DE20693C - Neuerungen an Waagen - Google Patents
Neuerungen an WaagenInfo
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- DE20693C DE20693C DENDAT20693D DE20693DA DE20693C DE 20693 C DE20693 C DE 20693C DE NDAT20693 D DENDAT20693 D DE NDAT20693D DE 20693D A DE20693D A DE 20693DA DE 20693 C DE20693 C DE 20693C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
JULIUS POST in HAMBURG. Neuerungen an Waagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Juli 1882 ab.
Vorliegende Erfindung bezieht sich im besonderen auf Waagen, bei welchen eine Scala
zur Verwendung kommt, um das Gewicht oder Bruchtheile desselben anzuzeigen, und welche
entweder mit Substitutionswaage oder ohne abnehmbare Gewichte arbeiten. Bemerkt sei, dafs
einige Neuerungen an anderen Waagen zur Anwendung kommen können.
In Fig. ι bis 7 ist eine solche Waage dargestellt, bei welcher die Gewichte durch Hand
entfernt werden können, während in Fig. 8 und 9 sowie in Fig. 14 bis 17 Waagen dargestellt
sind, bei denen die Gewichte lediglich durch Fingerwalzen eine zeitweise Unterstützung
erhalten. Zur deutlichen Darstellung ist in den Fig 8 bis 17 in der Hauptsache nur die
Mechanik der Unterstützungsarme gezeichnet, während der Mechanismus der eigentlichen Waage
am besten in Fig. 1 bis 7 ersichtlich ist.
' Bei den Waagen nach vorliegender Erfindung ist eine bereits als Zusatz-Patent No. 16769 zu No. 6093 patentirte gerade Scala angewendet, Fig. ι und 3, welche indessen auch durch eine runde Scala ersetzt werden kann, wie denn auch die Theilung derselben nachträglich, gemäfs den zufälligen Gewichtsangaben des Zeigers, angegeben werden kann, mit Ausschlufs des Justirens des Balkens durch Stellregulirgewichte.
' Bei den Waagen nach vorliegender Erfindung ist eine bereits als Zusatz-Patent No. 16769 zu No. 6093 patentirte gerade Scala angewendet, Fig. ι und 3, welche indessen auch durch eine runde Scala ersetzt werden kann, wie denn auch die Theilung derselben nachträglich, gemäfs den zufälligen Gewichtsangaben des Zeigers, angegeben werden kann, mit Ausschlufs des Justirens des Balkens durch Stellregulirgewichte.
Wo es sich um die Verwendung eines genau gleichmäfsigen und gleichförmigen Scalamafsstabes
C, Fig. 1 und 3, handelt, der aber nicht, wie in der Zeichnung angenommen, vertical zu
stehen braucht, sondern irgend eine Lage unter, über oder seitwärts vom Drehpunkt E des
Waagebalkens, Fig. 1, haben kann, da nicht gerade der Balken selbst, wie bei Fig. 1 angenommen,
als Zeiger benutzt zu werden braucht, im Gegentheil ein besonderer Zeiger
in beliebiger Richtung angebracht werden kann, ist der Balken mit seiner Führung und den
Gewichten, die in diesem Fall aus 1 Pfund, 8, 4, 2 und ι Unze englischen Gewichtes bestehen,
auf der geraden Scala durch regulirbare Gewichte justirt, die auf passende Weise angeordnet
sind.
Unter den vielen, hier möglichen Arten der Befestigung ist die gewählt, dafs ein Gewicht H,
Fig. i, auf dem Balken sich horizontalv verschieben
läfst, um den Balken ins Gleichgewicht zu bringen.
Im dargestellten Fall würde die Horizontalstellung der Achsen E und F, Fig. 1, bei senkrechter
Stellung der Scala eine Zeigerstellung auf 8 ergeben, und sind deshalb 8 Drachmen
auf die Plattform zu legen und in dieser Stellung mit einzutariren. Das andere in verticaler
Richtung auf dem Balken verschiebbare Gewicht /, Fig. i, regulirt die Entfernung, um
welche der Balken unter dem Einflufs der auf der Plattform liegenden Gegenstände oder Gewichte
ausschlägt.
Im vorliegenden Fall würde also bei Wegnahme obiger 8 Drachmen der Zeiger auf ο
stehen oder nach Aufsetzen von 16 Drachmen auf 16.
Die verstellbaren Gewichte sind gewöhnlich von Plattenfprm, welche an den Balken durch
Schrauben befestigt werden.
