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Mit der Verbreitung der Ringspinn-und Ringzwirnmaschinen sowie den gesteigerten Ansprühen, die an diese Maschinen gestellt werden, macht sich das Bedürfnis geltend, die Spindeln mit veränderlicher Drehzahl laufen zu lassen, um die Spannungsdifferenz beim Winden auf dünne Hülsen und bei der Ansatzbildung möglichst auszugleichen. Es gibt bereits Vorrichtungen, welche diesen Zweck durch unmittelbaren Antrieb mit regelbaren Einphasen- oder Drehstromkollektormotoren durch mittelbaren Antrieb mittels Riemen erreichen.
Gemäss der Erfindung sollen die bei Selfaktoren zur Erreichung der zweiten und dritten Geschwindigkeit bereits bekannten Mittel auf folgende Weise auf die Ringspinnmaschinen übertragen werden.
Auf einer, wie Fig. 1 zeigt, durch einen Riemen ssg angetriebenen Vorgelegewelle V befindet sich die Losscheibe Lg ; neben dieser ist die Scheibe für die erste Geschwindigkeit 83 fest aufgekeilt und treibt die Welle V und damit den am Kopf derselben befestigten kleineren, wechselbaren Antriebswirtel W1.
Die Scheibe für die zweite grössere Geschwindigkeit ist auf der Büchse B befestigt, welche lose auf der Welle läuft und am Kopf derselben ebenfalls einen wechselbaren Schnurwirtel W2 trä, welcher grösser ist als der Wirtel . Durch eine endlose Schnur, welche durch geeignete Leitrollen, die nicht gezeichnet sind. sowohl über die beiden Wurtel und als auch über den auf der Trommelwelle befestigten, ebenfalls wechselbaren
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wendeten Klinken- oder Rollenkupplungen kommen dabei ganz in Wegfall.
Die Schaltung der Riemengabel erfolgt zwangläufig, wird von der Steuerung, welche die Kötzerwindung erzeugt, betätigt und ist schematisch in der Zeichnung dargestellt.
Die Regelung der Geschwindigkeit kann dabei auf zweierlei Weise erfolgen. Bei Beginn eines neuen Abzuges, also bei Beginn der Windung, muss stets die langsame Geschwindigkeit
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solange beibehalten, bis die Ansatzbildung vorgeschritten und der Kötzer eine gewisse Stärke erreicht hat, worauf dann die schnellere Geschwindigkeit eingeschaltet und gleichbleibend bis zum Schluss des Abzuges beibehalten wird.
Zweckmässiger ist es jedoch, besonders wenn man sehr empfindliehe Garne mit loser Drehung auf schwachen Hülsen spinnt, wenn man mit der langsamen Geschwindigkeit beginnt und nach fortschreitender Ansatzbildung die schnellere Geschwindigkeit entsprechend dem Wagenhub wirken lässt, so dass, wenn die Windung an der Spitze des Windungakegda erfolgt, also an der Hübe als der schwächsten Stelle, stets die lang- same Geschwindigkeit arbeitet, während an der Basis des Kegels, also der stärksten Stelle des Kötzers, die schnellere Geschwindigkeit eingeschaltet wird,
da infolge des grösseren ziehenden Radtus die Spannung des Fadens vermindert wird und derselbe eine viel grössere Spindeldrehzahl verträgt, bevor er die gleiche Spannung hat wie an der schwächsten Stelle.
DieseArbeitsweisedesAntriebesmitzweiGeschwindigkeitenwirddurchfolgendebeispielsweise Einrichtung erreicht.
