DE833673C - Verfahren zur Herstellung einer Schweinecholera-Lymphe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Schweinecholera-Lymphe

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DE833673C DEP35975A DEP0035975DA DE833673C DE 833673 C DE833673 C DE 833673C DE P35975 A DEP35975 A DE P35975A DE P0035975D A DEP0035975D A DE P0035975DA DE 833673 C DE833673 C DE 833673C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung einer Schweinecholera-Lymphe Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren, einen neuen immunisierenden Impfstoff von herabgesetzter Ansteckungsfhigkeit zu gewinnen, der, den Schweinen injiziert, die Bildung von Schutzkörpern hervorruft, ohne das Tier den Gefahren auszusetzen, die die Verwendung von Lymphen im Gefolge hat, die den normalen, ansteckungsfähigen Virus der Schweinecholera enthalten. Die Erfindung schließt auch die neue Lymphe und ihre Anwendung ein.
  • Ol>wohl die Schweinecholera seit mehr als einem halben Jahrhundert als selbstndige Krankheit erkannt wurde. wurde doch noch kein Mittel gefunden, ein infiziertes Tier zu heilen. Diese Kranklieit, die in der ganzen Welt ? eit verbreitet ist, verursacht enorm wirtschaftliche Verluste. Tnfizierte Herden von nicht immunisierten Schweinen unterliegen einer Sterblichkeit von 85 bis 95% Sie wird durch Abfall verbreitet, der infiziertes Schwienefleisch einthält, durch Einbringen von firsch infiziertem Vieh in die Herden, durch Versager, die im Gebrauch des Serumstoffes bei der lmpfung auftreten, und möglicherwiese aus anderren Gründen.
  • Schweinecholera ist eine ansteckende Krankheit, die durch hohes Fieber, das sich nach einer Inkubationszeit von 4 bis 5 Tagen entwickelt, durch entzündliche Anschwellungen der Augenbindehaut und Lymphdrüsen und zhlreiche blutende, krankhafte Veränderungen, die in einigen oder allen Teilen des Körpers auftreten können, gekennzeichnet ist. Verschiedene andere Symptome sind be- richtet worden. Die Symptome sind häufig durch die Wirkung sekundärer infektionen, wie Salmonella und Pasteurella, kompliziert. Ein erfahrener Tierarzt kann die Krankheit jedoch ohne große Schwierigkeitien erkennen.
  • Der einzige praktische Weg, die Schweinecholera zu bekämpfen, besteht in der Immunisierung der Tiere. Injizieren von Schutzkörpern bewirkt eine passive Immunität von wenigen Wochen Dauer, aller dies allein ist nur brauchbar für die Bekämpfung einer lokalen Epidemie. Um lelbenslängliche Immunität zu erzielten, wurde es als notwendig erachtet, den lebenden Erreger dem Schwein zu injizieren und dem Körper zu ermöglichen, selbst eigene Schutzkörper zu erzeugen. Da die Injektion des ansteckenden Virus von selbst bei dem Schwein Schweinecholera hervorrufen würde ist es erforderlich, gleichzeitig hyperimmunes Schweineserum zu injizieren. Bei dieser kombinierten Virusserumimpufing ist es möglich, auf Grund er antigelen Wirkung des Virus im Schwein Immunität zu bewirken, wobei die Schutzkörper des hyperimmunen Serums das Tier fähig machen. die Virusinfektion zu überlegen.
  • Die Serumvirusmethode, Schweine zu immunisieren, liesitzt eine Anzahl schwerwiegender Nachteile, trotzdem ist es die augenblicklich ausgeübte Slethode. Die Erzeugung von Virus für die Verwendung bei dieser Prozedur ist nicht schwierig jedoch ist es die Herstellung von Serum. Zahlreiche genaue Regeln und Anweisungen des United States Department of Agricultrue überwachen die Herstellung der immunisierenden Sera. Um Hyperimmunsera herzustellen, ist es zunächst erfordersich, Schweine durch eine kombinierte Serumvirusiiijektion zu immunisieren. Diesen Schweinen werden intravenös starke Dosen von Virus injiziert, mindestens 90 Tage darauf sind sie immun.