Die Stellung der Platten kann durch Stempel KL, Fig. i, deren einer Theil auf den
Waagebalken und deren anderer Theil auf die Platte zu setzen ist, fixirt werden.
Wie bei D, Fig. i, ersichtlich, läuft das Ende
des Zeigers (oder hier des Balkens) nicht in eine Spitze, sondern in eine Linie aus, und
steht die Scalenebene im Winkel zu derjenigen Ebene, in der das Zeigerende schwingt, so dafs
a'so, da diese Linie an der Scala im Bogen vorbeischwingt, auch die dem Mittelpunkt der
Scala entlegensten Theile derselben durch die Zeigerlinie erreicht werden.
Diese Waage hat einen vereinfachten Mechanismus zur Parallelführung des Gehänges, darin
bestehend, dafs Wägeobject und Gewichte nur die eine Seite immer unter constantem Druck
belasten, da für das Wägeobject entsprechende Gewichte abgenommen werden. Es genügt
deshalb die .einfache Verbindung des unteren Theiles des Gehänges mit dem feststehenden
Lagerbett durch ein in Schneiden und Achsen gehendes Gelenk, wie solches durch α in Fig. ι
und 7 dargestellt ist. Zur leichteren Richtigstellung der Entfernung der Drehpunkte b und c,
die genau der Entfernung E F der Achsenschneiden gleich sein mufs, ist dasselbe aus
zwei Theilen ' hergestellt, welche durch die Schrauben p und q zusammengehalten und
durch Schraube r verstellt werden können.
Das Ende dieses Verbindungsgelenkes, das sich um die zum Zweck der Verhütung des
Herausfallens des Gelenkes nur auf einer Seite angeschliffenen Schneide des Hauptgestells dreht,
ist zweitheilig und dadurch eine breite Lagerung erzielt, Fig. 7.
Da dieser Theil durch Platten /seitlich begrenzt ist, so können an dem Drehungspunkt c
die seitlichen Begrenzungen fehlen.
In ähnlicher Weise ist auch das Gehänge selbst wegen der wünschenswerten Veränderlichkeit
der Länge c F aus zwei Theilen hergestellt, welche durch die Schrauben k und i -zusammengezogen
werden können, damit die Entfernung cF genau gleich der Entfernung bE
wird.
Der sich um die Mittelachse Q drehende Arretirungshebel O, Fig. 4, der sich mit dem
Winkel R durch dessen Führungsleisten S, Fig. i, 3 und 4, an dem Bogen T führt und
mittelst des federnden, in entsprechende, in erwähnten Bogen oben und unten angebrachte
Löcher eingreifenden Bolzens U oder sonstwie in seiner untersten und obersten Lage festgestellt
werden kann, hat den Zweck, den Waagebalken nach Belieben in seiner unteren Lage festzuhalten oder demselben freies Spiel
zum Schwingen zu lassen. Derselbe trägt in Fig. ι die gestreckte Feder V, deren Stellschraube
W sich auf den Theil X des Waagebalkens stellt, so dafs. sich dieser gegen die
Feder V drücken kann, wenn sich der Arretirungsarm in seiner untersten Lage befindet.
Statt der gestreckten Feder kann auch die in Fig. 5 und 6 ersichtliche Spiralfeder dienen.
Es ist so eine Federwaage zu Hülfe genommen, welche den Gegenstand auf einer
Nebenscala Y vorher approximativ wiegt, ehe noch die Gewichte abgenommen sind und ehe
der Balken vollständig frei geworden ist, damit gleich mit einem Mal die richtigen Gewichte
abgenommen werden können.
Die Anbringung dieser Federwaage ist im übrigen beliebig; dieselbe kann wie am Arretirungsarm
so auch an irgend einem anderen feststehenden Theile befestigt werden, nur mufs dafür gesorgt sein, dafs sie bei Ermittelung des
genauen Gewichtes mit dem Waagebalken aufser Verbindung gebracht werden kann. Man kann
den Balken direct oder indirect gegen die Feder drücken lassen, der Balken kann hier direct als
Zeiger dienen und die Scala festsitzen, wie in Fig. 2 dargestellt, oder die Scala kann am
Zeiger befestigt sein und selbst an einem feststehenden Punkt vorbeischwingen; sie kann ein
Segment bilden, Fig. 1, oder vollständig rund sein, in welchem Fall dann der Balken einen
Zeiger zu drehen hätte, oder der Balken kann auch die runde Scala drehen, wie in Fig! 8
bis 15 ersichtlich ist. Es können die Beobachtungen an einem feststehenden Punkt oder
einer Beobachtungsöffnung geschehen.
