DE33189C - - Google Patents

Info

Publication number
DE33189C
DE33189C DENDAT33189D DE33189DA DE33189C DE 33189 C DE33189 C DE 33189C DE NDAT33189 D DENDAT33189 D DE NDAT33189D DE 33189D A DE33189D A DE 33189DA DE 33189 C DE33189 C DE 33189C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fruit juice
dry
lime
precipitate
pulp
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT33189D
Other languages
English (en)
Publication of DE33189C publication Critical patent/DE33189C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin
    • C08B30/10Working-up residues from the starch extraction, e.g. potato peel or steeping water, including pressing water from the starch-extracted material

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Fodder In General (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
in BERLIN.
Futter- und Dungstoffe.
Fabrikkartoffeln enthalten im Durchschnitt 78 Gewichtsprocente Fruchtsaft von ca. 5 pCt. Trockensubstanz, deren wichtigsten Bestandtheil die Protein- und Amidkörper bilden.
Zur Gewinnung derselben hat man die verschiedensten Versuche mit wenig günstigem Erfolg gemacht. Die Hauptschwierigkeit bestand in der Bewältigung der Wassermassen, durch welche der Fruchtsaft der Kartoffeln auf der Reibe, in den Auswaschcylindern etc. nach den bisherigen Verfahren verdünnt wird.
In neuerer Zeit sind vielfache Bestrebungen hervorgetreten, den Kartoffelbrei vor der weiteren Verarbeitung von dem Fruchtsafte zu befreien (s. z. B. Trobach's Patent No. 24068, Kapper's Patent No. 26202).
Auf alle derartigen Methoden der Isolirung des Fruchtsaftes von dem Kartoffelbrei bezieht sich unser gegenwärtiges Verfahren.
Dasselbe besteht aus folgenden Manipulationen :
1. Erhitzt man den unverdünnten Fruchtsaft zum vollen Sieden, so scheiden sich 40 pCt. der darin enthaltenen löslichen Stickstoffkörper als Coagulum ab, welche durch Filterpressen, Nutschen etc. glatt von der übrigen Flüssigkeit sich trennen lassen.
2. Zur Abscheidung der nicht coagulirten Stickstoffkörper, sowie der Phosphorsäure eignen sich Thonerdesalze in Verbindung mit : Kalkerde.
Setzt man daher dem Filtrat die Lösung eines Thonerdesalzes nebst Kalkmilch zu, so scheidet sich der gröfste Theil der Amidstickstoffkörper der Phosphorsäure und der organischen Säuren als unlösliche Calciumaluminatverbindungen ab.
3. Das ablaufende, durch freie Kalkerde alkalisch reagirende Wasser läfst sich durch Zusatz eines löslichen Magnesiumsalzes derart neutralisiren, dafs es als technisch neutral und für öffentliche Wasserläufe unschädlich betrachtet werden kann.
4. Dieses noch heifse Abwasser darf mit der ihm innewohnenden Temperatur in die öffentlichen Wasserläufe nicht abgelassen werden.
Unter Anwendung eines Gegenstromkühlers wird dasselbe mittelst frischen, kalten Fruchtsaftes auf die zulässige Temperatur abgekühlt und aus der Fabrik entlassen und hierbei gleichzeitig der Fruchtsaft für die Ausscheidungsoperation (1.) vorgewärmt.
5. Das abgeschiedene Eiweifscoagulum reagirt sauer, der Calciumaluminatniederschlag alkalisch, durch Zusatz von Calciumtriphosphat oder Phosphorsäure, je nach der Reaction oder dem Mischen beider Niederschlage, erfolgt deren Neutralisation.
. 6. Für Düngerzwecke kann man auch den Kalkthonerdeniederschlag durch Zusatz von Magnesiumsulfat neutralisiren und dann ohne Ammoniakverlust in eine trockene Form bringen.
7· Bei der Stä'rkefabrikation, deren resultirende Pulpe bekanntlich noch beträchtliche Mengen von Stärkemehl und Protemkörpern enthält, ■ wird diese Pulpe vollständig trocken gemacht und mit den beiden Niederschlagen (i. und 2.) vermischt. Die trockenen Faserstoffe haben die Eigenschaft, den Wassergehalt dieser Niederschläge begierig aufzusaugen und mit ihnen eine sich trocken anfühlende Masse zu bilden, die sich ohne Weiteres zu Briquettes pressen läfst.
Durch diese Combination der Trocknung der Pulpe mit unserem vorbeschriebenen Verfahren wird ein werthvolles Futtermittel erzeugt.