  • 10 Tage nach der Hyperimmunisierung kann den Tieren Blut abgezapft werden, um Hyperimmunserum zu erhalten. Später können nicht mehr als drei zusätzliche Blutentnahmen ausgeführt werden.
  • Das Tier ist dann als wertlos anzusehen und ist erledigt. Die Schwierigkeit des Verfahrens und die begrenzteenge an Serum, die man von jedem Tier gewinnt, macht es verständlich, daß dem Verfahren manche Nachteile anhaften.
  • Ein anderer ernster Nachteil der jetzigen Virusserummethode liegt in dem Umstand, daß der ansteckungsfähige Virus dem Schwein zugeführt werden muß. Der Anstekcungsstogg wird in dem Tier verbreitet und von oihm ausgeschieden und bildet somit eine Ansteckungsquelle für nicht behandelte, nicht immune Schweine. Es könnte tatsächlich fast gesagt werden, daß die Behandlung selbst dazu beiträgt, die Krankheit zu erhalten. In dieser Hinsicht besteht wenig Hoffnung, die Krankheit vollständig auszutilgen, solange die Serumvi rusmethode Verwendung findet.
  • Noch ein anderer schwerigender Nachteil der jetzigen Virusserummethode ist zu bedenken.
  • Häufig enthält das Serum infolge Fabrikationsfehlern. die sich nicht ganz vermeiden lassen. nicht genügend schultzkörpersubstanz. um die pathologische Infektion des Tiers durch den bei der Impfung verwendent Anstckungssoff zu vermeiden. Als Folge kann das geimpfte Tier der Krankheit erliegen. Diese Nuswirkung ist bekannt als Serumversager. Gleichfalls kann der benutzte Virus geschwächt oder weniger anstekungsfähig als erforderlich sein, und die antürliche Widerstandsfähigkeit wird nicht erreicht. Die passive, vom Immunserum herrührende Immunität verschwindet bald und das Schwein ist dann der Infektion ausgesetzt.
  • Zahlreiche Versuche sind unternommen worden, um den Gebrauch einer ansteckungsfähigen Form des Virus zu vermeiden. Die meisten dieser Versuche zarten auf die Herstellung eines geschwächten Virus gerichtet oder einer physikalisch oder chemisch veränderten Form desselben, die zwar antigen, aber doch nicht ausreichend ansteckungsfähig ist. um die volle \N'irkung im Schwein zu erzeugen. In der Praxis hat sich keiles der durch physikalische oder chemische Alittel abgeänderten Viruspräpareat als von Wcrt für die Everbung der Immunität erwiesen. Einige Impfstoffe, die modifizierende Mittel wie Krsitalvoiett oder Eukalyptusöl enthielten, wurden hergestellt und mit wechselndem Erfolg angewandt. Diese Produkte besitzen jedoch zahleriche Nachetel.
  • Verscuhe, eine welliger ansteckungsfähige, geschwächte Form des Schweillecholeravirus durch Vermehrung des Virus in einer anderen Tierart herzustellen, wie in der Art, in der der Virus der Hundestaupe durch Wachstum im Frettchen abgeschwächt wird, waren gleichfalls erfolglos. Eine der Hauptschwierigektien besteht darin, daß der Virus der Schweinecholera im C;egensatz zu manchen knsteckungsstoffen für Schweine spezifisch ist und sich nicht unter gewöhnlichen Umständen in den meisten anderen Tieren züchten läßt. Versuche, den Virus in anderen. so verschiedenen Tieren wie Niäusen, Ratten, Meerschwicnche, Kaninchen.
  • Hunden, Katzen, Pferden, Eseln, Ochsen, Ziegen, Tauben, Küken und anderen fortzupflanzen, haben gezeigt, daß diese für den Virus der Schweinecholera nicht aufnahmefähig sind. Es wurde auch gefunden, daß der Virus in ausgehrüteten Eiern nicht gedeihen will.
