AT93946B - Verfahren zur Herstellung einer neuartigen Vakzine. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer neuartigen Vakzine.

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  Verfahren zur Herstellung einer neuartigen Vakzine. 



   Es ist bekannt, dass die parenterale Zufuhr von artfremdem   Eiweiss - als solche   haben wir jeden   Infektionsvorgang   aufzufassen-die Produktion von spezifischen   Antikörpern   hervorruft, welche nur 
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 dass man abgetötete Aufschwemmungen pathogener   Bakterienkulturen intramuskulär   oder intravenös jenen Patienten, die mit den betreffenden Bakterien infiziert sind, injiziert und derart die spezifische, gegen die in Betracht kommende Bakterienart gerichtete Immunität zu steigern sucht. Die in solcher
Weise angestrebte Immunität erreicht jedoch in den seltensten Fällen so hohe Grade, dass eine Heilung damit erzielt werden kann. 



   Es ist ferner bekannt, dass bei Injektion von artfremden Eiweiss neben den spezifischen Immun- körpern noch eine allgemeine Steigerung sämtlicher Immunkräfte, die sogenannte unspezifische Plasma-   a1. "tivierung (Weichhardt, Much). eintritt,   die jedoch nicht die Höhe der spezifischen erreicht. 



   Es ist nun dem Erfinder gelungen, durch Injektion von abgetöteten Kulturen eines von ihm ge- fundenen Bakterienstammes :
1. bei bestehender Infektion mit nichtkultivierbaren Erregern die durch die Infektion angebahnte spezifische Immunisierung in einer so bedeutenden Weise zu steigern, dass sie weit über die unspezifische   Plasmaaktivierung hinausgeht,   wie folgender Versuch beweist :
Drei Kaninchen wurden in gleicher Weise gegen Hammelblutkörperchen immunisiert, wobei gleichzeitig das eine tägliche Injektionen mit der genannten Kultur, das zweite äquivalente Injektionen mit steriler Kuhmilch und das dritte nichts erhielt. Nach zwei Wochen wurde der   hämolytische   Titer bestimmt. Die Titerzahlen lauteten : Für das mit den Bakterien behandelte Tier 1 : 1600, für das mit
Milch behandelte 1 : 700, für das unbehandelte 1 : 550. 



   2. bei Infektion mit kultivierbaren Erregern durch Verwendung einer Mischung von Auf- schwemmungen des jeweiligen Erregers mit den erwähnten Bakterien zur Injektion (polymorphe Vakzine) die gegen den   Erreger gerichtete spezifische Immunität   in weitaus grösserem Masse zu steigern, als dies durch Verwendung von   Aufschwemmungen   des Erregers allein möglich ist. 



   Beispielsweise kann eine Heilung der akuten Gonorrhoe durch Injektion von Gonokokkenvakzine allein nicht   herbeigeführt   werden, wohl aber ist dies möglich durch Anwendung einer Vakzine, welche aus Gonokokken und den vom Erfinder gefundenen Bakterien besteht. 



   Die für das Verfahren geeignete Art von Baeterium proteus ist gegenüber allen übrigen Arten dieses
Bakteriums gekennzeichnet durch :
1. ihren Fundort. Es kommen bloss jene Proteusstämme in Betracht, die als Mischinfektionen bei   gonorrhoischen   Erkrankungen aus den erkrankten Organen (männliche und weibliche Urethra, Vagina,
Uterus) isoliert werden können. 



   2. Durch die Fluoreszenz ihrer Kulturen auf den üblichen Nährböden. In ihrem sonstigen mikro- skopischen und kulturellen Verhalten entsprechen sie vollständig den allgemein für Bacterum proteus giltigen Angaben, vgl. Lehmann u. Neumann, bakteriologische Diagnostik, VI. Aufl. München S.   421 fi.,   so dass man sie kurz kennzeichnen kann als jene fluoreszierende Art von Bacterium proteus, welche aus gonorrhisch erkrankten Organen isolierbar ist. 



   Beispiel für die Herstellung der Vakzine : Man stellt eine Aufschwemmung von einem Gehalt von
20 Millionen Gonokokken und 40 Millionen Bacterium proteus pro   cm3 in 05% Phenollösung   her, indem 

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   manGonokokken   bzw. Proteuskulturen auf   festen Nährboden   mit der Phenollösung abspült und zunächst die Anzahl der Keime in den betreffenden Aufschwemmungen festsetzt. Dann wird die Gonokokkenaufschwemmung auf 40, die Proteusaufschwemmung 80 Millionen Keime pro cm3 mit Phenollösung verdünnt, diese beiden Aufschwemmungen werden zu gleichen Teilen miteinander vermischt und in Ampullen gefüllt. Die verschlossenen Ampullen werden an drei aufeinanderfolgenden Tagen je eine Stunde lang auf   600 C   erwärmt.

   Bei Herstellung von kombinierter Vakzine mit andern Krankheitserregern wird analog vorgegangen. 



   Der zur Verwendung kommende, vom Erfinder gefundene Bakterienstamm ist ein Bakterium proteus und findet sich z. B. in einer fluoreszierenden Abart mitunter als Begleiter   von gonorrhoischen   Urethritiden und Zystitidenin der Harnröhre und im Harn und ist folgendermassen charakterisiert :
1. morphologisch : bewegliche, in   ihrer Grösse   sehr variierende   Stäbchen   von zirka 2   tu   Länge, Gram negativ, peritrische Begeisslung. 



   2. kulturell : auf allen üblichen Nährboden leicht wachsend, starke Produktion eines Bakteriofluoreszens, Kolonien rund, leicht gebuchtet, Gelatine wenig verflüssigend, Dryalskiagar bleibt unver- ändert (keine Säurebildung), Sporen fehlen. 



   Die Darstellung der Aufschwemmung erfolgt, indem man Reinkulturen des Bakteriums auf Agar mit physiologischer   Kochsalzlösung   abspült und sie nach Abtötung entweder allein für Infektionen mit 
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer   neuartigen Vakzine, dadurch gekennzeichnet,   dass man eine Kultur der fluoreszierenden Art von Bacterium proteus, die aus   gOJ1orrhoisch   erkrankten Organen isolierbar ist, für sich allein oder im Gemenge mit einer Bakterienkultur eines spezifischen Erregers in üblicher Weise zu einer Vakzine verarbeitet.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Vakzine aus der fluoreszierenden Art von Bacterium proteus, die aus gonorrhoisch erkrankten Organen isolierbar ist. mit einer Vakzine eines spezifischen Erregers vermischt.
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