DEP0031325DA - Reduzierwalzstraße für Rohre - Google Patents
Reduzierwalzstraße für RohreInfo
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Description
Beim Bau von Reduzierwalzenstrassen für Rohre, die aus einer Reihe von hintereinander angeordneten Walzgerüsten bestehen also als kontinuierliches Walzwerk arbeiten, ist man allgemein dazu übergegangen, anstelle von vier das Rundkaliber bildenden Walzen drei Walzen in jedem Gerüst unterzubringen. Zu dieser Massnahme entschloss man sich, um die Antriebsverhältnisse zu vereinfachen. Nachdem durch Versuche festgestellt wurde, dass walztechnisch die Bearbeitung des Werkstückes durch drei Walzen den an die Rohre zu stellenden Güteanforderungen Rechnung trug, - obgleich ganz zweifellos die bisher erstellten Reduzierwalzgerüste in weitem Maße für die an sie gestellten Anforderungen genügten und man auch durch sinnreiche Konstruktionen und Schaffung von Antriebsverhältnissen eigenster Art ein besonders nahes Aneinanderrücken der einzelnen Gerüste ermöglichte, - so müssen gerade in dieser Hinsicht auf die Antriebe der drei Walzen die bisherigen Konstruktionen als verwickelt angesprochen werden. Sie stellen Strömungsquellen dar und bedürfen einer besonders sorgfältigen Wartung, wobei Ausbaunotwendigkeiten, die praktisch nie zu vermeiden sind, Betriebsunterbrechungen von ungewöhnlicher Zeitlänge mit sich bringen.
Es ist nun eine oft zu beobachtende Erscheinung, dass die fortschreitende Technik mit besonderer Beharrlichkeit einen sich als zweckentsprechend erweisenden Entwicklungsgang beibehält und diesen durch geeignete Verfeinerung von Einzelkonstruktionen zu einer besonderen Vollkommenheit weitertreibt. Diese Verhältnisse finden sich auch bei der Entwicklung der Reduzierwalzwerke für Rohre.
Die Erfindung liegt nun die Erkenntnis zu Grunde, dass die einfache Kegelradverbindung der Kaliberwalzen mit je einer
Aus dem Gerüst heraustretenden Triebwelle für den Gerüsteinzel- oder Gruppenantrieb Verhältnisse schafft, die die besten Voraussetzungen nicht nur für ein besonders nahes Aneinanderrücken der Gerüste, sondern auch für die Verwendung gewichtsleichter und einfachster Gerüstbauformen bilden. Zwar kennt man schon aus der einschlägigen Literatur des vorigen Jahrhunderts Antriebe bei Dreiwalzendrahtgerüsten die grundsätzlich dem Antrieb gleichen, dessen Anwendung erfindungsgemäss vorgeschlagen wird. Das schmälert jedoch den Erfindungsgehalt des neuen Vorschlages nicht. Die bekannte Ausführung betrifft einmal kein Rohrreduzierwalzwerk und bestätigt andererseits die vorerwähnten Erkenntnisse, wonach die Anwendung dieses Walzenantriebes gerade bei Rohrreduzierwalzwerken betriebstechnische Vorteile bringt, deren Erreichung bisher vergeblich angestrebt wurde. So behindert - oder besser gesagt, bestimmt - der Antrieb der Walzen in keiner Weise mehr den Abstand derselben voneinander; sie können so nahe aneinandergerückt werden, wie diese es selbst gestatten. Kupplungselemente in den Gerüsten kommen in Fortfall. Dieser Umstand, im Zusammenhang damit, dass lediglich vier Kegelräder in jedem Gerüst untergebracht sind, macht die Gesamtbauart gewichtsleicht, so dass der Ausbau bzw. Wechsel eines Gerüstes schnell und sicher durchgeführt werden kann. Hinzu kommt noch, dass die leichte Bauart der Gerüste die Möglichkeit bietet, das ganze Gerüst zwecks Abdrehens der Walzen in die Drehbank einzuspannen. Die Möglichkeit erleichtert die Herstellung genauester Walzkaliber sehr. Ein besonderer Vorteil ist noch darin zu erblicken, dass es ohne Schwierigkeiten möglich ist, einzelne Walzgerüste miteinander auszutauschen, falls sich dies auf Grund von eingetretenem Verschleiss der Kaliber als zweckmässig erweist. Schliesslich gestattet die leichte Bauart der Gerüste und die wenigen hierin untergebrachten Rollenlager, die Gerüste aus je zwei miteinander verbundenen Hälften herauszustellen, deren Trennebene senkrecht zur Kalibermittellinie verläuft.
In der Zeichung ist ein erfindungsgemäss hergerichtetes Reduzierwalzwerk dargestellt.
