DE11189C - Neuerungen an den Apparaten für den Fischfang zur See - Google Patents

Neuerungen an den Apparaten für den Fischfang zur See

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DE11189C
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DENDAT11189D
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English (en)
Original Assignee
J. W. DE CAUX in Greath Yarmouth (England)
Publication of DE11189C publication Critical patent/DE11189C/de
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01KANIMAL HUSBANDRY; CARE OF BIRDS, FISHES, INSECTS; FISHING; REARING OR BREEDING ANIMALS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NEW BREEDS OF ANIMALS
    • A01K73/00Drawn nets
    • A01K73/02Trawling nets
    • A01K73/04Devices for spreading or positioning, e.g. control thereof

Description

1880.
Klasse 45.
JOHN WILLIAM de CAUX in GREAT-YARMOUTH (England). Neuerungen an den Apparaten für den Fischfang zur See.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Februar 1880 ab.
Die jetzt bei dem Seefischfang angewendeten Apparate bestehen aus einem grofsen Holzbaum, Schleppbaum genannt, den Schleppköpfen , dem Netz, Grundseil, Führungsseil, Schleppseil, sowie aus der Winde und dem Haken. Bisweilen ist es schwer, einen Baum von der nöthigen Länge und Stärke zu beschaffen; in diesem Falle werden zwei oder mehr Holztheile mittelst eiserner Ringe oder Bänder zusammengeblattet. Ein zerbrochener Schleppbaum wird in derselben Weise wieder vereinigt. Dieser Schleppbaum wird an jedem Ende von einem eisernen Reifen getragen, der gewöhnlich circa ι y4 m hoch ist. Diese Reifen heifsen die Schleppköpfe, sind flach und unten gerade, so dafs sie den Schleppbaum in seiner horizontalen Lage erhalten. Baum und Köpfe sind fest mit einander verbunden und müssen in gutem Stande unterhalten bleiben, weshalb Schleppbäume von mehr als 13 bis 14 m Länge nur mit grofser Schwierigkeit verwendet werden können, ja selbst kleinere schon sehr schwerfällig sind. Der Baum, die Köpfe und das mit ihnen befestigte Schleppnetz bilden zusammen einen Apparat und können nicht ohne weiteres von einander getrennt werden.
Manche Zugnetze sind mit sogenannten Taschen versehen, während andere herabhängende Klappen haben. Die Taschen, welche auf jeder Seite des Netzes unterhalb des Grundseils dadurch gebildet werden, dafs man einen Theil der Netzseite an einem entsprechenden Theil des Netzbodens befestigt und so einen Sack mit einer Oeffhung im Innern des Netzes herstellt, beeinträchtigen sehr das symmetrische Ziehen des Netzes. Die Klappen sind ein Stück Netz, welches am oberen Theil im Innern befestigt ist, und nach dem Bodentheil des Netzes hin herabhängt; um zu bewirken, dafs die Fische hinein-, aber nicht herausgehen können. Der obere Theil des Netzes, welcher am Schleppbaum befestigt ist, ist länger als der untere Theil, der auf dem Grunde entlang schleift. Um diesen unteren Theil auf dem Grunde zu halten, ist er an dem sogenannten Grundseil befestigt. Dasselbe ist genügend lang,· um einen Halbkreis oder eine ähnliche Curve zu bilden, und besteht aus einer Kette, die mit alten Netzen oder altem Tauwerk umwickelt ist. Der so gebildete Apparat wird mittelst des Schleppseils und zwei kürzeren Leinen, den Führungsseilen, auf den Boden des Meeres versenkt. Die letzteren sind an den Enden des Schleppbaums befestigt und vereinigen sich in dem Schleppseil, dessen oberes Ende am Boote fest gemacht ist. Manchmal wird an einem Ende des Baumes ein drittes Extraseil angebracht, welches den Zweck hat, dieses Ende des Baumes an Bord zu heben, wenn der Baum an die Oberfläche des Wassers gekommen ist. Der Apparat wird also, wie schon gesagt, auf den Meeresgrund versenkt und von dem Boot mittelst des Schleppseils über den Boden hingezogen, und wird hiernach mit dem ganzen Inhalt des Netzes an Bord gezogen. Zwei oder drei, manchmal sieben oder acht Stunden sind hierzu erforderlich. Wenn der Schleppbaum nahe der Oberfläche des Wassers liegt, mufs er längsseits an Bord des Bootes gebracht werden. Diese Operation wird mittelst eines Kranes, Flaschenzuges, Klobens und Hakens vollzogen und ist bei schlechtem Wetter eine sehr schwierige und gefährliche Arbeit. Wenn der Baum längsseits liegt, wird das Netz hereingezogen. Schleppseile und Führungsseile werden mittelst des Gangspills an Bord gebracht. Theile von der Brüstung des Bootes werden herausgenommen, und man läfst das Schleppseil zwischen den Deckstützen hindurchlaufen. Der hierbei ausgeübte Zug ist enorm grofs; wenn die Theile des Bootes, über welche die Taue laufen, nicht mit Metall beschlagen sind, so bilden sich sehr bald Furchen darin. Die Seile leiden dabei in entsprechender Weise, besonders die Führungsleinen, da sie beim Einholen eng zwischen die Deckstützen eingeklemmt werden.
