DE298614C - - Google Patents
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01H—SPINNING OR TWISTING
- D01H1/00—Spinning or twisting machines in which the product is wound-up continuously
- D01H1/14—Details
- D01H1/20—Driving or stopping arrangements
- D01H1/24—Driving or stopping arrangements for twisting or spinning arrangements, e.g. spindles
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- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Spinning Or Twisting Of Yarns (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Mit der Verbreitung der Ringspinn- und Ringzwirnmaschinen sowie den gesteigerten Ansprüchen,
die an diese Maschinen gestellt werden, macht sich das Bedürfnis geltend, die Spindeln mit veränderlicher Drehzahl laufen
zu lassen, um' die Spannungsdifferenz beim Winden auf dünne Hülsen und bei der Ansatzbildung
möglichst auszugleichen.
Es gibt bereits Vorrichtungen, welche diesen
Zweck durch unmittelbaren Antrieb mit regelbaren Emphasen- oder Drehstromkollektormotoren
durch mittelbaren. Antrieb mittels Riemen erreichen.
Gemäß/der Erfindung sollen die bei Selfak-
toren zur Erreichung der zweiten und dritten Geschwindigkeit bereits bekannten Mittel auf
folgende Weise auf die Ringspinnmaschinen übertragen werden.
Auf einer, wie Fig. 1 zeigt, durch einen Riemen A3 angetriebenen Vorgelegewelle V befindet
sich die Losscheibe L3 ; neben dieser ist die Scheibe für die erste Geschwindigkeit S3
fest aufgekeilt und treibt die Welle V und damit den am Kopf derselben befestigten
kleineren, wechselbaren Antriebswirtel W1.
Die Scheibe für die zweite größere Geschwindigkeit ist auf der Büchse B befestigt,
welche lose auf der Welle läuft und am Kopf derselben ebenfalls einen wechselbaren Schnurwirtel
PF2 trägt, welcher größer ist als der Wirtel W1.
Durch eine endlose Schnur, welche durch geeignete Leitrollen, die nicht gezeichnet sind,
sowohl über die beiden Wirtel W1 und W2 als
auch über den auf der Trommelwelle befestigten, ebenfalls wechselbaren Trommelwirtel W3
geleitet wird, wird die Trommelwelle H1 angetrieben
und zwar jeweils mit jener Geschwindigkeit, welche durch den Wirtel erzeugt wird, der mit der Scheibe in Verbindung steht,
auf welcher der Riemen läuft.
Zwischen den beiden Scheiben S3 und S4 wird
zweckmäßig eine schmale Zwischenscheibe Z angebracht, um unnütze Riemenreibungen zu
vermeiden. Die bei einem ähnlichen Antrieb verwendeten Klinken- oder Rollenkupplungen
kommen dabei ganz in Wegfall.
Die Schaltung der Riemengabel erfolgt zwangläufig, wird von der Steuerung, welche die
Kötzerwindung erzeugt, betätigt und ist sehematisch in der Zeichnung dargestellt.
Die Regelung der Geschindigkeit kann dabei auf zweierlei Weise erfolgen. Bei Beginn eines
neuen Abzuges, also bei Beginn der Windung, muß stets die langsame Geschwindigkeit eingeschaltet
sein, weil die Fadenspannung in diesem Fall am größten ist, besonders wenn
Hülsen ohne kegeligen Ansatz verwendet werden.
Nun kann man einmal die langsame Geschwindigkeit so lange beibehalten, bis die Ansatzbildung
vorgeschritten und der Kötzer eine
gewisse Stärke erreicht hat, worauf dann die schnellere Geschwindigkeit eingeschaltet und
gleichbleibend bis zum Schluß des Abzuges beibehalten wird.
Zweckmäßiger ist es jedoch, besonders wenn man sehr diffizile Garne mit loser Drehung
auf schwachen Hülsen spinnt, wenn man mit der langsamen Geschwindigkeit beginnt und
nach fortschreitender Ansatzbildung die schnellere Geschwindigkeit entsprechend dem Wagenhub
wirken läßt, so daß, wenn die Windung an der Spitze des Windungskegels erfolgt, also
an^der Hülse als der schwächsten Stelle, stets die langsame Geschwindigkeit arbeitet, während
an der Basis des Kegels, also der stärksten Stelle des Kötzers, die schnellere Geschwindigkeit
eingeschaltet wird, da infolge des größeren ziehenden Radius die Spannung des Fadens
vermindert wird und derselbe eine viel größere Spindeldrehzahl verträgt, bevor er die gleiche
Spannung hat wie an der schwächsten Stelle. Diese Arbeitsweise des Antriebes mit zwei
Geschwindigkeiten wird durch folgende beispielsweise Einrichtung erreicht.
