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Elektrische LeitungswählereinriAtung. Die Erfindung bezieht sich auf
elektrische Linienwähler, die aus Relais bestehen, welche erregt werden und dann
nacheinander bestimmte Stromkreise einschalten. Der wesentliche Gegenstand der Erfindung
ist es, die Stromkreise des Wählers zu vereinfachen und die Zahl der Relais zu vermindern,
die für eine gegebene Anzahl von Wählerstellungen notwendig sind.
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Nach der Erfindung wird der Wähler so angeordnet, daß die Zahl der
Wahlstromkreise größer als die Zahl der WahlsteRungen ist. Um das möglich zu machen,
sind die Wahlstromkreise in Gruppen angeordnet, und sobald der Wähler auf eine bestimmte
Stellung eingestellt ist, schaltet er eine neue Gruppe so ein, daß nun auch in dieser
Gruppe ein Einzelstromkreis ausgewählt werden kann. Bei gewissen Ausführungsformen
der Erfindung bereitet jedes d4r Schaltungsrelais, wenn es anspricht, den Stromkreis
des nächsten vor, wird dann, sobald es angesprochen hat, durch die Unterbrechung
des das nächste Relais erregenden Stroinstoßes stromlos gemacht, und vervollständigt
endlich, wenn es stromlos gemacht wird, den Arbeitsstromkreis bis zum übernächsten
Relais. Für die Arbeitsstromstöße ist ein gemeinsamer Stromkreis vorhanden, der
nacheinander von einem Relais zum nächsten verlängert wird über Serlenkontakte des
jeweils vorhergehenden Relais.
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Nach einer anderen Ausführungsform sind für jede Auswählstellung zwei
Relais vorgesehen, während nach einer dritten Ausführungsform, die Walilstr()mkreise
so angeordnet sind, daß durch die Erregung der Schaltungsrelais in verschiedenen
Kombinationen auch- verschiedene Stromkreise ausgewählt werden können, wobei die
Relais abwechselnd getrennt voneinander und zu zweien zugleich erregt werden. In
dieser Ausführungsform werden auch die Stromkreisumschaltungen, die bei Einleifung.eines
Stromstoßes hervorgebracht werden, für Auswahlzwecke nutzbar gemacht, ebenso wie
jene, die am Ende (bei der Unterbrechung) jedes Stromstoßes entstehen.
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In den Zeichnungen sind drei verschiedene Ausführungsarten der Erfindung
erläutert. Die in Fig. i dargestellte Relaisanlage umfaßt nur sieben Relais, genügt
aber zur Auswahl je eines von zehn verschiedenen mit i bis i:o bezeichneten
Stromkreisen. Fünf von den Relais sind Schaltungsrelais R, eines ist ein Hilfs-
oder Anlaßrelais A. Die zum Betrieb dienenden Stromstöße werden über eine
Stromstoßleitung W entsendet von irgendeinem Stromgeher aus, der in der Figur als
ein-Morseschlüssel K dargestellt ist. Ein Auslösungsschlüssel k, der die
Verriegelungsstromkreise der Relais R überwacht, wird geschlossen, bevor die Betriebsstromstöße
gegeben werden.
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Sobald der erste Stromstoß entsendet wird, wird A erregt, und
zwar über einen Stromkreis, der durch die Rüc*kkontakteB sämtlicher Relais R verläuft.
Sobald das Relais A
anspricht, verbindet es sich selbst durch seinen Kontakt
C unmittelbar mit der Leitung W und schließt an seinem Kontakt
D
den Stromkreis des ersten Schaltrelais RI, das
nun sich
selbst in einen Verriegelungsstromkreis einschließt, und zwar durch seinen Kontakt
E und einen Kontakt F auf dem zweiten Relais R2; ferner bereitet Rl den Stromkreis
des Relais R2 durch Schließen des Kontaktes G vor. Sobald dieser erste Stromstoß
aufhört, wird A stromlos, und da sein Arbeitsstromkreis nunmehr am KontaktB
des Relais RI unterbrochen ist, beeinflußt der jetzt anlangende zweite Stromstoß
A nicht, sondern erregt das zweite Relais R2 über den Ruhekontakt des Relais
A, den Kontakt G des Relais RI und den Kontakt H des Relais R2.