Der Zweck der Erfindung ist:
1. Den Apparat in den Stand zu setzen, dafs er mit Leichtigkeit über dem Meeresboden gehe.
2. Dafs der Schleppbaum nach Belieben lang gemacht werden könne und bei der Arbeit so hoch über dem Meeresboden stehe, wie es der Fischer wünscht.
3. Dafs das Netz, wenn der Apparat auf dem Meeresgrunde sich befindet, vom Schleppbaum augenblicklich und vollständig gelöst und geschlossen werden kann, um das Entfliehen der gefangenen Fische wirksam zu verhindern, und dafs der Apparat in einzelnen Theilen mit gröfster Leichtigkeit und möglichst geringer Ge-
fahr für Gut und Leben an Bord gebracht werden könne.
Fig. ι beiliegender Zeichnungen zeigt eine Vorderansicht, Fig. 2 eine Hinteransicht, Fig. 3 einen Grundrifs, und Fig. 4 eine Endansicht von den Stücken eines Schleppbaumes und den daranhängenden Theilen. Fig. 3*, 4*, 5, 5*, 6, 6*, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 15* zeigen einzelne Details.
Der Schleppbaum des Apparates wird aus Eisen oder aus Eisen und Holz gefertigt, und zwar in Theilen, so dafs er leicht auseinander genommen werden kann. Hierbei wird die Nothwendigkeit umgangen, dafs Theile des Apparates immer über den Heckboog der Schmack überhängen, wie es bei den jetzigen Apparaten der Fall ist, was häufig Gefahr bringt. Der Apparat kann bequem im Raum des Fahrzeuges untergebracht werden, wenn es den Hafen verläfst oder nach demselben zurückfährt, bezw. wenn ein Sturm im Anzüge ist. Auf dem Platz, wo gefischt werden soll, kann er leicht zusammengesetzt und beliebig lang gemacht werden. Die jetzt üblichen Apparate werden buchstäblich durch den Grund geschleppt, es ist folglich eine grofse Kraft erforderlich, und dies macht Fahrzeuge mit schwerem Ballast nöthig, was nicht blos einen bösen Einfliifs auf die Fischwerkzeuge, sondern auch auf das angewendete Fahrzeug ausübt. Um diesen Uebelständen zu begegnen, bringe man den Schleppbaum auf Räder, so dafs er leichter über den Meeresboden hingeht.
α α stellen Theile des Schleppbaumes und b b die Radgestelle mit Rädern b ' b i dar, welche den Schleppbaum und seine Nebentheile tragen. Diese Räder b' sind paarweise an jedem Ende des Baumes angebracht, können gleich oder von verschiedener Höhe sein. Der Radkranz wird am besten breit gemacht, cylindrisch oder etwas convex. Die Räder in jedem Paare stehen direct hinter einander und drehen sich auf den Bolzen b'1, welche die Seitenwangen der Radgestelle verbinden. In der gezeigten Anordnung ist das eine derselben gröfser als das andere, und zwar geht das gröfsere Rad vorn und das kleinere Rad hinten.
Der obere Theil jedes Gestelles b ist mit einem Sattel bs versehen, auf welchem die Enden des Schleppbaumes α befestigt werden. Dies geschieht mittelst Deckplatten c und Bolzen c\ welche durch den Baum, die Decke und den Boden des Sattels b 3 hindurchgehen und mit einem durchgesteckten Splint c'1 befestigt werden. Die verticalen Stangen der Gestelle können unter beliebigem Winkel, mehr oder weniger gegen einander geneigt, angebracht werden, um die Sättel b 3 beliebig hoch zu haben. Die Lager der Sättel b3 bildet man oben etwas weiter als unten, um den Baum leichter einlegen und herausnehmen zu können. Mit Hülfe dieser Anordnung trägt man Schleppbäume, welche jetzt mit Schwierigkeit 4 Fufs über dem Boden gehalten werden, mit Leichtigkeit 6, 8, 10 Fufs und höher wenn nöthig, was einen ungeheuren Vortheil bietet, da hierdurch die Wirkung des Netzes beim Fischen bedeutend vermehrt wird.
