DE30077C - Verfahren zur Trennung der Alphamonosulfosäure des Betanaphtols von den mit ihr im Gemenge erzeugten Sulfosäuren durch Anwendung des Tetrazodiphenyls, dessen Homologen und Sulfosäuren - Google Patents
Verfahren zur Trennung der Alphamonosulfosäure des Betanaphtols von den mit ihr im Gemenge erzeugten Sulfosäuren durch Anwendung des Tetrazodiphenyls, dessen Homologen und SulfosäurenInfo
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Description
'■Τ:
KAISERLICHES
PATENTAMT.
,/Ί
In unserem Deutschen Reichs-Patent No. 18027 haben wir die Entdeckung der Alphamonosulfosäure
des Betanaphtols als einer, mit der von S cha'ff er beschriebenen isomeren und mit ihr
regelmäfsig gleichzeitig entstehenden mitgetheilt und haben ferner ein Verfahren beschrieben,
■ um diese Alphamonosulfosäure neben der Schäffer'sehen in reichlicher Ausbeute zu
bereiten.
Wir haben ferner daselbst die Spiritustrennung zur Isolirung der neu entdeckten Alphamonosulfosäure
empfohlen.
In unserem DeutschenReichs-PatentNo. 26231,
Zusatz zum Patent No. 18027, haben wir ferner die Entdeckung mitgetheilt, dafs das Sulfurirungsproduet
des Betanaphtols neben beiden isomeren Sulfosäuren in erheblichen, aber wechselnden
Mengen einen dritten Körper enthält, dessen chemische Zusammensetzung noch nicht
bekannt ist, den wir aber ebenfalls für eine Sulfosäure des Betanaphtols halten.
Es ist uns nun gelungen, ein weiteres werthvolles Verfahren zu finden, um unsere neue
Alphamonosulfosäure in der Form ihres Natron-, Kalk-, Kali- oder Ammoniaksalzes aus diesem
Gemenge zu isoliren, nämlich durch Anwendung von Tetrazodiphenyl, Tetrazo ditolyl,
Tetrazodixylyl und anderen von den Homologen, des Benzidins abgeleiteten Tetrazoverbindungen
und deren Sulfosäuren.
Wir haben gefunden, dafs sich die soeben genannten Verbindungen zu dem Monosulfosäuregemisch
des Betanaphtols ähnlich verhalten, wie wir dies in dem Patent No. 26231
bezüglich des Diazobenzols und anderer Diazoverbindungen angegeben haben. Die meiste
Bindungsenergie zeigt auch hier der schon genannte fremde Körper, der sich zuerst mit den
genannten Verbindungen vereinigt. Demnächst wird die Schäffer'sche Sulfosäure des Betanaphtols
gebunden. Erst in dritter Linie bindet sich die Alphamonosulfosäure. Wenn von
jenen Verbindungen nur so viel vorhanden ist, als sich mit den beiden ersteren Körpern und
den etwaigen sonstigen Verunreinigungen zu Azokörpern vereinigt, so bilden sich daher die
letzteren ausschliefslich aus den weniger werthvollen Körpern, die sämmtlich als Verunreinigung
der werthvollen Alphasäure gelten, und die letztere wird technisch rein in Form ihres
wässerig gelösten Salzes erhalten.
Das Verfahren hat sowohl vor der alten Spiritustrennungsart den Vorzug der Billigkeit
und Schnelligkeit, da der theure Spiritus und das Eindampfen vermieden werden, als auch folgenden
Vortheil vor der Trennung mit Diazobenzol und anderen Diazoverbindungen: Der neue Farbstoff, den das Tetrazodiphenyl und
seine Ersatzmittel mit dem abgeschiedenen Gemenge ergeben, ist ein werthvolles Bordeauxroth.
