DE15911C - Presse für Trauben, Tabak etc. mit verstellbarem Hebelwerk, Rühr-Vorrichtung und Büttenverschlufs - Google Patents
Presse für Trauben, Tabak etc. mit verstellbarem Hebelwerk, Rühr-Vorrichtung und BüttenverschlufsInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die nachbeschriebenen neuen Vorrichtungen finden einzeln oder in Combination mit einander
hauptsächlich bei Traubenpressen (Keltern), das Hebelwerk für sich auch bei Tabak- und
anderen Pressen mannigfache Anwendung; sie können aufserdem in Combination mit anderen
bekannten Vorrichtungen vielfach benutzt werden.
In Nachstehendem wird speciell die Benutzung bezw. Construction in Verbindung mit einer
Traubenpresse beschrieben werden; für andere Zwecke ist sie eine ganz ähnliche und von
jedem Sachverständigen ohne weiteres anwendbar.
A. Das verstellbare Hebelwerk.
Bei den gebräuchlichen Keltern mit Hebelwerk wird nur ein Hebel angewendet, und
auf diesem ist ein Sperrhaken direct aufgesetzt; derselbe greift immer nur bei einer
Hebelbewegung ein und dreht höchstens einen Zahn weiter.
Da diese Arbeit besonders zu Anfang zu viel Zeit beansprucht, eine starke Pressung auch
nicht einmal erreicht wird, so soll durch die vorliegende neue Einrichtung diesem Uebelstand
dadurch abgeholfen werden, dafs ein zweiter, kürzerer Hebel (eine Art Vorgelege), und auf
diesem der Sperrhaken angebracht wird; diese beiden Hebel sind durch ein verstellbares Gelenkstück
verbunden. Es ist dadurch möglich, dafs nach Einstellung des Gelenkstücks auf den
gröfsten Hub, Fig. 5, Blatt I, nur ca. 7, dagegen bei Einstellung auf den kleinsten Hub,
Fig. 6, ca. 24 Hebelbewegungen nöthig sind, um einen ganzen Umgang der Mutter zu bewirken;
die Pressung ist in letzterem Falle auch eine um so viel stärkere. Durch starken
Hub am Anfang, wo wenig Druck nöthig ist, erzielt man eine viel schnellere Umdrehung der
Mutter und gewinnt deshalb an Zeit. Man kann also durch kleine Zähne etc. den kleinsten Hub
auf möglichst kleine Entfernung construiren, was bei den gewöhnlichen verstellbaren Hebelwerken
aus dem Grunde nicht thunlich ist, weil das Zuschrauben bei kleinen Zähnen zu viel Zeit beanspruchen
würde.
In der Zeichnung, Blatt I, stellen Fig. 1, 2 und 3 eine Presse aus Holz mit zwei Schrauben
im Grundrifs, in der Vorderansicht und Seitenansicht dar. Diese Presse, hauptsächlich
für Trauben, und mit geringen Abänderungen auch für Tabak etc. bestimmt, ist wie folgt
construirt:
Auf einem unteren Balken α mit zwei Querschwellen
b b, welche an α festgeschraubt sind, liegt die aus mehreren Theilen zusammengesetzte
Mulde c zur Aufnahme eines siebartigen Kastens oder einer Bütte. Die beiden aufrechtstehenden Schraubenbolzen d d sind unten an
dem Balken α befestigt, und der obere Druckbalken e wird von den beiden Muttern ff so
gehalten, dafs er beim Herauf- und Herunterschrauben der letzteren sich mit heben und
senken mufs. . g ist der Haupthebel, welcher an dem in der Mitte der oberen Balken angebrachten
Bügel h drehbar befestigt und durch
die beiden Gelenkstücke i i mit den beiden kurzen Hebeln k k verbunden ist.
Die am Druckbalken e angebrachte Traubenmühle (Quetschvorrichtung) ist nur in Fig. 3
gezeichnet und in Fig. 1 und 2 durch Punkte angedeutet. Diese Mühle wird selbstredend nur
bei Trauben oder ähnlichem Material benutzt.
Die Trauben werden, während ein Mann dreht, in den Trichter geschüttet und fallen
unterhalb in den Kasten oder die Bütte des Kelters.
Die Fig. 4, 5 und 6 zeigen die verschiedenen (hier drei) Hubstellungen des Hebelwerks. Bei
dem gröfsten Hub, Fig. 5, sind ca. 7, in Fig. 4 ca. 13 und in Fig. 6 ca. 24 doppelte Hübe
nöthig, um eine Umdrehung der Mutter zu bewirken. Wie die Verstellung bewirkt wird, ist
an der Hand der auf Blatt II dargestellten Detailzeichnungen später erläutert.