Die Geschwindigkeit des Fahrens kann regulirt werden durch Aufsetzen oder Einziehen von Segeln auf. dem Boot oder durch Anschliefsen eines der Räder b l b' mittelst eines Schuhes.
Der Schleppbaum α ist aus mehreren Theilen oder Sectionen gemacht. Schleppbäume aus Eisenrohr können mit Stöpseln versehen werden, so dafs nöthigenfalls denselben gröfseres Gewicht gegeben werden kann, indem man Wasser nach innen einfliefsen läfst; bei hölzernen Schleppbäumen wird das Extragewicht auf beliebige andere Weise angebracht. Hölzernen Schleppbäumen gebe man vorzugsweise den Schnitt der T-Form, die unteren und oberen Theile a* a* überhängen den mittleren Theil a**, welcher eingenuthet und mit Ober- und Untertheil gut verbolzt ist, wie die Fig. 5* und 6* zeigen. Diese Schleppbäume macht man gewöhnlich am tiefsten und breitsten in der Mitte der Länge und verschwächt sie allmälig nach den Enden zu, welche in die Sättel eingelegt werden und mit Eisen beschlagen sein können, damit sie gut passen. Auch bildet man den Schleppbaum genügend gebogen, damit er nicht nach unten durchsacken kann. In dieser Form haben die Schleppbäume grofse seitliche, wie horizontale Tragfähigkeit und Stärke. Sehr lange Schleppbäume können im Nothfall noch zwischen ihren Endpunkten durch Räder unterstützt werden, die an zwei herabhängenden Stangen befestigt werden. Fig. 3 zeigt einen solchen aus Theilen oder Sectionen gebildeten Schleppbaum.
Am Ende eines von zwei zusammenstofsenden Theilen, werden zwei Metallplatten «' a1 zu beiden Seiten des Mitteltheils vom Schleppbaum angebracht und durch starke Schraubenbolzen und Muttern β22 mit dem Holz verbunden. Sie ragen über das Sectionsstück hinaus und fassen das zwischen ihnen einzuschiebende zweite Stück, welches nun durch Keile a3 a4, Fig. 3* und 8, vollkommen solide und leicht befestigt wird, ohne Schrauben anwenden zu müssen. Massive Bäume von rundem oder anderem Querschnitt können in Theile zerlegt und in der folgenden Weise leicht und sicher vereinigt werden. Die Enden der entsprechenden Sectionen werden auf einige Entfernung nach unregelmäfsigen Curven ausgeschnitten, und zwar so, dafs sie in einander passen; hierauf werden Bolzen durchgezogen oder Bänder umgelegt, Fig. 16. Die Vortheile von derartig angeordneten Schleppbäumen gegenüber den bisher üblichen sind ganz bedeutende; sie können z. B. leicht und doch stark bei beträchtlicher Länge gemacht werden, und wenn einzelne Theile beschädigt sind, leicht ersetzt werden. Auch wächst mit der Länge eines solchen Baumes seine Wirkung beim Fischen.
Wenn die Netze in Gebrauch sind, hängen
sie an den Bolzen d des Schleppbaumes; ihre ihre Lösung erfolgt mit Hülfe von Hebeln e, an welchen die Bolzen d angebracht sind. Das allgemeine Princip, nach welchem Erfinder arbeitet, ist bei allen Formen dasselbe, aber die Details sind je nach Gröfse und Gestalt der Schleppbäume und je nach ihrem Material etwas verschieden. Auf einer Seite des Schleppbaumes und auf den inneren, unten befindlichen Stangen der hinten gelegenen Räder sind Oesen a?1 befestigt, in welche die Enden der Bolzen d leicht aber fest eintreten. Letztere sind mit den Hebeln e so verbunden, dafs sie frei nach aufsen schwingen können, sobald ihre Enden aus den Oesen dl herausgezogen sind. Bei kleineren, massiven oder hohlen Schleppbäumen von rundem Querschnitt, wie Fig. 7 in Vorderansicht, Hinteransicht und Durchschnitt zeigt, werden die Bolzen d durch eine Stange oder Axe d'1 mit Armen d3 bewegt, an welchen sie angehängt sind; die Stange d- liegt auf der entgegengesetzten Seite, wie die Bolzen d und kann durch aufgesetzte Endhebel mit Leichtigkeit gedreht werden. Bei grofsen Bäumen, die so geformt sind, wie oben beschrieben, sind die Bolzen d an den Hebeln e befestigt, welche durch den Bäum hindurchgehen und zwischen den überhängenden Theilen a* a* arbeiten und ihren Drehpunkt finden; zu dem Herausziehen der Bolzen d und dem dadurch bedingten Freimachen des Netzes werden die kurze Zugleine/ und die Verbindungsstangen e* benutzt.
