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Läuteeinrichtung für Bahnanlagen.
Die Läutewerke an den Wegübergängen von Eisenbahnen u. dgl. werden bekanntlich mit Hilfe von Induktoren in Tätigkeit gesetzt. Für beide Verkehrsrichtungen werden dieselben Läutewerke und dieselbe Leitung benutzt, welche die beiden Endstationen oder Gegenstationen miteinander ver- bindet. Der Induktor wird mit Hilfe einer Taste in die Leitung geschaltet. Deren Stationsende liegt in Ruhe an Erde. Der Induktorstrom löst die mit Federaufzug versehenen Läutewerke aus, die dann in einer bestimmten Zeit ablaufen, d. h. während einer bestimmten Zeit tätig sind und eine bestimmte
Zahl von Schlägen geben. Diese Anordnung hat den Nachteil, dass ein Signal, welches von der Gegenstation gegeben wird, verlorengeht, wenn die Läutewerke gerade ablaufen.
Durch die Erfindung ist eine solche vergeblich Signalgabe verhütet. Wenn nämlich von einer
Station aus die Läutewerke ausgelöst sind, ist die Gegenstation gesperrt, d. h. verhindert, die Läute- werke zu beeinflussen, u. zw. dauert die Sperrung so lange, wie die Läutewerke ablaufen. Dabei kann dafür gesorgt werden, dass durch Drücken der Taste einer Station Relais ansprechen, die eine Signalvorrichtung betätigen, sobald in der Gegenstation ebenfalls die Taste gedrückt wird, und hiedurch anzeigen, dass die Leitung besetzt ist.
Fig. 1, 2 und 3 sind Schaltbilder je eines Beispieles der neuen Anordnung. Relais sind mit grossen
Buchstaben, ihre Kontakte mit den gleichen kleinen Buchstaben bezeichnet und durch Indizes voneinander unterschieden.
Die Läutewerke sind mit A bezeichnet. In jeder Station der beiden Einrichtungen nach Fig. 1 und 2 ist ein Induktor J, J1 vorgesehen. Durch die Tasten T, Tl können die Induktoren an die Leitung geschaltet werden. Soweit ist die Anordnung bekannt. Zur Verwirklichung des Erfindungsgedankens liegen in Reihe mit den Induktoren J, J1 Batterien B, Bi, durch welche Linienrelais L, Li gespeist werden.
Wird die Taste Tl der in Fig. 1 rechts gezeigten Station gedrückt, so bringt die Batterie Bi über die Kontakte 01" 01" des Relais 01, das sich noch in Ruhe befindet, sowie über die Läutewerke A und über die Kontakte o", o, des Relais 0, das sich ebenfalls noch in Ruhe befindet, das Relais L der links dargestellten Station zum Ansprechen. Hiedurch legt der Kontakt l'des Relais L ein Verzögerungsrelais V, das z. B. ein Quecksilberverzögerungsschalter ist, an die Batterie B. Relais V spricht daher an. Ein Quecksilberverzögerungsschalter wird verwendet, weil er eine lange Schaltzeit erlaubt. Das Relais V erregt über den Kontakt v das Ortsrelais 0, dem ein Schauzeichen Sparallelgeschaltet ist.
Relais 0 schaltet durch den Kontakt o'den Induktor J ab und legt dabei T über den Kontakt o" an Erde. Ausserdem wird Relais L über olv unmittelbar an die die Läutewerke A enthaltende Leitung gelegt. Relais L, statt dessen zwei Relais mit je einer Wicklung vorhanden sein können, hat zwei Wicklungen, deren eine, nämlich 11, hoehohmig ist und durch den Kontakt 0"/kurzgeschlossen wird.
Relais L fällt ab, da die Batterie B, und die zweite Wicklung I, die niederohmig ist, nicht genügen, es zu halten. Während dieser Zeit ändert sich am Relais 0 nichts, da der Kontakt v noch geschlossen ist. Würde die hochohmig Wicklung 11 des Relais L nicht kurzgeschlossen, dann würden die Läutewerke auf den jetzt folgenden Impuls des Induktors. J1 der rechts gezeigten Station nicht ansprechen.