Das Resultat der approximativen Wägung kann entweder abgelesen und die entsprechenden
Gewichte mit der Hand entfernt oder auf die unten beschriebenen Hebel P zur Unterstützung
N der Gewichte, wie in Fig. 1 und 2 gezeigt, oder auch sonstwie, wie beispielsweise
in Fig. 8 bis 15, direct auf diese Unterstützungen
übertragen werden. Erfinder behält sich hier auch andere Mechanismen zur Uebertragung
des Resultates der Federwaage auf die Gewichte sowie andere Lage und Form der Gewichte,
wie beispielsweise von Platten, vor.
Statt eine Federwaage zum Zweck dieser approximativen Wägung zu verwenden, kann
man hierzu natürlich auch einen in der Art der Neigungswaage wirkenden Hebel verwenden.
Die Gewichte, Fig. 1 und 4, sind auf einem mit dem Gehänge fest verbundenen Rahmen M
in Reih' und Glied und durch Zwischenwände getrennt aufgestellt, welch letztere verhindern,
dafs ein gröfseres als für den Platz bestimmtes auf diesen gestellt werden kann, während zwischen den Trennungswänden befindliche Löcher
verhindern, dafs ein kleines Gewicht an die Stelle eines grofsen gestellt werden kann, da
jenes durch das Loch fallen würde. Es kann sonach kein Gewicht auf einen anderen als für'
dasselbe bestimmten Platz gestellt werden.
Jeder Platz trägt auf seiner Rückwand die Gewichtszahl, welche, wenn das Gewicht aufgesetzt
ist, durch dasselbe verdeckt wird, während bei Abnahme desselben die Zahl abgelesen
werden kann. Die Gesammtzahl der auf der Rückwand sichtbar gewordenen Zahlen entspricht
also dem Gewicht des auf die Plattform gelegten Gegenstandes, zuzüglich des vom Zeiger
angezeigten Gewichtes.
Statt dieser Einrichtung kann man auch die vorhin beiläufig erwähnten Unterstützungshebel
für die Gewichte verwenden, welche Hebel ungewöhnlich aufser Berührung mit den Gewichten
oder dem Gehänge sich befinden, dieselben aber auch auf irgend eine andere Weise unterstützen.
Eine solche Unterstützung von unten ist in den Fig. i, 2 und 4 dargestellt, während in
Fig. 8 bis 15 eine Unterstützung von oben bezw. Aufhängung gezeichnet ist.
Befindet sich der Balken durch den Arretirungsarm in der untersten Stellung, so haben
die Endachsen und somit auch die Gewichte die höchste Lage, und können in dieser Lage
die Unterstützungen N durch Druck auf die Hebel P, Fig. 1 und 2, aufgerichtet werden,
wodurch sich dann beim Heruntergehen des Gehänges das betreifende Gewicht auf den
Hebel stellt, sich also vom Gehänge entfernt. Die Hebel können mit den betreffenden Gewichtszahlen,
wie in Fig. 4, versehen sein.
Zur Beschreibung der in Fig. 8 bis 13 dargestellten Waage übergehend, sei bemerkt, dafs
diese Construction, bei welcher Pfund und Unzen durch das Zifferblatt und Drachmen durch den
Zeiger angegeben werden, für den öffentlichen Verkehr von geringerer praktischer Bedeutung
ist, da Bruchtheile von Drachmen im Handel selten verlangt werden, weshalb es für gewöhnlich
genügen wird, nur die Pfunde durch Zifferblatt und die Unzen, welche immer noch in
vier Theile getheilt sein können, wie dies in den Fig. 14 und 15 dargestellt ist, anzugeben.
Da sich die einfachere Construction dieser Waage aus der in Fig. 8 bis 13 dargestellten
doppelten Construction mit ergiebt, wird auch nicht letztere beschrieben.
Fig. 8 ist der Grundrifs, Fig. 9 der Schnitt, Fig. ι ο eine Ansicht der Waage, während Fig. 11
die Theilung der Zahlenwalze, Fig. 12 die
Seitenansicht und Fig. 13 den ausgebreiteten Mantel derselben darstellt.