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Bei beinahe allen Ringsplun- und Ringzwirnmaschinen wird die Fortschaltung durch ein Sperrad r bewirkt, welches bei jedem Wagenhub eine gewisse einstellbare Anzahl Zähne-fort : schaltet, Dieses Sperrad sitzt auf einer Schneckenwelle v und dreht durch die Fortschalt. schnecke s das Fortschaltschneckenrad n langsam weiter, wodurch die zunehmende Fort- schreitung der Kötzerbildung erfolgt, da auf derselben Welle eine Kettenrolle t befestigt ist, welche durch eine Kette k die Fortschaltung auf die Ringschiene überträgt. Die Fortschaltrolle t macht nicht ganz eine Umdrehung und wird bei Beendigung jedes Abzuges in die Anfangsstellung zurückgedreht.
Die Hubbewegung wird in der Regel durch ein Exzenter oder ein Herz h erzeugt, welches den Aufwinderhebel a zwangläufig bewegt und der über denselben geführten Kette k ausser der Fortschaltbewegung auch eine zweite Bewegung erteilt, welche auf die Ring- schiene übertragen, die Schichtenwindung erzeugt.
Der Aufwinderhebel a überträgt seine Bewegung durch den Bolzen b und die Druckstange d auf den Hebel c, welcher auf der Riemengabelwelle u befestigt ist. Die Druckstange d ist nicht fest mit beiden Hebeln verbunden, sondern hat einen Schlitz, in welchem sich der Mitnehmerbolzen b bewegt, falls der Riemen sich auf der Losscheibe La befindet. Mit der Aufwinderwelle w wird ein in einer Scheibe oder einem Arm befestigter Bolzen o bewegt. An diesen Bolzen legt sich ein Hebel i an, der am anderen Schenkel einen Bolzen l trägt, an welchem die zweite Druck- stange d'l befestigt ist, welche an ihrem oberen Ende ebenfalls einen Schlitz hat, in welchem sich der Bolzen lb, des Riemenhebels c führt. Durch eine Feder f wird die Riemengabel immer
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In der gezeichneten Lage befindet sich der Riemen auf der Scheibe für die erste Geschwindigkeit < Sg und die Kettenrolle in der Stellung bei Beginn eines neuen Abzuges. Die ersten Windungen auf die blanke Hülse werden somit mit der langsamen Geschwindigkeit erfolgen, da der Bolzen l des Hebels i die Druckstange d, und damit den Riemen nicht auf die Scheibe für die schnellere Geschwindigkeit lässt, wohin die Feder f den Riemengabelhebel immer ziehen will. Der Riemenbebelbolzen b schwingt dabei frei in dem Schlitz der Druckstange d.
Bei fortschreitender Schaltung bewegt sich die Kettenrolle t und damit auch der Bolzen o in der Pfeilrichtung und kommt langsam in die gestrichelt gezeichnete Lage. Dadurch wird auch der Hebel t und mit ihm der Bolzen l in die gestrichelte Lage gezogen, so dass die Druckstange d, frei wird.
Der Aufwindehebe ! a nimmt, wenn die Herzrolle sich auf die tiefste Stelle des Herzens auflegt, wobei die Ringschiene an der stärksten Stelle des Windung-keels den Faden aufwindet, die gestrichelte Lage ein. Die Feder. f wird nun den Riemengabelhebel und damit den Riemen auf die Scheibe für die grössere Geschwindigkeit ziehen, da sowohl die Bolzen b und b, als auch die Druckstangen d und d1 den Weg freigegeben haben.
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mird und mittels Kette k die Ringschiene zur Spitze des Windungskegels gehoben wird, dann wird auch der Bolzen 1 im Aufwinderhebel a durch die Druckstange den Riemengabelbebel und damit den Riemen wieder auf die Scheibe 83 für die langsame Geschwindigkeit führen, so dass der angestrebte Zweck durch diese Einrichtung vollkommen erreicht wird. Zur Sicherung des Riemengabelhebels, welcher in der Unterwindestellung durch den Bolzen o vermittelst Hebels i durch Druckstange cl, auf die Losscheibe L3 gedrückt wird, ist der Spenhebel m vorgesehen, welcher an einem Ende Stufen hat.