Der Körper, welcher durch Paarung des
Tetrazodiphenyls mit der S chä ff er'sehen Säure
allein entsteht, ist bereits bekannt; er ist indefs im Wasser fast unlöslich und daher als Farbstoff
überhaupt nicht brauchbar gewesen. Sobald man aber mit der Schäffer'sehen Säure
unseren mehrgenannten fremden Körper im Gemenge beläfst, ergiebt sich jener sich gut
ausfärbende, leicht lösliche bordeauxrothe Farbstoff. Deswegen ist dieses Trennungsverfahren
neben den bisherigen wirthschaftlich besonders vortheilhaft.
Die Herstellung des Tetrazodiphenyls und seiner Homologen geschieht in bekannter Weise.
Sie werden in wässeriger Lösung angewendet. Die zur Abscheidung der fremden Körper benöthigte
Quantität des Tetrazodiphenyls etc. richtet sich nach dem Gehalt des Gemisches
an Schäffer'scher, fremder und Alphamonosulfosäure
des Betanaphtols. Da jedoch das Gemenge nicht constant ist, die Mengenverhältnisse
der Theile vielmehr je nach den eingehaltenen Arbeitsbedingungen wechseln, so kann
man das erforderliche Quantum am besten durch einen kleinen Vorversuch ermitteln, ganz
wie wir dies in unserem Patent No. 26231 für Diazobenzol etc. angegeben haben. Der Vorversuch
ist z. B. beendet, wenn das Filtrat des ausgesalzenen Farbstoffes mit der Diazoazobenzolmonosulfosäure
unser reines Crocemscharlach ergiebt. Hierauf trägt man in das wässerige, hinreichend alkalisch gemachte Salzgemisch
der Sulfosäuren die berechnete Menge der genannten Tetrazoverbindungen.
Vorher kann ein erheblicher Theil der Schäffer'sehen Monosulfosäure allein bereits
aus dem Gemenge nach Mafsgabe unserer Patentbeschreibung P. R. No. 26673 (dritter
Zusatz zum Patent No. 18027) abgetrennt sein. Dies ist vortheilhaft, weil nach diesem Verfahren
der genannte fremde Körper nicht mit fortgeht und demgemäfs in angemessenem Verhältnifs
zur S chäff er'sehen Säure noch vorhanden ist, um mit der Tetrazoverbindung
einen brauchbaren und leicht löslichen Farbstoff zu bilden.
Nimmt man von der Tetrazoverbindung zu wenig, so bleibt die Alphasäure noch etwas
verunreinigt und auch der daraus fabricirte Farbstoff zeigt dann diese Verunreinigung.
Nimmt man zu viel, so geht die werthvollere Alphamonosulfosäure theilweise für die schöneren
Croce'infarben verloren. Natürlich kann man auch hier zunächst nur den genannten fremden
Körper und dann die S chä ff er'sehe Säure nach einander abscheiden.
Der mit der Tetrazoverbindung gebildete neue Farbstoff fällt, je nach der Concentration
der Brühe, in gröfserer oder geringerer Menge sogleich aus. Der Rest wird durch Aussalzen
gefällt und mechanisch getrennt.
In der Restlauge findet sich technisch rein unsere neue Alphamonosulfosäure des Betanaphtols.
Ihre Nutzbarmachung zu den genannten Croce'infarben ist in unserem Patent No. 18027 beschrieben und geschützt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Isolirung der Alphamonosulfosäure des Betanaphtols von den mit ihr im Gemenge erzeugten Sulfosäuren durch Einwirkung von Tetrazo diphenyl, dessen Homologen und Sulfosäuren auf das wässerig gelöste, hinreichend alkalisch gemachte Gemenge der Salze,a) entweder derart, dafs man von der Tetrazoverbindung diejenige Menge hinzusetzt, welche die verunreinigenden Körper einschliefslich der S chäffer'sehen Monosulfosäure bindet, und den hieraus entstehenden Farbstoff aussalzt und trennt;b) oder derart, dafs man zunächst nur so viel von der Tetrazoverbindung zusetzt, um den verunreinigenden fremden Körper als Farbstoff zu fällen und zu trennen, demnächst aber so viel, um die Schäffer'sehe Säure ebenfalls in Form eines Niederschlages abzuscheiden. ·
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