So aber löst dieser Impuls die Läutewerke aus und bringt das Relais L über die Wicklung I nochmals zum Ansprechen. Relais V wird in diesem Augenblick neu eingeschaltet und hält den Kontakt etwas länger geschlossen als die Ablaufzeit der Läutewerke beträgt. Das zweite Einschalten des Relais V
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Sperrung davon unabhängig zu machen, wieviel Zeit zwischen dem Drücken der Taste Tl und dem Drehen des Induktors J1 verflossen ist. Die Haltezeit des Relais V ist grösser als die Ablaufzeit der Läutewerke. Hiedurch wird erreicht, dass die Gegenstation während der gesamten Ablaufdauer der Läutewerke gesperrt ist. Nach Abschalten des Relais V kehrt die Anlage in den Ruhezustand zurück.
Das Schauzeichen S der linken Station spricht gleichzeitig mit dem Relais 0 in dem Augenblick an, wo auf der rechten Station die Taste T1 gedrückt wird, und zeigt an, dass die Leitung gesperrt ist.
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können beliebige andere Zeichengeber verwendet werden. Wenn die Leitung gesperrt ist, merkt der Bedienende dies auch beim Drehen der Induktorkurbel, da die Leitung abgeschaltet ist und keine Last an dem Induktor hängt, dieser also leer läuft.
Wenn die Taste T der links gezeigten Station betätigt wird, erfolgt das beschriebene Spiel auf der rechts gezeigten Station und sperrt diese, denn jede Station ist ebenso eingerichtet wie die andere.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einer Linie, die nach beiden Seiten arbeitet. Ortsrelais, Verzögerungsrelais, Induktor, Batterie und Besetztzeichen sind nur einmal vorhanden, während für jede Richtung je ein Linienrelais L, L'und L/, Li sowie eine Taste T, T' and T1, T'1 vorhanden ist. Die Signalabgabe wird hiedurch in Abhängigkeit von der Arbeitsrichtung gesperrt. Es ist also z. B. möglich. von der rechts gezeigten Station nach der links dargestellten zu läuten, diese hiedurch zu sperren und
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zu läuten.
Die Anordnung kann auch solcher Art sein, dass auf jeder Station ein einziges Linienrelais zum Arbeiten nach beiden Richtungen dient.
In Fig. 3 bedeutet in jeder der beiden dargestellten Stationen Ta die Auslösetaste, J den Läuteinduktor, Seine Signalvorrichtung, z. B. ein Schauzeichen, TV eine zweite Signalvorriehtung, 7. B. einen Wecker. Der Minuspol der Batterie ist geerdet.
Wird in der links gezeigten Station die Taste Ta gedrückt, so spricht dort über die Kontakte oi,
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taktes 1'4 erhält das Linienrelais L der rechts gezeigten Station Strom über die Kontakte 116,/'1 der linken Station sowie über die Läutewerke A und die Kontakte r1, h1 der rechten Station. Relais L
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dauernd auf"Besetzt"zeigt. Bei Drücken der Taste Tex ertönt der Wecker W. Der gleiche Vorgang spielt sich in der linken Station ab.
Entsteht bei X eine Unterbrechung, so sprechen beim Drücken der Taste Ta irgendeiner der beiden Stationen die Relais R und H dieser einen Station an. Da Relais L nicht ansprechen kann, denn sein Stromkreis ist bei X unterbrochen, bleibt der Kontakt l1 in Ruhe, so dass der Wecker über
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dass das Schauzeichen tätig wird, dann deutet dies auf einen Leitungsbruch oder einen sonstigen Fehler der Anlage hin.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Läuteeinrichtung für Bahnanlagen, bei der Stationen durch eine Leitung verbunden sind, in die Läutewerke eingeschaltet sind, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stationen eine Relaiseinrichtung vorhanden ist, welche die Leitung von der Beeinflussungseinrichtung der einen Station abschaltet, solange die Läutewerke als Folge einer Beeinflussung durch die Gegenstation ablaufen.