Statt der Hebel e können Scheiben mit darin befindlichen Oeffnungen g, Fig. 6, angewendet werden, welche die Enden der Bolzen d dadurch freimachen, dafs die Oeffnungen von den Bolzenenden d weggedreht werden. Die Anordnung der Oesen d' und Hebel e, welche an der unteren Stange der Hinterräder angebracht sind, ist überall dieselbe; statt derselben können auch Ringe oder Kloben mit Rollen angewendet werden. Die Enden des Grundseils können durch Ringe d4, Fig. 4, oder Kloben geleitet werden, und werden dann mittelst eines Ringes oder eines Kettengliedes an den Bolzen d der Enden des Schleppbaumes befestigt.
An Stelle der Ringe d* können die Bolzen d angewendet werden, die man durch den Hebel e ■mit Hülfe von Seilen bewegt; dieselben werden an den unteren Schienen der Radgestelle b b, wie Fig. 4* zeigt, befestigt.
An diesen Bolzen d wird der obere Theil des Netzes und die Enden des Grundseils mit Hülfe von Ringen oder Oesen befestigt, und wenn die Bolzen d herausgezogen werden, so fallen die Ringe oder Oesen am Netz infolge seiner und des Grundseils Schwere herab und das Netz wird sofort vom Schleppbaum vollkommen frei. Das Selbstlösen der Bolzen d wird durch gabelförmige, zwischen den Oesen d1 und den Hebeln e befindliche Stifte h, Fig. 2, vermieden, welche nach vorn zu offen sind und die Bolzen tragen. Um zufälligem Drucke der See auf die Löseleine, welcher die Bolzen d herausziehen könnte, zu begegnen, sind Federn oder Arreturhebel i, Fig. 9, an den Enden des Baumes α angebracht. Die Hebel e e werden vom Boot aus mittelst der schwachen Hebel- oder Löseleine j bewegt, die lose am Schleppseil befestigt sein kann und in einem Kloben j' endigt, über dessen Rolle die Leine oder Kette/ geht; die Enden von / sind an Zugstangen e% angeknüpft, welche, mit den inneren Enden der Hebel e e verbunden, sämmtliche Hebel des Schleppbaumes gleichzeitig bewegen. Die Hebelleine j wird vom Deck aus auf eine Windetrommel aufgewickelt, die zwischen den Wanten oder zwischen zwei Stielen aufgehängt wird.
Wenn das Netz vom Schleppbaum α gelöst ist, schliefst man es und bringt es in der folgenden Weise an Deck:
An den Ringen /, Fig. 10, welche an den Bolzen d sitzen, hängen andere und gröfsere Ringe /', welche in gleichen Abständen am Netzseil /3 angebracht sind. Durch diese Ringe /' geht ein starkes, gut gewundenes und bekleidetes Seil Γ1, welches fest mit den an den Enden des Schleppbaumes α befindlichen Theilen des Netzes verbunden ist und etwas länger als der Schleppbaum, bildet in der Mitte eine Seilbucht, in welcher ein Kloben mit Rolle m hängt. An letztere setzt sich ein starkes Seil ni', welches nach dem Fahrzeug geht. Das blofse Einholen des Taues mx schliefst das Netz. Dasselbe wird dadurch leicht an Bord gebracht, dafs das Seil m' durch einen Kloben am Top des Mastes oder an irgend einem hohen Punkte und dann über andere Kloben nach dem Gangspill geführt wird. Unter gewissen Umständen möchte es schwer sein, zu bestimmen, wann das Netz vom Schleppbaum gelöst ist; es kann durch Ursachen geschehen sein, über die der Fischer keine Controle und Kenntnifs hat. Um diesem daher anzuzeigen, dafs das Netz vom Baume sich gelöst hat, benutze ich eine Signal-Boje n, Fig. 11, eine kleine Boje mit einem grofsen Ring η'. Vor dem Versenken des Apparates in das Wasser wird die Löseleine/ durch den Ring;«1 geführt, und die Boje η mittelst einer kurzen Leine η 2 mit Ring η 3 an einem der Bolzen d festgemacht. Wenn das Netz losgeht, also auch die Boje η frei wird, so steigt letztere an der Hebelleine / nach der Meeresoberfläche, ähnlich einem Boten, den man an der Schnur eines Papierdrachens aufsteigen läfst. Man bemale die Signalboje mit dem Wort »Fertig« und bringe event, eine Glocke darauf an.