  • Obwohl der Virus der Schweinecholera auf verschiedene Tiere durch Impfung ül>ertragen wurde, bekamen diese Tiere kein hohes Fieber. krankhafte Veränderungen oder andere Anzeichen von Krankheit. Der Virus wurde wenige Tage später in der Blutbahn einiger dieser Tiere, besonders Wiederkäuer, wiedergefunden. Wenn derartiges Blut defibriner und empfünglichen Schweisen injiziert wird, entwickeln sich typische Symptome von Schweinecholera. In keinem Fall schien der pathogene Charakter des Virus verändert zu sein. Der niedrige Gehalt des Blutes an Virus zeigte nur eine Verdünnung des Ausgangsmaterials an.
  • In einer Versuchsserie wurden Schafe mit dem Virus des Schweinefebers injiziert. 7 Tage später wurden 2 ccm voll Blut eines Schafes einem zweiten Schaf injiziert und diese l>rozedur zehnmal wiederholt. Ferkel, die mit dem Blut des Schafes geimpft wurden, starben alle unter typischen Anzeichen von Schweinefleber. Keines der Schafe zeigte irgendwelche Symptome von Erkrankung, noch schien der Virus in irgendeinem Maße geschw, ächt zu sein.
  • Die Entstehung von Schutzkörpern im Serum der Schafe konnte nicht erwiesen werden.
  • Trotz der Fehlschläge zahlreicher Forscher, Scliweinecholera auf verschiedene Versuchstiere zu ühertragen und von ihnen einen geschwächten Virus von geringer Infektionikraft zu gewinnen, der aber die Fähigkeit besitzt, Schutzkörper in Schweinen zu erzeugen, ist es schließlich gelungen, dieses Ergebnis durch eine Versuchsanordnung, welche hier später beschrieben wird, zu erreichen.
  • Durch das neue Verfahren ist es möglich, andere Tiere als Schweine mit dem Virus der Schweinecholera zu impfen und nach einer verhältnismäß, großen Zahl von Serienübertragungen auf Tiere einen Virus von so veränderten Eigenschaften zu erhalten. daß er, dem Schwein injiziert, die Bildung wirksamer Schutzkörper verursacht und das Schwein gegen Schweinecholera immunisiert, aber nicht die gefährlichen pathologischen Symptome hervorruft, die mit der normalen Schweinecholera verbunden sind. Deshalb ergibt Injektion des modifizierten Virus bei empfänglichen Schweinen Immunisierung. Die Verwendung von ansteckungsfähigen Viruspräparaten und hyperimmunen Sera vird hierliei vermieden.
  • Um den Virus auf die Versuchstiere zu übertragen, ist es erforderlich, gewisse Prozeduren zu liefolgen. Nach unserem Verfahren wird einem geeigneten Tier, wie z. B. einem Kaninchen, der Virus der Schweinecholera von bekannter Ansteckungskraft injiziert. Wie oben angegeben, bekommt das Kannichen kein fieber oder wiest Krankheitssymptome auf. ohwohl der Virus einige Stunden nach der Impfung in der Blutbahn entdeckt werden kann. Nach einem Zeitraum von etwa I llis 6 Tagen nach der Impfung wird das Kaninchen getötet und seine Milz entfernt. Die Milz enthält, wenn sie, wie später beschrieben, behandelt wird, genügend Virus, um ein Schwein zu impfen und dadurch in dem Tier typische Schweinecholera hervorzurufen. Die Milz wurde gewählt, besonders bei den ersten Übertragungen auf Kaninchen, da sie eine Ansammlung an Virus zu enthalten scheint. Andere Organe, wie Gehirn, Leber usw. oder selbst Blut, können ebenfalls genügend ansteckungsfähige Organismen enthalten, um die Krankheit in nicht immunen Schweinen hervorzu rufen.
  • Obwohl das erste Kaninchen keine Anzeichen von Krankheit bekam. war dies Ibei dem geimpften Schwein der Fall. Nach 2 bis 5 Tagen wurde das fieberkranke Schwien getötet und eine Suspension der Milz hergestellt undder Virus einem anderen Kaninchen injiziert. Dieses Verfahren der Impfung vom Schwein auf das Kaninchen, auf Schwein, auf Kaninchen wird wiederholt, bis schließlich das Kaninchen Anzeichen von Fieber bekommt. Das infektiöse Milzpräparat des Kaninchens kann dann zusätzlich intravenös Kaninchen eingespritzt werden mit einer gelegentlichen Übertragung auf das Schwein, bis sich der Virus so angepaßt hat, daß das Blut eines Kanin chens, einem anderen injiziert, Entstehen hohen und adnaucernde Fiedber verursacht. Nach zahlreichen Übertragungen auf Kaninchen, mindestens fünf, besser zwanzig und mehr, istderAnsteckungsstoff in seinem Charakter so verändert, daß er nicht mehr die vollen pathologischen Wirkungen der Schweinecholera, wenn er Schweinen injiziert wird, hervorruft. Trotz seiner geringen Ansteckungskraft ist der Virus antigen und läßt die Bildung von Schutzkörpern entstehen, die das Schwein für Lebenszeit immunisieren.
