AT145514B - Verfahren zur Herstellung kautschukhaltiger Formpulver. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung kautschukhaltiger Formpulver.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung kautsehukhaltiger Formpulver.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung von kautschukhaltigen Formpulvern. Sie geht von den bekannten Verfahren zur Herstellung von körnigen oder flockigen Koagulaten von Kautschuk u. dgl. aus, wie solche beispielsweise in den britischen Patentschriften Nr. 338975,373262 und 379311 beschrieben sind.
Gemäss der Erfindung gelangt man zu kautschukhaltigen Formpulvern, indem in an sich bekannter Weise eine Koagulation der wässrigen Dispersionen von Kautschuk od. dgl. zu körnigen oder flockigen Koagulaten bewirkt wird, vorzugsweise durch Koagulation des Kautschuks aus stark verdünnten wässrigen Dispersionen. Die Koagulation kann durch unmittelbaren Zusatz von Koagulationsmitteln oder durch Zufügung wasserlöslicher Stoffe, die in der Masse selbst koagulierend wirkende Füllstoffe, wie z. B.
Aluminiumsilikat, bilden, bewirkt werden, beispielsweise nach den in den britischen Patentschriften Nr. 338975,373262 und 379311 beschriebenen Methoden. Das vorliegende Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass aus solchen wasserhaltigen flockigen oder körnigen Koagulaten im wesentlichen das gesamte Wasser entfernt und das getrocknete Produkt gepulvert wird. Je nach der Art der Zerkleinerung und allfälliger Zusätze können die Pulver auch mehr die Form von Bröseln, Brocken u. dgl. annehmen. Die Entfernung des wässrigen Mediums aus den Koagulaten kann durch einen Filtrationsprozess bewirkt werden, auf welchen eine Trocknung folgt.
Die Formpulver, die gemäss der vorliegenden Erfindung erzeugt werden, können mit sehr gutem Erfolge bei der Herstellung geformter Artikel verwendet werden. In vielen Fällen ist eine kalte Formung ohne darauffolgende Erhitzung oder Vulkanisation ausreichend.
Man kann die gemäss der vorliegenden Erfindung erzeugten Pulver mit körnigen, faserigen oder zerteilten Stoffen, wie beispielsweise Lederfasern, Holzmehl, Korkstaub, Jutefasern, Baumwollflocken, Papierbrei, natürlichen kurzen Zellulosefasern und gemahlenen Fasern, oder alternativ oder zusätzlich mit mineralischen Pulvern, wie beispielsweise Schlämmkreide oder Sand, mischen, indem man diese Stoffe unmittelbar den fertigen Formpulvern zusetzt. Man kann diese Zusatzstoffe aber auch mit den als Zwischenprodukt erhaltenen flockigen oder körnigen Koagulaten vermengen, hierauf den gesamten Anteil oder den Hauptteil des wässrigen Mediums entfernen und das getrocknete Produkt in die Pulverform überführen. Die Formpulver können in der Kälte zu harten geformten Produkten verpresst werden.
Die gemäss der vorliegenden Erfindung erhaltenen Produkte sind zur Verformung besonders geeignet zufolge der Kürze der hiezu erforderlichen Verfahrensgänge und der Möglichkeit, starke glänzende Farben zu verwenden. Die Fähigkeit der Pulver, bei blosser Verformung in der Kälte zusammenhängende Massen zu bilden, scheint mit einer charakteristischen Bindefestigkeit bzw. Haftfähigkeit zusammenzuhängen, deren Auftreten häufig bei flockigen oder körnigen Koagulaten beobachtet wurde.
Die Methode, die Koagulation der wässrigen Dispersionen in Gegenwart einer verhältnismässig grossen Wassermenge zu bewirken, wie sie in der britischen Patentschrift Nr. 373262 beschrieben ist, und die darin besteht, ein oder mehrere Mischungsbestandteile in der Masse selbst, vorzugsweise in im Verhältnis zum Kautschukgehalt grossen Mengen, auszufüllen, u. zw. durch die Zusammenwirkung oder wechselseitige Zersetzung eines oder mehrerer wasserlöslicher Reagentien, welche unter normalen Bedingungen auf die Dispersion keine Koagulationswirkung ausüben, und eines oder mehrerer wasserlöslicher Reagentien, welche nachträglich zugefügt werden, ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung von besonderem Wert.
<Desc/Clms Page number 2>
Beispiel 1 :
Unvulkanisiertes Kautschukpulver von der Zusammensetzung
EMI2.1
<tb>
<tb> Kautschuk <SEP> 60 <SEP> Gewichtsteile
<tb> Aluminiumsilikat......... <SEP> 40 <SEP>
<tb>
kann in der folgenden Weise hergestellt werden :
100 Teile eines konzentrierten Latex mit einem Kautschukgehalt von 60%, der durch Zentrifugieren hergestellt wurde, wird bis zu einem Kautschukgehalt von 5% verdünnt. Es werden 104 Gewichtsteile 50% iges Natriumsilikat in Form einer 5%igen Lösung in den Latex eingerührt und hierauf 96 Teile Aluminiumsulfat ebenfalls in Form einer 5% igen Losung zugeiügt. Das gebildete Koagulat wird filtriert, getrocknet und zu Pulver zerkleinert.
