungen
ausgeübt werden, entwickelt sich eine Zugspannung, als
Sekundärspannung ("secondary tension") bezeichnet, in
dem zentralen Teil des Materials in dem Fall, in dem
zwei Walzen eingesetzt werden, oder in einem radial
zentralen Teil in dem Fall, in dem drei Walzen einge
setzt werden, wie dies allgemein durch die schrägen
Linien in den Abbildungen dargestellt ist. Diese Sekundär
spannung löst einen Mannesmann-Bruch aus. Wenn zwei
Walzen eingesetzt werden, entwickelt sich infolgedessen
ein solcher Bruch in dem zentralen Teil. Wenn nun drei
Walzen eingesetzt werden und wenn der Schrägwinkel γ
und der Vorschubwinkel β in der Weise wie oben
beschrieben gewählt werden, entwickelt sich keine Sekundär
spannung, wodurch jeglicher Mannesmann-Bruch verhindert
werden kann. Es ist anzumerken, daß die für einen
Mannesmann-Bruch anfällige Fläche in dem Fall, in dem
vier Walzen eingesetzt werden, kleiner ist als beim
Vorliegen von nur drei Walzen, wobei die bruchverhütenden
Wirkungen, die für drei Walzen erwiesen sind, auch
für vier Walzen zutreffen. Eine Verwendung von fünf
oder mehr Walzen ist jedoch vom Standpunkt der Aus
legung des Walzwerks nicht realistisch, und aufgrund
dessen ist die Zahl der Walzen auf drei oder vier
beschränkt.
Als nächstes wird eine andere Ausführungsform im
einzelnen erläutert, bei der das Werkstück oder das in
Bearbeitung befindliche Material nicht gedreht wird.
Die Fig. 16 zeigt eine schematische Vorderansicht der
Walzenanordnung in einem Drehwalzwerk, das bei der
praktischen Durchführung des Verfahrens eingesetzt
wird. Die Fig. 17 zeigt eine Schnittansicht entlang der
Linie XXVI-XXVI in der Fig. 16. Die Fig. 28 zeigt eine
Seitenansicht entlang der Linie XXVII-XXVII in der Fig. 16.
In den Abbildungen bezeichnet die Zahl 30 das Werk
stück, und die Zahlen 31, 32 und 33 bezeichnen Walzen.
Das Werkstück 30, erzeugt von einer Stranggießmaschine,
wird dem Drehwalzwerk mit der gleichen Geschwindigkeit,
mit der es gegossen wird, in der Richtung des breiteren
Pfeils zugeführt. Die Walzen 31, 32 und 33 des Drehwalz
werks besitzen Kehlen 31 a, 32 a bzw. 33 a in der Nähe
ihrer Enden auf der Austrittsseite des Werkstücks. Von
der Kehle als Grenze her ist bei jeder Walze der Durch
messer geradlinig in Richtung zu ihrer Welle auf der
Eintrittsseite des Werkstücks hin vermindert und ihr
Durchmesser geradlinig oder in Form einer gekrümmten
Linie zur Austrittsseite des Werkstücks hin vergrößert.
Infolgedessen haben die Walzen 31, 32 und 33 im wesent
lichen die Form von Kegelstümpfen mit Eintrittsflächen
31 b, 32 b und 33 b und Austrittsflächen 31 c, 32 c und 33 c.
Die Walzen 31, 32 und 33 sind in solcher Weise
angeordnet, daß ihre Eintrittsflächen 31 b, 32 b und 33 b auf
der stromaufwärts gelegenen Seite der Bewegungsstrecke
des Werkstücks 30 liegen und daß Schnittpunkte O
jeweils zwischen den Geraden der Walzenachse Y-Y und der
Ebene durch die Kehlen 31 a, 32 a und 33 a (der betreffende
Schnittpunkt O wird im Folgenden als Einstellmittel
punkt der Walze bezeichnet) in im wesentlichen gleichen
Abstand um die Walzachse X-X herum und auf einer Ebene
liegen, die die Walzachse X-X senkrecht schneidet.
