CH136902A - Verfahren und Vorrichtung zum Haltbarmachen von flüssigen Nahrungsmitteln, insbesondere von Milch. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Haltbarmachen von flüssigen Nahrungsmitteln, insbesondere von Milch.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Haltbarmachen von flüssigen Nahrungsmitteln, insbesondere von Milch. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ha.ltharmachen verschiedener flüssiger Nahrungsmittel, un ter Vermeidung, nachteiliger Veränderungen, wie sie die bekannten Verfahren mit sich bringen.
Insbesondere für Milch ist ein sol ches Verfahren von grosser Bedeutung und es wird daher das Verfahren im folgenden vorzugsweise in seiner Anwendung für Milch beschrieben: Rohe Milch ist nur .dann h.alfhar, wenn sie bakterienfrei ist und enthaltene Keime vollkommen abgetötet wurden. Letzteres kann zum Beispiel durch längeres oder mehrmaliges Kochen oder durch chemische Zusätze erreicht werden.
Durch Kochen lei den bekanntlich Geschmack, Nährwert und Verdaulichkeit :der Milch sehr stark, die Konservierung durch chemische Zusätze er weist sich, wenn .die Zusätze in ausreichen der Menge angewendet werden, als gesund- heitsschädlich und daher als unzulässig.
Bei Behandlung der Milch nach dem 'Verfahren gemäss der Erfindung wird ihre natürliche Zusammensetzung nicht geändert und der Vitamingehalt nicht gestört, es bleiben vielmehr alle Eigentümlichkeiten der rohen Milch, .die dieselbe wertvoll erscheinen lassen, im Gegensatz zu ,den bekannten Ver fahren, welche mit hoher Temperatur Ste rilisierung ,anstreben, erhalten.
Wesentlich ist hiefür, @dass nach ,dem Verfahren vorliegender Erfindung die zu behandelnde Flüssigkeit von Luft befreit und im luftverdünnten Raume einer Ein wirkung von elektrischem Strom unterzogen wird. Nötigenfalls kann die Flüssigkeit ausserdem noch einem magnetischen Feld ausgesetzt werden.
Die Einwirkung des elek- trischenStromes wird bei erhöhter Tempe ratur vorgenommen, wobei über jene Tempe ratur, bei der in der zu behandelnden Flüs sigkeit eine nachteilige Veränderung -der Beschaffenheit vor sich geht, bei Milch zum Beispiel 63 C, nicht erericht werden darf.
Der Entkeimungsvorgang wird im fol genden anhand einer in der Zeichnung dar gestellten, beispielsweisen Ausführung einer Entkeimungsvorrichtung zur Anwendung des Verfahrens für Milch erläutert.
Die Entkeimung erfolgt in einem luft dichten, gegen Aussendruck widerstands fähigen Gehäuse oder Kasten 1, welcher mit .drei abschliessbaren Ansehlussstutzen, 2 zur Zuleitung der rohen Milch, 3 zur Ableitung der entkeimten Milch und 4 zum Anschluss an die Vakuumleitung, versehen ist. Zur An zeige des Vakuums ' ist ein Manometer 5 vorgesehen.
Der Betrieb erfolgt zweckmässig bei ungefähr 10 cm Quecksilberdruck. Die Milch wird vor Eintritt in das Gehäuse in einer vorgeschalteten, nicht .dargestellten Einrichtung in bekannter Weise auf höch stes 63 C erwärmt und luftfrei gemacht.
Der Unterdruck im Kasten 1 bewirkt bei Öffnen des Anschlussstutzens 2 ein selbst tätiges Zufliessen der rohen Milch, welche zunächst ein. Verteilerlangsieb 6 durchfliesst, das sich senkrecht zur Zeichenebene über die ganze Breite des Kastens erstreckt, zu nächst in den Raum 7 gelangt und von dbrt längs einer geneigten Lauffläche 8 in einer einige Zentimeter dicken Schicht in den Sammelraum 9 fällt, von wo sie durch den Stutzen 3 durch ein,
gegenüber dem Raum 1 erhöhtes Vakuum abgezogen wird. Die Lauf fläche 8 besteht aus nicht rostendem Stahl, ist isoliert gelagert und wird von darunter befindlichen, anliegenden Elektroden zeit Strom gespeist. Diese Elektroden bestehen aus Eisenzylindern 10, die mit einer Wick lung 11 versehen sind und :durch den :Strom der Wicklung magnetisiert werden. Die Wicklungen der einzelnen Zylinder sind in Reihe geschaltet.