Die Gewichte dieser Waage sind hier aufgehängt, Fig. 9 und 10; um sie aufser Verbindung
mit dem Rahmen α zu bringen, können die über denselben aufgehängten Unterstützungsarme
b untergeschoben werden, so dafs beim Heruntergehen des Rahmens die Gewichte durch
b getragen werden. Für jedes Gewicht dient ein solcher Arm. Die Arme b werden durch
Federn c zurückgedrängt, und kann mittelst einer leicht zu bewerkstelligenden Verlängerung
des Armes, wie dies durch die punktirten Linien bei d dargestellt ist, eine Verbindung des Armes
mit der Aufsenseite der Waage zum Zweck der Bewegung der Arme von aufsen hergestellt
werden.
Nach Fig. 9 geschieht aber die Bewegung durch künstliche Finger e, welche um eine
Walze so angeordnet sind, dafs sie sich je nach der Drehung der AValze gegen bestimmte
Hängearme legen, wodurch bei der seitlichen Bewegung der Walze die Arme b unter die
Gewichte geschoben werden. Die seitliche Bewegung wird durch Feder / und Drehung des
Excenters g bewirkt, an welchen sich die Rolle h und mit ihr das ganze Gestell i anlehnt.
Um die an der einen Seite mit Scheibe und Zifferblatt bezw. Gewichtszahlen versehene
Fingerwalze in die mit dem auf die Plattform der Waage gelegten Gewichte bezw. den Gegenständen
correspondirende Stellung zu bringen, wird die Walze durch eine Zahnstange gedreht,
welche eine Art Federwaage bildet. Die Feder k wird durch den unter die Rolle / fassenden
Waagebalken aus einander gezogen, worauf dann die ebenfalls durch das Excenter g bewegte
Sperrklinke M einfällt und sich die Rolle / bei der seitlichen Bewegung des ganzen Gestells
i vom Waagebalken entfernt, der inzwischen schon durch den Hebelarm η auf
seine tiefste Stellung heruntergedrückt ist.
Die diese Bewegungen hervorbringenden Excenter sitzen auf der Welle ο, welche durch
den Arretirungshebel geht. Wird letzterer gehoben, so hebt sich auch die Welle, was indessen
nur dann geschehen kann, wenn sie so gedreht ist, dafs die in der runden Scheibe q
befindlichen Einschnitte /, Fig. 8 und 10, sich in der durch Fig. 10 gekennzeichneten Lage
befinden, so dafs die Rippe r die Scheibe beim Aufheben durchschneidet.
Diese Rippe r hat ihrerseits wieder zwei Einschnitte /, welche gestatten, dafs die Scheibe
in der in Fig. 10 gezeichneten Lage sich drehen kann. Die Welle ο kann man also durch diese
Einrichtung nur bei deren tiefster Lage, nicht aber bei gehobener Lage des Arretirungshebels
drehen, der durch das Gewicht s oder durch ein auf irgend eine Weise angebrachtes Gegengewicht
oder Feder gehoben wird, sobald der durch die Scheibe q an der Rippe r gebildete
Verschlufs geöffnet ist.
Bei der Wägung verfährt man wie folgt:
Man legt den Gegenstand auf die Plattform t, wodurch der Waagebalken gehoben
wird, was ein Anziehen der Federn k1 und k2
zur Folge hat, wodurch sich beide Fingerwalzen drehen.
Darauf dreht man die Welle 0 um eine halbe Drehung nach rechts, entweder direct
oder durch ein an demselben aus dem Grunde angebrachtes Vorgelege, Fig. 8, damit die Bewegung
ruhiger erfolgt. Der Anfang und das Ende dieser halben Drehung können durch einspringende Federn bestimmt werden, worauf
sich dann der Arretirungshebel hebt. Aus dieser Drehung resultiren folgende Bewegungen:
1. Es ist die Sperrklinke der fingerwalze für die grofsen Gewichte auf der rechten Seite,
Fig. 9, eingefallen.
2. Der Arm τζ, hat sich auf den rechten
Arm des Balkens gestützt und diesen bis auf seine tiefste Lage heruntergedrückt, in welcher
er auf die Zeit, in welcher die an W1 sitzende
Rolle die Stelle des Balkens U1 passirt, verbleibt.
3. Während dieses kurzen Aufenthaltes hat sich die Seitenbewegung der Fingerwalze rechts
vollzogen, und haben sich die betreffenden Unterstützungsarme unter die Gewichte gestellt.