Die Achsen Y-Y der Walzen 31, 32 und 33 sind schräg
(geneigt) unter einem Schrägwinkel γ in ihren
jeweiligen Einstellmittelpunkten der Walze O relativ zu
der Walzachse X-X, so daß ihre vorderen Wellenenden in
der Nähe der Walzachse X-X verbleiben, wie dies die
Fig. 17 zeigt, und gleichzeitig sind ihre vorderen
Wellenenden unter einem Vorschubwinkel β gegen die
gleiche Umfangsseite des Werkstücks 30 geneigt, wie
dies die Fig. 16 und 18 zeigen. Die Walzen sind an
ihren beiden Wellenenden in einem Walzengerüst (nicht
eingezeichnet) gehaltert, das um das Werkstück 30 dreh
bar ist. Das Walzengerüst und die Walzen 31, 32 und 33
sind mit einer nicht dargestellten Antriebsquelle ver
bunden. Während sie angetrieben werden und sich in
Richtung der in der Fig. 16 eingezeichneten Pfeile
drehen, werden die Walzen 31, 32 und 33 dazu gebracht,
mittels des Walzengerüsts sich um das Werkstück 30 in
der eingezeichneten Pfeilrichtung zu drehen, wobei das
Werkstück 30 gewalzt wird.
In der vorstehenden Beschreibung sind die Walzen an
jeweils beiden Wellenenden in dem Walzengerüst gelagert,
jedoch erübrigt es sich zu sagen, daß es auch
möglich ist, sie nur an einem Ende in solcher Weise zu
haltern, daß ihre jeweiligen Wellenenden auf der Aus
trittsseite des Werkstücks in dem Walzengerüst gelagert
sind.
Die Querschnittsform des heißen Werkstücks 30 ist vor
zugsweise kreisförmig; sie kann jedoch auch hexagonal
oder höher-polygonal sein. Da das Walzen unter Drehung
des Walzengerüsts durchgeführt wird, kann ein Werkstück
mit niedriger Kantenzahl beträchtliche Schläge auf
das Walzwerk ausüben, was für den Walzvorgang nicht
zweckmäßig ist. Ein quadratischer Querschnitt ist
unerwünscht, da ein solches Werkstück verdreht wird.
Der Schrägwinkel und der Verschubwinkel werden so ein
gestellt, daß die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
0° < γ < 60° (1)
3° < β < 45° (2)
Die obere Grenze des Schrägwinkels sollte q<60° sein,
da sich bei einem γ oberhalb dieses Grenzwertes die
Walzen gegenseitig stören, so daß der vorgegebene Soll
wert des Produkt-Durchmessers möglicherweise nicht
erreicht werden kann. Auf der Seite der unteren Grenze
sollte γ größer als 0° sein, da ein Schrägwinkel γ0°
es unmöglich macht, die Umfangsscherverformung an den
in der Nachbarschaft des Zentrums des Werkstückes
gelegenen Stellen auszuschalten, um eine zufriedenstellende
Maßgenauigkeit in der Längsrichtung zu erhalten.
Die obere Grenze für den Vorschubwinkel β sollte
β<45° betragen, da im Falle eines größeren b die
Wellenhalterung, die erforderlich ist, um eine hin
reichende Steifigkeit des Walzwerks sicherzustellen,
übermäßig groß ausfallen müßte; hierdurch würde es
praktisch unmöglich, eine ausreichende Walzgeschwindig
keit zu erreichen, bei der das Walzen mit dem sich
drehenden Walzgerüst durchgeführt wird. Die untere
Grenze für β sollte β<3° sein. Wenn β 3° oder kleiner
ist, ist es unmöglich, die Umfangsscherverformung an
den in der Nachbarschaft des Zentrums des Werkstückes
gelegenen Stellen auf ein Minimum zu senken und eine
gute Konsolidierungswirkung auf die innere Porosität
von durch Strangguß erzeugten Knüppeln (Vorblöcken) zu
erzeugen.
Die hier definierten Bedingungen für γ und β sind
dahingehend beträchtlich verschieden von denjenigen des
Standes der Technik, daß die γ-Werte positiv sind und
die β-Werte größer sind. Dies ist ein Faktor, der
signifikant zu einer verbesserten Konsolidierung der Poro
sität und der Steuerung der Umfangsscherspannung bei
trägt.
Anschließend werden verschiedenartige Versuche erläutert,
die zur Klärung der Vorteile der vorliegenden
Erfindung durchgeführt wurden. Die Stücke des für das
Walzen verwendeten Materials bestanden aus einem Stahl
mit mittlerem Kohlenstoff-Gehalt (Kohlenstoff: 0,45%).
