AT110561B - Verfahren zur Herstellung von Scharlachserum. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Scharlachserum.

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  Verfahren zur Herstellung von Scharlachserum. 



   Es hat sich gezeigt, dass sieh bei der Scharlacherkrankung sehr häufig ein dem Diphtheriebazillus sehr ähnliches Stäbchen vorfindet. Es gelang, dieses Stäbchen in   Reinkultur   zu züchten und nachzuweisen, 
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 in seinen morphologischen und biologischen Eigenschaften fast vollkommen dem   niphtheriebazillus.   Es ist wie dieser ein schlankes, unbewegliches Stäbchen, zeigt eine positive   Neihserfärbung.   bildet Säure und auf geeignetem   Nährboden   ein für Meerschweinchen äusserst wirksames Gift, das durch Diphtherieantitoxine neutralisiert werden kann. Auf karotinhaltigen Nährböden nehmen die Kolonien des Stäbehens den Farbstoff auf, so dass sie als gelbe Scheiben   erkenntlich   sind.

   Auf gewöhnlichem Agar, der mit einer Schicht Blut überzogen, in die man die Bazillen   oberflächlich impft, zeigen   die Kulturen nach   24-bzw.   zweimal   24stündigem Wachstum   einen deutlichen hämolytischen Hof. Von dem   Diphtheriebazillus   
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 dieser, ferner dadurch, dass Einzelkolonien auf geeignetem Nährboden die Grösse einer Staphylokokkenkolonie nicht nur erreichen, sondern sogar noch   übertreffen.   Auf dem   karotinhältigen Nährboden,   der gleichzeitig auch noch ziemlich viele Lipoide enthält. wächst sowohl der   Diphtheriebazillus   wie der Scharlachbazillus in gelben Kolonien.

   Lässt man eine solche mit beiden Mikroorganismen geimpfte Platte zwei Tage im   Brutschrank     bei Zimmer-oder Eisschranktemperatur   und fertigt von den Kolonien eine   Aufschwemmung   im hängenden Tropfen an, so zeigt es sich, dass der   Scharlachbazillus   die Lipoide in der Platte zerlegt hat, im hängenden Tropfen finden sich eine grosse Anzahl von Myelintropfen in den bizarrsten Formen und   Oholestearinkristalle. Die Diphtheriebazillen zeigen   niemals diese Myelintropfen und Cholestearinkristalle, sondern nur feinste Kügelchen. 



   Es hat sich weiter gezeigt, dass diese   Stäbchen,   obwohl sie in Bouillon gezüchtet ein äusserst wirk-   sames   Gift für   Meerschweinchen   liefern, sofern sie nur auf festem Nährboden gezüchtet werden, so gut wie atoxisch für Meerschweinchen sich verhalten. Man kann grosse Mengen der so gewachsenen Bazillen dem Meerschweinchen subkutan injizieren, ohne dass es ernstlich erkrankt. Es hat sich gezeigt, dass man durch Injektion von Reinkulturen dieses Stäbchen in steigender Menge bei grösseren Tieren, wie Kühen, Pferden usw ein gegen die   Scharlacherkrankung wirksames Seruni herstellen   kann.

   Man kann entweder Aufschwemmungen von auf festen Nährböden gewachsenen Bazillen hiezu benutzen oder aber Kulturen von diesem Mikroorganismus, die dadurch erhalten wurden, dass sie auf flüssigem Nährboden gezüchtet wurden. 



   Im Körper des mit den Bazillen infizierten Versuchstieres sowie im Körper des Seharlachkranken verlieren   die Scharlachbazillen gelegentlich einzelne ihrer Eigensehaften, wie beispielsweise die Fähigkeit.   



    Blutkörperchen aufzulösen   oder den gelben Farbstoff aus karotinhaltigen Nährböden aufzunehmen. 



   So gelingt es, aus   Komplikationen,   die beim Scharlach   eintreten,   bei Otitis aus dem Sekret, bei Rhinitis ans dem eitrigen Nasensekret, aus Vaginalfluor, aus dem Blut der an Scharlach Erkrankten Scharlachbazillen zu züchten, die dem oben beschriebenen   Scharlachbazillus gleichen, namentlich   aber in den ersten Kulturen ein viel dickeres Aussehen zeigen und deren   Polkörperchen     stärker und   oft über den 
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 erinnern. Die Stäbchen sind plump, aufgetrieben, gross, mit Körnchen, die sich nach Neisser färben,   übersät,   haben oft Kugelform in der Grösse eines   Blutkörperchens.   Stets aber enthalten alle diese Formen des Scharlachbazillus in ihrer Leibessubstanz nach Neisser färbbare Körper.