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Relais R2 stellt nun einen Stromkreis ähnlich demjenigen des Relais
RI her und bereitet den Stromkreis des Relais R3 vor, indem es seinen Kontakt
G schließt. Gleichzeitig wird der Verriegelungsstromkreis des ersten Schaltrelais
auf die Stromstoßleitung W umgeschaltet am Kontakt L. Demgemäß wird Relais RI stromlos,
sobald der zweite Stromstoß aufhört. In ähnlicher Weise setzt der dritte Stromstoß
das Relais R3 in Tätigkeit und bewirkt die Stromlosmachung von R2 und so fort bis
zum fünften Stromstoß. Der sechste Stromstoß aber erregt ein Diffe-. renzrelais
DR, das sich selbst über seinen Kontakt E verriegelt und so lange erregt
bleibt, bis der Wähler in die Ruhestellung zurückgekehrt ist. Wenn der sechste Stromstoß
aufhört, . wird das Relais R5 stromlos 3ind verbindet die Leitung W über
die Rückkontakte B sämtlicher Relais R mit dem Relais A. Der Wähler wird
dann wie vorher von seiner Anfangsstellung aus in Bewegung gesetzt durch den -siebenten
und die folgenden Stronistöße.
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Die Auswahlstromkreise, die mit der Linienleitung M verbunden werden
sollen, sind in der aus der Zeichnung ersichilichen Weise in zwei Gruppen i'bis-5
und 6 bis io geteilt, wobei ein Stromkreis der ersten Gruppe über einen Rückkontakt
von DR und ein Stromkreis der zweiten Gruppe über einen Vorderkontakt dieses Differenzrelais
eingeschaltet wird.
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Aus der vorstehenden Beschreibung geht hervor, daß, nachdem sechs
Stromstöße entsendet worden sind, einzig das Differenzrelais DR erregt bleibt, und
alsdann ward der sechste Stromkreis eingeschaltet ül)er Rückkontakte aller Relais
R und einen Vorderkontakt von DR.' Die Arbeitsstromkre'se können indessen auch so
angeordnet sein, daß der sechste Stromstoß die Erregung sowohl von DR als von
A bewirkt, wobei dann die zweite Gruppe der Auswahlstromkreise
6 bis io an Vorderkontakte der verschiedenen Schaltrelais angeschlossen werden,
in derselben Weise wie die Stromkreise i bis 5
der ersten Gruppe. In der in
Fig. 2 dargestellten abgeänderten Ausführungsform der Erfindung sind für jede Auswahlstellung
zwei Relais vorgesehen, die als Sthaltrelais und Hilfsrelais bezeichnet werden können.
Die Stromkreise -der Relais sind vorbereitet, bevor die Betriebsstromstöße entsendet
werden, und die Relais für jede Auswahlstellung stellen, wenn sie ansprechen, die
Stromkreise der vorbelegenen Relais wiederum in die Bereitschaftsstellung ein.
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Bevor die Stromstöße entsendet werden, befindet sich der Auswähler
in einer solchen Lage, daß er die Stromstöße dadurch empfangen kann, daß eine Leitung
w an den positiven Pol der Batterie gelegt wird. Dadurch werden alle Hilfsrelais
A erregt über einen Rückkontakt ii des entsprechenden S-chaltrelais R. Die
Stromstöße werden nun vom positiven Pol der Batterie aus über eine Stromstoßleitung
W entsendet. Der erste Strornstoß fließt über die Vorderkontakte n2 aller Relais
A und einen Rückkontakt 13 des des Relais RI durch dieses letztgenannte Relais,
welches beim Ansprechen sich selbst verriegelt über seinen eigenen Kontakt 14 und
den Kontakt 15 des Relais _42 und so A' über den Kontakt 16 in die Stromstoßleitung
einschaltet. Wenn der erste Stromstoß aufhö:t, wird A'
stron-Aos, und demgemäß
fließt der zweite Stromstoß über den Rückkontakt 17 von A'
und den
Kontakt 13 des Relais R2 durch dieses Relais, das anspricht und die Stromkreise
in der gleichen Weise umschaltet, wie es durch das erste Schaltrelais geschah. Hört
der zweite Stromstoß auf, so wird nun auch A2 stromlos und bereitet die Stromstoßleitung
für das Relais R3 vor, während gleichzeitig auch am Kontakt 15 der Stromkreis des
Relais RI unterbrochen wird. Dieses wird daher stromlos und schließt wieder den
Stromkreis des Relais A' über den Kontakt :ii. Das erste Relaispaar
A' und RI ist -,o selbsttätig wieder in Bereitschaftsstellung gebracht, um,
wenn der Auswähler bis zu seiner letzten Stellung bewdgt worden ist, wieder ansprechen
zu können.
