DE588142C - Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums

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DE588142C DEM102481D DEM0102481D DE588142C DE 588142 C DE588142 C DE 588142C DE M102481 D DEM102481 D DE M102481D DE M0102481 D DEM0102481 D DE M0102481D DE 588142 C DE588142 C DE 588142C
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K16/00Immunoglobulins [IG], e.g. monoclonal or polyclonal antibodies
    • C07K16/12Immunoglobulins [IG], e.g. monoclonal or polyclonal antibodies against material from bacteria
    • C07K16/1267Gram-positive bacteria

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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums Nach Entdeckung des Diphtherietoxins und nach Herstellung von antitoxischen Seren, welche durch Injektion des Diphtherietoxins bei großen Tieren gewonnen werden, hat die Diphtherieinfektion zum größten Teil ihre schrecklichen Folgen verloren. Es hat sich jedoch gezeigt, daß trotz Injektion von Diphtherietoxin eine Reihe von Fällen, bei denen die Diagnose Diphtherie auf Grund bakteriologischer Untersuchungen festgestellt wurde, tödlich verlaufen ist.
  • Es ist nun der Nachweis gelungen, daß es eine Reihe von Erkrankungen gibt, die einerseits klinisch der Diphtherie vollkommen gleichen können, bei denen man jedoch Mikroorganismen findet, die morphologisch und nach den bis jetzt bekannten kulturellen Merkmalen ganz genau dem Diphtheriebazillus gleichen. Bisher wurde bei Anwesenheit solcher Mikroorganismen stets die Diagnose Diphtherie gestellt, obwohl es sich keineswegs um wirkliche Diphtherie handelte.
  • Wie weiter unten. ausgeführt, können die genannten Mikroorganismen, welche morphologisch und kulturell dem wirklichen Diphtheriebazillus vollkommen gleichen, von diesem getrennt werden. Als bestes Differenzierungsmaterial hat sich das Serum von Kühen, die während des Sommers auf Weide waren, erwiesen. Dieses Serum enthält einen gelben, vermutlich zur Carotingruppe gehörigen Farbstoff und zahlreiche Eiweißlipoidverbindungen. Verarbeitet man dieses Serum zu festen oder flüssigen Nährböden, so kann man mit diesen drei vollkommen verschiedene, zur Diphtheriegruppe gehörige Keime trennen, welche alle drei Katarrhe, Schnupfen, Halsentzündungen und diphtherieähnliche Krankheitsbilder verursachen können. Es handelt sich erstens um den bekannten echten Diphtheriebazillus, zweitens um den als Scharlachbazillus (Bakterium scarlatinae) bezeichneten Mikroorganismus und drittens um einen neuen, bisher nicht beschriebenen Keim, der ebenfalls zur Diphtheriegruppe gehört und in der Folge als Corynebakterium filiforme anginae bezeichnet sein soll. Charakteristisch für diese drei Mikroorganismen sind folgende Wachstumseigentümlichkeiten.
  • Drei Teile von dem obenerwähnten, in Sommermonaten gewonnenen Weidekuhserum werden mit einem Teil Traubenzuckerbouillon vermischt, in Petrischalen ausgegossen und bei 8o° erstarren gelassen. Auf diesen Nährböden wachsen alle drei genannten Mikroorganismen in gelben Kolonien. Die gelbe Farbe ist dadurch bedingt, daß alle drei den Farbstoff, der sich in dem Serum befindet, elektiv an sich reißen. Mikroskopiert man eine geringe Menge von einer echten, wirklichen, auf diesen Platten gewachsenen Diphtheriebazillenkultur im hängenden Tropfen, so findet man das ganze Gesichtsfeld mit Diphtheriebazillenleibern übersät. Die dazwischenliegende Flüssigkeit zeigt keinerlei auffallende Gebilde.
  • Verfährt man mit einer Spur einer Scharlachbazillenkultur in gleicher Weise, so findet man neben den Bazillenleibern eine ungeheure Menge großer Gebilde von Scheiben-, Bretzel- und Schlingenform, die stark lichtbrechend sind und eine deutliche Schichtzeichnung erkennen lassen. Diese Gebilde sind Myelintropfen.
