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Zentrischer Messtisch.
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und also auch im Limbuszentrum liegt. Die Kippregel enthält ausser dem gewöhnlichen Fernrohr L 1 noch ein Distanzmesserfernrohr L 2 gemäss dem schweizerischen Patent 53464 mit gant-kleinen Parallaxwinkel, der in der Zeichnung nicht erkennbar ist. An einer schienenförmigen Erhöhung der Alidade verschiebbar angeordnet ist der Distanzschieber M mit Druckstift N, welch letzterer zum Stechen der aufgenommenen Punkte auf dem Plan dient. Der Distanzschieber trägt auf der oberen Seite eine Verzahnung, die in die Zähne des Zahnrades 0 eingreift. Dieses greift ein in die Verzahnung des Rades P, das mit dem Zahnrad Q und mit der'Distanzskalenscheibe R durch eine gemeinsame Achse fest verbunden ist.
Das Zahnrad Q greift ein in die Verzahnung des Höhenschiebers S, der im Höhenständer T auf-und abwärts verschiebbar ist. Durch diese Zahnradübersetzungen wird deshalb jede Verschiebung des Distanzenschiebers sowohl auf die Distanzskalenscheibe, u. zw. in mehrfach vergrössertem Massstab, und auch, in etwas reduziertem Massstab, auf den Höhenschieber übertragen. Die Distanzskalenscheibe ist am Umfang in 100 Teile und jeder Teil in 10 Unterabteile eingeteilt und der Umfang des'Rades P ist so'bemessen, dass es eine ganze Umdrehung macht, wenn der Distanzenschieber 10 cm weit geschoben wird. Für verschiedene Zeichnungsmassstäbe können verschiedene Bezifferungen an der Distanzskala angebracht werden ; im Massstab 1 : 1000 z.
B. entspricht nach dem Gesagten jeder Teil der Skala einem Meter und jeder Unterabteil einem Dezimeter Distanz. Die Ablesemarke U wird von der Okularseite des Fernrohrs aus leicht sichtbar und so angebracht, dass bei Einstellung der Distanzskala auf Null der am Distanzenschieber angebrachte Drucksifz N im Zentrum des Limbus steht. Weil die abzutragenden Distanzen an der Distanzskala mehrfach vergrössert erscheinen, ist die Einstellung des Distanzenschiebers äusserst genau und bequem. Der Höhenschieber S und der Höhenständer T sind derart angebracht, dass sich die Vorderfläche des mit dem Höhenschieber fest verbundenen Querarms V in einer zur Kippachse der Fernrohrs L ! parallelen Ebene bewegt.
Am Querarm V, in dessen Längsrichtung verschiebbar, ist cliehöhenskala iv angebracht mit einer derartigen Einteilung, dass 100 Teile derselben gleich gross sind wie die Verschiebung des Höhenschiebers durch eine ganze Umdrehung des Zahnrades Q und deren Teilungskante durch die Verlängerung der Kippachse des Fernrohres L 1 geht, wenn die Distanzskala auf Null eingestellt ist. Die Bezifferung der Höhenskala wird ähnlich derjenigen der Distanzskala den Zeichnungsmassstäben entsprechend angeordnet, wachsend gegen die Objektivseite hin. Der Abstand der Teilungskante der Höhenskala hat infolge der beschriebenen Anordnung einen Abstand von der Kippachse des Fernrohres L 1, der dem Abstand des Druckstiftes N vom Limbuszentrum immer proportional ist.
Mit der Kippachse der Fernrohrs L 1 fest und senkrecht dazu verbunden ist der Höhenzeiger X, der auf einem durchsichtigen Teil eine durch die Verlängerung der Fernrohrkippachse gehende gerade Linie, die Ableselinie, aufweist, u. zw. auf der dem Fernrohr zugekehrten Fläche, die sich beim Kippen des Fernrohrs in der gleichen Linie bewegt wie die Vorderfläche der Höhenskala und des Querarms beim Verschieben des Distanzenschiebers. Der Höhenzeiger ist so gerichtet, dass dessen Ableselinie senkrecht zur Teilungskante der Höhenskala steht, wenn das Fernrohr L 1 horizontal gestellt ist.
Wird deshalb der Nullpunkt der Höhenskala bei horizontal gestelltem Fernrohr auf die Ableselinie des Höhenzeigers eingestellt, so kann beim Richten des Fernrohrs nach einem Aufnahmspunkt und Einstellen der Distanz nach dem letzteren an der Distanzskala am Schnitt der Ableselinie mit der Teilungskante der Höhenskala unmittelbar die Höhendifferenz zwischen dem Instrument und dem anvisierten Punkt abgelesen werden. Wird in gleicher Weise anstatt dem Nullpunkt der Höhenskala die dem Instrument entsprechende Höhe über Meer an der Ableselinie eingestellt, so wird anstatt der Höhendifferenz unmittelbar die Höhe über Meer des anvisierten Punktes abgelesen.
Die Handhabung des Instrumentes ist deshalb im Gegensatz zur nicht ganz einfachen Konstruktion desselben eine sehr einfache und geschieht folgendermassen :
Das Instrument wird auf einem gewöhnlichen Stativ zentriert und horizontiert wie ein Theodolit ohne aufgesetzte Kippregel. Dann wird der Zentrumszeiger einwärts geklappt, der Limbus etwas gehoben, der Planhalter verschoben und das Planpapier so gerollt, dass der Punkt, der auf dem Papier den Instrumentenstandpunkt darstellt, direkt unter die Kreuzmarke des Zentrumzeigers zu liegen kommt.
