DE76491C - Verfahren zur Darstellung von Amidotriazinen aus Chrysoi'dinen durch Aldehyde - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Amidotriazinen aus Chrysoi'dinen durch Aldehyde

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DE76491C
DE76491C DENDAT76491D DE76491DA DE76491C DE 76491 C DE76491 C DE 76491C DE NDAT76491 D DENDAT76491 D DE NDAT76491D DE 76491D A DE76491D A DE 76491DA DE 76491 C DE76491 C DE 76491C
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Germany
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aldehydes
amidotriazines
chrysoi
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dinen
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DENDAT76491D
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Aktien-Gesellschaft für Anilinfabrikation in Berlin S.O., An der Treptower Brücke
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D253/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings having three nitrogen atoms as the only ring hetero atoms, not provided for by group C07D251/00
    • C07D253/08Heterocyclic compounds containing six-membered rings having three nitrogen atoms as the only ring hetero atoms, not provided for by group C07D251/00 condensed with carbocyclic rings or ring systems
    • C07D253/10Condensed 1,2,4-triazines; Hydrogenated condensed 1,2,4-triazines

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
in BERLIN.
Goldschmidt hat in den Ber. d. d. ehem. Ges. XXIV, S. 1001, eine neue Klasse von Verbindungen beschrieben, die durch Einwirkung von Aldehyden auf o-Amidoazoverbindungen entstehen. Auf Grund der aufserordentlichen Beständigkeit, wodurch diese Körper sich vor den bekannten Einwirkungsproducten der Aldehyde auf Amidokörper, den Benzylidenverbindungen, auszeichnen, wird hier die Bildung eines sechsgliedrigen Körpers, der aus drei Kohlenstoff- und drei Stickstoffatomen sich bildet, angenommen.
Wir haben nun eine Reihe neuer und werthvoller Substanzen dargestellt, indem wir diese Reaction auf eine andere Körperklasse angewendet haben, deren Repräsentanten dadurch charakterisirt sind, dafs sie neben der o-Amidoazogruppe noch eine weitere Amidogruppe enthalten, nämlich auf die Gruppe der Chrysoi'dine. Unter Chrysoi'dinen verstehen wir hierbei diejenigen Producte, welche durch Einwirkung der Diazoverbindungen von Aminen oder deren Sulfo- und Carbonsäuren auf m-Diamine entstehen.
Auch diese Farbstoffe reagiren unter bestimmten Bedingungen leicht und glatt mit den Aldehyden der Fett- und aromatischen Reihe. Es entstehen farblose Basen, die durch ihre grofse Beständigkeit gegen Säuren und Alkalien ausgezeichnet sind. Selbst beim Erhitzen mit concentrirter Mineralsäure unter Druck auf 170 bis i8o° bleiben sie unverändert. Denselben kommt ihrer Entstehung, ihrem Verhalten und der gefundenen procentischen Zusammensetzung gemäfs höchst wahrscheinlich folgende typische Constitution zu:
R-C
NH.
Infolge der Anwesenheit einer Amidogruppe sind diese Körper starke Basen, die sich leicht in Diazoverbindungen überführen lassen und sich mit Phenolen, Aminen und deren Sulfo- und Carbonsäuren zu Azofarbstoffen verbinden. Durch Sulfuration werden sie in Sulfosäuren verwandelt, die sich gleichfalls diazotiren und kuppeln lassen, von denen einige aber noch die Eigenschaft besitzen, stark süfs zu schmecken.
Beispiel: 25 kg Chrysoi'din (salzsaures Salz des Diamidoazobenzols) werden mit 11 kg Benzaldehyd in 11 kg concentrirter Salzsäure und 50 kg gewöhnlicher Essigsäure gelöst und auf dem Wasserbad bis zum Verschwinden des Farbstoffes ca. 6 bis 8 Stunden erwärmt. Darauf giefst man in 1000 1 Wasser, filtrirt von den ausgeschiedenen braunen Flocken ab und fällt die, Base mit Soda.
Dieselbe fällt in schwach gelben Flocken aus und wird zur Reinigung in verdünnter Schwefelsäure heifs gelöst. Beim Erkalten krystallisirt das schwefelsaure Salz in weifsen Nadeln aus. Mit Soda wird aus ■ dem Salz die freie Base in weifsen, Flocken gefällt, die in Wasser unlöslich sind, sich in Alkohol und Benzol beim Kochen leicht lösen und beim Erkalten in
kleinen Nädelchen abscheiden. Die Base schmilzt oberhalb 230° unscharf unter Zersetzung. Die Stickstoffbestimmung ergab einen Procentgehalt, wie ihn eine Verbindung der Constitution:
6JV
5-Cx
■N-
verlangt. (Ber. 18,7 pCt., gef. 18,5 pCt. Stickstoff.)
Charakteristisch für die Base ist ihre Diazoverbindung, welche sich durch Schwerlöslichkeit und aufserordentliche Beständigkeit auszeichnet; selbst bei längerem Kochen wird nur ein geringer Theil derselben zersetzt.
Die Sulfurirung der Base führt je nach den Sulfurirungsbedingungen entweder zu einer Mono- oder einer Disulfosäure.
Löst man das Salz beispielsweise in drei bis vier Theilen rauchender Schwefelsäure (20 pCt. Anhydrid) und erwärmt kurze Zeit auf 50 bis 70 °, so entsteht eine Monosulfosäure, welche sich beim Eingleisen der Sulfurirungsmischung in Wasser in krystallinischer Form-ausscheidet. Diese Monosulfosäure ist in Wasser schwer löslich, hingegen sind ihre Alkalisalze leicht löslich. Durch Oxydationsmittel, Eisenchlorid, Chlorkalk etc., werden die wässrigen Lösungen der Säure intensiv braun gefärbt. Die Diazoverbindung ist in Wasser leicht löslich.
Eine Disulfosäure wird erhalten, wenn die Einwirkung der rauchenden Schwefelsäure auf die Base bei ca. ioo° vorgenommen wird und die Einwirkungsdauer eine längere ist. Die entstehende Disulfosäure wird aus dem Sulfurirungsgemisch in üblicher Weise als KaIkbezw. Natronsalz isolirt. Die freie Säure ist in Wasser leicht löslich.
Aehnliche Producte erhält man, wenn im vorstehenden Beispiel das salzsaure Diamidoazobenzol ersetzt wird durch andere Chryso'idine, oder wenn an Stelle des Benzaldehyds dessen Substitutionsproducte, sowie andere aromatische Aldehyde und deren Substitutionsproducte oder schliefslich auch Aldehyde der Fettreihe zur Anwendung gelangen.
Die nach vorliegendem Verfahren hergestellten neuen Körper sollen zur Darstellung von Azofarbstoffen . bezw. als Süfsstoff Verwendung finden.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung von Amidotriazinen durch Einwirkung von Aldehyden der aromatischen und Fettreihe auf Chryso'idine, wobei unter Chryso'idinen diejenigen Producte zu verstehen sind, welche durch Einwirkung der Diazoverbindungen von Aminen oder deren Sulfo- und Carbonsäuren auf Metadiamine entstehen.
2. Die Ueberführung der nach dem durch Anspruch 1. geschützten Verfahren dargestellten Condensationsproducte in ihre Mono- und Disulfosäuren durch Behandeln derselben mit sulfurirend wirkenden Mitteln.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2197047A1 (de) * 1972-08-22 1974-03-22 Bayer Ag

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