Wegübergangs-Signalanlage mit einem Stromkreis zur Überwachung und Betätigung der Wegübergangssignale. Die Wegübergangssignale der meisten Wegübergangs-Signalanlagen liegen in der Nachbarschaft von Stationen, so dass es not wendig ist, sie von Hand ein- und ausschal ten zu können. Damit ergibt sich auch die Notwendigkeit der Überwachung, denn der die Anlage von Hand bedienende Beamte muss sich vergewissern können, ob die Anlage eingeschaltet ist oder nicht.
Zu solchen Anlagen waren also bisher von der Station aus mindestens vier Adern notwendig, nämlich je eine Ader für die Ein schaltung, die Ausschaltung und die Über wachung, sowie eine gemeinsame Rückleitung. Zudem sind bei den bisher üblichen Schal tungen meistens noch besondere Leitungen zu den Einschaltschienen-Kontakten not wendig.
Im allgemeinen sind in den schon längs der Strecke verlegten Kabeln nicht genügend Adern vorhanden. Es sind also neue Kabel notwendig, durch die die Erstellungskosten der Anlage meist bedeutend erhöht werden. Es ist daher wünschenswert, die Zahl der notwendigen Adern möglichst zu reduzieren. Wenn dies möglich ist, kann sogar in man chen Fällen die Zahl der Reserveadern in den vorhandenen Kabeln genügen, so dass die Ein sparung durch die Verminderung der notwen digen Aderzahl ganz erheblich ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Wegübergangs-Signalanlage, bei welcher zwei Adern zwischen den Signalen und der Über wachungsstelle für alle diese Funktionen ge nügen. Die erfindungsgemässe Anlage ist da durch gekennzeichnet, dass der Ruhestrom eines Einschaltrelais, dessen Unterbrechung das Abfallen des Einschaltrelaisankers und damit die Einschaltung der Wegübergangs signale zur Folge hat, über die Wicklung des zur Überwachung dienenden Kontroll- organes verläuft. Dieses Kontrollorgan gibt jedoch seine optischen oder akustischen Sig nale nur ab, wenn es von dem intermittie rend durch den Blinkschalter im Betriebs zustand der Wegübergangssignale unterbro- ebenen Strom durchflossen wird.
In diesem Zustand der Anlage ist das Einschaltrelais aus- und ein Ausschaltrelais in den Strom kreis eingeschaltet. Letzteres vermag jedoch auf die durch den Widerstand des Kontroll- organes in der Intensität begrenzten Strom stösse nicht anzusprechen. Sobald das Kon trollorgan mittels einer Ausschalttaste kurz geschlossen ist, übersteigt der Strom im Aus schaltrelais dessen Ansprechwert.
Durch die Fig. 1 und 2 in der beiliegen den Zeichnung ist ein Beispiel einer solchen Anlage veranschaulicht.
In Fig. 1 ist das Einschaltrelais mit 1 und das Kontrollorgan mit G bezeichnet. Es ist ferner<I>TB</I> der Blinkschalter (zum Beispiel ein solcher nach Schweizerpatent Nr. 123 O52), TV ein Verzögerungsschalter (zum Beispiel ein solcher nach Schweizerpatent Nr.141408) SKI, SKII und SKIII sind Schienenkon takte, bezw. ähnlich wirkende Apparate, die zur Ein- bezw. Ausschaltung der Signalan lage durch den fahrenden Zug dienen. Im Schema nach Fig. 1 ist die Grundstellung der Anlage veranschaulicht, in der das Relais 1 erregt, das Relais 2 dagegen unerregt ist.
In der Fig. 2 ist der Situationsplan der Anlage dargestellt. Das Schema nach Fig. 1 selbst ist so aufgezeichnet, dass auf die ört liche Lage der Apparate Rücksicht genom men ist in dem Sinne, dass die im Schema dargestellten Apparate oberhalb des im Si tuationsplan angedeuteten Aufstellungsortes dargestellt sind.
Es ist für die Funktion der Anlage gleich gültig, ob das Kontrollorgan G seinen Anker durch den Ruhestrom des Einschaltrelais 1 anzieht oder nicht. Ist beispielsweise das Kontrollorgan als Glocke ausgebildet, die keinen Unterbrecherkontakt besitzt, also eine sogenannte Einschlagglocke, so wird das akustische Zeichen nur hörbar, wenn der Strom periodisch unterbrochen wird. Eine solche Glocke ertönt auch dann nicht, wenn ihr Anker durch den Ruhestrom des Ein schaltrelais angezogen wird. Ist die Strom empfindlichkeit des Kontrollorganes wesent lich kleiner als diejenige des Einschaltrelais 1, so dass der Ruhestrom des Einschaltrelais nicht genügt, um das Kontrollorgan zu be tätigen, so kann auch eine normale Glocke mit Unterbrecherkontakt als Kontrollorgan gewählt werden.
Der Ruhestrom des Einschaltrelais 1 fliesst vom Pluspol der Batterie kommend über den Kontakt der Einschalttaste E auf der Station, das Kontrollorgan G, den Schienenkontakt ,SKI, den Umschaltkontakt 11 des Einschalt relais 1, den Schienenkontakt SKIII über die Wicklung des Einschaltrelais 1 zum Minus pol.