Sämtliche Stücke wurden auf 1200°C erhitzt. Für den
Walzvorgang wurden die Drehgeschwindigkeit des Walzen
gerüsts auf 150 min-1 und die Drehgeschwindigkeiten der
Walzen auf 50 min -1 eingestellt.
5 Nadeln 40 (mit jeweils 2,5 mm Durchmesser) wurden in
jedes Stück des Muttermaterials mit einem Durchmesser
von 70 mm und einer Länge von 300 mm parallel zu Achse
so eingebettet, daß sie alle auf dem gleichen Radius
angeordnet waren, wie dies in der Fig. 4 dargestellt
ist. Nach dem Walzen wurde der Fluß der Nadeln 40 (der
den Metallfluß repräsentiert) geprüft, um Aufschluß
über die Umfangsscherspannung in einem Querschnitt des
bearbeiteten Materials zu gewinnen.
Die Walzbedingungen waren die folgenden: Der Vorschub
winkel β wurde bei β=7° festgehalten; der Schrägwinkel
γ wurde in zwei Varianten untersucht, nämlich mit
9° innerhalb des hier angegebenen Bereichs und mit -9°,
außerhalb dieses Bereichs; für die Flächenverminderung
wurden vier Varianten gewählt, nämlich 60%, 70%, 75% und
80% für jeden der eingestellten Schrägwinkel γ.
Die Ergebnisse der Tests sind in der Fig. 19 darge
stellt, in der der Fluß der Nadeln in jedem Fall durch
eine ausgezogene Linie bezeichnet wird. Aus den Ergeb
nissen ist zu ersehen, daß mit der Zunahme der Vermin
derung des Querschnitts die Umfangsscherspannung
beachtlich wird, und zwar in Abhängigkeit vom eingestellten
Schrägwinkel. Mit q=9° ist die Umfangsscherspannung
am geringsten, obwohl keine großen Unterschiede in
den verschiedenen Fällen auftreten, in denen die
Flächenverringerung klein ist. Weiterhin ist zu erkennen,
daß im Fall γ=9° keine Umfangsscherspannung an einer
Stelle auftritt, die dem Mittelpunkt des Querschnitts
des Werkstücks benachbart ist (das heißt, daß dort der
Metallfluß eine gerade Linie zeigt), wohingegen im
Falle γ=-9° eine beachtliche Umfangsscherspannung
über die gesamte Querschnittsfläche hinweg, einschließ
lich des zentralen Teils derselben, entwickelt wird.
Mit anderen Worten: Durch Einstellen des Schrägwinkels
auf γ<0°, vorzugsweise durch Anwendung eines größeren
Wertes von γ, ist es möglich, das Auftreten einer
Scherspannung an einer Stelle zu verhindern, die in der
Nähe des Zentrums des Querschnitts des Werkstücks
liegt. Die Abwesenheit einer Umfangsscherspannung
bedeutet, daß kein Feld einer Umfangsscherbeanspruchung
vorliegt. Aus diesem Grunde treten bei der Anwendung
des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung keine
Risse aufgrund innerer Porosität und folglich auch kein
Mannesmann-Bruch auf.
Stücke des Muttermaterials mit jeweils einem Durch
messer von 70 mm und einer Länge von 300 mm mit künst
lich eingebohrten Löchern (die die Mittenporosität simu
lierten) der Durchmesser 2 mm, 4 mm und 6 mm wurden als
Werkstücke verwendet. Nachdem die Werkstücke dem Walzen
unterworfen worden waren, wurden die Auswirkung auf das
Schrumpfverhalten der künstlichen Löcher durch das
Walzen untersucht. Für den Arbeitsgang des Walzens
wurde der Vorschubwinkel β auf sechs Weisen innerhalb
eines Bereichs von 3° bis 13° variiert, und der Schräg
winkel γ wurde auf zwei Weisen variiert, d. h. γ=9°
innerhalb des hier angegebenen Bereichs und γ=-9°
außerhalb dieses Bereichs wie im Fall des Beispiels 8.
Das Verringerungsverhältnis des äußeren Durchmessers
wurde auf 53% eingestellt (Verringerung von 70 mm
Durchmesser auf 33 mm Durchmesser). Die Ergebnisse der
Tests sind in den Fig. 20a und 20b dargestellt.