Die erste Stufe hält den Riemengabelbebel mit dem Ans hlagbolzen. r in der Unterwindestellung auf der Losscheibe fest, so dass die Maschine während des Abziehens der Kötzer niemals eingerückt, werden kann, während die zweite Stufe diesen Hebel solange auf der Scheibe für die langsame Geschwindigkeit hält, bis die Stellschraube s den Hebel In auslöst, was erst dann geschieht, wenn die ersten Schichten gewunden sind.
Gegebenenfalls kann man, anstatt die Steuerung von Herz und Aufwinderhebel abzuleiten, ein besonderes Herz anbringen, welches die gleiche Umdrehungszahl macht und den Riemen schneller von der einen auf die andere Scheibe fiihrt, um unnütze Reibung des Riemens zu vermeiden.
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tneb\\ 'Ue erzielen, wenn neben der Scheibe für die zweite Geschwindigkeit eine dritte, gegebenenfalls eine weitere gleichgrosse, ebenfalls auf Büchsen gesetzt wird, von deren vorderem Ende neben den Schnurwirteln W, bzw. für jede Scheibe ein weiterer wechselbarer Schnurwirtel aufgesteckt wird.
über welche die gleiche, über den Trommelwirtel und den Wirtel für die erste und zweite Geschwindigkeit laufende endlose Schnur läuft, 80 dass jeweils jener Wirtel treibt, auf dessen Scheibe sich der Riemen befindet, doch wird sich die Notwendigkeit, über drei Ge- schwindigkeiten hinauszugehen, wohl nie ergeben.
Für besondere Fälle kann auch. der Antrieb der Vorgelegewelle nach Fig. 1 mit einem weiteren, an sich bekannten Antrieb mit Klinkengesperre kombiniert werden, so dass die Spindeln mit drei oder mehreren Geschwindigkeiten angetrieben werden können (Fig. 2).
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durch Schnur auf den Antriebswirtel tF der Trommelwelle der Maschine überträgt. Wird dann der Riemen auf die Scheibe für die dritte Geschwindigkeit 8., geschoben, so wird der Antrieb durch die Büchse B1 dem grösseren, ebenfalls wechselbaren Twistwirtel W4 und der endlosen Schnur der Trommelwelle übermittelt.
Durch die Vermehrung der Antriebsscheiben lassen sich leicht ausser drei auch vier und mehr Geschwindigkeiten erzielen. Für gewöhnliche Fälle wird man stets selbst beim Verspinnen sehr schwer verspmnbarer Garne mit drei Geschwindigkeiten auskommen, bei denen die erste Geschwindigkeit bei Beginn der Spinnperiode solange einsetzt, bis alle gerissenen Fäden angedreht sind, worauf die zweite Geschwindigkeit eingeschaltet wird und den Ansatz bildet. Ist die Ansatzbildung entsprechend fortgeschritten, so schaltet die Steuerung die dritte Geschwindigkeit ein, vorauf der Riemen über die Scheiben für die zweite und dritte Geschwindigkeit hin und her gehen wird und je nach den aufgesetzten Wirteln die endlose Schnur bald mit schnellerer, bald mit langsamerer Geschwindigkeit die Trommelwelle antreibt.
PATENTANSPRüCHE :
1. Antrieb für Ringspinn- und Ringzwirnmaschinen mit einer dem Kötzerdurchmesser und -aufbau entsprechend schwankenden Spindeldrehzahl, bei welchem die Antriebswelle durch zwei oder mehrere Riemenscheiben von verschiedener Umdrehungszahl angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die eine dieser Riemenscbeiben (Sg) auf einer Vorgelegewelle (V) die anderen (S4 usw.) auf um diese Welle laufenden Büchsen (B usw. ) befestigt sind, während am Ende der Vorgelegewelle und jeder Büchse nebeneinanderliegend auswechselbare Schnurwirtel (W1 bzw. W2 usw.) sitzen, die durch eine endlose, über sämtliche Wirtel laufende Schnur die mit auswechselbarem Schnurwirtel (W) versehene Antriebswelle (H1) treiben.