In Fig. 7 (Seitenansicht), Fig. 8 (Grundrifs) und Fig. 9 (Vorderansicht) ist eine eiserne
Traubenpresse, mit dem neuen Hebelwerk und mit einem neuen Verschlufs an der Bütte, dargestellt.
Diese Presse besteht aus einer gufseisernen Mulde mit in der Mitte befestigter Schraube, einer gufseisernen Druckplatte mit
den nöthigen Holzunterlagen, der Mutter mit Hebelwerk (im Detail unten näher beschrieben)
und der Bütte mit neuem Verschlufs. Die Bütte dient zur Aufnahme der Trauben und
besteht aus Dauben, welche im Zwischenraum von 3 mm an drei Reifen angeschraubt sind.
Letztere haben hinten je ein Scharnier und vorn einen Verschlufs, wodurch es möglich ist,
die Bütte zur Herausnahme der Rückstände in zwei Hälften aus einander schlagen zu können.
Die Mulde hat eiserne Füfse und einen Auslauf.
Das neue Hebelwerk ist auf Blatt II der Zeichnung in Fig. 1 im Grundrifs, in Fig. 2 im
Längsschnitt der Druckplatte, der Mutter und des Hebelwerks, in Fig. 3 in der Seitenansicht
des kurzen Hebels II mit Sperrhaken dargestellt.
Die Druckplatte aus Gufseisen hat in der Mitte eine Nabe u und rundherum einen Rand χ;
beide sind durch eine Anzahl, z. B. acht, strahlenförmig angebrachte Verstärkungsrippen r
mit einander verbunden. An dem einen Kopfende der Platte ist ein geschweifter Hals υ
mit aufsitzendem Rohr w angegossen, und in letzterem dreht sich der Gufsstahlzapfen a des
Hebels I. Der Hebelarm / wird eingesteckt und durch einen Stift e festgehalten.
Die Mutter und das Sperrrad sind in einem Stück gegossen und werden durch zwei in eine
eingedrehte Nuth greifende und an die Druckplatte festgeschraubte Haken m m mit letzterer
drehbar verbunden, so dafs sich beim Herauf- und Herunterschrauben der Mutter die Druckplatte
mit heben und senken mufs. Anstatt der Sperrzähne sind in das Sperrrad nur I I-förmige Vertiefungen q eingegossen, damit
der doppelte Sperrhaken / sowohl rückwärts als vorwärts Halt hat und damit die an den Enden
zusammengegossenen Zähne nicht abspringen können. Die beiden Ringe des Doppelhebels,
Fig. 3, drehen sich bei 0 und η um die
Mutter, und zwischen beiden Theilen sitzt auf einem Gufsstahlstift k der doppelte Sperrhaken
/. Der Eingriff des letzteren in das Sperrrad wird durch eine Spiralfeder t1 bewirkt;
letztere kann bei entgegengesetzter Drehung der Mutter (wie durch t1 punktirt angegeben)
umgeschaltet werden. Wie in Fig. 1 angegeben, sind die Hebel I und II durch ein Gelenkstück
s verbunden, und der Hub des Hebels II kann, je nachdem das Gelenkstück in
eine der drei Oeffhungen bed des Hebels I
mittelst eines Stiftes eingesetzt wird, beliebig vergröfsert bezw. verkleinert werden. Sobald
nämlich das Gelenkstück ί mit dem Loch d gekuppelt ist, wird der Hub des Hebels II am
stärksten, bei Loch c mittelstark und bei b am schwächsten sein, der Druck ■ ist aber in letzterem
Falle um so viel stärker. Der Nutzen dieser Construction ist der, dafs durch den
leicht verstellbaren Hebel es möglich wird, in viel kürzerer Zeit einen stärkeren Druck hervorzubringen.
Unter Benutzung eines Schiebers, Fig. ia, anstatt der Löcher bed am Hebel I kann die
Verstellung noch mit weit mehr Abstufungen geschehen.
B. Das neue Nadelrührwerk in der
Traubenmühle.
Traubenmühle.