4. Während die Rolle Ti1 den Balken an
der schrägen Fläche u2 wieder nach oben gehen läfst, haben sich die dem Wägegegenstand entsprechenden
ganzen Pfunde von der Waage entfernt, und es wirkt nun nur noch der Rest des Gewichtes gegen die bisher noch mit dem
Waagebalken vollständig in Verbindung gebliebene Feder k2.
5. Hierauf fällt die Sperrklinke in die linke Fingerwalze ein, und folgen nun dieselben Bewegungen
wie vorher, nämlich:
6. Herunterdrücken des Balkens durch Rolle H2
auf der linken Seite des Balkenarmes;
7. Seitwärtsschieben der Fingerwalze II, bei welcher Gelegenheit auch die betreffenden
kleinen Gewichte unterstützt werden.
Hiermit hört die drehende Bewegung auf, und der Hebel «2 runt bei V2 noch auf dem
Balken, während sich der gesammte Arretirungshebel hebt. Dieses Heben geschieht nicht
rascher, als der Waagebalken selbst sich hebt; während letzterer an seinem Ausgleichungspunkt
stehen bleibt, geht der Arretirungshebel stets in seine höchste Lage.
Man liest also die Pfunde und Unzen an der Aufsenseite der Waagenumkleidung ab, an
welcher die betreffenden Zahlen entweder in kleinen Fenstern erscheinen oder durch Zeiger
auf einem Zifferblatt angegeben werden können, während die Drachmen der Zeiger angiebt.
Nach beendeter Wägung drückt man den Arretirungsarm herunter und vollendet in derselben
Richtung den letzten Theil der Drehung, um dann den gewogenen Gegenstand abheben
zu können.
Hierbei vollziehen sich noch folgende Bewegungen :
8. die Rückwärtsbewegung der Fingerwalze II,
9. die Hebung des Balkens durch Vorwärtsbewegung von «2 auf der schrägen Fläche U2,
10. das Ausrücken der Sperrklinke II,
11. das Niederdrücken des Balkens durch «3
(rechts),
12. die Rückbewegung der Fingerwalze I
. (rechts),
13. die Hebung des Balkens, und
14. das Ausrücken der Sperrklinke I (rechts), so dafs die Waage wieder für neue Wägung
bereit ist.
Die einfacher construirte Waage für nur grofse Gewichte ist in Fig. 1 im Grundrifs und in
Fig. 2 in Seitenansicht dargestellt.
Während bei der vorhin beschriebenen Doppelconstruction die Welle 0 ruhig gedreht werden
mufs, kann sie hier beliebig rasch gedreht werden. Die Walze e hat keine Finger, sondern
einen Rand, welcher an gewissen Stellen ausgeschnitten ist. Dieser Rand zieht den
Hängearm b vor, während bei der vorher beschriebenen Construction die Bewegung eine
schiebende ist. Dieses Ziehen hat den Vortheil, dafs die Zahlen auf der Stirnseite der Waage
bei x, nicht auf der Kopfseite sichtbar werden.
Das Excenter ^1 bewirkt die Seitwärtsschiebung
des Rahmens mit der Walze, das Excenter g2 dagegen das Ein- und Ausrücken der
Sperrklinke m, welche durch die theilweise sichtbare Feder y angezogen wird.
Man giebt der Welle ο eine rasche halbe Drehung, worauf der Zeiger ruhig an seinem
Ausgleichspunkt ankommt, und liest dann bei χ die Zahl der Pfunde, an der Scala die Unzen
und Vierteltheile derselben ab.
Durch die Halbdrehung sind Bewegungen erzeugt worden:
ι. Die ' Sperrklinke setzt sich ein und verhindert
den Rückgang der durch den Balken angezogenen Feder und bewirkt, dafs sich die Zahl vor der Oeffnung χ genau in die Mitte
stellt.
2. Das Excenter ^1 läfst nach, so dafs die
Feder ζ die Walze e und somit auch die betreffenden Hängearme b seitwärts ziehen kann,
während vorher schon die Rolle η den Balken heruntergedrückt hat, so dafs sich die Gewichte
in ihrer höchsten Lage befinden, wenn sich die Hängearme unter dieselben legen.
Nach dem Wiederherunterdrücken der Arretirung finden bei fortgesetzter Halbdrehung der
Welle ο (wobei diese in a a O in beschriebener
Weise den Arretirungsarm in seiner untersten Lage festhält) im Innern der Waage folgende
Bewegungen statt:
3. Die Rolle η hält den Balken noch in der tiefsten Lage, bis sich die Rückbewegung
von e und b vollzogen hat.