  • Eine Spur von der Kolonie der dritten Art in ebenderselben Weise untersucht, läßt neben den Bazillenleibern feinste und gröbere, gelb gefärbte Kügelchen erkennen.
  • Wenn man das Serum von Kühen, welche während der Sommermonate auf der Weide waren, erst in den Monaten November oder Dezember gewinnt und dieses Serum zu Platten verarbeitet, so erhält man einen Nährboden, auf dem sich die drei Arten obengenannter Mikroorganismen wiederum unterscheiden lassen. Auf einem solchen Nährboden wachsen die echten Diphtheriebazillen in gelben Kolonien, während die Scharlachbazillen den gelben Farbstoff nicht mehr aufnehmen und grauweiß wachsen. Außerdem finden sich bei diesen, im hängenden Tropfen mikroskopisch untersucht, dann nur noch sehr wenige Myelintropfen, dagegen zahlreiche Cholesterinkristalle und Fettsäurenadeln. Das Corynebakterium filiforme dagegen wächst ebenfalls noch in gelben Kolonien, zeigt jedoch keine gelbe Fetttrop.fenbildung mehr.
  • Einen Nährboden, mit Hilfe dessen man diese drei Arten von Mikroorganismen unterscheiden kann, erhält man ferner noch auf folgende Weise: Im Sommer gewonnenes Serum von Weidekühen wird je 4. Tage hintereinander bei 56°C 6 Stunden lang gehalten. Das auf diese Weise sterilisierte Serum wird in Glasgefäßen im Eisschrank mehrere Monate aufbewahrt. Nach dieser Zeit erscheint das Serum noch vollkommen goldgelb. Wenn nun dieses Serum nach dieser Zeit in der oben beschriebenen Weise zu Platten verarbeitet wird, so erscheint diese Platte nicht mehr in -gelber, sondern in weißer Farbe. Auf den Platten wächst nun der echte Diphtheriebazillus gelb, der Scharlachbazillus unter Bildung von Myelin- und Cholesterinkristallen grauweiß. Die dritte Art (Corynebakterium filiforme) zeigt ebenso ein grauweißes Wachstum, jedoch ohne Bildung von Kristallformen.
  • Die drei Mikroorganismen lassen sich weiterhin noch dadurch unterscheiden, daß man steriles Weidekuhserum mit den gleichen Teilen Bouillon vermischt und in Reagenzröhrchen in einer Menge von 5 bis zo ccm abfüllt. In den Röhrchen wachsen nun die echten Diphtheriebazillen so, daß sie das Nährmedium gleichmäßig trüben, wobei der Bodensatz gering und von grauweißer Farbe ist. Die Scharlachbazillen dagegen wachsen in großen Flocken. Der Bodensatz ist hierbei stark und zeigt gelbe Farbe. Das Corynebakterium filiforme wächst in diesem Nährmedium wie der echte Diphtheriebazillus.
  • Das Bakterium filiforme unterscheidet sich sowohl von dem echten Diphtheriebazillus wie auch von dem Scharlachbazillus dadurch, daß es niemals selbst auf den besten Nährböden Toxine bildet. Es ist morphologisch von diesen beiden Mikroorganismen dadurch zu trennen, daß es im Ausstrichpräparat mit Methylenblau gefärbt, eine ganz andere Gestalt zeigt, wie die beiden Mikroorganismen. Es ist lang, fadenförmig, leicht gekrümmt, an beiden Enden etwas zugespitzt und zeigt, nach N e i B e r .gefärbt, an beiden Enden Polkörperchen.
  • Um die drei Arten von Mikroorganismen zu differenzieren, ist es nötig, daß man sie erst in Reinkulturen züchtet. Es ist offensichtlich, daß bis dahin zu viel kostbare Zeit verlorengehen würde,' um gegebenenfalls durch Injektion eines spezifischen Serums die Krankheit im günstigsten Sinn zu beeinflussen. Denn die Injektion von Diphtherieheilserum wirkt nur gegen die durch den echten Diphtheriebazillus hervorgerufene Erkrankung. Die anderen unter dem Einfluß des Scharlachbazillus und des Bazillus filiforme hervorgerufene Erkrankungen werden durch das Diphtherieserum nicht beeinflußt, denn es kann ein Mensch, der eine echte Diphtherieerkrankung durchgemacht hat, sich eine Infektion mit j e einem der beiden anderen Mikroorganismen zuziehen, und umgekehrt können Menschen, die sich früher mit dem Scharlachbazillus oder mit dem Corynebakterium filiforme infiziert hatten, an Diphtherie erkranken.
