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Antriebsvorrichtung für die das Fadenabschlagen, die Wageneinfahrt
und die Steuerwelle betreibende Abschlagwelle an Wagenspinnern Bekanntlich wird
bei Wagenspinnern die das Fadenabschlagen und Einfahren des Wagens bewirkende und
die Steuerwelle treibende Abschlagwelle durch ein Seil gedreht, das seine Bewegung
von einer auf der Vorgelegewelle sitzenden Rillenscheibe erhält und seinerseits
eine auf der Abschlagwelle festsitzende Rillenscheibe antreibt. Die Spannung dieses
Antriebsseiles wird durch einen Spanner bewirkt. Bei einem solchen Antrieb dreht
sich also"die Abschlagwelle dauernd, solange die Maschine in Betrieb ist.
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Die vorliegende Erfindung 'bezweckt, bei dem über das Vorgelege gehenden
Antrieb die zur Drehung der Abschlagwelle erforderlichen Teile zu vermindern und
so die beim Anfahren des Wagens erforderliche Betriebskraft zu vermindern.
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Gemäß der Erfindung'wird zu7diesem Zweck die Abschlagwelle von der
auf der. Maschinenhauptwelle angeordneten, durch Riemen betriebenen Losscheibe gedreht,
die nach dem Übergang des Antriebsriemens von der Losscheibe auf die für den Wagenauszug
sowie für die niedrigste Geschwindigkeit angeordnete Festscheibe stillsteht. Bei
Wagenspinnern mit feststehenden Spindeln und fahrbarem Vorgarnlieferwerk, worauf
sich die Erfindung ganz besonders bezieht, wird die Bewegung von der - erwähnten
Losscheibe auf die Abschlagwelle mittels eines Kettenrades übertragen, das mit der
Losscheibe fest verbunden ist und durch eine Kette ein weiteres Kettenrad antreibt.
Dieses ist auf der Welle befestigt, auf der das Ritzel der Abschlagkupplung aufgekeilt
ist.
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In der Zeichnung ist beispielsweise ein mit der neuen Antriebsvorrichtung
ausgestatteter Wagenspinner mit feststehenden Spindeln und fahrbarem Lieferwerk
veranschaulicht, und zwar zeigen: Abb. = den Wagenspinner mit seinen für das Verständnis
der Erfindung wesentlichen Hauptteilen und deren Antrieben in Seitenansicht, Abb.
a und 3 im einzelnen die neue Antriebsvorrichtung in Seitenansicht und Vorderansicht,
teilweise geschnitten.
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Wie aus Abb. r hervorgeht, enthält das ortsfeste Gehäuse 18 die schräg
stehenden Spindeln
i9 und ihre Antriebstrommel 2o. Die Spindeln
ig arbeiten mit Aufwinder 2i und Gegenwinder 22 zusammen: Die Spindeltrommel 2o
erhält ihre -Drehung durch ein Baumwollseil 52, das über zwei auf der Hauptwelle
i sitzende Wirtel 18' und 2o' sowie über eine Führungsrolle 26, weiter über eine
auf der Spindeltrommelwelle befestigte Seilscheibe 3o und über die Führungsrollen
29, 28 und 27 läuft.
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Die Lieferung des Vorgarnes erfolgt durch einen mittels Rollen 32
und 33 auf Schienen 34 laufenden Wagen 31, der außer einer Speisewalze 35 und einer
Druckwalze 36 eine die Vorgarnspule 38 tragende Abtreibtrommel 37 aufweist.
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Wie die Abb. 2 und 3 insbesondere veranschaulichen, trägt die Abschlagwelle
7 außer einem Ritzel 8 ein Kegelrad io, mit dem ein Kettenrad 17 vereinigt ist.
Dieses wird von einem Kettenrad 13, das auf der Hauptwelle i mit Kugellagern 14,
15 lose gelagert und mit einer Riemenscheibe 2 fest verbunden ist, mittels
einer Kette i6 angetrieben. Die Riemenscheibe 2 läuft somit lose auf der Hauptwelle
i, während die Riemenscheibe 3 die zugehörige feste Antriebsscheibe bildet. Daneben
trägt die Hauptwelle i ferner eine lose Riemenscheibe 4, eine feste Riemenscheibe
5 und noch eine lose Riemenscheibe 6, die mit dem größeren Seilwirtel 2o durch eine
lange Laufbüchse ig' fest verbunden ist. Der Seilwirtel 2o' treibt die Spindeln
i9 mit größerer Geschwindigkeit als der daneben auf der Hauptwelle i befestigte
kleinere Wirtel i8'.