Das so erhaltene Kautschukpulver kann durch Verpressen in einer kalten Form zu einer Platte geformt werden.
Gewünschtenfalls kann das trockene unvermischte Kautschukpulver mit Mischungsbestandteilen versetzt werden, um eine für die unmittelbare Verformung geeignete Kautschukmischung zu gewinnen.
Beispiel 2 : Das nach Beispiel 1 erzeugte flockige Koagulat wird mit Granitstüekchen gemischt, die Mischung trocknen gelassen und dann grob zerkleinert. Die überzogenen Stückchen können durch kaltes Pressen, wie beispielsweise Walzen, zu einer mehr oder minder einheitlichen Platte verfestigt werden, wodurch Kautschukprodukte, die als Material zur Strassenpflasterung verrwendet werden können, gewonnen werden.
Beispiel 3 : Ein flockiges oder körniges Koagulat von der Zusammensetzung :
EMI2.2
<tb>
<tb> Kautschuk.............. <SEP> 100 <SEP> Gewischtsteile
<tb> Schwefel............... <SEP> 5, <SEP> -'
<tb> Zinkoxyd <SEP> 5 <SEP> "
<tb> Beschleuniger,.......... <SEP> 0'5 <SEP> "
<tb> . <SEP> Aluminiumsilikat <SEP> 15"
<tb>
wird zunächst in der folgenden Weise hergestellt :
340 Gewichtsteilen eines durch Zentrifugieren erhaltenen Latex mit 60% Kautschukgehalt werden die folgenden Zusätze unter ununterbrochenem Rühren und in der angegebenen Reihenfolge beigemischt :
l. 20 Gewichtsteile einer 50% igen Sehwefeldispersion,
2.20 Gewichtsteile einer 50% igen Zinkoxyddispersion,
3. 2'8 Gewichtsteile einer 35% igen Beschleunigungsdispersion,
4.1840 Gewichtsteile Wasser plus 78 Gewichtsteile einer 5%igen Natriumsilikatlösung,
5.650 Gewichtsteile Wasser plus 72 Gewichtsteile Aluminiumsulfatkristalle.
In dieser Weise wird ein Koagulat in Form einer 5% igen wässrigen Dispersion erhalten.
Das erhaltene Koagulat lässt man auf einem Filter abtropfen und erhält eine pastenförmige Masse mit einem Gehalt an festen Bestandteilen von etwa 18%.
Diese pastenförmige Masse wird mit Lederstaub versetzt, u. zw. verwendet man 70 Teile Lederstaub auf 30 Teile trockenes Koagulat. Die Mischung wird dann getrocknet und nochmals zerkleinert.
Die zerkleinerten pulverähnlichen Brösel können in eine Form eingebracht und in der Kälte 30 bis 40 Sekunden lang mit einem Druck von 352 kglew (5000 Pfund pro Quadratzoll) zu einem harten, lederartigen, geformten Gegenstand verpresst werden.
Beispiel 4 : Die pastenförmige Masse, die nach Beispiel 3 erhalten wurde, wird mit Sand und Schiefermehl in einem Verhältnis von 10 Teilen Kautschukkoagulat (auf Trockengewicht berechnet) zu 60 Teilen Sand und 30 Teilen Schiefermehl vermischt. Die Mischung wird getrocknet und zerkleinert.
Dieses Pulver kann durch Druck in der Kälte zu einem harten holzartigen Produkt verformt werden.
Bei Verwendung geeigneter Zusätze können in dieser Weise stark gefärbte hornartige Stoffe erzeugt werden.
-PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung kautschukhaltiger Formpulver, dadurch gekennzeichnet, dass aus wasserhaltigen flockigen oder körnigen Koagulate, die in bekannter Weise aus wässrigen, vorzugsweise verdünnten Dispersionen von Kautschuk od. dgl. durch Ausfällen mittels unmittelbarer Zufügung von Koagulierungsmitteln oder mittels Zufügung wasserlöslicher Stoffe, die in der Masse selbst koagulierend wirkende Füllstoffe, wie Aluminiumsilikat, bilden, erhalten sind, im wesentlichen das gesamte Wasser entfernt und das getrocknete Produkt gepulvert wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man vor oder nach der Entfernung des Wassers körnige, faserige oder zerteilte Materialien, wie beispielsweise Lederfasern, Holzmehl, Korkstaub, Jutefasern, Baumwollflocken, Papierbrei, natürliche kurze Zellulosefasern oder gemahlene Fasern, oder mineralische Pulver, beispielsweise Schlämmkreide oder Sand, zumischt.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erhaltenen Formpulver in der Kälte unter Druck zu zusammenhängenden Stücken verformt werden.
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