  • Da es nun unmöglich. ist, die Krankheiten klinisch zu differenzieren und da die bakteriologische Differenzierung dieser drei Mikroorganisrnen viel zu lange Zeit erfordert, so muß, um in jedem Fall den betreffenden Patienten wirksames Serum zuführen zu können, ein neues Serum gewonnen werden, welches Antikörper gegen alle drei der obengenannten Mikroorganismen oder deren Stoffwechselprodukte enthält.
  • Da es weiterhin bei der Infektion mit einem der drei obengenannten Mikroorganismen stets zu einer Sekundärinfektion mit Streptokokken kommt, so ist es von Vorteil, wenn das Serum außer den Antikörpern gegen die drei zur Diphtheriegruppe gehörigen Mikroorganismen noch Antikörper bekannter Art gegen die haemolytischen Streptokokken und deren Stoffwechselprodukte in genügender Menge enthält.
  • Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums, bei welchem man als Ausgangsstoffe erfindungsgemäß neben dem Diphtheriebazillus und vorteilhaft auch den Streptokokken, die «,eiteren, der Diphtheriegruppe angehörigen Corynebakterien: Bäkterium scarlatinae und Bakterium filiforme samt den Stoffwechselprodukten aller dieser Bazillen verwendet, hiermit in bekannter Weise größere Tiere injiziert. und das Serum in üblicher Weise von diesen gewinnt.
  • Zu diesem Zwecke.immunisiert man beispielsweise ein Pferd mit dem Diphtheriebazillus und dessen Stoffwechselprodukten in steigenden Mengen so lange, bis der gewünschte Gehalt an Antikörpern erreicht wird, ein zweites Pferd mit dem Scharlachbazillus und dessen Stoffwechselprodukten, ein drittes Pferd mit dem Bakterium filiforme und dessen Stoffwechselprodukten, ein viertes Pferd mit haemolytischen Streptökokken und deren Stoffwechselprodukten in gleicher Weise. Die in bekannter Weise gewonnenen Seren werden sodann vermischt.
  • Man kann auch in der Weise verfahren, daß die vier genannten Mikroorganismen auf festen oder flüssigen Nährböden in Reinkulturen gezüchtet, die Reinkulturen gesondert in zeitlichen Abständen einem Pferde einverleibt werden und in bekannter Weise das Serum dieses Pferdes gewonnen wird. Hierbei können auch nach Mischung der Reinkulturen diese zusammen dein Pferd eingespritzt werden,-wobei sofort ein hochwertiges Serum entsteht. Schließlich kann man das Verfahren noch in der Weise abändern, daß man zwei, drei oder vier der ob.engenannten verschiedenen Mikroorganismen gemeinschaftlich auf flüssigen Nährböden wachsen läßt und diese Mischkulturen einem Pferde in steigender Menge injiziert.
  • Der Diphtheriebazillus, die Streptokokken und auch der Scharlachbazillus (Bakterium scarlatinae) sind, wie bereits erwähnt, bekannt.
  • Man hat diese Stoffe aber noch niemals weder einzeln, noch in Verbindung miteinander und mit dem - vollkommen neuen Bakterium filiforme als Ausgangsstoff zur Herstellung eines Angimaserums verwendet.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCI'I Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums, dadurch gekennzeichnet, daß man neben dem Diphtheriebazillus und vorteilhaft auch den bei Angina vorkommenden Streptokokken die weiteren. der Diphtheriegruppe angehörigen Corynebakterien, Bakterium scarlatine und Bakterium filiforme samt den Stoffwechselprodukten aller dieser Bakterien in bekannter Weise größeren Tieren injiziert und das Serum in üblicher Weise von diesem gewinnt.
DEM102481D 1927-12-10 1927-12-10 Verfahren zur Herstellung eines Anginaserums Expired DE588142C (de)

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