Die folgenden Tatsachen sind den Ergebnissen deutlich
zu entnehmen: Wenn γ=9° ist, können künstliche Löcher
bis zu 4 mm Durchmesser zum Schrumpfen gebracht werden,
falls β=13° ist. Wenn γ=-9° ist, werden auch die
kleinsten Löcher von 2 mm Durchmesser nicht Schrumpfen gebracht, auch dann nicht, wenn β=13° ist.
Unabhängig von dem eingestellten Schrägwinkel γ hat der
Vorschubwinkel β eine Auswirkung auf das Schrumpfungs
verhalten künstlicher Löcher: Je größer der Vorschub
winkel β ist, desto größer ist seine Wirkung auf das
Schrumpfungsverhalten.
Somit läßt sich sagen, daß in bezug auf die innere
Porosität eine größere Konsolidierungswirkung dadurch
erzielbar ist, daß γ<0° ist und daß der Schrägwinkel
und der Vorschubwinkel auf größere Werte eingestellt
werden.
Die Konsolidierungswirkung auf die innere Porosität
wurde untersucht an Werkstücken aus Muttermaterial, die
durch Stranggießen hergestellt worden waren.
Die verwendeten Werkstücke waren geschnittene Rundstäbe
mit einem Durchmesser von 70 mm und einer Länge von
300 mm aus dem Mittelteil eines durch Strangguß gewonnenen
großflächigen Knüppels mit einem Durchmesser von
380 mm. Das Werkstück wurde mit einer Flächenverminderung
von 78% (von 70 mm Durchmesser auf 33 mm Durch
messer) gewalzt. Die Walzbedingungen waren: Vorschub
winkel β auf drei Weisen variiert zu 4°, 8° und 12°, und
Schrägwinkel γ auf zwei Weisen variiert zu 9° und -9°,
d. h. insgesamt 6 Varianten. Während des Walzvorgangs
wurde das Walzwerk angehalten, so daß halbgewalzte
Stücke erhalten wurden. Diese Stücke wurden längs in
zwei Hälften zerschnitten, und die Schnittstücke wurden
auf ihren Zustand hinsichtlich der inneren Porosität
untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind
photographisch in der Fig. 21 dargestellt. Sie lassen
folgende Punkte erkennen:
- i) Bei einem Schrägwinkel γ=-9° entwickeln sich Fehler, ausgelöst durch die Porosität des Mutter- Materials, unter dem Einfluß der Umfangsscherbe anspruchung. Das heißt, es tritt das Phänomen des sogenannten Mannesmann-Bruchs auf. Je größer der Vorschubwinkel β ist, desto niedriger ist der Grad solcher Brüche. Es ist jedoch schwierig, eine gesunde Konfiguration im Inneren zu erhalten.
- ii) Bei einem Schrägwinkel γ=9° ist die Porosität völlig konsolidiert (zum Verschwinden gebracht), selbst dann, wenn der Vorschubwinkel β auf einen niedrigen Wert eingestellt ist.
Daraus folgt, daß es für das Walzen von durch Strangguß
erzeugten Knüppeln zweckmäßig ist, unter dem Gesichts
punkt der Konsolidierung der inneren Porosität einen
Schrägwinkel γ<0°, vorzugsweise einen größeren
Schrägwinkel, sowie einen relativ großen Vorschubwinkel
einzustellen.
Die Scherspannung aufgrund einer Oberflächentorsion
ist der einzige Faktor, bei dem die vorliegende Erfin
dung ungünstiger abschneidet im Vergleich zu den beiden
bekannten Arbeitsweisen, auf die im Vorstehenden Bezug
genommen wurde. Die Werkstücke wurden hergestellt durch
Formen einer in Längsrichtung verlaufenden Rille 41 auf
der Oberfläche des Mutter-Materials von 1 mm Tiefe und
1 mm Breite, wie sie in den Fig. 9a und 9b dargestellt
ist. Jedes Werkstück wurde gewalzt mit einer Flächen
verringerung um 78% (von einem Durchmesser von 70 mm
auf einen Durchmesser von 33 mm). Die Messungen des
Torsionswinkels der Rille 41 nach dem Walzen sind in
der Fig. 22 dargestellt. (Der Begriff "Torsionswinkel"
bezeichnet einen Winkel zwischen einer Geraden
auf der Oberfläche parallel zur Achse des Werkstücks
und zur Spur der Rille 41, wie in der Fig. 10 dar
gestellt ist). Die Walzbedingungen waren: der Vorschub
winkel b wurde auf sechs Weisen innerhalb des Bereichs
von 3° bis 13° variiert, und der Schrägwinkel γ wurde
auf zwei Weisen, 9° und -9°, variiert, so daß insgesamt
12 Varianten untersucht wurden. Die Ergebnisse lassen
folgende Punkte erkennen:
- i) Bei einem Schrägwinkel γ=-9° ist die Scherspannung aufgrund der Oberflächentorsion unbedeutend.