  • Der genaue Mechanismus, durch den der nichtansteckungsfähige Virus im Kaninchen erzeugt wird, ist nicht geklärt. Eine mögliche Erklärung scheint auf der Hypothese zu beruhen, daß unter den Millionen von Virusformen, die in einer einzigen Impfung des Kaninchens mit ansteckungsfähigen Virus der Schweinecholera vorhanden sintl, sich auch einige befinden, die sich für die Vermehrung im Kaninchen eignen. Da die ansteckungsfähige Virusform sich nicht im Kaninchen zu vermehren vermag, ist dies die Form, die zuerst abstirbt. Ohne Zweifel würden diese wenigen mutanten Virusformen, die anscheinend während eines längeren Zeitrau. mes im Kaninchen weiter zu leben vermögen, gleichfalls mit der Zeit im Kaninchenwirt umkommen. Wenn die Milz entfernt und zu einem Impfstoff für das Schwein zubereitet ist, enthält sie einen höheren Gehalt an mutanter Form, als ursprünglich in dem beim Kaninchen verwen, deten Impfstoff vorhanden war.
  • Im Schwein entwickeln sich wieder beide Virusformen und vermehren sich in solchem Maße, daß sie wieder vereinigt und zur Impfung eines anderen Kaninchens verwendet werden können. Wie sich zeigen wird, ist es durch wiederholte Übertragung vom Schwein zum Kaninchen und wieder zum Schwein usw. möglich, einen vethältnismäß, ig hohen Gehalt an mutanter Form zu erzeugen, während sich der Gehalt des stärker ansteckungsfähigen Stammes vermindert. Nach einer ausreichenden Anzahl von Übertragungen auf Kaninchen enthält das Präparat kaum genügend von der ansteckungs fähigen Form, um beim Schwein Cholera zu erzeugen. Der nicht pathogene Stamm vermehrt sich jedoch leicht und ruft, dem Schwein injiziert, Bildung von Schutzkörpern hervor ohne Entwicklung pathologer Symptome.
  • Um das neue Verfahren zu erläutern, wurde infizierte Schweinemilz, die von einem Tier abstammt, das am 6. Tage nach der Impfung mit dem Virus der Schweinecholera getötet wurde, in Form einer Io°/Oigen Suspension in Salz in einer Mühle verarbeitet. Die Suspension wurde 5 Minuten lang zentrifugiert bei I000 U/min und 3 ccm der obenauf schwimmenden Flüssigkeit intravenös einem Kaninchen injiziert. Das Kaninchen zeigte keine Erhöhung der Körpertemperatur, es wurde am 3. Tage nach der Impfung getötet und eine io0/oige Suspension seiner Milz einem Ferkel injiziert. Dieses zeigte am 2., 3. und 4. Tag nach der Impfung bis zu 40,60 Fieber und wurde am 5. Tage getötet. Eine Suspension seiner Milz wurde wiederum einem Kaninchen injiziert. Der Virus wurde in dieser Verfahrensart wechselweise einem Schwein und einem oder zwei Kaninchen übertragen, bis er sechs wechselnde Kaninchenübertragungen durchgemacht hatte. Von sieben Kaninchen, die mit dem Virus der sechsten Übertragung injiziert worden waren, zeigten drei leichte Erhöhuing der Temperatur am 2. Tag nch der Impfung und wurden sofort getötet. Ihre Milz wurde entleert und Suspensionen von ihr intravenös einer anderen Gruppe von Kaninchen injiziert. Diese Tiere reagierten wieder mit einem liechten Fieber und wurden umgehend getötet und er Virus dann für zwei weitere Kaninchenübertragungen verwendet. BeiEdieser Verfahrensstufe zeigte keins der Kaninchen erhöhte Temperatur und leim Impfen eines Schweines wurde kein Virus in der Milz entdeckt und damit das Verfahren beendet.
