CH652160A5 - Kragplattenanschlusselement. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kragplattenanschlusselement zum isolierten, kraftschlüssigen Verbinden mit einer auskragenden Platte, mit einem Isolationskörper und diesen durchsetzenden Armierungsstäben.
Bis anhin gab es zwei Möglichkeiten, einen Kragplattenan-schluss zu erstellen, nämlich erstens, eine Betonplatte ununterbrochen vom aufliegenden Teil zum auskragenden Teil durchzuziehen oder zweitens, die Betonplatte zwischen aufliegendem Teil und aussenliegendem Teil zu trennen. Im ersten Fall ergeben sich grosse Temperaturunterschiede in den innen- und aussenliegenden Teilen, welche zu Rissbildungen im Beton führen. Die Armierung kann bei Eintreten des Wassers in die Risse durch Rostbildung beschädigt oder sogar zerstört werden. Dies bedingt jeweils aufwendige Sanierungsmassnahmen. Wird die Armierungsbeschädigung zu spät entdeckt, so kann der Verlust der Tragfähigkeit bis zum Bruch der Kragplatte führen. Im zweiten Fall wird mittels Kragplattenanschlusselementen die entsprechende, isolierte Verbindung hergestellt.
Aus der EU-A 034 332 ist ein Kragplattenanschlusselement mit einem Isolationskörper und diesen durchsetzenden Armierungsorganen bekannt. Unter Einwirkung der Schwerkraft auf die Kragplatte entsteht ein Drehmoment, welches bekanntlich durch zwei parallele entgegengesetzte Kräfte verursacht wird. Diese Kräfte werden im Kragplattenanschlusselement gemäss der EU-A 034 332, einerseits durch gestreckte Armierungsseisen für die Zugkräfte, andererseits durch Dur-ckelemente im Isolationskörper für die entgegengesetzten Druckkräfte, aufgenommen und auf den Baukörper übertragen.
Die Verwendung von Druckelementen und Zugstäben, die beide den druckfesten Isolationskörper durchsetzen, ist herstellungstechnisch relativ aufwendig. Das gesamte Kragplattenanschlusselement ist zudem relativ sperrig und unstabil. Obwohl das genannte Kragplattenanschlusselement relativ aufwendig ist, ist es statisch nicht optimal gestaltet.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kragplattenanschlusselement zu schaffen, welches die vorgenannten Nachteile behebt.
Diese Aufgabe löst ein Kragplattenanschlusselement der eingangs genannten Art mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Die Gestaltung der Armierungsstäbe in Form von vertikal verlaufenden Schlaufen ermöglicht es durch dasselbe Organ sowohl die Zug- wie die Druckkräfte aufzunehmen. Das gesamte Element ist besser zu handhaben, da die Schlaufen untereinander durch Querstäbe verbunden sind.
Im weiteren bezieht sich die Erfindung auf eine Verwendung des Kragplattenanschlusselementes zur Verbindung einer Wohndecke mit einer Balkonbodenplatte. Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Im folgenden wird anhand der beiliegenden Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung des Kragplattenanschlusselementes,
Fig. 2 die Verwendung des Kragplattenanschlusselementes zwischen einer Wohnungsdecke und einer Balkonbodenplatte,
Fig. 3 einen Teil des Kragplattenanschlusselementes in vergrössertem Massstab,
Fig. 4 und 5 Distanzhalter für die Armierungsstäbe des Kragplattenanschlusselementes,
Fig. 6 einen Bügel sowie dessen Anordnung an den Armierungsstäben,
Fig. 7 ein Eckelement.