- ii) Bei einem Schrägwinkel γ=9° ist die Scherspannung aufgrund der Oberflächentorsion beträchtlich. Dieser Fehler kann jedoch durch Einstellung eines größeren Vorschubwinkels β verringert werden.
Es läßt sich somit sagen, daß es unter dem Gesichts
punkt der Verringerung der Scherspannung aufgrund einer
Oberflächentorsion zweckmäßig ist, beim Verfahren gemäß
der vorliegenden Erfindung den Vorschubwinkel b relativ
groß einzustellen.
Stücke des Mutter-Materials, jeweils mit einem Durch
messer von 70 mm und einer Länge von 300 mm, wurden mit
einer Flächenverringerung um 67% (von 70 mm Durch
messer auf 40 mm Durchmesser) gewalzt. Die Änderungen der
Längsabmessungen wurden untersucht. Die Walzbedingungen
waren: Vorschubwinkel β=4°; Schrägwinkel γ in
zwei Varianten 9° und -9°. Die Ergebnisse sind in den
Fig. 23a und 23b dargestellt. Bei γ=9° betrug der
Grad der Änderungen ±0,05%; und bei γ=-9° betrug er
±0,4%. Es ist offenkundig, daß ein Schrägwinkel γ<0°
sich auf die Maßgenauigkeit günstig auswirkt.
Die Walzgeschwindigkeiten wurden untersucht in dem
Fall, in dem ein Mutter-Material von 70 mm Durchmesser
auf eine Flächenverminderung von 78% (von 70 mm Durch
messer auf 33 mm Durchmesser) gewalzt wurde.
Walzbedingungen: Umdrehungsgeschwindigkeit der Walzen
100 min-1; Durchmesser der Walzenkehle 250 mm; Vor
schubwinkel β in sechs Varianten von 3° bis 13°;
Schrägwinkel γ in zwei Varianten 9° und -9°, insgesamt
also 12 Winkel-Varianten. Die Ergebnisse sind in der
Fig. 33 dargestellt. Bei γ=9° steht eine höhere Walz
geschwindigkeit zur Verfügung. Die Walzgeschwindigkeit
tendiert zu einer Zunahme mit wachsendem Vorschubwinkel
b. Demnach ist es zur Erhöhung der Walzleistung zweck
mäßig, den Schrägwinkel auf γ<0°, vorzugsweise größer,
und den Vorschubwinkel β auf einen sinnvoll hohen
Wert einzustellen.
Die Beziehung zwischen der Drehgeschwindigkeit des
Walzengerüsts N H (min-1) und der Drehgeschwindigkeit der
Walzen N R (min-1), d. h. das Verhältnis N H/NR, wurde für
den Arbeitsgang des Walzens von Material mit einem
Durchmesser von 70 mm untersucht. Die Walzbedingungen
waren folgende: Längung in fünf Varianten zwischen 2
und 10, N H/NR in sechs Varianten zwischen 1,5 und 6,5,
also 30 Varianten insgesamt. Die Ergebnisse sind in der
folgenden Tabelle dargestellt, in der das Zeichen "+"
eine Drehrichtung des Werkstücks bezeichnet, die der
Drehrichtung der Walzen entgegengesetzt ist, und das
Zeichen "-" eine Drehrichtung des Werkstücks in der
Drehrichtung der Walzen bezeichnet.
Wie aus der vorstehenden Tabelle hervorgeht, lassen
sich dann wenn N H/NR die nachstehende Beziehung
erfüllt, entsprechend der Längung (im Bereich von 2 bis
10) selektiv Werte einstellen, bei denen das Werkstück
sich nicht dreht.