  • Aus dem Verschwinden des Virus durch die Kaninchenimpfungen war zu ersehen, daß der Virus entweder vollständig von einem Kaninchen auf das andere ohne Vermehrung übertragen worden war oder daß die Milz zu einem Zeitpunkt entlernt worden war, während dessen der Virus nicht in einer ansteckenden Form vorlag. Um die letztere Möglichkeit nachzuprüfen, wurde eines Suspension der Kaninchenmilz von der dritten Übertragung drei Kaninche injiziert, deren Temperatur 24 Stunden lag alle zwei bei drei Studen während der folgenden 5 Tage gemessen wurde. Alle drei Kaninchen reagierten mit einem leichten Fieber in der zweiten nacht nach der Impfung. Merkwürdigerweise währte die erhöbte Temperatur nur 2 bis 3 Stunden, worauf sie zuf allen begann. Die Tiere wruden während dieser Fieberperod getötet, und eine gewisse Menge ihrer Milz wrude einem Schwein injiziert und erwies, daß sie den Virus der Schweinecholera enthielt. Unter Beibehaltung des obigen Verfahrens, alle 2 bis 3 Stunden Tag und Nacht die Temperatur zu messen, wurde der Virus vielen Kaninchen durch Ubertragung von Milzserum eingeimpft.
  • Um die Identität, des Virus festzustellen, wurde er nach der sechsten Übertragung auf Kaninchen einem Ferkel injiziert, das mit Fieber am 6. Tag reagierte, aber diesen Zeitraum überlebte, und das danach mit zwei Ferkeln in Berührung kam, die zufolge einer Injektion mit einem bekannten Stamm von ansteckungsfähigem Schweinecholeravirus krank waren. Die geimpften Tiere wurden in einem unsauberen Stall mit zwei normalen Kontrollferkeln in Berührung gehalten. Die beiden mit dem Schweinecholera-Virus injizierten Tiere starben, und die beiden Kontrollschweine zeigten 5 und 6 Tage nach der Berührung Fieber und starben infolgedessen am 12. und 19. Tag. Bei der Leichenschau wurden typishce krankahafte Veränderungen durch Schweinecholera festgestellt, während das Ferkel, das mit dem Virus aus der sechsten Übertragung auf Kaninchen injiziert worden war, während der ganzen 30 Tage dauernden Beobachtungszeit ohne Symptome blieb.
  • Später, als dieses Schwein mit Virus von bekannter Ansteckungsjähigkeit ehandelt wurde, wiederstand es der Infektion, während Kontrollschweisn starbn.
  • Ein schwien, das mit dem Milzivur der achten und neunten Übertragung auf Kaninchen injiziert worden war, wurde krank und nach dem Tod szeiert Es wurden typeixsh krankhafte Veränderungen durch Schwienclera beobachtet. A-scheinden war der Virus der Schwinedolera bei den Kanincheübertragugen erhalten gebliben und war bei der verhältnismäßig geingen Anzahl der Übertragungen nicht ausreichend geschwächt worden.
  • Da es mehr üblich ist, infiziertes Blut als Ausgangsmaterial für Impfstoff zu verwenden, als Suspensionen von Ntilz oder anderen Organen herzustellen, wurde infiziertes Blut bald, nachdem der Virus im Kaninchen vermehrt worden war, angewandt. Blut kann liei der ersten Impfung verwendet werden, wenn die Konzentration und Ansteckungsfähigkeit des Virus hoch genug ist. Blut eines Ferkels, das am 5. Tag nach der Impfung mit einer Milzsuspaeion der achten Übertragung auf Kaninchen fiedber bekommen hate, wurde defibriniert und in die Ohreven eines anderen Kaninchens injiziert. Das Kanninchen bekam 20 Stunden nach der Impfung Fieber.