Diese Mühle, welche mit Vortheil an dem oberen Balken der Kelter mit zwei Schrauben,
Fig. 3, Blatt I, befestigt werden kann, dient dazu, die Trauben erst zu zerdrücken, um den
Most dann leichter auspressen zu können. Indem die Trauben in den trichterförmigen Kasten
eingeschüttet werden, setzt ein Mann durch eine Kurbel d, Fig. 4, Blatt II, die beiden
Walzen m m in Bewegung, so dafs die durch letztere hindurchgehenden Trauben ganz zerdrückt
werden. Da es öfter vorkommt, dafs sich die Trauben in dem Trichter festpacken und
erst durch einen Stock nachgedrückt werden müssen, hat man in letzter Zeit sogen. Wölfe
(Welle mit Haken) angebracht, welche aber den Zweck sehr unvollständig erfüllen. Das neue
Nadelrührwerk beseitigt nun alle diese Uebelstände auf das Vollkommenste; es ist wie folgt
construirt, Fig. 4, 5 und 6, Blatt II:
Eine Kurbelwelle /2 ist durch das Zahnrad g mit dem Zahnrad f der Walzen m m verbunden
und erhält dadurch eine drehende Bewegung. Eine Anzahl, z. B. vier, drehbar an der Kurbelwelle
angebrachter und durch in die Welle i gebohrte Löcher sich schiebender Nadeln k erhalten
bei Umdrehung der Welle h an der
Spitze eine schwingende Bewegung,· .und zwar,
wie in Fig. 6 verdeutlicht, so, dafs, bevor sich die Nadeln heben, dieselben erst zurückgezogen
sind, sich aber vor dem Senken wieder verschieben und die Trauben den Walzen m m zuführen,
wodurch ein Verstopfen des Kastens nicht mehr möglich ist. Die Pfeile, Fig. 6, geben den Gang der Nadelspitzen an.
C. Der neue Verschlufs an den Kelterbütten.
In Fig. 7 und 8, Blatt II, ist der Verschlufs im Grundrifs und in der Vorderansicht, geschlossen,
in Fig. 9 im Grundrifs, geöffnet, dargestellt.
Die bis jetzt gebräuchlichen Verschlüsse bestanden nur aus Haken, welche entweder durch
ein Loch gesteckt oder in eingenietete Stifte eingehakt und oft schadhaft wurden. Bei vorliegendem
Verschlufs sind an den verstärkten Enden der Reifen b b, in der ganzen Breite der
letzteren, Haken, in Form der Zeichnung gebogen, und darüber eine sogen. Falle c angebracht,
die mit dem einen Ende e in den einen Reif b1 drehbar eingenietet und an dem
anderen Ende in einen Bügel f eingelegt ist. Es ist dadurch nicht möglich, dafs die beiden
Haken sich aushängen können. An dem Fallenrohr c wird ein keilförmiger Vorsprung d angebracht,
der, wie in Fig. 9 zu sehen, bei einer halben Drehung der Falle die beiden Hakenenden
der Reifen aus einander hebt und damit die Bütte öffnet.
Fig. 10 zeigt eine Seitenansicht des Verschlusses, Fig. 11 einen Schnitt durch denselben,
vor dem Bügel /.
Claims (5)
1. In Trauben-, Tabak- und anderen Pressen das verstellbare Hebelwerk, bestehend aus
dem langen Haupthebel I und dem die Sperrradmutter mit zwei Ringen ο η umfassenden
kurzen Hebel II, welche beide Hebel durch ein auf Hebel I mittelst Stift und Löchern bed oder durch einen Schieber
verstellbares Gelenkstück ί verbunden sind, Fig. 1, 1 a, 2 und 3, Blatt II.
2. Die Combination des langen Haupthebels I (g)
mit zwei kurzen Hebeln II (k k) durch je ein Gelenkstück (H) zum gleichzeitigen Betrieb
zweier Muttern (ff), Fig. 1 bis 6, Blatt I.
3. Die Combination der beiden Hebel I und II mit der Druckplatte und dem Sperrrad, und
die Verbindung der Druckplatte mit dem Sperrrad durch die Klammern m m, Fig. 2,
Blatt II.
4. In Keltern (Traubenpressen) etc. die Nadelrührvorrichtung,
bestehend aus der Kurbelwelle h mit den in der Welle verschiebbaren Nadeln k, Fig. 4 bis 6, Blatt II.
5. Der Verschlufs an den Kelterbütten, bestehend aus der Falle c mit Keil d, in
Verbindung mit den hakenförmig in einander greifenden Enden der Reifen b b1,
Fig. 7 bis 11, Blatt II.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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| DENDAT15911D Active DE15911C (de) | Presse für Trauben, Tabak etc. mit verstellbarem Hebelwerk, Rühr-Vorrichtung und Büttenverschlufs |
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