DE30538C - Vorrichtung zur successiven Entzündung der jABLOCHKOFF'schen Kerzen sowie zum selbstthätigen Auslöschen derselben (System BOBENRIETH) - Google Patents
Vorrichtung zur successiven Entzündung der jABLOCHKOFF'schen Kerzen sowie zum selbstthätigen Auslöschen derselben (System BOBENRIETH)Info
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H05—ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H05B—ELECTRIC HEATING; ELECTRIC LIGHT SOURCES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CIRCUIT ARRANGEMENTS FOR ELECTRIC LIGHT SOURCES, IN GENERAL
- H05B31/00—Electric arc lamps
- H05B31/003—Electric arc lamps of a special type
- H05B31/0033—Electric arc lamps of a special type with glowrod and candle
Landscapes
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Description
KAISERLICHES
Patentamt:
Bei diesem System der elektrischen Beleuchtung mit Jablochkoff sehen Kerzen sind die
in einer und derselben Laterne befindlichen Kerzen parallel geschaltet. Um nun den elektrischen
Strom zu zwingen, diese Kerzen successive zu entzünden, wird zur Herstellung des
Entzündungsplättchens eine Masse von aufserordentlich beträchtlichem Widerstände benutzt,
welche sonach die Bedingungen erfüllt, dafs sie nicht nur bei dem ersten Durchgange des
Stromes durch die Laterne nicht zerstört wird, sondern auch den einzelnen Kerzen so bedeutend
verschiedenen inneren Widerstand verleiht, dafs ein gutes Functioniren gesichert ist.
Es ist bekannt, dafs es sich bei der Beleuchtung mit Jablochkoff sehen Kerzen bisweilen
ereignet, dafs die in einer Laterne brennende Kerze plötzlich versagt und die benachbarte
Kerze an ihre Stelle tritt, und zwar geschieht dies gewöhnlich während der ersten Viertelstunde.
Dieser Uebelstand hat zweierlei Ursachen, nämlich erstens die unzureichende Verschiedenheit
des Widerstandes der Kerzen, und zweitens die zu geringe Entfernung der Kerzen
von einander.
Die erste Ursache wird beseitigt durch Benutzung von Kerzen, deren Zündmasse einen
aufserordentlich grofsen, möglichst bis nahe an die Grenze, wo der Strom überhaupt nicht
mehr durchgehen würde, reichenden Widerstand bietet. Durch die Widerstandsmessungen, welche
dementsprechend mit vorliegender Zündmasse angestellt wurden, ist dieser Widerstand pro
Kerze auf mehr als 100 000 Ohms bestimmt worden.
Die Zusammensetzung der Zündmasse ist folgende:
5 Theile Holzkohlenpulver und 2 Theile sehr feine Asche oder anderes elektrisch neutrales
Pulver werden mit einer Lösung von 100 g/ Gummi arabicum in 250 g Wasser zu einem/
Kleister ausgerührt, welcher die genügende j Consistenz besitzt, um die Kohlenspitzen einer/
Kerze zu verbinden. ^/
Aus solcher Masse erhält man bei der Herstellung der Zündplättchen schon ohne eigenes
Zuthun unwillkürlich Kerzen, deren Widerstände um einige Tausende von Ohms verschieden
sind, und deshalb kann bei Verwendung dieser Zündmasse niemals mehr als eine Kerze auf einmal angehen und die nicht brennenden
Kerzen behalten ein vollständig intactes Zündplättchen.
Der sehr hohe Widerstand der Kerzen hat zudem den Vortheil, jeglichem Verlust von
Strom durch die noch nicht verzehrten Kerzen vorzubeugen und den ganzen in die Laterne
gesendeten Strom auf die gerade brennende Kerze zu concentriren.
Um zu verhüten, dafs mit dem Abbrennen sämmtlicher in einer Laterne enthaltenen Kerzen
der Stromkreis unterbrochen werde und ein Verlöschen der noch brennenden Lichter statt-
finde, wird der einen Kerze jeder Laterne ein noch bedeutenderer Widerstand gegeben als
allen anderen, damit dieselbe sich unter allen Umständen zuletzt entzündet, und mit dem
centralen Theile der Grundplatte wird ein Conductor verbunden, welcher, wie weiter unten
beschrieben, den Schlufs des Stromkreises sichert.
Die Zündmasse für die Kerze mit dem höchsten Widerstände besteht in 5 'Theilen
Kohlenpulver und 5 Theilen Asche in Mischung mit derselben Gummilösung wie für die anderenKerzen.
Um den Zündplättchen der noch nicht verbrannten Kerzen ihren ganzen Widerstand zu
erhalten, ist es nothwendig, dafs die in Brand befindliche Kerze sich nicht in zu grofser Nähe
der benachbarten befinde, denn die vom Voltaschen Bogen entwickelte Hitze ist im Stande,
den Widerstand des nächsten Zündplä'ttchens in rapider Weise und in dem Grade zu vermindern,
dafs er geringer wird als derjenige der brennenden Kerze und also deren Verlöschen
bedingt. Die einzelnen Kerzen erhalten . daher einen solchen Abstand von einander,
dafs die Entfernung zwischen ihren oberen Enden mindestens 40 mm beträgt.
Unter Anwendung dieser Mafsregeln wird die Parallelschaltung der Kerzen einer Laterne wirklich
praktisch brauchbar, und es erfolgt die successive Entzündung sowie das automatische
Auslöschen der Kerzen ohne Anwendung complicirter Mechanismen, wie noch des Näheren durch beiliegende Zeichnung erläutert
wird.
