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Schiffchenstickmaschine mit veränderlichem Rapport.
Die Nadelentfernungen, der sogenannte Rapport, bei allen bisher bekannten Schiffchen- stickmaschinen sind einer alten Übung folgend auf der Grundlage des jetzt nicht mehr gebräuch- lichen französischen Zolles eingerichtet, und zwar hat man zwei Systeme. Bei dem einen System beträgt die Entfernung von einer Nadel bis zur nächsten einen ganzen französischen Zoll (un- gefähr 27 mm), bei dem anderen System 11/2 Zoll (ungefähr 40#5 mm), oder, wie man meist zu sagen pflegt, 4/4 oder 6/4 Zoll französisch oder auch wohl, wie der fachtechnische Ausdruck kurz lautet : 4/4 Rapport und 6/4 Rapport. Eine Abänderung dieser Rapporte auf einer bestimmten
Maschine war bisher immer nur durch einfache Vervielfältigung der angegebenen Zahlen möglich.
So konnte man durch Herausnehmen ieder zweiten Nadel einen */ Rapport in einen Rapport oder einen 8/, Rapport in einen 12/4 Rapport umwandeln. Man konnte auch durch Herausnehmen der zweiten und dritten Nadel, ferner der fünften und sechsten Nadel usw. aus der Maschine den */ Rapport in einen 12/, Rapport und den % Rapport in den"/ Rapport verwandeln.
Es war bisher niemals möglich, einen % Rapport in einen 6/4 Rapport umzuwandeln. Diese neue Umwandlungsart bildet den Zweck der vorliegenden Erfindung.
Um das ausführen zu können, muss man nicht nur auf der Vorderseite der Maschine fur die Befestigung der Nadeln, ferner für die Stoffdrückerbleche und gegebenenfalls auch für die
Festonierwerkzeuge bestimmte Anordnungen treffen, sondern man muss auch auf der Rückseite der Maschine entweder einzelne Schiffchenbahnen oder ganze Gruppen von Schiffchenbahnen und ebenso auch die Treiberschienen, durch welche die Schiffchen auf ihren Bahnen hin-und hergetrieben werden, entsprechend abwechseln können.
Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Gesamtquerschnitt durch eine Schiffchenstickmaschine. Fig. 2 ist eine
Vorderansicht zu Fig. 1, jedoch in viel kleinerem Massstabe dargestellt, und es sind darin die vorderen Mechanismen für die Nadelbewegungen usw. fortgelassen, so dass man nur die dahinter @ befindlichen Schiffchenbahnen und links den Pantographen mit dem Musterbrett sieht. Fig. 3 und 4 sind zwei verschiedene Ausführungsformen für die auszuwechselnden Schiffchenbahnen mit den dazugehörigen Seitenansichten. Die Fig. 5 und 6 zeigen die neuen Treiberschienen.
Fig. 7 ver- anschaulicht die neuen Stotidrückerblcche und alle übrigen Fig. 8 bis 13 zeigen verschiedene
Ausführungsbeispiele für die abänderungsfähigen Festonierwerkzeuge.
Das Gerüst der Stickmaschine besteht aus senkrechten eisernen Gestellwänden 1 und den vier eisernen Längsträgern 2,. 3, 4, 5. Die Stickereien x-x sind in bekannter Weise auf langen
Walzen 6,7, 8, 9 aufgewickelt und straff gespannt, welche von einem grossen, möglichst leicht gebauten eisernen Rahmen 10, 11, 12 getragen werden.
Den Rahmen 10, 11, 12 sieht man auch in Fig. 2, er ist bekanntlich freischwebend aufgehängt und durch Gegengewichte, welche in der Zeichnung nicht angegeben sind, so ausbalanciert, dass er mittels des Pantographen 13, 14. 15 (Fig. 2) nach allen Richtungen innerhalb seiner senkrechten Ebene leicht hin und her bewegt werden kann. 16 ist das Musterbrett, auf welchem das in grösserem Massstabe abgebildete Stickerei- muster befestigt wird.
Die Nadeln 17 (Fig. 1) sind in bekannter Weise auf den Nadellinealen IS befestigt und werden durch Vermittlung der wagerecht beweglichen Führungsstäbe 19 von den Hebelarmen 20
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hin und her getrieben, die auf den beiden Wellen 21 befestigt sind. - Wenn die Nadeln 17 in den Stickereiatoss a : hineinstechen und wieder herausgezogen werden, so wird der Stoff x von den Stoffdruckerblechen 22 abwechselnd festgehalten und wieder freigegeben. Dazu dienen die Wellen 23, auf denen die Stoffdrückerblethe 22 befestigt sind.