Das Kragplattenanschlusselement 1 gemäss Fig. 1 umfasst einen quaderförmigen Isolationskörper 2 sowie senkrecht zu zwei seiner Aussenflächen in gleichen Abständen parallel angeordnete schlaufenförmige Armierungsstäbe 3,4,5 und 6. Auf beiden Seiten des Isolationskörpers sind oben und unten innerhalb der schlaufenförmigen Armierungsstäbe 3,4,5 und 6 untereinander parallel und parallel zu den obgenannten Aussenflächen des Isolationskörpers 2 angeordnete obere Querstäbe 7,8,9 und 10 sowie untere Querstäbe 11,12,13 und 14 vorgesehen. Die schlaufenförmigen Armierungsstäbe 3,4,5 und 6 sind vorzugsweise aus verzinktem Stahl III oder aus rostfreiem Stahl mit einem Durchmesser von 14 mm oder 16 mm hergestellt. Die Querstäbe 7 bis 14 sind vorzugsweise aus Stahl III mit einem Durchmesser von 6 mm gefertigt. Der Isolationskörper 2 ist vorzugsweise aus wasserabstossender Steinwolle gefertigt und damit auch brandsicher. Vorzugsweise weisen die Armierungsstäbe 3 bis 6 untereinander einen Abstand von ca. 25 cm auf. Die Querstäbe werden mit den Armierungsstäben verschweisstund an den Stabenden zum Schutz gegen Verletzungsgefahr mit nichtdargestellten Plastikhütchen versehen. Der Isolationskörper kann für einen besseren Schutz gegen Wasser oder Dampf auch mit einer nichtdargestellten Schutzfolie ganz oder teilweise eingepackt werden. An den äusseren Armierungsstäben 3 und 6 des Kragplattenanschlusselementes 1 sind am unteren Teil je zwei äussere, winkelförmige Distanzhalter 15,16,17 und 18 sowie je zwei innere, radförmige Distanzhalter 19,20,21 und 22 vorgesehen.
In Fig. 2 ist das Kragplattenanschlusselement 1 in einge2
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bautem Zustand zwischen einer vertikalen Hausinnenwand
23 und einer vertikalen Hausaussenwand 24 dargestellt Eine linke Schlaufe 25 des Armierungselementes 3 erstreckt sich in eine Balkonbodenplatte 26 und eine rechte Schlaufe 27 des Armierungselementes 3 in eine Wohnungsdecke 28. Ein Netz aus Armierungsstäben 29 und 30 in der Balkonplatte ist mit dem linken Teil 25 der Armierungsstäbe des Kragplattenanschlusselementes verbunden. Oberhalb und unterhalb des Isolationskörpers 2 gemäss Fig. 2 erstreckt sich die Isolation zwischen der Hausinnenwand 23 und der Hausaussenwand
24 in vertikaler Richtung nach unten und oben weiter. Zwischen der Balkonplatte 26 und der Hausaussenwand 24 kann unterhalb der Balkonplatte eine Trennmatte 32 vorgesehen sein. Um ein Benetzen oder ein Verschmutzen der Isolation unterhalb des Kragplattenanschlusselementes, d.h. im bestehenden Mauerwerk zu vermeiden, kann im unteren Bereich des Isolationskörpers 2 beidseitig ein Füllschaumstoff 33 zur sauberen Abtrennung zwischen Betondecke und Isolation angebracht werden. Die Länge der Armierungsstäbe wird so gewählt, dass die Kraftübertragung auf das Armierungsnetz 29,30 und die Platte 26 gewährleistet ist und die erforderliche Verankerungslänge eingehalten wird.
In Fig. 3 ist ein Ausschnitt des Kragplattenelementes 1 in vergrössertem Massstab dargestellt. Dabei ist der gemäss Fig. 2 in die Balkonbodenplatte hineinragende Teil 25 des vordersten Armierungsstabes mit den Distanzhaltern 15 und 19 dargestellt. Der äussere Distanzhalter 15 ist zwischen den Querstäben 11 und 12 und der innere Distanzhalter zwischen dem Querstab 12 und dem Isolationskörper im unteren Teil der Armierungsschlaufe 3 angebracht.
