DE258993C - - Google Patents

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DE258993C
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asphalt
tanning
leather
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C9/00Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es ist bereits bekannt, daß Teer und teerartige Produkte zum Gerben von tierischen Häuten benutzt werden können. Die Art der Verwendung dieser Stoffe zu diesem Zweck hat aber bisher immer zur Folge gehabt, daß die verwendeten Stoffe sich nicht in derselben Weise in der Haut anhäufen konnten wie der vegetabilische Gerbstoff. So wurden z. B. die kondensierten Produkte der trockenen Destillation des Holzes mit einer Kochsalzlösung
»vermischt und die Flüssigkeit, welche Holzessig, Kreosot, ölige Produkte und Harze enthielt, zum Gerben der nassen vorbereiteten Haut benutzt. Es ist klar, daß bei diesem Verfahren der Prozentsatz fester Bestandteile von teerartiger Konsistenz in der Haut ein verhältnismäßig sehr geringer sein mußte. Nach einem anderen Verfahren wurden Felle und Häute mit Teer jeder Art unter Zusatz von Terpentinöl, Kienöl, Phenol oder dessen Homologen behandelt. Auch hier kann sich kaum ein Produkt ergeben, das die festen Bestandteile des Teers in größeren Mengen enthält; denn im Teer sind eine Menge mehr oder weniger flüssiger, hochsiedender aromatischer Kohlenwasserstoffe enthalten, welche die Weichheit des Teers bedingen und bei der Gerbung auch im Leder bleiben und dort dieselbe Wirkung haben. Im Gegensatz hierzu ist man von der Idee ausgegangen, daß möglichst nur die festen Bestandteile des Teers, also Pech und harzartige bzw. bituminöse Körper zur Gerbung und in erheblicher Menge zum Füllen verwendet werden müßten. Da dies nur auf dem Wege über eine Lösung möglich war und vor allem darauf geachtet werden mußte, daß das Lösungsmittel möglichst leicht und vollkommen wieder aus dem Leder verdunsten konnte, wurden niedrigsiedende Lösungsmittel, wie Benzol, Toluol, und hochstens Terpentinöl gewählt. Ferner wurde zum Ausgangspunkt für die Gerbung mit diesen Stoffen nicht die nasse vorbereitete Blöße, sondern wie beim Hauptpatent 258992 die entwässerte trockene Blöße, verwendet. Auf diesem Wege war es möglich, ein Leder herzustellen, das wie das lohgare Leder mit Gerbstoff, angefüllt war, dabei aber den Vorzug besaß, daß der Gerbstoff vollständig gebunden im bisherigen Sinne war, d. h. er war gegen Wasser absolut unempfindlich.
Es wurde nun im Laufe der Versuche gefunden, daß Asphalt ein vorzügliches Gerbmittel ist, wenn er in der eben angegebenen Weise in die Haut eingeführt wird, und zwar haben sich dabei sowohl die natürlichen wie die künstlichen'Asphaltarten gleich gut bewährt. Man behandelt zu diesem Zweck die Haut mit einer Lösung von beispielsweise 33 Prozent Asphalt in Benzol oder Toluol durch Einlegen
der getrockneten Haut in diese. Es ergibt sich dabei ein Erzeugnis, welches 30 bis 33 Prozent seines Gewichtes an Asphalt enthält und hervorragende Eigenschaften gegenüber den auf gewöhnlichem Wege entstandenen Ledern zeigt. Zunächst ist es von einer außerordentlichen Wasserfestigkeit. Selbst durch die Einwirkung von kochendem Wasser während einiger Zeit tritt keine merkbare Veränderung ein, eine Probe, die außer Chromleder sonst kein anderes Leder besteht. Das Leder ist außerdem von einer Festigkeit, die auch die aller bekannten Leder bei weitem übertrifft.
Ein wichtiger Vorzug ist auch, daß man aus der entwässerten Haut Gebrauchsgegenstände herstellen und diese nachträglich mit Asphalt gerben kann. Das bietet mannigfaltige Vorteile, nicht nur die leichtere Bearbeitungsmöglichkeit der rohen Haut, sondern auch die größere Wasserdichtigkeit an den Nähten. Dieses Verfahren wird sich zur Herstellung von Lederüberschuhen eignen.
Es ist schon einmal versucht worden, Haut vor der Gerbung zu formen und dann erst den Gerbprozeß folgen zu lassen. Die vorliegende Arbeitsweise zeigt dagegen den Vorzug, daß die entwässerte, getrocknete Haut sich wie fertiges Leder verarbeiten läßt, während dies bekanntlich mit der nassen Blöße unmöglich ist. Das neue Erzeugnis ist auch als elektrischer Isolator verwendbar. Da Asphalt weit billiger ist als die üblichen Gerbstoffe, so tritt zu den Vorteilen des Erzeugnisses noch eine Verbilligung der Herstellung hinzu.
Es ist ersichtlich, daß statt Benzol auch andere Lösungsmittel für Asphalt, wie z. B. Terpentinöl und Toluol, zur Anwendung gelangen könnten, und daß die Lösungsmittel aus dem Erzeugnis wiederzugewinnen sind.
Es ist auch möglich, statt des Asphalts allein Mischungen mit· anderen Körpern, so zum Beispiel Gemische von natürlichem oder künstlichem Asphalt oder Gemische von Asphalt mit Kautschuk oder Guttapercha, zum Gerben zu verwenden. Man erzielt durch diese Zusätze je nach Art und Menge derselben größere oder geringere Weichheit des fertigen Leders.
Es sei noch bemerkt, daß unter Asphalt hier alles zu verstehen ist, was im, Gewerbe unter diesem Namen bekannt ist, also natürlicher Asphalt und künstlicher Asphalt (Petrolgoudron u. dgl).
Bekannt ist es schon, Mischungen von Kautschuk und Asphalt in fertiges Leder nachträglich zu imprägnieren. Die auf diese Weise hergestellten Leder sind jedoch in gar keiner Weise mit dem Erzeugnis des neuen Verfahrens zu vergleichen, da dort die eigentliche Gerbung eben durch irgendwelche bekannten Gerbstoffe schon erreicht ist und nur nachträglich in die Poren des fertigen Leders eine Lösung von Asphalt und Kautschuk eingeführt wird, die rein mechanisch in diesen Poren lagert.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ausführungsform des Verfahrens nach Patent 258992, dadurch gekennzeichnet, daß zum Gerben der wasserfreien Haut eine Asphaltlösung Verwendung findet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dahin abgeändert, daß Gegenstände aus der entwässerten Hautblöße hergestellt und dann mit der Asphaltlösung behandelt werden.
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