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Beim dritten, vierten und fünften Stromstoß wird in gleicher Weise
das dritte, vierte und fünfte Schaltrelais beeinflußt, indem A2
erregt wird,
A3- und A4 stromlos gemacht und wieder erregt werden und A5 stromlos
gemacht wird. Relais R5 verriegelt sich selbst über seinen Kontakt r4 und den Kontakt
15 des Relais A'.
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Der sechste Stromstoß fließt daher über den Rückkontakt -17. von R5
durch ein Differenz- oder Wechselrelais DR, sowie über einen Kontakt 13 von
RI durch dieses letztere Relais. DR spricht an und verriegelt sich selbst durch
eine besondere Wicklung über seinen Kontakt j:8, wodurch die Linienleitung
M
so umgeschaltet wird, daß sie nicht mehr mit der ersten Gruppe von Stromkreisen
i bis 5, sondern nur noch mit der zweiten Gruppe von Stromkreise'n
6 bis io verbunden werden kann. Relais Rl spricht bei dem sechsten Stromstoß
an und bewirkt dieselbe Umschaltung wie oben beschrieben. Sobald Relais
A' stromlos wird beim Auf. hören des sechsten Stromstoßes, wird der Verriegelungsstromkreis
von R5 geöffnet und die Stromstoßleitung von R2 vorbereitet. Die nachfolgenden Stromstöße
setzen dann den Auswähler in Betrieb in derselben Weise wie oben beschrieben. Wenn
so die Einstellung des Auswählers vollendet ist, ist der gewünschte Stromkreis eingeschaltet,
und zwar über einen Vorderkontakt desjenigen Schaltrelais, das durch den letzteri
Stromstoß zum Ansprechen gebracht worden war, und einen Rück- oder Vorderkontakt
des Relais DR, je nachdem die gewünschte Leitung in der ersten oder in der zweiten
Gruppe liegt.
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Es ist ersichtlich, daß die auszuwählenden Stromkreise auch in mehr
als zwei Gruppen eingeteilt werden können, um eine noch weiter gehende Verminderung
der Zahl der Auswahlrelais zu erreichen. Die verschiedenen Gruppen können dann nacheinander
eingeschaltet werden mit Hilfe von zwei oder mehr Wechsel- oder Gruppenschaltrelais,
deren eines jedesmal zum AnsprecLen gebracht wird, wenn der Auswähler auf seiner
letzten Stellung angelangt ist.
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Eine weitere Aus * führungsform der Erfindung ist durch Fig.
3 erläutert, bei der ein Satz von Tasten oder Schlüsseln vorgesehen ist und
eine bestimmte Anzahl von Stromstößen selbsttätig abgezählt werden kann,
je nachdem der eine odei der andere Schlü,;sel niedergedrückt wird.
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Die Auswahlrela*s werden von einem Unterbrecher S' in Tätigkeit gesetzt.
Auf derselben Welle wie dieser ist ein zweiter Unterbrecher S2
angeordnet,
der für jeden Stromkreis, den der erste Unterbrecher hervorbringt, zwei Stromstöße
in die Leitung entsendet. Zwei Relais N und 0 dienen zur Schaltung
der Stromkreise.
