DE17545C - Verfahren zum Klären und Konserviren von gegohrenen Getränken - Google Patents

Verfahren zum Klären und Konserviren von gegohrenen Getränken

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DE17545C
DE17545C DENDAT17545D DE17545DA DE17545C DE 17545 C DE17545 C DE 17545C DE NDAT17545 D DENDAT17545 D DE NDAT17545D DE 17545D A DE17545D A DE 17545DA DE 17545 C DE17545 C DE 17545C
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DENDAT17545D
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A. BOAKE und F G. ROBERTS in London
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    • C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12H—PASTEURISATION, STERILISATION, PRESERVATION, PURIFICATION, CLARIFICATION OR AGEING OF ALCOHOLIC BEVERAGES; METHODS FOR ALTERING THE ALCOHOL CONTENT OF FERMENTED SOLUTIONS OR ALCOHOLIC BEVERAGES
    • C12H1/00—Pasteurisation, sterilisation, preservation, purification, clarification, or ageing of alcoholic beverages

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Diese Erfindung, welche sich auf ein Verfahren zum Klären und Conserviren von Wein, Liqueuren und anderen gegohrenen Getränken bezieht, besteht in einem Verfahren, bei welchem die unten beschriebenen Ingredienzien oder Mischungen zur Anwendung kommen. Bis jetzt wurde das Reinigen oder Klären gegohrener Getränke hauptsächlich mittelst Albumin (EiweifsstofF) oder Gelatine bewirkt, und besonders durch dieses letztere Mittel, welches immer Schwierigkeiten mit sich bringt. Diesem haben wir abzuhelfen gesucht durch die Behandlung, welche dazu bestimmt ist, die wässerige Auflösung, welche einen verhältnifsmäfsig hohen Grad von Dichtigkeit besitzt, am Faulen oder Gerinnen zu verhindern.
Diese Behandlung, obwohl in der Theorie sehr vortheilhaft, hat aber in der Praxis nicht die Resultate ergeben, welche wir erwarteten, so dafs unser Product gar keine sichtliche Wirkung auf weifse Weine und daraus erzeugte Getränke {vermont etc.) hat, und es nur langsam und unregelmäfsig auf rothe Weine wirkt, selbst wenn man es im Verhältnifs von 1 : 500 unter den Bedingungen, welche man in Niederlagen und zum Entfernen von Flüssigkeiten giebt, anwendete.
Demzufolge haben wir dies ursprüngliche Verfahren fallen lassen und ersetzen dasselbe durch das nachstehend beschriebene Princip, welches auf gleicher Grundlage basirt ist, und kann dies Verfahren bei Weinen aller Art, weifsen wie rotheri Liqueuren weinigen Ursprungs und bei allen verschlossenen Getränken vortheilhaft angewendet werden.
i. Behandlung von Weifsweinen etc.
Unser Klärverfahren besteht aus einer mechanischen Lösung oder unvollkommenen Emulsion von echter Hausenblase (Ichthycolle), vorzugsweise russischer Hausenblase, in einer Lösung von schwefliger Säure, welche wir verbunden mit schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali anwenden.
Die relativen Verhältnisse dieser Substanzen können gemäfs der Natur des zu behandelnden Weines (seinem gröfseren oder geringeren Gehalt an Tannin, Alkohol etc.) abgeändert und z. B. wie folgt angewendet werden.
20 g feine Hausenblase werden auf mechanische Weise in 1 1 verdünnte Schwefelsäure aufgelöst oder zu einer Emulsion hergestellt, ca. 125g dieser Lösung oder der sogenannten Emulsion werden auf jeden Hectoliter des zu behandelnden Weines hinzugesetzt, und nach vollständiger Mischung werden ungefähr 10 cbm einer schwefligsauren oder doppeltschwefligsauren Natron- oder Kalilösung, welche mit der Masse innig gemischt werden mufs, hinzugesetzt.
In dieser Verbindung wirkt die schweflige Säure antiseptisch, während die Lösung aus schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali jede Gährung verhindert und dazu dient, das schnelle Gerinnen der Hausenblase zu bewirken und so an die Stelle des Tannins und Alkohols tritt, welch letztere in den meisten weifsen Weinen nur in so schwachen Quantitäten existiren, dafs sie keine genügend schnelle und kräftige Wirksamkeit auf die Gelatin- und Albuminstoffe erzeugen.
Das schwefligsaure und doppeltschwefligsaure Natron oder Kali dienen noch dazu, die weifsen wie rothen Weine gegen die zweite oder saure Gährung wirksamer als der doppelt-, schweflige saure Kalk oder die Salicylsäure, deren Anwendung zu diesem Zweck , schon oft versucht worden, zu schützen. . ■· ■ ■■..'..■
Wir haben festgestellt, dafs. ι 1 einer mit doppeltschwefligsaurem Natron geschwängerten Lösung eine gleiche Wirkung mit 3I einer mit doppeltschwefligsaurem Kalk gesättigten Lösung hervorbringt.