8. In gleicher Weise und unter Benutzung derselben Beobachtung kann die vorher vollkommen getrocknete Pulpe, mit dem auf circa 35 pCt. Trockensubstanz eingedampften Fruchtwasser vermischt, zu einem sich trocken anfühlenden Ma;erial hergestellt werden. Das Verfahren gestaltet sich nun im einzelnen folgendermafsen:
Der von der Kartoffelmasse getrennte, unverdünnte Fruchtsaft wird zur Abscheidung des Eiweifses auf ioo° C. während einiger Minuten erhitzt und das Coagulum durch eine Filterpresse, Nutsche etc. abgeschieden. Dem sauren Filtrat setzt man auf ioo 1 des ursprünglichen Fruchtsaftes !/8 bis 1J4 pCt. wasserfreie Schwefelsäure oder salzsaure Thonerde in einem mit Rührwerk versehenen Bottich zu.
Dieses Thonerdesalz stellen wir her, indem wir Kaolin oder gemahlenen Bauxit in englischer Schwefelsäure oder concentrirter Salzsäure in technischen Aequivalenten lösen. In dünnem Strahl fügt man nun bei raschem Gang des Rührwerkes unter fortwährendem Erhitzen der Flüssigkeit Kalkmilch bis zur schwachalkalischen Reaction zu und trennt sofort den entstandenen Niederschlag durch eine Filterpresse.
Die sofortige Filtration ist nothwendig, weil durch längere Einwirkung des Kalkes auf die Stickstoffkörper Zersetzungen eintreten. Das sauer reagirende Eiweifscoagulum mischt man nun sofort mit dem Thonerdekalkniederschlag in einem Nafsmischwerk. Es ist auch zulässig, die Operation zu i. und 2. zu verbinden, indem man dem Fruchtsaft direct die Kalkthonerdemischung zusetzt und dann unter Umrühren zum Sieden erhitzt.
Soll der Thonerdekalkniederschlag für Dungzwecke Verwendung finden, so giebt man demselben eventuell zugleich mit dem Eiweifscoagulum etwa ' Y4 pCt. des angewendeten Fruchtsaftes rohe schwefelsaure Magnesia oder schwefelsaure Kalimagnesia zu und formt die steife Masse mittelst einer Ziegelpresse zu Ziegeln, welche ohne Zersetzung rasch trocknen, alsdann gemahlen und magazinirt werden.
Bei der Stärkefabrikation verfährt man jedoch in der Weise, dafs man die Pulpe technisch vollständig von ihrem Wassergehalt befreit und demnächst mit dem Thonerdekalkniederschlag, sowie dem Eiweifscoagulum innig vermischt. Die trockene Kartoffelfaser und die darin enthaltene Stärke absorbiren derartig die Feuchtigkeit der Niederschläge, dafs ein durch Pressen formbares, fast trockenes Futtermaterial entsteht. Waren Niederschläge überwiegend sauer, so kann zur Neutralisation ein mäfsiges Quantum Calciumtriphosphat zugefügt werden.
In gleicher Weise kann das Fruchtwasser nach Abscheidung des Eiweifses auf ca. 35 pCt. Trockensubstanz eingedampft und demnächst sammt dem Eiweifs mit der, wie angegeben, trocken gemachten Pulpe vermengt werden. Hierbei ist jedoch nothwendig, die Masse vorher auf ca. 300 C. abzukühlen, weil sonst die Stärke der Pulpe verkleistern und die Masse sich nicht mehr bequem formen lassen würde.
Ein Nachtrocknen der geformten Stücke ist nicht ausgeschlossen.
Dem vom Thonerdekalkniederschlag noch •heifs ablaufenden Filtrat setzt man zur Beseitigung der geringen Menge freien Kalkes eine entsprechende kleine Menge schwefelsaurer oder salzsaurer Magnesia zu, wobei unschädliche Niederschläge entstehen, die übrigens wieder durch eine Filterpresse abgeschieden und mit dem übrigen Dünger vermischt werden können. Hierauf wird das ablaufende, technisch neutrale Abwasser unter Anwendung eines Gegenstromkühlers durch frischen, kalten Fruchtsaft bis unter 200 C. abgekühlt,, worauf es die Fabrik verläfst.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Das Verfahren, die in den Fruchtsäften von Kartoffeln enthaltenen Futter- oder Dungstorfe durch Zusatz von Thonerdesalzen in Verbindung mit Kalkhydrat abzuscheiden.
  2. 2. Das Verfahren, zur Herstellung eines Düngemittels den Kalkthonerdeniederschlag des Kartoffelfruchtsaftes mit oder ohne das Eiweifscoagulum durch Zusatz, von Magnesiumsulfat zu neutralisiren, zu formen, zu trocknen und zu mahlen.
    ·■■? 0)
DENDAT33189D Active DE33189C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE33189C true DE33189C (de)

