DE1935567B2 - Verfahren zur herstellung von calciumkarbid bestimmter qualitaet - Google Patents
Verfahren zur herstellung von calciumkarbid bestimmter qualitaetInfo
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Description
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von niederlitrigem Calciumkarbid aus
höherlitrigem Calciumkarbid durch Eintragen von Erdalkalioxid in schmelzflüssiges höherlitriges Calciumkarbid.
Dabei versteht man unter »Litrigkeit« die Menge Acetylen, gemessen in Litern feuchtes Gas bei 15°C, die
bei Umsetzung des Calciumkarbides, nachfolgend kurz Karbid genannt, mit Wasser erhalten wird. Diese
Litrigkeit gilt im allgemeinen als Maß für die Qualität des Karbides.
Die elektrothermischen Reduktionsofen zur Herstellung
von Karbid werden normalerweise so ausgelegt und betrieben, daß darin höherlitriges Karbid erhalten
wird.
Soll zum Beispiel das Karbid zur Erzeugung von Acetylen für chemische Synthesen benutzt werden, wird
meist ein höherlitriges Karbid hergestellt, das ca. 2801 Acetylen/kg Karbid liefert, weil diese Qualität eine
sehr wirtschaftliche und sichere Fahrweise des Ofens ermöglicht.
Seit einigen Jahren werden nun für spezielle Anwendungsgebiete, z. B. zur Herstellung von Kalkstickstoff.
Karbide besonderer Qualitäten gefordert. Bei diesen Karbiden muß sehr oft die Gasausbeute auf einen genau
festgelegten niedrigen Wert, z. B. 240 1 Acetylen/kg Karbid, eingestellt werden.
Bisher wurden diese Karbidsorten so hergestellt, daß bei der Herstellung des Karbides im Elektroofen die
Zusammensetzung des Ofenmöllers entsprechend geändert wurde. Dieses Verfahren hat erhebliche Nachteile.
Da das niederlitrige Karbid einen niedrigeren Schmelzpunkt hat, ändert sich der Verlauf der Isothermen
im Ofen; dadurch verändern sich die Schmelzkessel um die Elektroden und das an den einzelnen
Elektroden des Ofens erzeugte Karbid läuft nicht mehr zusammen. Man kann deshalb bei den modernen
Großöfen diese Karbidqualität nur sehr kurze Zeit, etwa 2 bis 3 Tage lang, herstellen. Dann muß der Ofen
wieder für einige Zeit auf höherlitriges Karbid umgestellt werden, um größere Schäden zu vermeiden. Bei
diesem umständlichen Verfahren fallen bei jeder Umstellung viele Übergangschargen an, aus denen keine
verkaufsfähige Qualität hergestellt werden kann.
Es ist bereits versucht worden, zur Herstellung von Calciumkarbid mit niedrigem Erweichungs- beziehungsweise
Schmelzpunkt Calciumoxid in einer Karbidschmelze aufzulösen. Diese Versuche führten jedoch zu
keinem befriedigenden Erfolg, denn das Calciumoxid löste sich nur zu einem geringen Teil in der Schmelze;
der größte Teil des Kalkes fand sich ungelöst im Endprodukt.
Wenn man die bekannten Werte der Schmelzwärmen und der Enthalpien der am Verfahren beteiligten Stoffe
in Betracht zieht, so war die vollständige Auflösung des Calciumoxides im Karbid auch nicht zu erwarten. Auf
keinen Fall aber war anzunehmen, daß der Karbidblock nach der Zumischung noch homogen sein würde.
Aufgrund dessen hatte sich in Fachkreisen das Vorurteil gebildet, daß eine Magerung von schmelzflüssigem
Calciumkarbid mit Calciumoxid nicht erfolgversprechend sei und nicht zu homogenen Endprodukten
führen könne, was zur Folge hatte, daß niederlitriges Karbid bislang auf dem technisch und wirtschaftlich
aufwendigen Weg über die Veränderung der Möllerzusammensetzung des Karbidofens hergestellt wurde.
Die oben geschilderten Vorurteile konnten durch das erfindungsgemäße Verfahren widerlegt werden.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß man in einfacher Weise niederlitriges Karbid, insbesondere
solches, das eine Acetylenausbeute von 230 bis 260 l/kg Karbid ergibt, aus höherlitrigem Karbid herstellen kann,
indem man schmelzflüssigem Calciumkarbid, das eine Ausbeute an Acetylen von z. B. 280 bis 300 l/kg Karbid
liefert, Calciumoxid in einer Korngröße von 1 bis 8 mm zusetzt. Dabei setzt man das Calciumoxid in dem Maße
zu, in welchem die Acetylenausbeute des als Ausgangsprodukt verwendeten Karbids herabgesetzt werden soll.
ίο Je nach Verwendungszweck des Endproduktes lassen
sich so die Eigenschaften des Karbides in vielfacher Hinsicht durch Zusätze von Calciumoxid, insbesondere
in Form von gebranntem Kalk, variieren. Dem Calciumoxid können noch anorganische Verbindungen
wie Flußspat oder Aluminiumoxid von derselben Korngröße beigefügt sein.