Gemäss Fig. 4 besteht der äussere Distanzhalter 15 aus einem mit dem Armierungsstab 3 verschweissten Winkeleisen mit zwei Schenkeln 34 und 35, wobei im unteren Schenkel 35 ein Loch 36 zum Einschlagen eines Nagels in die Holzverschalung unterhalb der Betondecke vorgesehen ist. Auf dem unteren Schenkel 35 wird vorzugsweise ein nichtdargestellter Kunststoffhut aufgesetzt.
Der innere Distanzhalter 19 gemäss Fig. 5 ist vorzugsweise aus Kunststoff in der Form eines eine Nabe 37 aufweisenden Rades dargestellt. Durch einen Schlitz 38 kann der Distanzhalter 19 auf den Armierungsstab 3 aufgesetzt werden.
Mit Hilfe des beschriebenen Kragplattenanschlusselementes kann eine einwandfreie Wärmeisolation erzielt werden, was sich auf eine K-Wert-Verbesserung gegenüber konventionellen Methoden auswirkt. Die häufig auftretenden grauen bis schwarzen Verfärbungen an den Deckenrändern im Wohnbereich entstehen nicht mehr, da durch die korrekt isolierte Trennung eine Wärmebrücke vermieden wird. Im weiteren besteht ein Vorteil darin, dass keine zusätzliche Stützkonstruktion erstellt werden muss. Der Isolationskörper des Kragplattenanschlusselementes dient beim Bauvorgang gleichzeitig als Abschalung. Die Kragplatte kann also, wenn dies für den Baufortschritt einen Vorteil bringt, nachträglich erstellt werden, ohne dass dadurch zusätzliche Arbeit entstehen würde. Mit den Armierungsstäben des Kragplattenanschlusselementes wird das grösste auftretende Moment in der Kragplatte aufgenommen. Da das Moment vom Auflagepunkt aus sehr rasch kleiner wird, ist das massgebende Moment für die Armierung des Kragplattenanschlusselementes wesentlich kleiner. Das bedeutet, dass sich im Normalfall eine bemerkenswerte Armierungseinsparung ergibt. Durch das Verwenden eines brandsicheren Isolations-materiales für das Isolationselement kann ohne weiteres ein
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Feuerschutz F 90 gemäss den öffentlichen Brandschutzvorschriften erreicht werden.
Bei korrektem Einbau des Kragplattenanschlusselementes sollten die Armierungsstäbe desselben nicht mit Wasser in Berührung kommen. Um jedoch ganz sicher zu gehen, kann ein wasserabstossendes Material für den Isolationskörper 2 sowie rostfreier oder verzinkter Stahl für die Armierungsstäbe verwendet werden, um ein rostunanfälliges Element herzustellen. An der Stelle, wo die Armierungsstäbe durch den Isolationskörper hindurchtreten, kann auf dieselben Leim aufgetragen werden.
Ein weiterer Vorteil des Kragplattenanschlusselementes liegt darin, dass die Trittschallübertragung von der Kragplatte zur aufliegenden Platte, also z.B. von der Balkonbodenplatte zur Wohnungsdecke, wesentlich kleiner wird und somit eine Verbesserung des Wohnkomfortes bewirkt.
Ein weiterer Vorteil beim Einsatz der Kragplattenan-schlusselemente liegt darin, dass die freie Wahl des günstigsten Zeitpunktes für die Erstellung der Kragplatte besteht sowie ein rationelles Armieren erfolgen kann.
Das Kragplattenanschlusselement kann auch für andere Zwecke, z.B. zur Verbindung von beliebigen Betonteilen verwendet werden. Ein nachträgliches «Ausbiegen» der Armierungsstäbe ist nicht erforderlich, was wiederum zur Folge hat, dass die Armierungsstäbe des Kragplattenanschlusselementes nicht unnötigen oder sogar Tragfähigkeitsverlust bewirkenden Störungen unterzogen werden.