Abb. 1 zeigt dasselbe in der Seitenansicht, während
Abb. 2 ein Gerüst im Längsschnitt bzw. die offene Seite einer Gerüsthälfte erkennen lässt.
Die in Abb. 1 der Reihenaufstellung dargestellten Gerüste des Reduzierwalzwerkes bestehen aus lösbar miteinander verbundenen Hälften 1 und 2. In diesen Gerüsten sind in bekannter Weise die das Kaliber bildenden Walzen 3, 4 und 5 eingelagert, deren Wellen durch Kegelradpaare 6 und 7 getrieblich miteinander verbunden sind. Die Welle 9 der Kaliberwalze 3, die über die genannten Kegelräder die Walzen 4 und 5 antreibt, ist aus den einzelnen Gerüsten herausgeführt; sie kann elektromotorischen Einzelantrieb aufweisen oder mit einer längs der Walzenstrasse laufenden Getriebewelle verbunden sein. Mit 10 ist eine Abschlusscheibe des offenen Gerüstes bezeichnet, während mit 11 und 12 Ausnehmungen im Gerüst bezeichnet sind, von denen die letztgenannte, wie sich dies aus der Abb. 2 ohne weiteres ergibt, dazu dient, abfallenden Zunder nach unten abzuführen. Die gleiche Zweckbestimmung haben jedoch auch die Ausnehmungen 11; denn - auch dies lässt Abb. 2 unschwer erkennen - die Gerüste können in völliger Umkehrung aufgestellt werden, so dass die Ausnehmungen 11 nach unten gerichtet sind. Diese Gestaltung des Gerüstes erleichtert den Austausch der Gerüste nach beliebiger Wahl, wobei je nach Erfordernissen den Walzspalten die in Betracht kommende Lage gegeben wird.
Bei Einzelantrieben besteht ausserdem die Möglichkeit, die Motoren in Wechselfolge in die obere oder untere Lage zu bringen, so dass sich diese gegenseitig nicht stören.
Die Arbeitsweise der Walzenstrasse ist bekannt. Das Rohr 8 wird in der durch Profillinie in Abb. 1 angedeuteten Richtung durch die Walzenkaliber hindurchgeführt und erhält hierin bei gleichzeitiger Wanddickenverminderung eine Verringerung seines Durchmessers. Dabei werden die Umfangsgeschwindigkeiten der Walzensätze der mit der Streckung
verbundenen Geschwindigkeitssteigerung angepasst.
Die bauliche Gestaltung der Walzenstrassengerüste kann auch so getroffen werden, dass die Gerüste seitlich mit Tragzapfen 13 versehen sind, die in entsprechenden Böcken 14 ruhen. Die Mitten dieser Tragzapfen gehen durch die Kalibermitte, so dass die Gerüste auch beim Austausch einfach in das in Betracht kommende Paar gegenüberliegender Böcke 14 oder der entsprechenden Tragrasten eingesetzt zu werden brauchen. Auch bei Schwenkung des Gerüstes um 180° kann der ordnungsgemässe Einbau der Gerüste in die Walzstrasse in dieser Weise durchgeführt werden. Zu diesem Zwecke sind oben und unten am Gerüst Traghaken 15 vorgesehen, die den Aus- und Einbau in beiden Lagen erleichtern.
Claims (5)
1) Gerüste für Rohrreduzierwalzwerke, mit drei ein Rundkaliber bildenden Walzen versehen, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzwellen untereinander durch zwei im Gerüst auf den Walzwellen aufgesetzte Kegelradpaare getrieblich miteinander verbunden sind, wobei die Walzenwelle, von der der Antrieb auf die beiden anderen Wellen unmittelbar abgeleitet ist, als treibende Welle aus dem Gerüst herausgeführt ist.
2) Gerüst nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass dieses aus zwei lösbar miteinander verbundenen Teilen besteht, deren Trennebene senkrecht zur Achslinie des Kalibers verläuft.
3) Gerüst nach den Ansprüchen 1 und 2 von solcher Formgebung, dass beide horizontalen Abschlussflächen als Bodenfläche dienen können.
4) Gerüst nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch seitlich angeordnete, mit ihren Mitten durch die Kalibermitte hindurchgehende Tragzapfen, mit denen die Gerüste in entsprechende seitlich der Walzenstrasse vorgesehene Rasten (Stützbacken 14) eingesetzt werden.
5) Verfahren zum Bearbeiten der in den Gerüsten nach den Ansprüchen 1 - 4 die Kaliber bildenden Walzen, dadurch gekennzeichnet, dass beim Bearbeiten (Nachdrehen) der Kaliber die diese bildenden Walzen in ihren Gerüsten verbleiben.
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