Family

ID=309163

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT33189D Active DE33189C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE33189C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE33189C (de)
DE2803590A1 (de) Verfahren zum reinigen von natriumhexafluorosilikat
DE1567505A1 (de) Verfahren zum Reinigen des bei der Herstellung von Phosphorsaeure durch schwefeliges Angreifen natuerlicher Phosphate anfallenden Gipsrestes
DE1902738A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Kaliumsulfat und/oder Syngenit
DE688503C (de) Verfahren zur Herstellung von als Bodenverbesserungsmittel verwendbaren Huminsaeure-Komplexverbindungen
DE363429C (de) Verfahren zum gleichzeitigen Erzeugen eines eiweissreichen Futters und eines phosphorsaeurereichen Duengemittels bei der Reinigung von Rohsaeften, Abpresswaessern der Zuckerfabrikation und Fruchtwaessern der Staerkefabrikation mittels schwefliger Saeure
DE647913C (de) Verfahren zur Gewinnung von Pentosen aus stark pentosanehaltigen Pflanzenteilen
DE128317C (de)
DE276707C (de)
DE650828C (de) Futtermittel
DE162480C (de)
DE412158C (de) Verfahren zur Reinigung der Saefte und Sirupe bei der Zuckerfabrikation
AT78195B (de) Verfahren zur Reinigung von zuckerhaltigen Säften und Regenerierung des verwendeten Reinigungsmittels.
AT151672B (de) Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels.
DE874730C (de) Verfahren zur Herstellung von kristallisierten Zuckern und Zuckersirupen aus cellulosehaltigen Abfallstoffen
AT241495B (de) Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen, als Düngemittel anwendbaren, stickstoffhaltigen Huminsäuresalzen aus Torf oder Lignit
DE681730C (de) Verfahren zur Herstellung von vitamin-A-haltigen Extrakten aus Fischoelen, insbesondere Fischleberoelen
DE599801C (de) Verfahren zur Herstellung organischer Stickstoffduengemittel
DE402785C (de) Verfahren zur Reinigung von Milchsaeure
DE694100C (de) Verfahren zur Gewinnung von Metallverbindungen wasrodukte
DE891790C (de) Verfahren zur Herstellung biologisch wirksamer Salze in Mischung mit Rohfaserstoffenund Begleitstoffen aus Humussubstanzen oder leicht Torf bildenden Pflanzen, insbesondere zur Verabreichung an Tiere
DE561485C (de) Verfahren zur Herstellung eines grobkristallinischen, zur Weiterverarbeitung auf Kaliummagnesiumcarbonat bzw. Kaliumcarbonat besonders geeigneten Magnesiumcarbonattrihydrats
DE377199C (de) Verfahren zur Nutzbarmachung der Endlauge von Kalifabriken
AT88292B (de) Verfahren zur Erzeugung eines eiweißreichen und aschearmen Niederschlages aus den Rübenrohsäften und Abwässern der Zuckerfabrikation.
DE6127C (de) Darstellung von phosphorsaurem Kalk und Thonerde aus allen Eisen- und Thonerde haltenden Phosphaten und Koprolithen, sowie Verwendungsweise des hierbei erhaltenen Eisen- und Thonerdephosphates zur Darstellung von phorphorsaurem Natron. Dr