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Beim Niederdrücken eines Schlüssels, z. B. Nr. 7, wird der
Stromkreis 21 des Relais N
geschlossen; N spricht an und verriegelt
sich selbst über seinen Kontakt 22. Das Relais N
vervollständigt einen Stromkreis
23 für den ersten von S' veranlaßten Kontrollstromstoß durch das Relais
A, welches den Stromkreis, 24 des Relais RI schließt. Das letztere verriegelt
sich über die Kontakte 25 und 26, Beim Aufhören des ersten Stromstoßes
- wird A
stromlos. Der nächste Kontrollstromstoß erreicht über den
Kontakt 27 das Relais R2, das nun über die Kontakte 28 und 29 verriegelt
wird. Am Ende dieses zweiten Stromstoßes wird Rl stromlos. Der dritte Stromstoß
erreicht dann DR über die Leitung 30.
Wenn DR erregt wird, wird ein Stromkreis
3-1 über die gedrückte Taste vervollständigt, der über das Relais 0 verläuft,
so daß dieses an -
spricht und sich selbst verriegelt, während es gleicbzeitig
N ab3chaltet. Inzwischen sind durch den Unterbrecher S2 sieben Stromstöße
durch einen Stromkreis 32 zu dem Auswähler entsendet worden. Der siebente
Stromstoß hält N noch übe: eine zweite Wicklung erregt bis er aufhört
und N stromlos wird. Alsdann unterbricht N die Stromkreise der Zählrelais
und dadurch den Stromkreis von 0.
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Wenn Taste 8' an Stelle von Taste 7' angeschlagen wird,
so gestaltet sich der Betrieb in gleicher Weise wie beschrieben bis zur Erregung
von DR, was die Aberregung von R2 zur Folge hatte. Der vierte Stromstoß vom Unterbrecher
S' erregt A über Stromkreis 23. Rl wird ebenfalls erregt (Stromkreis
24), äußert aber keine Wirkung auf die auswählbaren Stromkreise. Sobald
A in Tätigkeit tritt, wiid ein Stromkreis 31a gebildet, der dem Stromkreis
31 ähnlich und teilweise mit ihm identisch ist, und dieser Stromkreis erregt
0 zu dem bereits beschriebenen Zweck und in der beschriebenen Weise.
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Wird Taste g' angeschlagen, so kann der Stromkreis 31a e---st in der
zweiten Hälfte des vierten Antriebsstromstoßes vervollständigt werden; sobald also
S' in der Stellung eintrifft, in der sein Stromkreis geöffnet ist, so wird
A ausgelöst, was den sofortigen Schluß eines Stromkreises 3ib zur Folge tat.
Wäre Taste z' angeschlagen worden, so wäre der Betrieb wie folgt gewesen:
N wäre in Betrieb gesetzt worden, und dann, nachdem S' den Stromkreis
9,3 geschlossnen hätte, würde A in Tätigkeit treten und RI in Gang
setzen. A würde bei der zweiten Hälfte des Stromstoßes von S' ausgelöst werden
und ein Stromkreis 31c würde sofort geschlossen werden, was die beschriebenen Ergebnisse
zeitigen würde.
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Man sieht, daß die Stromkreise 31 dadurch ausgewählt werden
können, daß man die Wählerrelais - in Kombination erregt, z. B. den Stromkreis
über Taste 2' durch Erregung von Rl, den Stromkreis über Taste 8' durch Erregung
von A und Rl, den Stromkreis über Taste 01 durch Erregung von RI und
R2 (wobei R2 in Verbindung mit der Auswahl des Stromkreises über Taste
7' in der beschriebenen Weise erregt wird).
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Aus der Beschreibung geht ferner hervor, daß die auswählenden Relais
für sich und abwechselnd in Kombination zu'je zweien betrieben werden, und zwar
so, daß zwei beim Beginn eines Stromstoßes von S' (d. h.
wenn
dieses den Stromkreis 23 vervollständigt) in Tätigkeit sind, und eins dieser
beidrzn Relais am Ende des Stromstoßes von, S' aus noch in Tätigkeit ist, während
das andere- ausgelöst wird, wenn S' den Stromkreis --3 öffnet.
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Die Tasten können elektromagnetisch in irgendwelcher Weise überwacht
werden, so daß sie beim Aufhören jedes der entsendeten Stromstöße immer wieder in
die Ruhelage zurückLyestellt werden.