Bei beinahe allen Ringspinn- und Ringzwirnmaschinen wird die Fortschaltung durch ein
Sperrad r bewirkt, welches bei jedem Wagenhub eine gewisse einstellbare Anzahl Zähne
fortschaltet. Dieses Sperrad sitzt auf einer Schneckenwelle ν und dreht durch die Fortschaltschnecke
s das Fortschaltschneckenrad η langsam weiter, wodurch die zunehmende Fortschreitung der Kötzerbildung erfolgt, da auf
derselben Welle eine Kettenrolle t befestigt ist, welche durch eine Kette k die Fortschaltung
auf die Ringschiene überträgt. Die Fortschaltrolle t macht nicht ganz eine Umdrehung und
wird bei Beendigung jedes Abzuges in die Anfangsstellung zurückgedreht. Die Hubbewegung
wird in der Regel durch ein Exzenter oder ein Herz h erzeugt, welches den Aufwinderhebel
α zwangläufig bewegt und der über denselben
geführten Kette k außer der Fortschaltbewegung auch eine zweite Bewegung erteilt,
welche, auf die Ringschiene übertragen, die Schichtenwindung erzeugt.
Der Aufwinderhebel β überträgt seine Bewegung
durch den Bolzen b und die Druckstange d auf den Hebel c, welcher auf der
Riemengabelwelle u befestigt ist. Die Druckstange d ist nicht fest mit beiden Hebeln verbunden,
sondern hat einen Schlitz, in welchem sich der Mitnehmerbolzen b bewegt, falls der Riemen
sich auf der Losscheibe L3 befindet. Mit der Aufwinderwelle w wird ein in einer Scheibe
oder einem Arm befestigter Bolzen 0 bewegt. An diesen Bolzen legt sich ein Hebel i an, der am
anderen Schenkel eirien Bolzen I trägt, an welchem die zweite Druckstange dx befestigt
ist, welche an ihrem anderen Ende ebenfalls einen Schlitz hat, in welchem sich der Bolzen bx
des Riemenhebels c führt. Durch eine Feder f wird die Riemengabel immer in der Richtung
gegen die Scheibe S4 für die zweite Geschwindigkeit gezogen.
Durch einen Sperrhebel m wird der Hebel c
bei der Anfangsstellung gesichert und durch eine im Hebel i befestigte Stellschraube ζ ausgelegt.
In der gezeichneten Lage befindet sich der Riemen auf der Scheibe für die erste Geschwindigkeit
S3 und die Kettenrolle in der Stellung bei Beginn eines neuen Abzuges.
Die ersten Windungen auf die blanke Hülse werden somit mit der langsamen Geschwindigkeit
erfolgen, da der Bolzen I des Hebels i die Druckstange dx und damit den Riemen
nicht auf die Scheibe für die schnellere Geschwindigkeit
läßt, wohin die Feder f den Riemengabelhebel immer ziehen will. Der '80 Riemenhebelbolzen b schwingt dabei frei in
dem Schlitz der Druckstange d.
Bei fortschreitender Schaltung bewegt sich die Kettenrolle t und damit auch der Bolzen 0
in der Pfeilrichtung und kommt langsam in die gestrichelt gezeichnete Lage. Dadurch wird
auch der Hebel { und mit ihm der Bolzen I in die gestrichelte Lage gezogen, so daß die
Druckstange d1 frei wird.
Der Aufwindehebel α nimmt, wenn die Herzrolle sich auf die tiefste Stelle des Herzens
auflegt, wobei die Ringschiene an der stärksten Stelle des Windungskegels den Faden
aufwindet, die gestrichelte Lage ein. Die Feder f wird nun den Riemengabelhebel und
damit den Riemen auf die Scheibe für die j größere Geschwindigkeit ziehen, da sowohl die
Bolzen b und bx als auch die Druckstangen d
und d1 den Weg freigegeben haben.
Dreht sich das Herz weiter, wodurch der Aufwindehebel α in die gezeichnete Lage gebracht
wird und mittels Kette k die Ringj schiene zur Spitze des Windungskegels gehoben
j wird, dann wird auch der Bolzen I im Aufwindehebel α durch die Druckstange den
S Riemengabelhebel und damit den Riemen ! wieder auf die Scheibe S3 für die langsame
ι Geschwindigkeit führen, so daß der angestrebte ! Zweck durch diese Einrichtung vollkommen
! erreicht wird. Zur Sicherung des Riemenj gabelhebels, welcher in der Unterwindestellung
durch den Bolzen 0 vermittels Hebels i durch Druckstange d1 auf die Losscheibe L3 gedrückt
wird, ist der Sperrhebel m vorgesehen, welcher an einem Ende zwei Stufen hat. Die erste
Stufe hält d.en Riemengabelhebel mit dem j Anschlagbolzen χ in der Unterwindestellung
j auf der Losscheibe fest, so daß die Maschine während des Abziehens der Kötzer niemals
j eingerückt werden kann, während die zweite ; Stufe diesen Hebel so lange auf der Scheibe für
die langsame Geschwindigkeit hält, bis die
Stellschraube ζ den Hebel m auslöst, was erst
dann geschieht, wenn die ersten Schichten gewunden sind.
