DE258992C - - Google Patents

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DE258992C
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C9/00Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Hessen-Nassau.
Es ist schon vorgeschlagen worden, die Gerbung von Hautblößen so vorzunehmen, daß man die Lösung eines Gerbmittels in einer Flüssigkeit anwendet, welche verdunstet und dabei den gelösten Stoff in der Haut zurückläßt. Es ist auch schon versucht worden, auf diese Weise andere als die üblichen Gerbmittel, im besonderen Harze, Kolophonium und Schellack, aber auch Lösungen von Kautschuk,
ίο Teeröl und anderen Stoffen zu verwenden. Alle diese Versuche haben aber zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt, und zwar war ein wesentlicher Grund dafür, daß die Gerbung mit solchen Füllstoffen immer zu einem harten und spröden Erzeugnis führt.
Es wurde nun gefunden, daß solche Stoffe dann zur Herstellung eines brauchbaren Leders verwendet werden können, wenn man die Blöße vor der Behandlung nach diesem Verfahren einer völligen Entwässerung unterwirft. Wenn auch die Lösungen der genannten Stoffe, soweit sie früher in Alkohol erfolgt sind, als wasserentziehende Mittel angesehen werden können, so besteht doch ein großer Unterschied darin, ob die Haut vor der Anwendung dieser Lösungen vollständig entwässert wird durch wiederholtes Behandeln mit Alkohol, oder ob die wasserhaltige Haut unmittelbar einer Lösung ausgesetzt wird, welche gleichzeitig die Gerbstoffe und das Entwässerungsmittel enthält, denn im letzteren Falle ist eine vollständige Entwässerung ausgeschlossen. Gerade die Sprödigkeit der erhaltenen Erzeugnisse ist aber auf diesen Wassergehalt zurückzuführen. Es ist auch bekannt geworden, die Haut völlig zu entwässern, es war aber nicht bekannt, daß eine solche Haut die Anwendung einer Gerblösung vorteilhaft macht, wie es die oben beschriebene Lösung ist.
Die bisherigen Versuche haben ergeben, daß Schellack, Mischungen von Schellack mit Farbstoffen, Kautschuk und auch Teer sich als solche Imprägniermittel eignen und Erzeugnisse von verschiedenartiger Beschaffenheit ergeben. Bei der Verwendung von Schellack geht man z. B. in folgender Weise vor:
Die Haut wird durch mehrfaches Auswaschen mit immer stärker werdendem Alkohol, selbstverständlich unter Rückgewinnung des verdunsteten Alkohols im Vakuum, entwässert. Die entwässerte Haut wird dann in eine im Handel erhältliche Schellacklösung gehängt, die 10 bis 30 Prozent Harz und 1 Prozent Teerfarbstoff enthalten kann. Die Haut imprägniert sich mit dieser Lösung vollständig. Nach Verdunstung des Lösungsmittels erhält man einen lederartigen Körper von großer Festigkeit und Steifigkeit, der im besonderen Wasser gegenüber fast unempfindlich ist.
Die Imprägnierung mit Kautschuk gelingt, indem man eine der üblichen Kautschüklösungen erheblich verdünnt und die entwässerte Haut in sie einhängt. Das so entstehende Produkt ist von außerordentlicher Weichheit. Es ist durchaus nicht zu verwechseln mit den Ledern, die zuerst auf irgendeine Weise ge-
gerbt und dann mit einer Kautschuklösung getränkt worden sind. Die nachträgliche Vulkanisierung des Kautschuks gelingt mit Schwefelchlorür. Ebenso wird bei der Anwendung von Teer ein weiches und biegsames Leder erzielt, welches jedoch längerer Zeit zum Trocknen bedarf. Selbstverständlich müssen bei diesen Imprägnierungen, um sie gewerblich verwert bar zu machen, die Lösungsmittel zurückgewonnen werden.
Das Verfahren ist offenbar der Ausdehnung auf eine sehr große Anzahl anderer Stoffe fähig, die sich in geeignete Lösungen bringen lassen und nach ihrer Ausscheidung aus der Lösung sich in homogener Weise in die Zwischenräume der Fasern einlagern. Zunächst können hierfür auch andere Harze als Schellack Verwendung finden. Cellulosederivate sind gleichfalls verwendbar. Ein besonderer Vorzug dieser Art der Hautimprägnierung ist, daß mit ihr auch unmittelbar beliebig durch und durch gefärbte Produkte hergestellt werden können. Bei Verwendung der üblichen farbigen Schellacklösungen nimmt das Produkt die der Lösung entsprechende Farbe durch und durch an, während der Zusatz von Farbstoffen zu gerbsäurehaltigen Lösungen bis jetzt auf ganz unüberwindliche Schwierigkeiten gestoßen zu sein scheint.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Leder und lederartigen Erzeugnissen durch Behandeln von Hautblößen mit wasserfreien Lösungen solcher Stoffe, die sich bei Verdunstung des Lösungsmittels homogen auf der Haut niederschlagen, dadurch gekennzeichnet, daß die Haut vor der Behandlung durch Auswaschen mit zweckmäßig immer stärker werdendem Alkohol entwässert und dann unmittelbar mit den wasserfreien Lösungen behandelt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß Harzlösungen, im besonderen Schellack, Kautschuk, Teer und Cellulosederivate allein oder in Mischung, gegebenenfalls unter Zusatz von Farbstoff, verwendet werden. ■
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