Zweckmäßigerweise trägt man das zuzusetzende Calciumoxid während des Abstiches des schmelzflüssigen
Calciumkarbides in den Karbidstrahl ein.
Es ist zwar anzustreben, das Magerungsmittel gleichmäßig zum Karbidstrahl zuzugeben, aber diese Forderung
braucht nicht streng erfüllt zu werden. Auch wenn man das Magerungsmittel während der halben Füllzeit
des Tiegels zulaufen läßt, ist der Karbidblock noch homogen. Da das Karbid in Tiegel abgestochen wird,
deren Volumen bekannt und stets gleich ist, kann man durch eine zu berechnende Menge Zuschlag pro Tiegel
jede gewünschte Karbidqualität einstellen.
Das erfindungsgemäße Verfahren besitzt aber noch einen weiteren Vorteil: Bei der Herstellung von höherlitrigem
Karbid werden bei kürzeren Verweilzeiten, wegen des größeren Durchsatzes, infolge der hohen
Temperaturen im Ofen die Fremdoxide im Koks sehr viel stärker reduziert als bei der Herstellung von niederlitrigem
Karbid bei entsprechend geringeren Ofentemperaturen. Durch das beschriebene Mischverfahren
erhält man daher mit größerer Raum/Zeit-Ausbeute ein niederlitriges Karbid mit wenig Verunreinigungen,
was z. B. für dessen Einsatz bei der Herstellung von Kalkstickstoff äußerst wichtig ist.
Während des Abstichs einer Karbidschmelze aus einem Elektroofen in einen Tiegel werden zu 1,45 t
Karbid der Qualität 290 1 C2H2/kg insgesamt 250 kg
gebrannter Kalk der Körnung 1 bis 8 mm zudosiert.
Nach dem Abkühlen wird der Karbidblock gebrochen.
Die Untersuchung und Analyse ergibt, daß es sich um ein homogenes Karbid der Qualität 2451 C2H2/kg
handelt.
Über dem Abstich eines 55-MW-Karbidofens ist eine regelbare Dosierschnecke montiert. Die Schnecke
fördert aus einem Vorbunker Kalk in ein Rohr. Dieses Rohr lenkt den Kalk in den laufenden Karbidstrahl.
Die Schnecke wird so geeicht, daß die Menge des geförderten Kalkes pro Umdrehung bekannt ist. Nach
einer bestimmten Anzahl von Umdrehungen, die an einem Schalter eingestellt werden kann, wird die
Schnecke automatisch abgeschaltet. Damit ist die Menge des zuzudosierenden Kalkes genau einstellbar.
Die Zeit, in der diese Menge an dem Karbidstrahl zugegeben wird, kann durch Verstellen der Umdrehungsgeschwindigkeit
in der Zeiteinheit an einem weiteren Schalter vorgewählt werden.
Die verwendeten Tiegel haben ein Volumen von 80
Die verwendeten Tiegel haben ein Volumen von 80
bis 850 1 Das Füllen der Tiegel beginnt sofort, nachdem
die Tiegel vor das Abstichloch gefahren sind
a) In den Strahl von 1480 kg schmelzflussigem CaI-ciumkarbid
einer Literzahl von 285 1 Acetylen/kg Karbid werden innerhalb von 3 Minuten 220 kg
gebrannter Kalk einer Körnung von 1 bis 8 mm zudosiert, wahrend die Füllung des gesamten
Tiegels 6 Minuten betragt. Es wird ein homogener
Karbidblock von 1,7 t erhalten Die Literzahl des gemagerten Karbids betragt 245 l/kg
b) In den Strahl von 1400 kg schmelzflussigem CaI-ciumkarbid
einer Literzahl von 300 1 Acetylen/kg Karbid werden 6 Minuten lang 250 kg gebrannter
Kalk einer Körnung von 1 bis 8 mm zudosiert, wahrend die Gesamtfullzeit des Tiegels 7 Minuten
betragt Man erhalt einen homogenen Karbidblock von 1,7 t. Die Literzahl des gemagerten Karbids
beträgt 250 l/kg
Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von niederlitngem
Calciumkarbid aus hoherhtrigem Calciumkarbid
durch Eintragen von Erdalkahoxid in schmelzflussiges,
hoherlitnges Calciumkarbid, dadurch
gekennzeichnet, daß man bei Verwendung von Calciumoxid als Erdalkahoxid das Calciumoxid
in einer K orngroße von 1 bis 8 mm einsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als hoherlitnges Calciumkarbid
ein Calciumkarbid einsetzt, das eine Ausbeute an Acetylen von 280 bis 300 l/kg Karbid liefert
3 Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Calciumoxid noch Flußspat
oder Aluminiumoxid derselben Korngroße beigefugt sind.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß man Calciumoxid in dem Maße zusetzt, in welchem die Acetylenausbeute
des als Ausgangsprodukt verwendeten Karbids herabgesetzt werden soll.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Calciumoxid wahrend des Abstichs des schmelzflussigen Calciumkarbides
in den Karbidstrahl einträgt.
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|---|---|---|---|
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