Die Stoffdrückerbleche 22 sieht man in Fig. 2 nur in sehr kleiner Darstellung von der Seite gesehen, in Fig. 7 erkennt man sie deutlicher in der Vorderansicht. 24 sind Winkeleisenschienen, die zur Verbindung zwischen 22 und 23 dienen.-Die Festonierwerkzeuge 25, von denen die Fig, 8 bis 13 mehrere Aus- führungsbeispiele zeigen, sind ebenfalls in Fig. 1 sichtbar. Sie werden von Winkeleisenschienen 26 getragen und mittels der Arme 27 gehalten. Die Arme 27 lagern mit ihrem unteren gabelförmigen Ende auf feststehenden Führungsbolzen 28 und empfangen ihre Arbeitsbewegungen durch Vermittlung der kleinen Hebel 29, die auf den Wellen 30 starr befestigt sind.
Auf der hinteren Seite der Maschine, d. h. hinter der Stickereiebene x-x, sind die Schiffchen 31 (siehe auch Fig. 2 und 3) auf ihren Schiffehenbahnen 32 wie bekannt in schräger Richtung
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vor-und rückwärts verschieben kann, wie die punktierte Darstellung in Fig. 1 andeutet. Man zieht die oberen Treiberstifte 34 bekamtlich dann zurück, wenn man einzelne Schiffchen aus der Maschine herausnehmen will. In den Fig. 5 und 6 sieht man die Stifte 34, 35 deutlicher.- Du'Treiberschienen 33 sind an schiefeingesetzten Stäben 36 befestigt, welche mittels der auf der
Welle 37 befestigten Hebel 38 auf und nieder getrieben werden.
In der oberen Reihe der Fig. 2 ist, in der Richtung von links nach rechts gezählt, die erste, die vierte, die siebente, die zehnte Schiffchenbahn 32 starr befestigt auf einer Schiene 39, die auf dem Winkel träger 49 (Fig. 1) befestigt ist. Die dazwischen befindlichen Schiffchenbahnen 32, also die zweite und dritte, dann die fünfte und sechste usw. sind paarweise auf je einer gemein- samen Fussplatte 41 befestigt und diese Fussplatten 41 sind herausnehmbar. d. h. sie sind auf der Tragschiene 39 lösbar, z. B. durch ein leichtes Schräubchen befestigt. - In Fig. 3 sind die beiden Schienen 39 und 40 aus Fig. 2 wiederholt. Es sind da nun wieder die erste, die vierte, die siebente Schiffchenbahn 32 usw. vorhanden, wie in Fig. 2.
Aber die lösbar befestigten Fuss- stücke 41 sind entfernt und an ihre Stelle andere Fuss stücke 41'gesetzt worden, auf welchen nicht je zwei Schiffehenbahnen, sondern nur eine einzelne von anderer Form befestigt ist.
Auf diese Weise ist ermöglicht worden, das oben genannte Ziel der Erfindung zu erreichen, welches darin besteht, eine Schiffchenstickmaschine von % Rapport, Fig. 2, in eine solche mit 6/4 Rapport umzuwandeln.
Dass man dasselbe Ziel auch noch auf andere Weise erreichen kann, zeigt die untere Reihe von Fig. 2 im Zusammenhang mit Fig. 4. Hier ist die Schiene 39 lösbar mit der Tragschiene 40' verbunden. Während aber die Schiene 39 in Fig. 2 nur mit Schiffchenbahnen im 4/4 Rapport besteckt ist, so besitzt die Schiene 39 in Fig. 4 nur Schiffelienbahnen im 6/4 Rapport. Will man die Umwandlung vornehmen, so nimmt man die ganze Schiene 39 mit allen darauf befindlichen
Schiffchenbahnen aus der Maschine heraus und ersetzt sie durch eine Schiene nach Fig. 4.