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Die lose Riemenscheibe 6 bildet jeweilig mit einem danebensitzenden,
auf einer Büchse 2,1' frei drehbaren und verschiebbaren Kegel g eine Reibkupplung.
Der Kegel g hat eine Stirnradverzahnung, in die das Ritzel 8 eingreift.
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Das Kegelrad io steht mit einem auf der senkrechten Zwischenwelle
12 befestigten Kegelrad ii im Eingriff und treibt mittels eines weiteren Kegelräderpaares
40, 41 eine Welle 39.
Diese trägt eine Reibungskupplung 42 mit einem Kegelrad
43, das seinerseits in ein auf einer Welle 45 sitzendes Kegelrad 44 eingreift.
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Die Welle 45 trägt die Einzugschnecke 46, an der das eine Ende eines-
Baumwollseiles 47 befestigt ist. Dieses Seil, das um eine Rolle 48 läuft und mit
dem anderen Ende an dem Wagen 31 befestigt ist, zieht, wenn es sich bei Drehung
der Welle 45 auf die Einzugschnecke 46 aufwickelt, den Wagen nach den Spindeln i9
hin. Die Ausfahrt des Vorgarnwagens 31 erfolgt durch ein an diesem befestigtes Seil
50, das um eine Rolle 51 läuft und sich auf eine auf der Welle 45 sitzende Auszugschnecke
49 wickelt. Die Auszugschnecke 49 bildet ein Ausgleichsglied, das die regelrechte
Einfahrt des Vorgarnwagens 31 sichert. Däs Seil 50 wickelt sich von der Schnecke
41 genau in der gleichen Länge ab, wie sich das Seil 47 auf die Schnecke 46 aufwickelt.
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Die verschiedenen Arbeitsstufen, die zusammen auf eine Auszugslänge
kommen, sind die folgenden: Wenn der Wagenspinner steht, d. h. wenn sich das Lieferwerk
35 am Ende des Einzuges den Spindeln i9 am nächsten befindet, laufen die von dem
Vorgelege kommenden Treibriemen auf den Losscheiben 2 und 4: Im Augenblick, wo sich
der Wagenspinner in Gang setzt, geht der Riemen von der Losscheibe 2 auf die Festscheibe
3, die die erste oder kleine Geschwindigkeit der Spindeln und zugleich den Auszug
des Vorgarnwagens 31 von den Spindeln fort hervorruft. Die Losscheibe 2 und demnach
auch das Kettenrad 13 mit seinen von ihm abhängigen Getriebeteilen bleiben mangels
weiteren Antriebes stehen. Hierdurch wird jeder weitere Kraftaufwand für ihre in
diesem Augenblick übrigens nutzlose Drehung vermieden, so daß an Kraft gespart wird.
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Beim Übergang von der ersten auf die zweite Geschwindigkeit geht der
eine vom Vorgelege kommende Riemen von der Losscheibe 4 auf die Festscheibe 5 über,
während der andere Riemen von der Festscheibe 3 auf die Losscheibe 2 zurückkehrt.
Diese wird in diesem Augenblick samt dem Kettenrad 13
und allen von letzterem
beeinflußten Getriebeteilen mitgenommen.
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Beim Übergang von der zweiten zur dritten Geschwindigkeit verschiebt
sich allein der auf der Scheibe 5 laufende Riemen und geht auf die lose Riemenscheibe
6 über. Die Losscheibe 2 dreht sich weiter und treibt dementsprechend die Abschlagwelle
7. Ist die Drahtgebung beendet, so verläßt der Riemen die Scheibe 6 und kehrt auf
die Losscheibe 4 zurück. Folglich bleibt vom Beginn der zweiten Geschwindigkeit
bis zum Ende der Einfahrt des Vorgarnwagens 31 nach den Spindeln i9 hin der von
dem Vorgelege kommende Riemen immer auf der Losscheibe 2, die durch das Kettenrad
13 alle die Teile in Gang hält, die die Steuerwelle, das Fadenabschlagen
und den Einzug des Vorgarnwagens betreiben.
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Die - Reibkupplung g bewegt sich frei auf der an dem Gestell 22' sitzenden
Büchse 21' und kann durch axiale Verschiebung auf ihr mit der kegelförmigen Innenfläche
der Scheibe 6 in Eingriff kommen, so daß während des Abschlagens das Ritzel 8 die
Kupplung g und somit über die Scheibe 6 und den Wirtel 2o' die Spindeln dreht. Der
Riemen, der gewöhnlich die Scheiben 5 und 6 treibt, um die zweite und dritte Geschwindigkeit
der Spindeln zu erzeugen, ist in diesem Augenblick auf die Losscheibe zurückgegangen.