Das Netz ist gröfser als die jetzt gebräuchlichen, mit Schleppbäumen von entsprechender Länge versehenen nnd aufserdem in verschiedener Hinsicht von denselben abweichend. Im Innern des grofsen Netzes, das durch das Diagramm 0, Fig. 12, angedeutet wird, bringe man, unterhalb des Grundseils ol ein kleines Netz/ an. Dasselbe ist an den Verbindungs-
stellen etwas schlaff gehängt, damit es den gleichmäfsigen Zug des äufseren Netzes ο nicht stört; nach hinten zu verengt es sich stark, so dafs die Oeffnung /' nicht viel gröfser ist als das Netzende o. Es wird also in dem gröfseren Netz ο ein kurzer Trichter gebildet, dessen Ende /' natürlich frei ist und nur durch drei oder vier Schnüre in seiner Lage erhalten wird. Fische, die einmal in den Raum zwischen beide Netze gekommen sind, finden schwerlich wieder heraus. Die oberen Theile beider Netze sind mit kleinen Korken besetzt, welche tragend wirken, und den Trichter immer offen halten. Durch diese Anordnung werden die Taschen und Netzklappen beseitigt. Das jetzt gebräuchliche Grundseil wird ersetzt durch ein Tau ο' oder Kette, welche mit Tauwerk umwickelt ist, damit sich das Netz nicht reibe, und in bestimmten Zwischenräumen werden kleine, breite eiserne Rollen eingeschaltet. Diese Rollen q, Fig. 13, haben verschiedene, vorzugsweise Ei- und Birnenform; sie können, um leicht zu sein, hohl angefertigt werden und sich auf Stiften drehen, oder das Netz kann vermittelst Ringe am Grundseil befestigt sein, so dafs sich das ganze Grundseil drehen kann. Infolge dieser Anordnung kommt das Netz dem Boden näher, und geht dennoch leicht über den Grund hinweg. Das Hinterende des Netzes wird nicht zusammengebunden, sondern ausgestreckt und an den Enden einer breiten Rolle r, Fig. 14, befestigt. Infolge dessen bleiben die Maschen des Netzendes offen. Durch die Anbringung von Eisenbändern r1, welche beim Durchgang des Wassers durch das Netz sich wie ein Regenschirm ausbreiten, erleichtert man das Entweichen der Fischbrut. Um das Netz seines Inhalts zu entleeren, öffnet man das Hinterende an einer Seite, zu welchem Zweck man ein Stück Tau verwendet, das mit einem Ende am Netz befestigt ist, und am anderen Ende eine starke Nadel trägt.
Seezunge und Fische ähnlicher Gattung haben die Gewohnheit, sich im Sand des Meergrundes einzugraben; um sie aufzustören und das Netz nicht über sie hinweggehen zu lassen, bringt man gerade vor dem Grundseil ein zweites Grundseil, aus kurzen Ketten und Rollen bestehend, an und hängt daran nötigenfalls kleine Rechen, welche alle Fische mit Sicherheit aufstören. Ein Fahrzeug mit Apparaten der beschriebenen Art kann bei gutem Wetter mit wenig Wind arbeiten, während es mit den bisherigen Werkzeugen genau wie vor Anker festliegen würde. Um das Netz vor grofsen Steinen zu schützen, befestigt man bisweilen als Netzschützer ein Seil oder eine Kette unter dem Schleppbaum zwischen ihm und dem Boden.