Dann wird der Limbus niedergeschraubt, so dass Papier und Papierhalter festgeklemmt werden und der Zentrumzeiger nach aussen geklappt. Hierauf wird die Kippregel aufgesetzt, der Druekstift durch Drehen der Alidade und Verschieben des Distanzenschiebers auf den Punkt des Planes eingestellt, der zur Orientierung des Instrumentes dienen soll, dann durch Drehen der Tischplatte im Untergestell und Kippen des Fernrohrs bewirkt, dass der Orientierungspunkt im Fadenkreuz des Fernrohrs eingestellt ist. Das Instrument ist nun orientiert und es wird eine weitere Drehung der Tischblattes im Untergestell durch Festklemmung verhindert.
Dann wird an der Höhenskala die Höhe des Instrumentenstandpunktes über Meer eingestellt, im Fernrohr L 2 die Horizontaldistanz nach dem Orientierungspunkt abgelesen und dieselbe durch Verschieben des Distanzenschiebers an der Distanzskala genau eingestellt, sofern dies nicht bereits der Fall ist und dann kontrolliert, ob der Druckstift auf den gezeichneten Orientierungspunkt fällt und ob an der Höhenskala die früher bestimmte Höhe über Meer des Orientierungpunktes abgelesen wird, was bei fehlerlosem Arbeiten innert der erreichbaren Genauigkeit der Fall sein muss.
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Das Instrument ist dann zur Aufnahme weiterer Punkte bereit ; dieselbe erfolgt in folgender Weise :
Einstellen des Fadenkreuzes des Fernrohres L 1 auf den Nullpunkt der auf dem Aufnahmspunkt aufgehaltenen Latte ; Ablesen der Horizontaldistanz an der Latte im Fadenkreuz des Fernrohrs L 2 ; Einstellung dieser Ablesung an der Distanzskala durch Verschieben des Distanzenschiebers ; Druck auf den Druckstift, so ist der Punkt aufgetragen ; Ablesen der Höhe über Meer des anvisierten Punktes und Anschreiben derselben neben dem gezeichneten Punkt. Die beschriebene Ausführung des Instrumentes stellt nur eine beispielsweise Ausführung dar ; es kommen daneben noch andere in Betracht. So kann die Übersetzung vom Distanzenschieber auf Distanzenskala und Höhenschieber auch auf andere Weise erfolgen als durch Zahnrad und Zahnstange.
Ferner kann durch Einstellung des Druekstiftes mittels einer daran befestigten Lupe und durch Anbringung einer Lupe am Zentrumzeiger die Genauigkeit der Orientierung und Zentrierung wesentlich erhöht werden. Das Aufrollen des Zeichnungspapiers auf Planrollen kann nur mit verhältnismässig dünnem Papier erfolgen ; für dickeres Papier muss der Planhalter eben sein und die Limbushalter müssen so weit ausgreifen, dass sie eine Verschiebung des Planhalters in der Querrichtung des Tischblattes ermöglichen, dabei darf das Planformat wie beim gewöhnlichen Messtisch eine gewisse Grösse nicht überschreiten, während nach der in der Zeichnung dargestellten Ausführung lange zusammenhängende Pläne erstellt weiden können.
Ferner ist auch die Verwendung einer bisher üblichen Kippregel möglich ; dieselbe muss nur mit einer Massstabteilung am Parallellineal versehen werden und so auf der Alidade montiert sein, dass der Nullpunkt der Massstabteilung in der Drehachse der Alidade liegt ; es können dann die Distanzen von Hand am Massstab abgestochen werden mit einer Nadel und die Distanzreduktion und Höhenbereehnung kann in bisheriger Weise erfolgen.
Für bestimmte Zwecke könnte es auch ratsam sein, den Schnittpunkt von Kippachse und Zielachse des Fernrohrs nicht in der Alhidadendrehachse anzunehmen.
Wenn der Limbus mit einer Kreisteilung versehen wird und die Alidade mit einem entsprechenden Nonius oder einer andern Ablesevorrichtung, so können die Richtungen nach den einzelnen Aufnahmspunkten in Gradmass abgelesen werden. In diesem Falle kann die Orientierung derart erfolgen, dass die Alidade auf die um 200 neue Grad vermehrte Gradablesung eingestellt wird, die früher auf dem Orientierungspunkt bei der Sicht nach dem Stationspunkt gemacht wurde, anstatt dass der Druckstift auf den gezeichneten Orientierungspunkt eingestellt wird. Die Orientierung wird dadurch sehr genau, wenn darauf geachtet wird, dass das Papier auf dem Papierhalter genau parallel verschoben wird. Die Möglichkeit der Ablesung der Richtungen in Gradmass ist sehr wichtig.
Werden die Richtungen nach den wichtigen Aufnahmspunkten, wie Poligon-und Grenzpunkte, in Gradmass abgelesen und mit den zugehörenden Distanzen notiert, so können diese wichtigen Punkte jederzeit mit der Genauigkeit der Originalmessing, ohne Beeinflussung durch den Papierverzug, eingemessen werden. Auch kann die Berechnung der Poligonzüge erst nach Durchführung der Aufnahmen gemachtwerden, so dass die gesamte Aufnahme gleichzeitig mit der Poligonmessung erfolgen kann. Das Koordinatennetz wird dann erst nach durchgeführter Poligonberechnung von den aufgetragenen Poligonpunkten aus konstruiert ; infolge der ganz genauen Orientierung und Distanzmessung ergeben sich dabei sehr kleine Differenzen, so dass solche Aufnahmen auch für Grundbuchzwecke in vielen Gebieten genügen würden nach den heutigen Anforderungen.
Auf jeden Fall bietet das Instrument, das eine Vereinigung von Messtisch und Kippregel darstellt, grosse Vorteile.