Wird durch Befahren eines der Schienen kontakte SKI oder SKIII oder durch Be tätigen der Einschalttaste E dieser Strom kreis unterbrochen, so wird die Spule des Einschaltrelais 1 stromlos, wodurch es durch Umlegen seines Umschaltkontaktes 11 den Ruhestromkreis dauernd unterbricht und durch Schliessen seines Kontaktes 12 den Strom kreis der Lampen des Blinklichtsignales über den Blinkschalter schliesst.
Mittels der durch die Kontakte t2 bezw. ts periodisch ange schalteten Heizstromkreise des Blinkschalters kommt die Quecksilbersäule in bekannter Weise in Schwingung, so dass sie auch die Kontakte 1i bezw. t4 periodisch mit dem Queck silber t5 verbindet.
Ausser den genannten Stromkreisen für die Blinklampen der Anlage wird folgender Stromkreis über den Kontakt tr periodisch hergestellt: Vom Pluspol über die Einschalttaste E auf der Station, das Kontrollorgan G, den Schienenkontakt SK <I>I,</I> den Umschaltkontakt 11, die Spule des Aus schaltrelais 2, den Kontakt ti, t5 des Blink schalters, den Relaiskontakt 12 zum Minus pol der Batterie. Das Kontrollorgan G wird somit periodisch an Spannung gelegt, wobei jedoch das in den Stromkreis eingeschaltete Ausschaltrelais 2 auf die durch den Wider stand des Kontrollorganes in der Intensität begrenzten Stromstösse nicht anzusprechen vermag.
Der Strom im Ausschaltrelais über steigt jedoch dessen Ansprechwert, sobald das Kontrollorgan mittels der Ausschalttaste A kurzgeschlossen wird.
Bei erregtem Ausschaltrelais 2 schliesst ein Kontakt 21 dieses Relais den Stromkreis des Verzögerungsschalters<I>T</I> P solange, bis der Blinkschalter den Stromkreis des Aus schaltrelais mittels seines Kontaktes t1 wieder unterbricht. Der erregte Verzögerungsschalter hält seinen Kontakt tv1 geschlossen, der die Spule des Einschaltrelais 1 direkt an Batterie spannung legt, so dass das Relais 1 wieder erregt wird. Die Kontakte des Relais 1 gehen in die ursprüngliche Lage zurück, wodurch einerseits der Stromkreis der Lampen der Blinklichtsignale unterbrochen wird, während anderseits der normale Ruhestromkreis wieder hergestellt wird, so dass nach Ablauf der Verzögerungszeit und Unterbruch des Kon taktes tv1 des Verzögerungsschalters der der Ruhestellung der Anlage entsprechende Strom verlauf wieder eintritt.
Da die Schienenkon takte SKI bezw. SKIII direkt im Ruhe stromkreis des Einschaltrelais 1 liegen, sind keine besonderen Adern für den Schienen kontakt SKI wie bei den bisherigen Weg- übergaDgssignalanlagen notwendig.
Wie aus der obigen Beschreibung hervor geht, müssen die Widerstände der Relais 1 bezw. 2 sowie des Kontrollorganes G so ge wählt werden, dass sie zu der Stromempfind lichkeit dieser drei Organe in bestimmtem Verhältnis stehen. Insbesondere muss der Widerstand des Kontrollorganes G so gross sein, dass die Stromstärke des in der Arbeits stellung der Wegübergangs-Signalanlage durch das Kontrollorgan G und die Ausschaltspule 2 fliessenden Stromes kleiner ist als der An sprechwert der Spule 2. Damit sich beim Kurzschluss des Kontrollorganes G durch den betätigten Ausschaltkontakt A ein genügend grosser Stromanstieg in diesem Leitungszug einstellt, dass das Relais 2 anzuziehen ver mag, muss der Widerstand dieses Relais 2, sowie der Widerstand des Leitungszuges möglich klein gehalten werden.
Der Umschalt kontakt 11 des Relais 1, der im Betriebszu stand der Wegübergangs-Signalanlage die Spule des Relais 2 in den Leitungszug einschaltet, liegt daher so in der Schaltung, dass gleich zeitig mit der Spule des Relais 1 die für die Ausschaltung nicht notwendige Leitungs- schleife über den Einschaltschienenkontakt SKIII aus dem Leitungszug ausgeschaltet ist.
Als Kontrollorgan ist in dem dargestell ten Schema eine Glocke eingezeichnet. Wenn andere Überwachungseinrichtungen, zum Bei spiel Lampen, vorgesehen werden sollen, deren Widerstand schlecht auf die oben ge nannten Bedingungen abgestimmt werden kann, wird vorteilhaft an Stelle der Glocke G ein weiteres Relais verwendet, dessen Kon takte die Überwachungseinrichtung, beispiels weise Lampen, betätigen. Die Spannung für die letzteren kann vorteilhafterweise aus dem in der Station vorhandenen Ortsnetz ent nommen werden. Ein besonderes Relais als Kontrollorgan kann jedoch vermieden wer den, wenn eine Einschlagglocke verwendet wird, deren Anker einen für das optische Signal notwendigen Kontakt trägt.