DE108342C - - Google Patents

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DE108342C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C233/00Carboxylic acid amides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12: Chemische Verfahren und Apparate.
Zusatz zum Patente 102315 vom 9. Februar
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. April 1898 ab. Längste Dauer: 8. Februar 1913.
Es hat sich gezeigt, dafs die in dem Haupt- | Patent und dem Zusatz-Patent 102892 beschriebene Reaction nicht nur auf die dort genannten Phenolderivate angewendet werden kann, sondern ganz allgemein ist.
Man kann nämlich Derivate des Acetamide erhalten, indem man Chloracetamid mit den j Salzen beliebiger Alphole zur Reaction bringt, j und gelangt so zu therapeutisch werthvollen Körpern, welche bisher theils überhaupt nicht, theils nur auf Umwegen erhalten worden sind.
Die leichte Umsetzbarkeit des Chloracetamids im Sinne der Gleichung:
(XO) Me + ClCH2CONH2 = (XO)CH2CONH2 + Me Cl
(worin XO einen Alpholrest, Me ein Alkalimetall bedeutet), erscheint überraschend, weil die Amidogruppe im Chloracetamid sehr lose gebunden ist und es von vornherein nicht unwahrscheinlich schien, dafs die Phenolsalze unter Ammoniakabspaltung mit dem Chloracetamid reagiren würden.
Es mufs daher als eine überraschende Thatsache bezeichnet werden, dafs gerade das Chloracetamid viel leichter mit Alpholsalzen reagirt, als z. B. die Chloressigsäure oder der Chloressigester, indem bereits unter ioo° bei der Temperatur des siedenden Alkohols gute Ausbeuten der verschiedenen Alphoxylacetamide erzielt werden. Diese Beobachtung läfst darauf schliefsen, dafs durch den Eintritt der Amidgruppe in das Molecül der Chloressigsäure das Chloratom leichter beweglich geworden ist.
Durch das vorliegende Verfahren wird die Darstellung der amidirten Alphoxylessigsäuren, welche bisher mehrere Processe erforderte, nunmehr durch eine einzige, meist glatt verlaufende Reaction ermöglicht. Statt wie bisher (z. B. in dem Verfahren des Patentes 96492) ein Phenol zuerst in die Phenoxylessigsäure, dann in deren Ester überzuführen und ' aus diesem durch Einwirkung von Ammoniak das Amid zu gewinnen, kann man das letztere direct durch den einen Procefs der Einwirkung des Chloracetamids auf das Phenol darstellen. Dadurch wird nicht nur die Gewinnung der Alphoxylacetamide zu einer sehr bequemen synthetischen Methode, sondern es wird auch möglich sein, solche Alphoxylacetamide herzustellen, welche auf dem bisherigen Wege nicht gewonnen werden konnten, entweder weil die betreffenden Ester sich nicht in glatter Weise erhalten lassen, oder weil sie sich nicht glatt mit Ammoniak zu den Amiden umsetzen.
*) Früheres Zusatz-Patent 102892.
Das Verfahren schliefst sich an das des Haupt-Patents an und wird durch folgende Beispiele erläutert:
1. Darstellung von Phenoxylacetamid
C6H5- OCH2- CONH2.
9,4 kg Phenol werden mit 17,6 kg 99 proc. Alkohol, 19 kg 29 proc. Kalilauge und 9,35 kg Chloracetamid 6 Stunden im kochenden Wasserbade am Rückflufskühler erhitzt. Nach Zusatz von 200 1 Wasser scheiden sich beim Erkalten Krystalle ab, welche, nachdem die Mischung mittelst Kalilauge stark alkalisch gemacht ist, abgesaugt, mit Wasser gewaschen und aus Wasser unter Zusatz von Thierkohle umkrystallisirt werden.
Das erhaltene Product bildet farblose Blättchen vom Schmelzpunkt 101 bis 1020 und ist identisch mit dem bereits von Fritzsche (J. pr. Ch. [2] 20, 277) aus Phenoxyessigsäureester erhaltenen Körper.
