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Verfahren zum Haltbarmachen von Backwaren Die Erfindung bezieht sich
auf das Haltbarmachen von Backwaren, wie Brot, Semmeln u. dgl.
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Es ist bekannt, daß Backwaren durch den Einfluß von Schimmel und Bakterien
leicht verderben und in verhältnismäßig kurzer Zeit ungenießbar werden.
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Zur Vermeidung des Verderbens werden die Backwaren vielfach nach ihrer
Herstellung mit einem dichten Verpackungsstoff, z. B. gewachstem Papier, eingehüllt.
Auch hat man die Backwaren entweder während des Backvorganges oder nach ihrer Fertigstellung
mit ultravioletten Strahlen bestrahlt. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß ein frühes
Verderben der Backwaren auch trotz dieser sorgfältigen Maßnahmen nicht verhindert
wird.
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Auch nach der Erfindung erfolgt die Haltbarmachung der Backwaren durch
Ultraviolettbestrahlung, doch besteht das Verfahren nach der Erfindung darin, daß
die Bestrahlung während des auf das Backen folgenden Abkühlungsvorganges der Backwaren
z. B. in einer mit Bestrahlungslampen versehenen, vorzugsweise als Bandfördereinrichtung
ausgebildeten Kühleinrichtung erfolgt: Hierdurch wird die keim- und bakterientötende
Wirkung der ultravioletten Strahlen auf die Backwaren ganz erheblich gesteigert.
Wenn
Backwaren frisch aus dem Ofen kommen, so haben sie eine volle, ausgedehnte Form.
Sobald sie aber abkühlen, schrumpfen sie zusammen. Bei dieser Schrumpfung bekommt
die Rinde der Backwaren zunächst klaffende Risse und Spalte, welche sich bei fortschreitender
Schrumpfung zum Teil wieder schließen. Sind nun in die Risse und Spalte, bevor sich
diese wieder schließen, Bakterien und Keime hineingeraten, welche meist in großen
Mengen in der abkühlenden Luft enthalten sind, so werden diese eingeschlossen. Werden
nunmehr die bereits abgekühlten Backwaren der Einwirkung ultravioletter Strahlen
ausgesetzt, so werden wohl diejenigen Keime und 'Bakterien abgetötet, welche sich
auf der Oberfläche der Backwaren festgesetzt haben, die in den Rissen und Spalten
befindlichen Keime und Bakterien aber können selbst durch starke Bestrahlung nicht
mehr erreicht und vernichtet werden.
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Durch das Verfahren nach der Erfindung wird erreicht, daß die Backwaren
nach ihrer Fertigstellung im Innern vollkommen keimfrei sind. Werden die Backwaren
in bekannter Weise nur während des Backens bestrahlt, so ist natürlich die Möglichkeit,
beim Abkühlen neue Keime aufzunehmen, auch vorhanden, Auch diesem Verfahren ist
daher das erfindungsgemäße überlegen.
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Soll die Haltbarkeit der Backwaren verlängert werden, so werden diese
bekanntlich noch in irgendwelche sterilen Verpackungsstoffe eingehüllt. Gemäß der
weiteren Ausbildung der Erfindung werden die Backwaren auch während dieses Einhüllens
in die Verpackungsstoffe noch -mit ultravioletten Strahlen bestrahlt,- wobei durch
Ultraviolettbestrahlung vorbehandelte Verpackungsstoffe verwendet werden können.
Hierdurch wird erreicht, daß die Backwaren sowohl innerlich als auch äußerlich vollkommen
keim- und bakterienfrei verpackt werden und in diesem Zustand auch erhalten bleiben.