2 < N H/NR < 6 (3)
Wie im Vorstehenden beschrieben wurde, ist es möglich,
metallische Materialien mit kreisförmigem Querschnitt
in hoher Güte zu fertigen, wobei das Werkstück nicht
gedreht wird. Bei verschiedenen Verfahren der
Herstellung von Stahlprodukten kann die hier beschriebene
Walz- und Streckstufe in folgender Weise eingesetzt
werden:
Eine Anwendungsmöglichkeit besteht darin, daß Knüppel,
die von einer Stranggußmaschine gegossen werden, unmittel
bar ohne vorheriges Schneiden in die Streckstufe
eingespeist werden. Diese Streckstufe kann also Stufe
der Vorblock-Herstellung eingesetzt werden, so daß die
darin gewalzten Materialien anschließend einem Rohr
walzwerk, einer Stabstahlstraße, einer Drahtstraße oder
einem Formwalzwerk zugeführt werden können. Die Streck
stufe kann auch eingesetzt werden als Vorwalzstufe,
wobei die auf diese Weise vorgewalzten Materialien dann
einem Walzwerk für eine Zwischen- oder Endstufe der
Fertigung von Stäben oder Walzdraht zugeführt werden.
Weiterhin ist es möglich, die Streckstufe als Endwalz
stufe zur Herstellung von Stabstählen einzusetzen.
Eine andere Anwendungsform besteht darin, daß Materialien,
die von einem Vorblockwalzwerk gewalzt sind, in
die hier beschriebene Streckstufe eingespeist werden,
um dort vorgewalzt zu werden, und anschießend die Werk
stücke weiteren verschiedenartigen Walzwerken zu
zuführen.
Eine weiterer Anwendungsform besteht darin, daß
Materialien, die von einem Vorblockwalzwerk gewalzt sind,
ohne Schneiden in die hier beschriebene Streckstufe zur
Herstellung eines Fertigprodukts oder eines Zwischen
produkts, das einer weiteren Zwischen- oder Endstufe
des Walzens zugeführt wird, eingespeist werden.
Claims (3)
1. Schrägwalzwerk zur Herstellung von Rundprofilen
mit einem Walzgerüst, in dem drei oder vier um die
Walzachse angeordnete Arbeitswalzen mit ihren
Achsen derart angeordnet sind, daß in einer ersten
Ansicht senkrecht zur Walzachse die Achse einer
jeden Arbeitswalze einen spitzen Walzwinkel γ mit
der Walzachse und in einer senkrecht zur ersten
Ansicht gerichteten zweiten Ansicht einen spitzen
Vorschubwinkel β mit der Walzenachse bildet,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei rotierendem Rundprofil und feststehendem
Walzgerüst die zweite durch den Walzwinkel γ ge
kennzeichnete Neigung der Achsen (Y-Y) der
Arbeitswalzen (31, 32, 33) so verläuft, daß das der
Walzrichtung entgegengesetzte Ende der Arbeits
walzen (31, 32, 33) zur Walzachse (X-X) hin geneigt
ist,
wobei der Walzwinkel γ und der Vorschubwinkel β
folgende Bedingungen erfüllen:
0° < γ < 15°,
3° < β < 20°,
5° < q + β < 30°.
0° < γ < 15°,
3° < β < 20°,
5° < q + β < 30°.
2. Schrägwalzwerk zur Herstellung von Rundprofilen
mit einem Walzgerüst, in dem drei oder vier um die
Walzachse angeordnete Arbeitswalzen mit ihren
Achsen derart angeordnet sind, daß in einer ersten
Ansicht senkrecht zur Walzachse die Achse einer
jeden Arbeitswalze einen spitzen Walzwinkel γ mit
der Walzachse und in einer senkrecht zur ersten
Ansicht gerichteten zweiten Ansicht einen spitzen
Vorschubwinkel β mit der Walzenachse bildet,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei stillstehendem Rundprofil und um das Rund
profil rotierendem Walzgerüst die zweite durch den
Walzwinkel gekennzeichnete Neigung der Achsen
(Y-Y) der Arbeitswalzen (31, 32, 33) so verläuft,
daß das der Walzrichtung entgegengesetzte Ende der
Arbeitswalzen (31, 32, 33) zur Walzachse (X-X) hin
geneigt ist, wobei der Walzwinkel und der Vorschub
winkel folgende Bedingungen erfüllen:
0° < γ < 60°,
3° < β < 45°.
0° < γ < 60°,
3° < β < 45°.
3. Schrägwalzwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Achsen (Y-Y) der Arbeits
walzen (31, 32, 33) an beiden Enden gelagert sind.
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