Ersetzt man in diesem Beispiel das Phenol durch 12,4 kg Guajacol, so bildet sich Guajacoxylacetamid
X1)OCH5
υβΛ4\(2) O C H2-C O-N H2,
ein in farblosen Nadeln vom Schmelzpunkt 137 bis 1390 krystallisirender, geruchloser, schwach bitter schmeckender Körper, welcher sich leicht in heifsem Wasser und Alkohol, schwer in kaltem Wasser löst.
Durch Ersatz des Phenols durch 14,4 kg a- oder ß-Naphtol erhält man α- oderß-Naphtoxylacetamid, C10H7 O C H2 C O N H2, welche aus Wasser oder Alkohol, ersteres in farblosen Blättchen vom Schmelzpunkt 15 5 °, letzteres in farblosen Nadeln vom Schmelzpunkt 1470 krystallisiren. Die Körper sind mit den von Spica (Gaz. Chim. 16, 438 u. ff.) aus den entsprechenden Naphtoxylessigestern erhaltenen identisch.
2. Darstellung von p-Nitrophenoxyl acetamid, NO, C6H^ OCH, C ONH2.
13,9 kg p-Nitrophenol werden mit 25 kg 99 proc. Alkohol, 19 kg 29 proc. Kalilauge und 9,35 kg Chloracetamid 6 Stunden im kochenden Wasserbade am Rückflufskühler erhitzt. Alsdann wird mit ioo 1 Wasser versetzt und der Alkohol abdestillirt. Die beim Erkalten ausgeschiedenen Krystalle werden nach Zusatz von Kalilauge bis zur stark alkalischen Reaction abgesaugt, mit Wasser gewaschen und aus Alkohol unter Zusatz von Thierkohle umkrystallisirt.
Der neue Körper bildet farblose Prismen oder Nadeln vom Schmelzpunkt 154 bis 1 56°; sie sind geruchlos und lösen sich schwer in Wasser und kaltem Alkohol, leicht in heifsem Alkohol. Eine Stickstoffbestimmung hatte folgendes Ergebnifs:
0,2 g Substanz gaben bei 170 und 746 mm 25,2CcmiV= 14,35pCt.AT; berechnet 14,3pCt.iV.
Ersetzt man das Nitrophenol in vorstehendem Beispiel durch 13,7 kg Salicylamid bezw. 33,1 kg Tribromphenol, so erhält man das Acetamidäthersalicylamid
r π /(i) C ON Hn
°ß -i\(2)· O CH2-C ONH2
bezw. Tribromphenoxylacetamid
Br3- C6 H2- OCH2- C ONH2.
Ersteres bildet farblose, geruch- und geschmacklose Nadeln vom Schmelzpunkt 208 bis 2100, welche sich schwer in kaltem Wasser, leichter in heifsem lösen; den Bromkörper erhält man in Form geruchloser, bitter schmeckender Krystalle vom Schmelzpunkt 200 °, die in kaltem Wasser und Alkohol schwer, leichter in heifsem Alkohol löslich sind.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Darstellung von Alphoxylacetamiden nach dem Verfahren des Patents 1023 ι 5, darin bestehend, dafs man Chloracetamid auf Salze von Alpholen einwirken läfst.
2. Als Ausführungsformen die Verwendung von Phenol, Guajacol, a-Naphtol, ß-Naphtol, p-Nitrophenol, Salicylamid und Tribromphenol in dem Verfahren des Anspruchs 1.
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DE (1) DE108342C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2769833A (en) * 1953-11-02 1956-11-06 Diamond Alkali Co Production of phenoxy acid esters through the potassium phenolate
DE1239310B (de) * 1963-09-26 1967-04-27 Kyorin Seiyaku Kk Verfahren zur Herstellung von Piperazinderivaten

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US2769833A (en) * 1953-11-02 1956-11-06 Diamond Alkali Co Production of phenoxy acid esters through the potassium phenolate
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