Gegebenenfalls kann man, anstatt die Steuerung vom Herz und Aufwindehebel abzuleiten,
ein besonderes Herz anbringen, welches die gleiche Umdrehungszahl macht und den Riemen
schneller von der einen auf die andere Scheibe führt, um unnütze Reibung des Riemens zu
ίο vermeiden.
Auf gleiche Weise lassen sich statt zwei auch drei und mehr Geschwindigkeiten der
Antriebswelle erzielen, wenn neben der Scheibe für die zweite Geschwindigkeit eine dritte, gegebenenfalls
eine weitere gleich große ebenfalls auf Büchsen gesetzt wird, von deren vorderem
Ende neben den Schnur wirtein W1 bzw. W2
für jede Scheibe ein weiterer wechselbarer Schnurwirtel aufgesteckt wird, über welche die
gleiche, über den Trommelwirtel und den Wirtel für die erste und zweite Geschwindigkeit
laufende endlose Schnur läuft, so daß jeweils jener Wirtel treibt, auf dessen Scheibe
sich der Riemen befindet, doch wird sich die Notwendigkeit, über drei Geschwindigkeiten
hinauszugehen, wohl nie ergeben.
Für besondere Fälle kann auch der Antrieb der Vorgelegewelle nach Fig. 1 mit einem weiteren,
an sich bekannten Antrieb mit Klinkengesperre kombiniert werden, so daß die Spindeln
mit drei oder mehreren Geschwindigkeiten angetrieben werden können (Fig. 2).
Die erste Geschwindigkeit wird durch das Scheibenpaar L5 S5 erzeugt, wobei die Festscheibe
S5 durch Klinke K2 und Klinkenrad H3
auch die Vorgelegewelle F1 treibt.
Setzt die durch die Antriebsscheibe S6 erzeugte
zweite Geschwindigkeit ein, so legt sich die Klinke K2 mittels der Bremsfeder JP selbst tätig
aus, da die Welle jetzt schneller läuft. Auf der Welle sitzt am vorderen Ende der wechselbare
Twistwirtel W3, der diese ersten beiden Geschwindigkeiten durch Schnur auf den Antriebswirtel
W5 der Trommelwelle der Maschine überträgt. Wird dann der Riemen auf die
Scheibe für die dritte Geschwindigkeit S7 geschoben, so wird der Antrieb durch die
Büchse B1 dem größeren, ebenfalls wechsejbaren
Twistwirtel W^ und der endlosen Schnur der Trommelwelle übermittelt.
Durch Vermehrung der Antriebsscheiben lassen sich leicht außer den drei auch vier
und mehr Geschwindigkeiten erzielen. Für gewöhnliche Fälle wird man stets selbst beim
Verspinnen sehr schwer verspinnb'arer Garne mit drei Geschwindigkeiten auskommen, bei
denen die erste Geschwindigkeit bei Beginn der Spinnperiode so lange einsetzt, bis alle gerissenen
Fäden angedreht sind, worauf die zweite Geschwindigkeit eingeschaltet wird und den Ansatz bildet.
Ist die Ansatzbildung entsprechend fortgeschritten, so schaltet die Steuerung die dritte
Geschwindigkeit ein, worauf der Riemen über die Scheiben für die zweite und dritte Geschwindigkeit
hin und her gehen wird und je nach den aufgesteckten Wirtein ,die endlose
Schnur bald mit schnellerer, bald mit langsamerer Geschwindigkeit die Trommelwelle
antreibt.
Claims (2)
1. Antrieb für Ringspinri- und Ringzwirnmaschinen
mit einer dem Kötzerdurchmesser und -aufbau entsprechend schwankenden Spindeldrehzahl, bei welchem
die Antriebswelle durch zwei oder mehrere Riemenscheiben von verschiedener Umdrehungszahl
angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, daß die eine dieser Riemenscheiben (S3) auf einer Vorgelegewelle (F), die
anderen (S4 usw.) auf um diese Welle laufenden Büchsen (B usw.) befestigt sind,
während am Ende der Vorgelegewelle und jeder Büchse nebeneinanderliegend auswechselbare
Schnurwirtel (W1 bzw. W2 usw.)
sitzen, die durch eine endlose, über sämtliche Wirtel laufende Schnur die mit auswechselbarem
Schnurwirtel (W) versehene Antriebswelle (H1) treiben.
2. Antrieb für Ringspinnmaschinen und Ringzwirnmaschinen nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorgelegewelle (F1) außer dem ersten Antrieb mit den
auf Büchsen mit auswechselbaren Schnurwirtein sitzenden Scheiben für den Langsamlauf
einen oder mehrere Riemenscheibenantriebe mit bekanntem federbeeinflußten Klinkengesperre. (F, H2, H3) für die angetriebene
Scheibe (S5) erhält.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE298614C true DE298614C (de) |
Family
ID=552797
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT298614D Active DE298614C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE298614C (de) |
-
0
- DE DENDAT298614D patent/DE298614C/de active Active
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