   Auch in diesen Formen können die Scharlachbazillen zur Immunisierung der Pferde verwandt werden. 



   Schliesslich hat sich gezeigt, dass man dadurch ein besonders stark wirkendes   Scharlachsennl1   erzielen kann, dass man zur Immunisierung der Pferde ausser dem Scharlachbazillus und seinen Abarten auch die bekannten Scharlachstreptokokken und ihre Toxine mitverwendet. Die Behandlung mit beiden   Bazillenarten   kann sowohl nacheinander, vorteilhaft in möglichst kurzen Abständen, wie gleichzeitig erfolgen. Noch vorteilhafter ist es, wenn man die Streptokokken und die Scharlachbazillen gemeinsam auf demselben Nährboden züchtet und die so entstandene Mischkultur zur Immunisierung der Grosstiere verwendet, da es auf diese Weise gelingt, die Virulenz der beiden Komponenten erheblich zu steigern. 



   Ausserdem kann es von Wert sein, neben den   Scharlachbazillen   auch andere Bakterienarten zur Misehimmunisierung in der einen oder andern Weise mitheranzuziehen, welche bei Scharlachkranken 
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 ohne gleichzeitige Heranziehung von Scharlachstreptokokken. 



   Beispiele :
1. Aufschwemmungen von Scharlachbazillen, die auf festen Nährböden gewachsen waren, werden abwechselnd mit solchen, die auf flüssigen Nährböden zur Entwicklung kämen, in steigenden Mengen Tieren subkutan bzw. intravenös injiziert. Nach Erlangung eines hochwirksamen Serums wird den Tieren das Blut zur Gewinnung von Serum entnommen und dasselbe mit oder ohne Zusatz von konservierenden
Substanzen in Ampullen steril abgefüllt. 



   2. Kulturen der oben geschilderten Abart von Scharlachbazillen werden entweder auf festen Nährböden (z. B.   Löfflerschem   Serum) oder auf flüssigen Nährböden (beispielsweise Rindfleischbrühe mit 2% Peptonzusatz) gezüchtet, und die so gewonnenen Bakterienkulturen, bzw. Abschwemmungen von Bakterien, werden nun allein oder mit den   Seharlachbazillen   Pferden in steigenden Mengen subkutan bzw. intravenös injiziert, worauf dann nach Abschluss der Immunisierung das Serum der Tiere in der üblichen Weise gewonnen wird. 



   3.   Scharlachbazillen   oder die Abarten derselben werden auf Rindfleischbrühe mit   2%   Pepton 
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 bei   37 ? wird   die Mischkultur zur Immunisierung in der üblichen Weise benutzt oder es werden getrennt geführte Rindfleichsbrühkulturen von   Seharlachbazillen   oder seinen Abarten und von Streptokokken im   Verhältnis 1 : 1 gemischt   und dann diese Mischung zur Immunisierung in der üblichen Weise verwandt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Scharlachserum, dadurch gekennzeichnet. dass man Tiere in an sich bekannter Weise mit Bazillen immunisiert, die diphtherieartig sind und in ihren meisten Eigen- 
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 Nährböden bei   mehrtätigem   Wachstum Myelintropfen und Cholestearinkristalle bilden, die sich auf flüssigem Nährboden als   weisslicher   Saum an der   Oberfläche   abscheiden.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass anstatt des Schar- lachbazillus dessen Abarten Verwendung finden, die aus dem Blut und dem Gewebe Scharlachkranker oder mit den Scharlachbazillen infizierte Tiere gewonnen werden und mit den ursprünglichen Scharlachbazillen noch die Eigenschaft gemeinsam haben, dass sie nach Neisser färbbare Körnchen besitzen.
    3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Immunisierung in Kombination mit der Immunisierung gemäss Anspruch 1 erfolgt.
    4. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass zur Immunisierung der Grosstiere neben Scharlachbazillen auch Scharlachstreptokokken und andere Mischinfizienten oder deren Stoffwechselprodukte Verwendung finden.
    5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kombinationsbehandlung durch Aufeinanderfolge der Einzelbehandlungen des Grosstieres erfolgt.
    6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Immunisierung der Grosstiere durch gleichzeitige Behandlung vorteilhaft in Mischung erfolgt.
    7. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Züchtung der Scharlachbazillen und der Scharlachstreptokokken gemeinsam auf einem einzigen Nährboden erfolgt EMI2.4
AT110561D 1926-08-14 1927-08-03 Verfahren zur Herstellung von Scharlachserum. AT110561B (de)

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