  • Blut von dem obigen fiebernden Kanindhen wurde defibrinert und 2 ccm jedem von drei Kninchen auf intravenösem Wege injiziert. Zwei der Tiere bekamen Fieber, und ihr Blut wurde in gleicher Weise defil>riniert und einer anderen Gruppe Kaninchen übertragen. Das Blut von denen, die Fieber bekamen, wurde dann bei anderen Kaninchen verwendet. Auf diesem Wege ist es möglich, den Virus mehrere Anale von Kaninchen zu Kaninchen zu übertl-agell.
  • Es ist natürlich zu verstehen, daß nicht alle geimpften Kaninchen übernormale Temperatur bekommen. Auch kann die für die Entwicklung des Fiebers erforderliche lZeit beträchtlich variieren, von 8 Studen bis zu 5 oder 6 tagne, Zur Erzielung günstigster Resultate sollte das Blut, das für die Herstellung von Impfstoff für Serienübertragutlgen benutzt w i rd. während der Fieberperiode oder zumindest kurz vor oder nach ihr entzogen werden. Die Daruer des Fiebers kann ebenfalls betrjchtlch variieren, von wenigen Stunden bis zu ein paar Tagen.
  • Die Übertragung des Virus auf das Kanichen wird am besten auf intravenösem Wege vollzogen, obwohl andere Methoden nicht ausgeschlossen sind.
  • Die Hersefllung von Impfstoff aus Gewebe oder Blut ist eine verhätismäßig einfache Angelegenheit in diesem Fachebeit, Gewebe, fibrinogen und andere Stoffe, die bei der Impfung stören oder unerwünschte Reaktionen hervorrufen können, nüssen entfertn werden. Einfritern und Auftauen des Präparates kann dazu beitragen, den Virus von fremden Stoffen zu befreien. Anreicherung des Virus durch bekannte Methoden stellt in diesem Verfahren ebellfalls eine Variationsmöglichkeit dar und fällt in den Bereich dieser Erfindiung.
  • Wie dargelegt worden ist, umschließt das neue Verfahren die einzelnen Stufen der Impfung von Tieren, die gewöhnlich nicht für die Infektion mit dem Virus der Schweinecholera empfänglich sind, nach einer Zeitspanne die Herstellung von Impfstoff aus dem Gewebe oder Blut Ides Tieres und dann das Einspritzen des Virus in ein normales Schwein. Diese Prozedur wird wiederholt, bis der Virus in dem Tier im Verlauf einer großen Anzahl von Serienüloertragungen erhalten bleibt. Der durch diese Serienübertragunigen im Tier erhaltene Virus scheint weniger ansteckungsfähig für Schweine zu sein, er besitzt jedoch die Fähigkeit, die Entwicklung von Schutzkörpern im Schwein hervorzurufen.

Claims (3)

  1. PATENTA NSPR ÜCHE: I Verfahren zur Herstellung einer Schweinecholera-Lymphe mit verminderter Ansteckungsfähilgkeit, dadurch gekennzeichnet, daß ein Zwischentier, z. B. ein Kaninchen, in welchem der Schweinecholeravirus sich nicht gut zu vermehren vermag, mit einem normalen Stamm des Schweinecholeravirus geimpft wird, ein Impfstoff aus diesem Zwischentier, z. B. aus der Milz desselben, nach I bis 6 Tagen hergestellt und hiermit ein nicht immunes Schwein injiziert wird, der so übertragene Virus in dem Schwein vermehrt, ein neuer Impfstoff aus diesem Schwein hergestellt und dieses Viruspräparat einem zweiten Zwischentier injiziert wird, worauf diese wechselweise Übertragung des Virus wiederholt wird, bis der Virus so verändert ist, daß er sich in den Zwischentieren weiter gut vermehrt, der Virus entnommen und aus ihm eine Lymphe berietet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens fünf, zweckmäßig zwanzig derartiger serienweiser Übertragungen durchgeführt Swer, den, bevor der Virus entnommen und aus ihm eine Lymphe bereitet wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere wechselweise Übertragungen auf ein Schwein in diesen serienweisen Übertragungen mit inbegriffen sind.
DEP35975A 1946-09-12 1949-03-06 Verfahren zur Herstellung einer Schweinecholera-Lymphe Expired DE833673C (de)

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