Der Strom wird den Eisen zylindern von der Unterseite bei 12 zuge führt, durchfliesst diese selbst und gelangt oben zur unmittelbar anliegenden Lauf fläche. Über :dieser befindet sich in einer Entfernung von einigen cm eine mit zahl reichen, etwa 2 cm langen, feinen, abwärts gerichteten, metallenen Spitzen versehene, isoliert gelagerte Metallpaltte. Die Spitzen sind zu mehreren Tausend im Apparat an geordnet,
so dass ider Strom sämtlicher Spit zen in vielen Windungen um jeden Eisen- zylinder geführt, so viele Amperewindungen ergibt, :dass in den Eisenzylindern eine er hebliche Induktion entsteht und aus den Polflächen ein Feld von mehreren Tausend Gauss (Kraftlinien je cm') und entsprechend dem grossen Kernquerschnitt daher ein be trächtliches Gesamtfeld austritt.
Der Anschluss der Einrichtung erfolgt an 2X220 Volt Gleichstrom; der positive Pol wird an das Wicklungsende gelegt, :der ,Strom umfliesst zunächst die Wicklungen, wobei er in den Eisenzylindern. ein ma,gne- tisches Feld erregt, durchfliesst sodann die Eisenzylinder selbst, gelangt zur Lauffläche und sodann :durch die Flüssigkeitsschieht und durch :den luftverdünnten Raum zu den Spitzen, die mit dem negativen Pol verbun den sind.
Beim Durchtritt des Stromes :durch die Flüssigkeitsschicht werden die Bakterien in der Flüssigkeit bei einviertelstündiger Laufzeit :der Milch :durch -den Apparat voll kommen abgetötet. Das Vakuum ist einer seits notwendig, um mit nicht zu hoher Spannung arbeiten zu können, .andererseits zur Vermeidung von Oxydationserscheinun- gen und der Bildung freier Fettsäuren, welche der Milch einen unangenehmen Ge schmack geben würden.
Nach Verlassen :des Apparates wird die Milch :auf 1 C abgekühlt und unter Va kuum in Flaschen oder Kannen abgefüllt. Die Milch ist nach dieser Behandlung von solcher Beschaffenheit, dass auch die Keime in nicht sterilisierten Gefässen vernichtet werden, so 1dass sie bei luftdichtem Abschluss unter Vakuum mindestens 14 Tage unver ändert bleibt. In vorher sterilisierten Ge fässen hält sich die so, behandelte Milch mo natelang.
Dieses Verfahren der Entkeimung eignet sich insbesondere auch für Milch und Milchpräparate für Injektionen, zu Heil zwecken, wodurch es möglich wird, die un erwünschte Nebenwirkung der in nichtent- keimter )filch enthaltenen Bakterien aus zuschliessen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Haltbarmachung von flüssigen Nahrungsmitteln, insbesondere von Milch, claldurch gekennzeichnet, dass das gas frei gemachte, flüssige Nahrungsmittel er wärmt wird, jedoch nur so hoch, dass keine den Geschmack, den Nährwert, den natür lichen. Rohcharakter beeinflussende Verän derung erfolgt und dann, unter Vakuum flie ssend, einem elektrischen Spitzenstrom aus gesetzt wird.UNTERANSPRUCH 1: Verfahren nach Patentanspruch, daidurch gekennzeichnet, dass das flüssige Nahrungs mittel während der Einwirkung des elektri. sehen Spitzenstromes auch der Einwirkung eines Magnetfeldes ausgesetzt wird.PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nachdem Patentanspruch I"dadurch gekennzeichnet, dass in einem evakuierten Raum eine Laufil@äche angeordnet ist, .auf der die zu entkeimende Flüssigkeit fliesst und dass gegenüber :der Flüssigkeitsober fläche Spitzen .angeordnet sind, so dass die Flüssigkeit von dem von der Lauffläche zu den Spitzen übergehenden Spitzenstrom durchsetzt wird.UNTERANSPRUCH 2: Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, .dass an der Lauf fläche Eisenzylinder angeordnet sind, die mittelst elektrischen Stromes .magnetisiert werden.
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