Man treibt vom Netz hinweg, zieht den Schleppbaum über dem Meeresgrund hin, und bringt ihn seitlängs und an Bord mit oder ohne Netz, indem man folgendermafsen verfährt:
An Stelle eines Paares von Längsseilen verwendet man ein Paar Brooks s und ein Paar Lenk- oder Führungsseile i1. Jeder Brook ist nahe dem Ende des Schleppbaumes und an der Innenseite der Spindel von einem der Räder dx befestigt. Jeder Brook ist mit einem Kloben u versehen, an welchem die Leitseile s' befestigt sind, die mit dem Schleppseil t in fester Verbindung stehen. Das Schleppseil selbst geht nach dem Gangspill über Rollen, welche zwischen den Deckstützen angebracht sind. Diese Rollen, welche gerade oder concav sind, können horizontal oder vertical placirt werden, mit Rücksicht darauf, ob das Seil mit grofser Spannung zu laufen hat. Um die horizontal befestigten Rollen gut zu stützen, bringt man unter der Mitte einer jeden einen Holzblock an, dessen Vorderfläche der Rolle entsprechend ausgehöhlt ist, damit dieselbe sich leicht darin dreht.
Auf dem Heckboog bringt man ebenfalls Rollen u in offenen Gestellen ul an, Fig. 15 und 15*, so dafs die Seile leicht eingelegt werden und darin laufen können. An jedem Ende des Baumes befestigt man auch mitunter ein Hülfsseil. Mit diesen Hülfsmitteln bringt man die Apparate seitlängs und schafft sie ohne Schwierigkeit und ohne Gefahr an Bord, indem man die Möglichkeit, den Baum zu brechen oder den Apparat zu verlieren, auf ein Minimum reducirt.
Mit kleinen Apparaten von der beschriebenen Art kann auch von der Seite des Fahrzeuges aus manipulirt werden. Eine breite Eisenstange in Form eines Parallelogrammes von etwa 1 Fufs Tiefe wird an der Schanzkleidung festgemacht und durch geeignete Console unterstützt. Auf diesem Rahmen kann der Apparat zusammengesetzt oder auseinander genommen werden und darauf liegen bleiben, wenn er nicht gebraucht wird.
Die Lösevorrichtung an massiven Bäumen, welche keine überhängenden Theile haben, wird in folgender Weise gehandhabt (s. Fig. 17).
Die Enden des Grundseiles 01 sind durch Ringe o'1 des Baumes nach dem Bolzen in der Mitte des Baumes d geführt sind dort lose befestigt. Das Netz hängt an diesen Seilen 0 * mit den Ringen o3, oder der Baum α kann in Zwischenräumen mit kurzen Stücken Tau A behangen werden, Fig. 18, welche Schleifen bilden. Die Enden des Grundseiles sind an den Enden des Baumes mit Ringen o3 befestigt, durch welche die erste Schleife A hindurchgeht. Die zweite Schleife A' wird durch die erste Schleife A hindurchgesteckt und diese straff gezogen, dann geht die dritte Schleife A" durch A' und so fort bis zum Bolzen in der Mitte. Gleichzeitig werden die Netzringe o3 mit hindurchgezogen.
Ferner können am Baum α entlang kurze Eisenstücke t, wie Fig. 19 zeigt, befestigt werden, welche mit langen Schlitzen tl (s. Querschnitt), die nach den Baumenden zu offen sind, versehen sind. Am Netz werden Oesen angebracht mit Köpfen, die der Form des Schlitzes t1 entsprechen. Dieselben werden in die Schlitze eingeschoben und die Mitte des Netzes wird,
wie schon beschrieben, an den mittleren Bolzen festgemacht.

Claims (4)

Patent-AnSprüche:
1. Die Anordnung oder Combination der Theile, wonach der Schleppbaum in erhöhter Lage auf Gestellen mit Rädern getragen wird, und nach welcher der Schleppbaum in Sectionen angeordnet ist, welche leicht vereinigt oder auseinander genommen werden können.
2. Die Anordnung, dafs das Netz vom Schleppbaum leicht getrennt und auf dem Grunde geschlossen werden kann.
3. Die Anbringung von trichterförmigen Kammern an Fischnetzen für tiefe Seefischerei, in Combination mit Rollen, einem Grundseil, einer hinteren Walze und Schirmausspreizer, Grundseil mit Rechen( Netzschützer und zugehörigen Theilen.
4. Die Anordnung der Führungsrollen und Brooks für den vorstehend beschriebenen Zweck.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102010021105B3 (de) * 2010-05-20 2011-06-01 Fachhochschule Kiel Fanggeschirr für Grundschleppnetze

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102010021105B3 (de) * 2010-05-20 2011-06-01 Fachhochschule Kiel Fanggeschirr für Grundschleppnetze
WO2011150908A2 (de) 2010-05-20 2011-12-08 Fachhochschule Kiel Fanggeschirr für grundschleppnetze

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