Einfacher als vorstehend in bezug auf die Schiffchenbahnen beschrieben wurde, gestaltet sich die Einrichtung bei den anderen Stickwerkzeugen. Die Fig. 5 und 6 deuten an, wie die Treiber- stifte für die Bewegungen anzuordnen sind. Das geschieht in genau gleicher Weise wie bei den
Nadeln auf der Vorderseite der Maschine, nämlich einfach in der Weise, dass man auf den langen
Schienen, auf denen die Nadeln bzw. die Schiffchentreibstifte, befestigt werden, überall da Nuten einfräst, wo die genannten Teile für */, Rapport sitzen müssen und aber auch überall dort, wo solche 6/4Rapport vorhanden sein müssen. Dann wird man sowohl in dem einen wie in dem anderen Falle die genannten Teile an ihren richtigen Platz bringen können.
Diese Anordnung zeigt in der Besteckung für 4/4 Rapport die Fig. 5 und in der Besteckung für 6/t Rapport die
Fig. 6. Mit 34, 35 sind die Treiberstifte bezeichnet, welche an der oberen und an der unteren Kante der Treiberschienen 33 vorhanden sein müssen, wie auch aus Fig. 1 ersichtlich. Man sieht, dass in Fig. 5 in der oberen Reihe die dritte, die siebente und die elfte Nut leer geblieben ist. Die genannten Nuten sind aber in Fig. 6 mit je einem Treiberstift besteckt und es sind hier dagegen die zweite, vierte, sechste, achte, zehnte und zwölfte Nut leer geblieben.
Verhältnismässig einfach ist die in den Fig. 7 und 13 dargestellte Anordnung der Stoff- drückerbleche und der Festonierwerkzeuge. Die Stoffdrückerbleche 22, Fig. 7, welche an der
Winkeleisenschiene 24 festgeschraubt sind, werden mit so vielen und so angeordneten Fingern versehen, dass sie für % Rapport sowohl als auch für den 6/. Rapport sich eignen. Es sind dabei sowohl in dem eilen wie in dem anderen Falle stets einzelne der Druckfinger überflüssig. Aber durch ihr Vorhandensein wird der Arbeitsvorgang der übrigen Stickwerkzeuge nicht gestört.
) Dasselbe gilt von den Festonierwerkzeugen gemäss den Fig. 11, 12,13. In der Anordnung Fig. 9 und 10 ist eine Ausnahme gemacht. Diese Anordnung entspricht derjenigen, welche schon für die Schiffchenbahnen für die untere Reihe der Fig. 2 und Fig. 4 erklärt wurde. In Fig. 9 sind je drei Festomerhs. ken im Rapport zu einem gemeinsamen Ganzen durch ein Fussatück 50
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vereinigt. In Fig. 10 vereinigt ein Fussatück je drei Festonierhaken 25 im 6/"Rapport. Um die Umwandlung vorzunehmen, entfernt man sämtliche Festonierhaken (Fig. 9) von der Schiene 26 und befestigt an deren Stelle die Festonierhaken aus Fig. 10.
In Fig. 11 sind je vier Festonierhaken zu einer einheitlichen Gruppe mit gemeinsamen Fussstück 52 vereinigt, ebenso in Fig. 12 und 13. Diese verschiedenen Anordnungen unterscheiden sich nur durch die Art der Einteilung der einzelnen Haken. In Fig. 11 sind alle Haken einzeln freistehend auf ihren Fussstücken 52. In Fig. 12 ist jedesmal der erste und vierte Haken freistehend, der zweite und dritte aber zu einer Gabel vereinigt. Endlich zeigt Fig. 13 eine Anordnung, bei welcher jedesmal der erste Haken freisteht, die übrigen aber zu einem Dreizack vereinigt sind.
Welche dieser verschiedenen Anordnungen den Vorzug verdient, darüber entscheidet im einzelnen
Falle die Natur des zur Verfügung gelangenden Materials. Macht man die einzelnen Haken aus
Stahldraht, so wird die Anordnung nach Fig. 8 vorzuziehen sein.
Werden aber diese Festonier- werkzeuge aus Stahlblech oder aus Bronzeblech gestanzt und geprägt oder aus einer Aluminium- legierung gegossen, so wird man eine der anderen Anordnungen vorziehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schiffchenstickmaschine mit veränderlichem Rapport, dadurch gekennzeichnet, dass für die an der Rapportänderung beteiligten Stickwerkzeuge Einrichtungen vorhanden sind, die sowohl den 4/.. Rapport, als auch den 6/.. Rapport einzurichten gestatten.