DE71759C - Verfahren zum Schnellgerben - Google Patents
Verfahren zum SchnellgerbenInfo
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- DE71759C DE71759C DENDAT71759D DE71759DA DE71759C DE 71759 C DE71759 C DE 71759C DE NDAT71759 D DENDAT71759 D DE NDAT71759D DE 71759D A DE71759D A DE 71759DA DE 71759 C DE71759 C DE 71759C
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- Germany
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- tanning
- broth
- calcium chloride
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- rapid
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C3/00—Tanning; Compositions for tanning
- C14C3/02—Chemical tanning
- C14C3/08—Chemical tanning by organic agents
- C14C3/10—Vegetable tanning
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 28: Gerberei.
Bei den bisher bekannten verschiedenen Verfahren, den sehr langwierigen Gerbeprocefs zu
beschleunigen, hat man sich bisher stets damit begnügt, statt Eichenlohe ein kräftiger wirkendes
Mittel zur Gerbbrühe zu verwenden. Am allermeisten ist wohl heute das Quebracho im
Gebrauch, wobei man jedoch immer noch eine langsame Vorgerbung mit allmälig stärkeren
Brühen vornehmen mufs, während eine schnelle Schlulsgerbung mit sehr starker Brühe erfolgt.
Gerbt man von vornherein mif zu kräftiger Brühe, so wird zwar die Oberfläche des
Leders sehr schön und schnell gegerbt, nach innen jedoch bleibt die Haut verhältnifsmäfsig
roh, da der Gerbstoff nicht so schnell nach innen vordringen kann, und später, da sich
infolge der schnellen starken Gerbung der äufseren Hautschichten hier die Poren schliefsen,
ganz daran verhindert ist; so erzieltes Leder erweist sich im Gebrauch stets als schlecht.
Durch das neue Verfahren wird gerade dieser Uebelstand vermieden, so dafs ein sofortiger
Gebrauch von starker Gerbbrühe möglich ist, ohne dafs sich die äufseren Hautporen
schliefsen und dem Gerbstoff das Eindringen nach innen verwehren.
Das Verfahren besteht in der Anwendung einer Lösung von Chlorcalcium entweder abwechselnd
mit der Gerbbrühe, welche wie gewöhnlich nur von vornherein thunlichst concentrirt
hergestellt ist, oder am besten direct in Mischung mit ihr.
Man legt die gut vorbereiteten Felle (Blöfsen) entweder in ein Bad, welches aus so viel Liter
Wasser als Gramm Chlorcalcium besteht (auf 100 1 Wasser 100 g Chlorcalcium), läfst sie
darin je nach ihrer Stärke 6 bis 24 Stunden liegen und gerbt sie dann direct mit starken
Gerbbrühen.
Oder man mischt auf je 10 1 starke Gerbbrühe
eine Lösung von 10 g Chlorcalcium in der ι ο fachen Menge Wasser zu und gerbt mit
der so zubereiteten Brühe.
Die Gerbbrühe stellt man dabei aus Wasser, Eichenholz und Extract-Eichenlohe her. Das
Chlorcalcium bewirkt ein Oeffnen der Hautporen, so dafs dem Gerbstoff alle Wege und
Oeffnungen ins Innere der Haut freistehen und er sich ungehindert so lange darin ablagern
kann, bis alle Poren mit Gerbstoff ausgefüllt sind. Alsdann schliefsen sich zuletzt auch die
äufseren Poren der Haut, ohne dafs irgend ein nachtheiliger Einflufs des angewendeten
Salzes sich bemerkbar machte.
Die Wirkung des Verfahrens erfolgt noch schneller und besser, wenn man entweder zur
Chlorcalciumlösung oder zu der mit Chlorcalcium versetzten Gerbbrühe eine Lösung von
schwefelsaurer Magnesia (Bittersalz) hinzufügt oder letzteres Salz in einem besonderen Badeauf
die Häute einwirken läfst. Es ergänzen sich dann die Wirkungen der beiden Salze
dahin, dafs ersteres die Hautporen öffnet, letzteres die Haut anschwellen läfst und weich
macht, so dafs der Gerbstoff leichter eindringen kann.
Das auf solche Weise erhaltene Leder zeigt ein hohes specifisches Gewicht und eine helle
frische Farbe, Vortheile, die jeder Lederkenner zu schätzen weifs, welche sich aber bisher
schwer vereint fanden, denn sonst ist das erstere nur durch langsame Gerbung, die letztere nur
durch rasches Gerben zu erzielen.
Durch das neue Verfahren wird eine sehr schnelle und doch vollständige Gerbung erzielt,
wobei der Verbrauch an Gerbmaterialien derselbe bleibt wie bei den bisherigen Verfahren,
während eine bedeutende Ersparnifs an Zeit und Arbeitslöhnen eintritt, da das
Leder in kürzester Zeit ebensoviel Gerbstoff aufnimmt, als nach der ganzen langen Dauer
des alten Verfahrens, und zugleich das Herstellen und Verwenden abgestufter, allmälig
immer kräftiger werdender Gerbbrühen in Wegfall kommt.
Beispielsweise wird nach dem neuen Verfahren in 4 Wochen eine Qualität des Leders
erreicht, welche nach dem bisherigen Verfahren eine Gerbung von mindestens einjähriger Dauer
erforderlich machen würde.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Schnellgerben, gekennzeichnet durch.die Anwendung einer Lösung von Chlorcalcium, welche entweder abwechselnd mit der gewöhnlichen, aus Wasser, Eichenholz und Extract-Eichenlohe hergestellten Gerbbrühe oder in directer Mischung mit letzterer zur Einwirkung auf die zu gerbenden Häute gebracht wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE71759C true DE71759C (de) |
Family
ID=345036
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT71759D Expired - Lifetime DE71759C (de) | Verfahren zum Schnellgerben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE71759C (de) |
-
0
- DE DENDAT71759D patent/DE71759C/de not_active Expired - Lifetime
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