In diesen Verhältnissen wirken das schwefligsaure Natron oder Kali indirect zum Erhalten der behandelten Flüssigkeit mit, ohne die Nachtheile der dem Kalk analogen Salze zu haben, infolge des allmäligen Freigebens seiner schwefligen Säure bei der fortschreitenden Verwandlung der Säure in essigsaure, weinsteinsaure, gerbsaure und schwefelsaure Basen unter der Einwirkung der freien Säuren des Weines. Diese Salzverbindungen existiren in den natürlichen Weinen. Was die Salicylsäure anbetrifft, so hat man erkannt, dafs ihr Hinzusetzen zu Getränken grofse Nachtheile nach sich zieht, welche die Anwendung verbieten.
2. Rothweine etc.
Wir könnten, streng genommen, das obige Verfahren auf die Behandlung dieser Weine anwenden, aber wir haben die Möglichkeit erkannt, hier anstatt der guten Hausenblase, welche theuer ist, einen Extract aus gewöhnlicher Gelatine, welcher unter dem Namen Gelo-Protem bekannt ist, anzuwenden.
Gelo-Proteün.
Gelo-Protem besteht aus einer abgeänderten Form von gewöhnlicher Gelatine. Dies Product wird durch Erhitzung von gewöhnlicher Gelatine für die Dauer von wenigstens zwölf Stunden in geschlossenem Gefäfs mit Wasserzusatz und unter einem Druck von ungefähr fünf Atmosphären erzeugt. Die Verwandlung der Gelatine in sogenanntes Gelo-Protein fängt ungefähr nach etwa acht Stunden an. Das Product ist jedoch für den Zweck der gegenwärtigen Erfindung jetzt noch nicht reif, ,mufs vielmehr vier bis fünf Stunden langer behandelt werden. Das Product ist leicht von gewöhnlicher Gelatine und Meta-Gelatine, gewöhnliche Gelatine, welche von ihren Gallert bildenden und gerinnenden Eigenschaften befreit ist, zu unterscheiden, indem Gelo-Prote'in bei Behandlung mit KaIiferrocyanid (eisencyansaures Kali) einen Niederschlag ergiebt, was bei Gelatine nicht der Fall ist.
Das Product wird, nachdem es hydraulisch filtrirt, zu einer Dichtigkeit von 1075 gebracht.
Wir wenden die auf diese Weise erhaltene, mehr oder weniger concentrirte Gelo-Prote'inlösung an und setzen, der Natur des Weines entsprechend, schweflige Säure allein oder im Verein mit schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali hinzu; das Verhältnifs dieser Salze mufs in umgekehrtem Verhältnifs zu dem in den zu behandelnden Flüssigkeiten befindlichen Tannin und Alkohol stehen.
Die Weine, welche grofse Quantitäten dieser letzten Stoffe enthalten, können diese Schwefelverbindung ganz entbehren.
Um den Unterschied, welcher zwischen der Natur, den Eigenschaften und der Wirkung des Gelo-Prote'ins, welches bei dem Verfahren angewendet wird, und denjenigen der Meta-Gelatine, dessen Anwendung man schon zu demselben Zweck versucht hat, klar festzustellen, weisen wir hier mittelst einer vergleichenden Tabelle die unterscheidenden Charaktere dieser Substanzen nach.
Meta-Gelatine.
Dichtigkeit 1023.
Bei gröfserer Dichtigkeit würde dieser Stoff nach einiger Ruhezeit Geleeform annehmen.
Es erzeugt keine Reaction in Gegenwart von Eisencyanürkalium.
ι 1 ist nöthig, um mit abwechselndem Erfolg 500 1 Rothwein zu klären.
Es verursacht eine merkliche Entfärbung des Weines.
Es erzeugt viel Bodensatz.
ι 1 enthält das Product von 100 g feiner trockener Gelatine.
Gelo-Prote'in.
Dichtigkeit !°75·
Es giebt im Beisein von Eisencyanürkalium einen starken Niederschlag von Prote'inkörpern.
ι 1 genügt, um mit Erfolg 500 1 Rothwein zu klären.
Es verursacht keine Entfärbung.
Erzeugt wenig Bodensatz.
ι 1 enthält das Product von 300 g feiner trockener Gelatine.
Hieraus ergiebt sich, dafs man, um 500! Wein zu klären, im ersten Falle (Meta-Gelatine-Verfahren) das Product von 1000 g trockener Gelatine und im zweiten Falle (Gelo-Protem-Verfahren) das Product von 300 g derselben Gelatine gebraucht.

Claims (1)

  1. Paten t-An Sprüche:
    i. Das Behandeln weifser und rother Weine durch eine Lösung von Ichthycolle oder echter Hausenblase in schwefliger Säure in Verbindung mit schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali.
    Das Behandeln der Rothweine mit einer Lösung aus Gelo-Protem (unter Druck mit Wasser behandelte Gelatine) allein oder in Verbindung mit schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali.
    Die Anwendung des GeIo-Proteins zum Klären gegohrener Getränke im allgememen, sei es allein oder . in Verbindung mit schwefligsaurem oder doppeltschwefligsaurem Natron oder Kali.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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