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Zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist es vorteilhaft,
wenn sich die Abkühleinrichtung für die Backwaren, beispielsweise eine -Bandfördereinrichtung,
räumlich unmittelbar an den Backofen anschließt. Die aus dem Ofen herauskommenden
Backwaren können dann von der Bandfördereinrichtung gleich erfaßt und weitergeleitet
«-erden. Die Bestrahlungslampen können in größerer Anzahl gewölbeförmig über der
Bandfördereinrichtung angebracht werden. Zwischen den Lampen und ihren Reflektoren
werden zweckmäßig Zwischenräume gelassen, so daß die Kühlluft ungehindert abziehen
kann.
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Die Bestrahlung der Backwaren während ihres Abkühlvorgangzs bringt
es natürlich mit sich, daß auch die die Backwaren umgebende oder bestreichende Kühlluft
der Einwirkung der Ultraviolettstrahlung ausgesetzt wird. Gemäß einer weiteren Ausbildung
der Erfindung kann bei solchen Anlagen, bei denen die Kühlluft durch Gebläse o.
dgl. zugeführt wird, die Kühlluft, bevor sie mit den Backwaren "in Berührung kommt;
einer zusätzlichen Vorbehandlung durch ultraviolette Bestrahlung unterzogen werden.
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Falls für die Backwaren eine Verpackungseinrichtung vorgesehen ist,
so wird diese vorteilhaft gleich an das Ende der Kühleinrichtung angeschlossen.
Da es vorteilhaft ist, die Verpackungsstoffe unmittelbar vor-ihrer Verwendung zu
bestrahlen, wird der der Verpackungsmaschine zulaufende Verpackungsstoff, z. B.
Papier, vor dem Einlauf in die Verpackungsmaschine an Ultraviolettbestralilungslampen
vorbeigeführt.
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Als Strahlungslampen können an sich bekannte Lampen verwendet werden.
Besonders vorteilhaft sind solche Lampen, welche keine Bildung von Ozon bzw. atomarem
Sauerstoff hervorrufen. Durch Ozon können Zuckergüsse, Nußbeläge u. dgl. oxydieren
und ungenießbar werden. Lampen, welche kein Ozon bzw. keinen atomaren Sauerstoff
bilden, sind bereits vorgeschlagen worden. Diese Lampen haben bestimmte Gasbeimischungen
und wirken in der Weise, daß sie bei bestimmten Spannungs- und Stromwerten ultraviolette
Strahlen erzeugen, welche im Spektrum in der Gegend der bakterientötenden Strahlen
von etwa a5oo bis 3100 Angström-Einheiten liegen.
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Das Verfahren nach der Erfindung beschränkt sich nicht auf die Anwendung
bandförmiger Kühleinrichtungen, sondern kann auch bei beliebigen andern Kühltischen
oder Kühlgestellen angewandt werden. Bei kleineren Backwaren beispielsweise, welche
nicht einzeln, sondern meist in größerer Anzahl auf sogenannten Backblechen in den
Backofen eingesetzt werden, 'ist es üblich, die Backwaren samt den Backblechen nach
dem Herausnehmen aus dem Ofen in Gefachen und ähnlichen Gestellen. zum Abkühlen
abzustellen. Auch in diesem Fall ist das Verfahren nach der Erfindung anwendbar,
indem dann die Strahlungslampen derart in den einzelnen Fächern der Gestelle angeordnet
werden, daß sie die auf den Blechen liegenden Backwaren vollkommen bestrahlen.
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In Kleinbäckereien ist es vielfach üblich, die Backwaren unmittelbar
nach dem Herausnehmen aus dem Backofen sofort auf den Ladentisch oder ins Schaufenster
zu setzen. Auch in diesen Fällen kann das Verfahren nach der Erfindung angewandt
werden, indem
dann die Bestrahlungslampen in geeigneter Weise oberhalb
des Ladentisches bzw. im Schaufenster angeordnet werden. Die Lampen werden dann
zweckmäßig so lange eingeschaltet, bis die Abkühlung der Backwaren beendet ist bzw.
bis keine Rißbildung und Schrumpfung der Backwarenrinde mehr eintritt.