4. Die Rolle η verläfst den Balken, und steigt dieser bis unter die Rolle /, Fig. 8,
worauf
5. Sperrklinke m wieder ausgerückt wird.
Dieses System kann auch als Decimal- und
Dieses System kann auch als Decimal- und
Centesimalwaage verwendet werden, indem die Gewichte an einem entsprechend längeren Hebel
wirken, wie z. B. die schematische Andeutung in Fig. 16 und 17 zeigt, bei welchen an derjenigen
Seite des Balkens, an welcher die Gewichte hängen, die Last nahe an die Mittel-
achse zieht oder drückt, während ein Theil der Gewichte ebenfalls an dieser Achse und
ein anderer Theil mit entsprechend vergröfserter Last an der Endachse wirkt.
Man kann hierbei, wie aus Fig. 16 ersichtlich,
auch zwei Plattformen verwenden, wodurch die Waage gleichzeitig gewöhnliche Waage und
Decimalwaage ist. Die feststehenden Drehpunkte sind in vollen Kreisen angegeben.
Claims (3)
1. Der vereinfachte Mechanismus zum Zweck der Parallelführung des Gehänges, charakterisirt
durch die Schneiden b und c und das Gelenk α sowie durch die einseitige
Belastung der Plattform und des Gehänges der Waage.
2. Zum Zweck der leichten Justirung und Einstellung der Achsenschneiden E und F die
Anordnung des Gehänges aus zwei Theilen, welche durch die Schrauben / und m justirt
werden können.
3. Die Anbringung des Verbindungsgelenkes a zwischen dem Gehänge η und dem Hauptrahmen
der Waage, welches, aus zwei Theilen bestehend, durch die Schrauben /
und q zusammengehalten und durch die Schraube r zur Einstellung der Drehpunkte b
und c regulirt wird.
Zum Zweck der beliebigen Arretirung des Balkens die Anordnung eines um die Mittelachse
drehbaren ein- oder zweiarmigen Arretirungshebels O in Combination mit den
Theilen RSUVW.
Die Anordnung der Gewichte auf dem Rahmen, wie in Fig. 1, 2, 4, 9 und 10 dargestellt.
Zum Zweck der Unterstützung der Gewichte auf dem Rahmen ohne Zuhülfenahme der
Hand die Anordnung der Platten N nebst Hebel P, wie in Fig. 1 bis 7, oder die in
Fig. 8 bis 13 dargestellte Anordnung der Arme b, welche durch die Fingerwalzen I
und II bewegt werden.
In Combination mit der Hauptwaage die in Fig. i, 4, 5 und 6 dargestellte Anordnung einer Nebenwaage zum Zweck der raschen, approximativen Wägung vor Ermittelung des genauen Gewichtes und die in Fig. 8, 9, 10, 14 und 15 angegebenen Modificationen zu dem gleichen Zweck.
Die mechanische Verbindung der Nebenwaage bezw. des Gewichtsresultates derselben mit den Gewichtsstücken der Waage, resultirend in selbsttätigem Auf- und Absetzen der letzteren und selbstthätiger Angabe der Hauptgewichtszahlen neben den Detailgewichten des Zeigers, wie beschrieben und im Speciellen dargestellt.
In Combination mit der Hauptwaage die in Fig. i, 4, 5 und 6 dargestellte Anordnung einer Nebenwaage zum Zweck der raschen, approximativen Wägung vor Ermittelung des genauen Gewichtes und die in Fig. 8, 9, 10, 14 und 15 angegebenen Modificationen zu dem gleichen Zweck.
Die mechanische Verbindung der Nebenwaage bezw. des Gewichtsresultates derselben mit den Gewichtsstücken der Waage, resultirend in selbsttätigem Auf- und Absetzen der letzteren und selbstthätiger Angabe der Hauptgewichtszahlen neben den Detailgewichten des Zeigers, wie beschrieben und im Speciellen dargestellt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20693C true DE20693C (de) |
Family
ID=297423
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT20693D Active DE20693C (de) | Neuerungen an Waagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20693C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE914559C (de) * | 1948-10-02 | 1954-12-13 | Schnellwaagen Zentrale Walter | Schnellwaage |
-
0
- DE DENDAT20693D patent/DE20693C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE914559C (de) * | 1948-10-02 | 1954-12-13 | Schnellwaagen Zentrale Walter | Schnellwaage |
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