In Fig. 6 ist ein Bügel 39 aus Armierungsstahl sowie dessen Anordnung an den Armierungsstäben des Kragplattenanschlusselementes dargestellt. Der Bügel wird in Form einer Schlaufe jeweils auf beiden Seiten des Isolationskörpers um den schlaufenförmigen Armierungsstab 3 gelegt und dient zur Übertragung der Querkraft. An jedem der vier schlaufenförmigen Armierungsstäbe 3-6 eines Kragplattenanschlusselementes 1 werden je zwei Bügel 39 angebracht.
In Fig. 7 ist in schematischer Art ein Eckelement 40 dargestellt, welches z.B. bei Baikonen verwendet wird, welche auf zwei Seiten eines Hauses vorgesehen sind. Die vier schlaufenförmigen Armierungsstäbe 41 sind schiefwinklig zum Isolationskörper angeordnet. Die parallel zum Isolationskörper verlaufenden Querstäbe 42 sind ebenfalls durch strichpunktierte Linien dargestellt.
Falls die Armierungsstäbe der Kragplattenanschlussele-mente aus normalem Armierungsstahl gefertigt sind, werden sie vorzugsweise im Bereich des Isolationselementes bis einige Zentimeter ausserhalb des Elementes mit Rostschutz überzogen. Beispielsweise können die Armierungsstäbe in einem ersten Schritt sandgestrahlt oder blankgebürstet werden. In einem zweiten Schritt können sie mit Rostschutz, beispielsweise Epoxi-Bleimenning, eventuell in mehreren Phasen, versehen werden. In einem dritten Schritt kann auf den Rostschutz Quarzsand aufgebracht werden.
Die Armierungsstäbe können auch aus normalem Armierungsstahl und rostfreiem Stahl kombiniert werden. In diesem Falle ist der rostfreie Stahl im Bereich des Isolationskörpers bis einige Zentimeter ausserhalb desselben vorgesehen. Die übrigen Teile der Armierungsstäbe würden dann aus normalem Armierungsstahl gefertigt werden. In diesem Falle wäre kein Aufbringen eines Rostschutzes notwendig.
Die Bügel 39 gemäss Fig. 6 können mit Distanzhaltern in Richtung des Isolationskörpers 2 versehen sein, damit derselbe sich vor dem Betonieren nicht relativ zu den Armierungsstäben verschieben kann.
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4 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Kragplattenanschlusselement zum isolierten, kraftschlüssigen Verbinden mit einer auskragenden Platte, mit einem Isolationskörper und diesen durchsetzenden Armierungsstäben, dadurch gekennzeichnet, dass die Armierungsstäbe (3-6) schlaufenförmig, in einer vertikalen Ebene verlaufend ausgebildet sind, die durch etwa senkrecht zu ihnen verlaufende Querstäbe (7-14) miteinander verbunden sind.
2. Kragplattenanschlusselement nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die schlaufenförmigen Stäbe (3-6) als geschlossene Schlaufen ausgebildet sind.
3. Kragplattenanschlusselement nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der obere und untere Teil jeder Schlaufe (3-6) mittels eines Bügels (39) miteinander verbunden sind (Fig. 6).
4. Kragplattenanschlusselement nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationskörper mindestens teilweise mit einer Schutzfolie umgeben ist.
5. Kragplattenanschlusselement nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Armierungsstäbe mit Distanzhaltern versehen sind.
6. Kragplattenanschlusselement nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationskörper aus Steinwolle besteht.
7. Verwendung des Kragplattenanschlusselementes nach einem der Patentansprüche 1 bis 6 zur Verbindung einer Wohndecke mit einer Balkonbodenplatte.
8. Verwendung nach Patentanspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Kragplattenanschlusselementes im bestehenden Mauerwerk Isolationsmaterial vorgesehen ist.
9. Verwendung des Kragplattenanschlusselementes nach einem der Patentansprüche 1 bis 6 als Abschalungselement.
Priority Applications (4)
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