Fig. ι ist ein Verticalschnitt einer Laterne ohne Kuppel, und
Fig. 2 der zugehörige Grundrifs.
A bezeichnet die Grundplatte. Dieselbe besteht aus nichtleitendem Material und trägt an
ihrem Rande die äufseren metallenen Theile B der Kohlenhalter, welche sonach isolirt sind.
An ihrem oberen Ende besitzen die Theile B einen Ansatz oder Finger C, welcher mit einem
ähnlichen Finger D correspondirt, der einer an der Platte A befestigten Blattfeder E angehört.
Die Federn E werden durch einen Metallring F gehalten, welcher sie unter einander elektrisch
und mit der Klemme L verbindet.
Die inneren metallenen Theile G der Kohlenhalter werden von Federn H getragen, welche
an einem Metallsockel / befestigt sind, der in der Mitte der Grundplatte A angeordnet ist und
durch einen Conductor / mit der zweiten Klemme M in Verbindung steht.
Auf die Finger C und D werden kleine oblonge Ringe K aus Blei oder anderem verhältnifsmäfsig
leicht schmelzbaren Metall gesteckt, welche die elektrische Verbindung zwischen den Federn E und den Haltertheilen B
bilden und sich in unmittelbarer Nähe des unteren Endes der Kerzen befinden.
Der durch den Draht α ankommende Strom nimmt seinen Weg über die Klemme L nach
dem Ring F, von wo er in die den geringsten Widerstand bietende Kerze, etwa JV, tritt und
dieselbe entzündet. Er gelangt in diese Kerze durch die zugehörige Feder E, den Bleiring K
und den Haltertheil B und geht durch den Lichtbogen nach dem inneren Haltertheil G,
der Feder H, dem Sockel /, dem Conductor J und der Klemme M, um durch den Draht b
abzufliefsen.
Wenn die Kerze JV bis nahe an ihr Ende abgebrannt ist, bringt die Hitze des Lichtbogens
den Ring K zum Schmelzen, so dafs die Feder E frei wird und jegliche elektrische Verbindung
zwischen ihr und der brennenden Kerze aufhört. Letztere erlischt also und der Strom sucht sich die nunmehr den geringsten
Widerstand bietende Kerze (z. B. O) aus, um diese an Stelle der vorigen zu entzünden. Auch
die Kerze O wird bei ihrem Abbrennen durch Schmelzen des zugehörigen Bleiringes K aus
den Stromkreis ausgeschaltet, während sich eine folgende Kerze entzündet, und dieses Spiel
wiederholt sich bis zur Kerze P, welche von allen Kerzen zuverlässig den bei weitem gröfsten
Widerstand besitzt und deshalb immer bis zuletzt übrig bleibt. Wenn diese letzte Kerze
niedergebrannt ist, schmilzt auch der letzte Ring K und läfst die zugehörige Feder frei,
welche wie bei R in Fig. 2 angedeutet placirt ist und im Zurückfedern sich gegen eine Metallschiene
Q. legt, die auf dem Sockel / befestigt
ist und nach Ausschaltung der Laterne den Schlufs der Leitung von L nach M bildet.
Ein wesentlicher Punkt der Construction ist, dafs die Grundplatte A eine stufenförmige Oberfläche
besitzt. Es befinden sich daher die verschiedenen Metalltheile in verschiedenen Niveaus,
wodurch dem Zufall vorgebeugt ist, dafs durch herabfallende Kohlenstücke kurzer Schlufs oder
eine mit Feuersgefahr oder anderen Unzuträglichkeiten verbundene Fehlleitung des Stromes
herbeigeführt werde.
Zur jederzeitigen Ausschaltung der Laterne aus dem Stromkreise, ohne das Functioniren
der übrigen Lichter zu beeinträchtigen, ist an der Platte A ein drehbarer Knopf S angebracht,
mittelst dessen ein Conductor T so eingestellt werden kann, dafs er eine directe Verbindung
von Klemme zu Klemme herstellt.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Zur Herstellung der Zündplättchen für Jablochkoff sehe Kerzen, welche in einer gemeinschaftlichen Laterne parallel geschaltet sind, die Benutzung einer Masse, wie beschrieben, welche einen äufserst hohen Widerstand bietet und es gestattet, dieWiderstände der Kerzen einer und derselben Laterne um mehrere Tausend Ohms verschieden zu machen.
Die Benutzung einer noch bedeutenderen Widerstand bietenden Masse für diejenige Kerze, welche in der Laterne zuverlässig zuletzt anbrennen soll und deren Abbrand den Eintritt der directen Verbindung zwischen den beiden Klemmen bestimmt.
Die Herstellung der Oberfläche der Grundplatte in Stufenform zum Zwecke der Verhütung von kurzen Schlüssen zwischen den verschiedenen Metalltheilen oder einer sonstigen Fehlleitung des Stromes.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30538C true DE30538C (de) |
Family
ID=306653
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT30538D Expired - Lifetime DE30538C (de) | Vorrichtung zur successiven Entzündung der jABLOCHKOFF'schen Kerzen sowie zum selbstthätigen Auslöschen derselben (System BOBENRIETH) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE30538C (de) |
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- DE DENDAT30538D patent/DE30538C/de not_active Expired - Lifetime
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